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In meinem Freundeskreis geht die Angst um: "Was geschieht mit uns, wenn das Atomkraftwerk Krümmel...?" - "Dann geht es uns so wie den Menschen 1986 in der Region Tschernobyl!" Plötzlich wabern Tod und Leid durch den Raum, Angst vor Krankheit und Tod durch Verstrahlung. Dann folgt ein heftiger politischer Streit darüber, welche Partei man wählen solle, damit alle Reaktoren, alle Kernkraftwerke, alle Atomkraftwerke - die Begriffe wechseln, so wie sie in all den Jahren auch immer wieder austauscht wurden - bei uns verschwinden. Offenbar wird es die Regierung schon richten, sofern man nur die richtige Partei wählt!
Dann erzähle ich, ich habe den Stromanbieter gewechselt, zwar erst vor anderthalb Jahren, aber seither beziehe ich nur noch Strom, der umweltfreundlich erzeugt wurde und weder aus Kernkraft- noch aus Kohlekraftwerken stammt. Zuvor schon hatte ich in meinen Lampen alle Glühbirnen gegen Energiesparbirnen ausgetauscht. Und ich spotte: "Um Geräte zu entwickeln, die dann, wenn man sie nicht benötigt, Strom verbrauchen, dazu muss man Ingenieur sein. Darauf wäre ich n i e gekommen! Aber diesem Unsinn habe ich einen Riegel vorgeschoben. Solche Geräte schalte ich aus, indem ich den Stecker ziehe."
Ich ernte Unverständnis. Meine Freunde schütteln den Kopf. Energiesparbirnen seien sehr teuer, und Standby-Betrieb sei nötig, sonst würde doch die Programmierung der Sender gelöscht. Dass man Sender auch manuell ansteuern kann, geht niemandem in den Kopf. Das sei technisch gesehen "Steinzeit".
Wie in der Politik, so wurde auch an diesem Abend in meinem Freundeskreis das Thema Energie unter dem Aspekt, wer - außer mir selbst - soll etwas tun, diskutiert: Welche Partei wählt man? Wieviel Energie brauchen wir?
Ich aber meine, es ist ziemlich gleichgültig, welche Partei gerade an der Regierung ist: Wenn der Stromverbrauch sinkt, in Deutschland ebenso wie in möglichst vielen anderen Ländern, dann braucht man weniger Kraftwerke, egal, womit sie betrieben werden. Und wenn alle Hausbesitzer die Heizkosten und damit den Energieverbrauch senken, indem sie Wärmedämmung einsetzen, Fenster und Türen abdichten und all das tun, was sonst noch möglich ist, dann brauchen wir auch keine "Operation Wüstenstrom", die technisch an der Höhe der Alpen zerschellen könnte oder zuvor evtl. schon an der Unzuverlässigkeit einiger Staaten oder der beteiligten Unternehmen.
Also: Energiesparer rein, alle Stromfresser raus! Das gilt nicht nur für die Glühbirnen in unseren Lampen, sondern auch für uralte Elektroherde, Kühlschränke oder Waschmaschinen zum Beispiel.
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Sehr "sonnig" geschrieben, mit Verlaub, dieser Beitrag. Was die Standby-Geschichte angeht, ja durchaus folgerichtig, aber was die EU-Verordnung zur Energiesparlampe, ihre Umsetzung und das Auslaufmodell Glühbirne betrifft: dünnes Brett, nicht nur seitens der EU, deren Ratgeber in dieser Sache u.a. der Konzern Osram war, der mit dem Glühbirnenersatz Gewinn machen will - Lobbyarbeit also. Zunächst hatte er das schon mit der künstlichen Verringerung der Lebensdauer von Glühlampen erfolgreich in Szene gesetzt. Und nun diese Eulenspiegelei, die uns allerhand kosten wird, nicht nur Geld. Denn bisher sind beispielsweise weder der Problemkreis "Energiesmog" bei Energiesparlampen noch der der Gewährleistung physischen wie psychischen Wohlbefindens angesichts des künftig fehlenden Rotanteils im ausschließlich Energiesparlampen- oder LCD-Licht in unseren Wohnräumen gründlich ausgeleuchtet worden. Dies hätte aber zumindest abgeklärt werden müssen, ehe man diesbezügliche Beschlüsse in die Praxis umsetzt. Mehr dazu findet sich z.B. heute im Neuen Deutschland, den Link dazu reiche ich gern nach.
