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Nachdem ich gestern einen ausführlichen Blog zum Volksbegehren "Pro Reli" geschrieben hatte, machte ich einen Spaziergang. Auf einem Abschnitt der Kollwitzstraße in Prenzlauer Berg entdeckte ich teilweise im Abstand von 30 oder 50 Metern Plakate. Auf grünem Grund ist da zu lesen:
"Am 26. April 2009. Ja. Denn freie Wahl ist meine Ethik. Gemeinsam für unsere Kinder. Freie Wahl zwischen Ethik und Religion"
Dieser Text vernebelt, dass es dem Volksbegehren "Pro Reli" gerade nicht um "Gemeinsames" geht, sondern darum, die Kinder zu trennen: in eine Gruppe, die sich für Religion und eine andere, die sich für Ethik entscheidet. Wer versucht, mit seinem Text Verwirrung zu stiften (wo Religion doch eigentlich für Klarkeit im Geist sorgen sollte), damit Wähler aus Unkenntnis vielleicht an einer Stelle ihr Kreuzchen machen, die gar nicht ihrer Überzeugung entspricht, kann keine lauteren Absichten haben.
Schon im politischen Wahlkampf ärgern mich unsauberen Methoden, weil sie die Intelligenz der Bevölkerung beleidigen. Hinzukommt, dass so ein Text Aggressionen erzeugt; und einige dieser Plakate wurden auch schon abgerissen. Das billige ich nicht, kann es aber verstehen. Wer mit Vernebelungstaktik arbeiten muss, entlarvt sich selbst. Das bedarf keines weiteren Kommentars. Dass aber ausgerechtnet für Religion an Schulen so geworben wirbt, empfinde ich als bitter.
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Gerade auf dem für unsere Gesellschaft zentral wichtigen Bereich der Wertevermittlung und Werteerziehung auf der Basis unseres Grundgesetzes sollte man die Kinder und Jugendlichen gemeinsam unterrichten!
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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