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Pardon, der letzte Artikel, den ich dazu gelesen habe, steht in der Zeitung "Junge Welt" vom 14.07.2009.
Hier der Link: www.jungewelt.de/2009/07-14/017.php?sstr=gl%FChbirne |
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Wenn man sich um Dinge wie "Energiesmog" (was soll das denn sein?) und rotanteil im Licht sorgt, also ALLES immer sofort perfekt machen will, dann kann man gleich alles lassen. Was haben sich die Menschen wohl gedacht, als es die ersten Glühbirnen gab? Was gab es da wohl für Gefahren gegenüber Gas- oder Petroleumlampen und Kerzen?
Wem rot in der Glühbirne fehlt, sollte einfach mal das Haus verlassen. |
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Sehr geehrte Frau Jayne,
ist Ihnen mal aufgefallen, wieviel Sie über andere und wie wenig Sie über sich selbst und Ihre eigenen Aktivitäten geschrieben haben? Ungeachtet von EU-Verordnung und Lobbyarbeiter habe ich vor einigen Jahren begonnen, immer mal wieder die eine oder andere Energiesparleuchte in meiner Wohnung auszubrobieren. Daher finden sich bei mir viele Typen von unterschiedlichen Firmen (von Osram habe ich übrigens bisher noch keine erwischt). Das Licht der ersten Energiesparleuchten damals war tatsächlich ebenso grell wie Neonleuchten. Inzwischen aber gibt es Energiesparbirnen mit Fassungen aller Art, länglich oder mit runden Köpfen, riesengroß, miniklein - und mit warmem Lichtton. Mein "psychisches Wohlbefindet" ist prima; und ich besitze keine einzige Lampe mehr, in der noch eine Glühbirne Licht spendet. |
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schrieb am
16.07.2009 um 19:51
Elektrosmog überall, Handys, Schnurlostelefone ... Wenn sich damit nur ordentlich Geld verdienen läßt ... Irgendwann werden die Leute vielleicht ihre heute massenhaft erworbenen tollen DECT-Telefon-Mikrowellenstrahler wegschmeissen müssen, auf Grund dann möglicherweise erhärteter Belege für gesundheitliche Gefährdungen. Doppeltes Geschäft, die Industrie freut sich schon. Ich jedenfalls halte es so, daß ich versuche, solche Risiken möglichst gering zu halten. Das betrifft auch die Energiesparlampe, die ja nun in erster Linie ein besonders gutes Beispiel für Lobbyarbeit in der Politik ist. An langlebigen Glühlampen verdient man eben nüscht, haben Phillips, Osram und Co. schon im frühen 20. Jahrhundert festgestellt und in der Schweiz eine Organisation namens Phoebus gegründet. Hauptziel: Beschränkung der Lebensdauer von Glühlampen. Na, die Rendite der führenden Leuchtmittelhersteller wird in naher Zukunft den Aktionären glückliche Momente bescheren. Und die Regierungen können sich gegenseitig goldene Abzeichen verleihen, für erfolgreich simulierte wirksame Umweltpolitik. Zahlt sich natürlich auch besser aus bei Wahlen, wenn man keine wirklich effizienten und unpopulärere Energiesparmaßnahmen ergreifen muß, wie z.B. vernünftig motorisierte kraftstoffsparende Autos, Tempolimits und Entwicklung alternativer Verkehrskonzepte (die heilige Kuh des Individualismus in Gefahr!). Herrlich!
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@ Frau Schwarzer schrieb: "ist Ihnen mal aufgefallen, wieviel Sie über andere und wie wenig Sie über sich selbst und Ihre eigenen Aktivitäten geschrieben haben?"
Welche Aktivitäten meinen Sie? Politische? Energiesparende? In meinem Kommentar ging es mir um die politische Dimension der EU-Verordnung, und gegen Energiesparen habe ich nichts, nur etwas gegen unausgegorene und fragwürdige Regelungen wie diese, wo noch nicht einmal geklärt ist, wie die Entsorgung der Energiesparlampen erfolgen soll. Denn neben der Tatsache, daß sie ein Mehr an Elektrosmog verursachen, gelten sie auch noch als Sondermüll ... |
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Atomkraftwerke ermöglichen einen Kostenmix. Das bedeutet, Privathaushalte zahlen einen ~ 40 % höheren Preis als die Industrie. Eine verdeckte Subventionierung also. Darum sind IndustrieLobbyparteien auch so hinter einer Verlängerung der Laufzeiten hinterher.
Sich nun zum Stromsparen grundsätzlich neue Geräte zu kaufen ist nicht immer sinnvoll. Die Produktion neuer Geräte verschlingt auch jede Menge Menge Strom. Oft kann der Strompaareffekt des Gerätes die verbrauchte Energie bei der Herstellung nicht kompensieren. Geräte, die eh alt und kaputt sind gegen energiesparende zu tauschen macht durchaus Sinn. |
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Sehr geehrter Herr Streifzug,
mein Anliegen war die Aufmerksamkeit mal in eine andere Richtung zu lenken. Denn das Thema Energie wird meiner Meinung nach viel zu sehr aus dem Blickwinkel "Stromangebot" diskutiert und viel zu selten aus dem der "Nachfrage nach Strom". Ich finde, dass die Nachfrage nach Energie bei uns dringend sinken muss. Dazu gehört weit mehr, als sich nur ein paar Energiesparbirnen in seine Lampen zu drehen. Selbstverständlich sind in diesem Rahmen auch "Energiebilanzen", die Sie ansprechen, sehr wichtig. Nur: Vorher muss sich der Blick erst einmal dieser Richtung zugewendet haben. |
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“Also: Energiesparer rein, alle Stromfresser raus! Das gilt nicht nur für die Glühbirnen in unseren Lampen, sondern auch für uralte Elektroherde, Kühlschränke oder Waschmaschinen zum Beispiel."
Ich habe mal bei mir nachgeschaut: Also, in Herd und Waschmaschine sind definitiv keine Glühlampen verborgen und das Kühlschranklicht ist so klein, dass ich wohl keine Energiesparlampe dafür finden werde... Ich klebe stattdessen außen an die Kühlschranktür immer ein Foto vom aktuellen Inhalt, um VOR dem Öffnen zu wissen, was und wohin ich greifen muss. Schnell auf, schnell zu spart Energie. Ich denke nämlich, man könnte mindestens ein AKW abschalten, wenn wir nicht alle immer so lange vor dem geöffneten Kühlschrank stehen würden und überlegen müssten, was wir denn nun eigentlich gerade rausholen wollten... Im Ernst: Statt zwei Packungen Zigaretten, statt zehn Tafeln Schokolade, statt eine DVD, statt zwei Zeitschriften, statt zwei Paar Socken zu kaufen, sollte jedeR das Geld EINMAL für eine Energiesparlampe ausgeben. Und dann: Diese "Krümmel-Lampe" anschalten, damit wir Krümmel endlich abschalten können! |
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"Ich denke nämlich, man könnte mindestens ein AKW abschalten, wenn wir nicht alle immer so lange vor dem geöffneten Kühlschrank stehen würden und überlegen müssten, was wir denn nun eigentlich gerade rausholen wollten..."
Tatsächlich? Aber das ist noch nicht alles. Wenn ich an die Unordnung in unserem Kühlschrank denke. Das bin aber nicht ich, das ist der Hausherr, der die Küche "unter sich" hat und in eine Art von Feldküche verwandelt hat. Und der hält und hält keine Ordnung. Und da muss man - bei geöffneter Tür - ewig im Kühlschrank rumsuchen. Schon lange äußere ich mich nicht mehr dazu, was unserer Beziehung sehr gut tut. Überhaupt, was man an Energie spart, wenn man sich nicht zankt, andauernd. Man bleibt hübsch beieinander, stürzt nicht türenknallend in einen anderen Raum. Das ist doch sehr energiesparend, sowas. Wir zanken uns ja selten, weil der Herr, der auch hier wohnt, das für Energieverschwendung hält. Wie komme ich jetzt da drauf? Ach ja, der Kühlschrank. Energiesparlampen haben wir schon. Mein Mann aber verhindert, dss wir die jetzt anwenden. Er ist gegen Verschwendung, erst müssen die anderen Birnen verwendet werden, sagt er. Er denkt eben konservativ. Wie kommme ich jetzt da drauf? Ach weiß nicht, ich hatte gerade Zeit. Reine Energieverschwendung.... |
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Kein Türenknallen aus Energiespargründen? Dabei könnte Türenknallen zu einer dezentralen Windenergiequelle werden. Ohne viel Aufwand, Türen hat man ja meist zu Hause (mit Perlenschnüren geht das wohl nicht so gut...) - und Stress mit dem Partner hin und wieder auch.
Man muss den entstehenden Wind dann nur noch umwandeln: Drehmobilés oder Windspiele mit Dynamo kämen da in Frage... |
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@Magda
Also meine Vermutung ist, daß sich die Männer da irgendwie absprechen bzgl. der Ordnung im Kühlschrank. Meiner behauptet nämlich immer, seine Unordnung hätte System. Das System hab ich bis heute nicht verstanden. Außer das System hieße, ich pack halt alles so rein, wie's mir paßt. Na, und da gehen mir als Anarchistin an dem Punkt halt die Argumente aus. Ansonsten hab ich auch, nach einer erklecklichen Anzahl von Jahren, die Mission sinnvolle Ordnung im Kühlschrank aufgegeben. Aus beziehungsgedeihlichen Gründen. |
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@ Friedland - Türenknallen als Energiespender. Ach,das ist doch so aufwändig. Ich dachte jetzt eher, wenn man in einem Raum verbleibt und nicht woanders noch Licht brennt und so...
@ Titta- Männer können keine Ordnung halten. Die sind des Chaos wunderliche Söhne. Andererseits muss ich eine Lanze für den Meinen brechen. Er räumt auch meine Sachen manchmal völlig kommentarlos weg oder aus dem Wege. Noch nie hat er sich mit mir wegen sowas gestritten. Nur ich mit ihm und auch da ist er langmütig. Jedenfalls was das angeht. |
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Jawohl, Magda, Titta und Friedland,
amüsieren wir uns! Immer hau weg die Energie und andere Ressourcen dieser Welt. Schließlich steht uns das zu, was interessiert uns das Lebensrecht unserer Kinder oder gar unserer Enkel. Hauptsache wir können albern und haben unseren Spaß! Das ist es doch, worum es in diesem Leben geht, um nichts anderes. |
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Wenn Sie mitspielen wollen, müssen sie gar nicht fragen, einfach loslegen.
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"Ich klebe stattdessen außen an die Kühlschranktür immer ein Foto vom aktuellen Inhalt, um VOR dem Öffnen zu wissen, was und wohin ich greifen muss. Schnell auf, schnell zu spart Energie."
Interessanter Vorschlag. Wird dann jedesmal ein neues Foto gemacht, wenn eine Flasche Wein kaltgestellt wird? Und verbraucht das fotografieren und Ausdrucken eines Fotos nicht auch Energie und Rohstoffe? Abgesehen von dem ganzen Geblogge hier... Konsequent zu sein ist eben nicht ganz einfach. Ansonsten aber bin ich ganz auf der Seite der Energiesparer. |
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"Ich klebe stattdessen außen an die Kühlschranktür immer ein Foto vom aktuellen Inhalt, um VOR dem Öffnen zu wissen, was und wohin ich greifen muss. Schnell auf, schnell zu spart Energie."
Interessanter Vorschlag. Wird dann jedesmal ein neues Foto gemacht, wenn eine Flasche Wein kaltgestellt wird? Und verbraucht das fotografieren und Ausdrucken eines Fotos nicht auch Energie und Rohstoffe? Abgesehen von dem ganzen Geblogge hier... Konsequent zu sein ist eben nicht ganz einfach. Ansonsten aber bin ich ganz auf der Seite der Energiesparer. |
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"Schließlich steht uns das zu, was interessiert uns das Lebensrecht unserer Kinder oder gar unserer Enkel. Hauptsache wir können albern und haben unseren Spaß! Das ist es doch, worum es in diesem Leben geht, um nichts anderes."
Genau Ursula Schwarzer, eben weil "Ökos" genauso rüberkommen, hören viele andere Menschen ihnen nach kurzer Zeit nicht mehr zu. Obwohl sie das Thema an sich bestimmt wichtig fänden. |
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Danke für die Einordnung in die Schublade "Öko". Ich habe mich entschlossen, sie als Kompliment anzusehen.
Unabhängig davon: Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, wenn ich mich darüber ärgere, dass zwei Frauen eine zuvor interessante, fruchtbare Diskussion über den Blick auf die Energieversorgung von der Angebotsorientierung hin zu einer stärkeren Orientierung auf die Nachfrage nach Energie mit Berichten über ihren privaten, ganz persönlichen Beziehungsclinch zum Erliegen bringen? |
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1. Was würgen wir ab? Die Diskussion kann doch unabhängig von den beiden Frauen munter weitergehen.
2. Ärgert der Mann in der Diskussion nicht? 3. Bei Energiesparlampen ist die Entsorgungsfrage noch nicht hinreichend geklärt. Der Einspareffekt steht ebenso noch infrage, ebenso wie die Frage im Raum steht, ob die Diskussion um die blöden Birnen nicht ganz andere Diskussionen verhindern soll. 4. Kann ich mir persönlich einen AA-Kühlschrank derzeit leider nicht leisten, was auch mit der wirtschaftlichen Lage zu tun hat, weshalb immer noch unser altes Möhrchen zu viel Strom frißt. 5. Das Haus, in dem meine Mutter wohnt (Ruhrgebiet), kann leider nicht umgerüstet werden, energiespartechnisch, weil zum einen das Geld dafür nicht da ist, und weil zum anderen sich diese Investion nie rechnen würde. Die Leute, die da wohnen, sind nämlich außer Stande, eine höhere Miete zu bezahlen. Und das, obwohl der Mietspiegel schon extrem niedrig ist. So sind die Diskussionen eben ganz unterschiedlich in diesem Lande. |
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Sehr geehrte Titta,
was nicht geht, geht nicht. Das kann ich gut verstehen. Doch gehören Politik und Verwaltung nicht zur Avantgarde, sie reagieren vielmehr auf das, was viele von uns tun bzw. was sich als vorherrschende Meinung in großen Teilen der Bevölkerung gebildet hat. Das jüngste Beispiel dafür war die Patientenverfügung. Nach mehr als zehn Jahren Debatte wurde am 18.6.2009 ein Gesetz verabschiedet - aber nur deswegen, weil neun Millionen, also die Mehrzahl der alten Menschen in Deutschland, ein solches Dokument errichtet haben und im elektronischen Register der Bundesnotarkammer für Vorsorgevollmachten erfassen ließen. Wenn es um eine Vorreiterrolle für Veränderungen geht, habe ich daher kein allzu großes Vertrauen in Politiker, gleich welcher Couleur. Ich möchte gern, dass alte, störanfällige Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Wenn der Energieverbrauch aber immer weiter steigt, gucken sich die Politiker "unseren Bedarf" an und die Atomlobby bekommt verdammt gute Karten in die Hand, ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Also bin ich selbst dran, etwas dagegen zu unternehmen - und sei es auch nur mit einem Minischritt. Natürlich weiß ich, dass Energiesparleuchten Sondermüll sind, dennoch war mein eigener erster kleiner Schritt vor zehn Jahren, eine davon in jene Lampe reinzudrehen, die bei mir am häufigsten brennt. Diese Energiesparleuchte ist noch immer intakt. Das Problem der Entsorgung trat also noch nicht auf... Oder: Beim Einkaufen nehme ich keine Plastiktüten mehr entgegen, egal, wie albern das die Marktleute finden. Im Supermarkt, wo Tüten zu bezahlen sind, stellt sich diese Frage gar nicht. Auch das spart auf die Dauer Energie. Oder: Wenn ich im Inland eine längere Strecke zurücklegen muss, nehme ich nicht den Billigflieger, sondern mit BahnCard den Zug. Das kostet kaum mehr und dauert Berlin-München zum Beispiel nicht mal eine Stunde länger, ist aber viel schöner (in den Flughäfen hat man immer Wartezeiten, oft in häßlicher Umgebung). Und die Bahn ist umweltfreundlicher, sie transportiert viel mehr Leute auf einen Schlag. Oder: Leere Sitzplätze im Auto lassen sich bei vielen Fahrten mit Hilfe der Mitfahrerzentrale füllen. Denn eine einzige Person in einem Pkw ist auch nicht gerade ideal. Wie viele Möglichkeiten es gibt, den eigenen Energieverbrauch zu senken, habe ich übrigens erst gemerkt, als ich anfing, mir immer mal wieder Gedanken darüber zu machen. |
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Wir haben meistens Energiesparlampen von Ikea. Die gehen aber ca. nach einem Jahr kaputt.
Fliegen innerhalb Deutschlands habe ich mir noch nie überlegt. Über die Bahn ärgere ich mich ständig. Ich fahr auch meist freitags, samstag, sonntags. Da ist es eng und teuer und dauernd kriegt man die Bahngrippe, weil die Klimaanlage im ICE angeblich nicht über gefühlte 15° hochgedreht werden kann. Für Urlaub jeglicher Art fehlt uns momentan eh das Geld. Mitfahrzentrale ist auf dem Land etwas schwierig. Genauso wie Waschsalons. (Größere Maschinen, kürzere Waschdauer etc.) Aus Tetrapacks macht man inzwischen günstige Dachpfannen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe für den indischen Markt, evtl. sogar schon für den afrikanischen. Erschwinglich gerade für die ärmeren Bevölkerungsteile. Hier in Europa will wohl niemand das Zeug, sieht halt aus wie alte Tetrapacks auf dem Dach. Ich will nicht auf elektrische/elektronische Geräte verzichten. Ich will energieeffiziente Geräte. Letztens ist einem Bekannten von uns der Fernseher verreckt, weil er so einen Schalter an der Steckdosenleiste hat, mit dem man gleich alle Geräte zusammen ausschalten kann. Es waren aber leider ein paar Geräte zuviel, da ist dauernd der Schutzschalter raus. Das Sparen war also völlig kontraproduktiv. (Ok. Eigene Dummheit.) Inzwischen ist es so, daß viele Leute schon gezwungenermaßen Energie einsparen müssen, weil sie sich die einfach nicht mehr leisten können. In der Wohngegend meiner Mutter ist der Energiepaß fürs Haus schon ein Problem wg. der zusätzlichen Kosten. Es wird in der Hinsicht oft auch nicht gerade Sinnvolles oder sozial Gerechtes durchgepaukt. Hauptsache es sieht nach umweltfreundlicher Politik aus. Das ärgert mich. Ach, und ich fahr das ganze Jahr mit dem Fahrrad zur Arbeit. Außer bei Glatteis oder Sturm. Da nehm ich den Bus. |
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schrieb am
18.07.2009 um 08:58
Hallo Frau Schwarzer,
auch wenn das hier nicht mein Gespräch ist (Entschuldigung!), aber Ihr "Doch gehören Politik und Verwaltung nicht zur Avantgarde, sie reagieren vielmehr auf das, was viele von uns tun bzw. was sich als vorherrschende Meinung in großen Teilen der Bevölkerung gebildet hat." ist für mich ein zu wohlmeinendes Verständnis vom Funktionieren unserer "Demokratie" und blendet Entscheidendes aus. Meinung wird in großem Maßstab und erfolgreich gemacht,schauen Sie sich Berlusconi an oder unsere in weiten Teilen interessengesteuerte Medienlandschaft. Glauben Sie z.B. ernsthaft, die private Altersvorsorge war dringliches Anliegen breiter Bevölkerungsschichten und unsere Regierung hat dann freundlicherweise die entsprechenden gesetzlichen Regelungen erlassen? Natürlich haben auch Konsumenten eine entsprechende Macht, ohne Frage. Aber mit richtig manipulierter Bevölkerung kann man bekanntlich sogar demokratische Wahlen spielen, ohne den status quo zu gefährden. |
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"Hauptsache wir können albern und haben unseren Spaß! Das ist es doch, worum es in diesem Leben geht, um nichts anderes."
Ach du Scheiße. Ich schäme mich jetzt mal ne Runde. Aber - das hält bei mir nicht lange vor. Und dann kann ich Sie nur warnen. Ich rege mich gern auf. Hach, und was das wieder für Energie kostet. "Oder: Leere Sitzplätze im Auto lassen sich bei vielen Fahrten mit Hilfe der Mitfahrerzentrale füllen. Denn eine einzige Person in einem Pkw ist auch nicht gerade ideal." Isch 'abe gar kein Auto. Nur mal so als Beispiel. "Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, wenn ich mich darüber ärgere, dass zwei Frauen eine zuvor interessante, fruchtbare Diskussion über den Blick auf die Energieversorgung von der Angebotsorientierung hin zu einer stärkeren Orientierung auf die Nachfrage nach Energie mit Berichten über ihren privaten, ganz persönlichen Beziehungsclinch zum Erliegen bringen" @ Titta, Du bringst mich drauf. Das ist wirklich eine geschlechtsspezifische Frechheit. Kurzerhand, Madam, Sie sind raus. (Nicht Du Titta, Du warst aufmerksamer als ich ) Da war nicht soviel zum Erliegen zu bringen. Da lag schon was - wo lag es denn? - im Argen. Und womit lag es im Argen? Mit diesem ganzen Oberlehrerstil lag es im Argen. Energiesparen - das ist richtig gut, aber eine Leuchte sind Sie nicht. Rein von der Argumentation her gesehen. |
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Hallo Frau Raja,
Verzeihung, aber lassen Sie Mitglied unserer Bevölkerung sich tatsächlich "richtig manipulieren"? Ich glaube, dass das vielleicht der Traum manches Politiker wäre, aber es bleibt ein Traum. Denn gegen Manimulationsversuche hilft selber denken - und das funktioniert in Deutschland bei den meisten doch ganz gut. Berlusconi ist ein Thema für sich, offenbar gefällt dieses Schlitzohr vielen Italienern. Zu vielen! Eigentlich sind Medien aber hier nicht unser Thema. Trotzdem: Jeder entscheidet selbst, welche Zeitung er liest, welches TV-Programm er sich anguckt oder ob er stattdessen ein Buch liest, ins Kino oder ins Theater geht. Und bisher hat mich noch niemand zu zwingen versucht, mir als Fahruntersatz einen riesigen Energiefresser zuzulegen; und niemand kann mich zwingen, wie angestochen zu rasen. Also brauche ich in Wirklichkeit auch kein Tempolimit, um gleichmäßig weg meine 100 oder sogar nur 80 zu fahren: Ich kann das ganz einfach tun, z.B. nur um mein Portemonnaie an der nächsten Tankstelle zu schonen. |
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schrieb am
18.07.2009 um 10:22
Hallo Frau Schwarzer,
Medien sind immer ein Thema, wenn einem irgendetwas verkauft werden soll, und seien es Energiesparlampen und Atomkraftwerke. Und mit "Denn gegen Manimulationsversuche hilft selber denken - und das funktioniert in Deutschland bei den meisten doch ganz gut." können Sie wahrscheinlich begründen, warum das Wahlvolk, um die SPD ihrer neoliberalen Politik wegen abzustrafen, dazu übergeht, sich die CDU und FDP gemeinsam in Regierungsverantwortung zu wünschen. Tja, ist eben immer so eine Sache mit Mehrheiten, die lassen sich ganz gut organisieren mit entsprechend Macht und Geld und Einflußmöglichkeiten... |
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Besteht die Bevölkerung nur aus meinen "Peers" oder ist das Spektrum vielleicht doch etwas größer? Und hat jeder Zeit und Ruhe sich dieselben Gedanken zu machen wie "wir"? Natürlich kann man große Gruppen der Bevölkerung manipulieren, das letzte sehr schöne Beispiel ist die private Altersvorsorge, der auch viele "selber Denkende" Menschen aufgesessen sind und noch aufsitzen.
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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