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Wo? Natürlich in den Niederlanden!
Liebe Blogger,
eigentlich habe ich nicht viel Zeit, aber ich muss mich doch kurz in die aktuelle Debatte über das "bedingungslose Grundeinkommen" einmischen, betrifft ja irgendwie auch meine Zukunft. In den Niederlanden kann man, wenn man nachweisen kann, dass man Künstler ist, vier Jahre lang Unterhalt bekommen. Als Künster gilt man, wenn man an einer einschlägigen Kunstakademie studiert hat oder nur 1200 Euro per Jahr mit "Kunst" verdient. Schade, dass es sowas nicht in Deutschland gibt, hier ist es ja schon fast ein Ding der Unmöglichkeit in die KSK rein zu kommen. Auf jeden Fall verbleiben weger der "WIK" bzw. der Aussicht auf das "staatsstpendium" viele meiner deutschen Künstlerfreude, trotz beengter Wohnsituation, lieber in den Niederlandenden.
Ich werde jetzt gar nicht weiter auf dieses Thema eingehen finde aber den Ansatz "gesellschaftliche Beteiligung als Vorraussetzung für ein Grundeinkommen", dargelegt im folgenden PDF (Seite 348 - 350) als Zwischenschritt überlegenswert. Vor allem weil man dann die Debatte über: "Dann geht doch keiner mehr arbeiten" hinter sich lassen könnte.
www.uclouvain.be/cps/ucl/doc/etes/documents/2009zi.Grundeinkommen(Franzmann).pdf
Hier sind noch mehr Quellen zu diesen Thema, allerdings in englisch:
en.wikipedia.org/wiki/Basic_income_in_the_Netherlands
It can be said that the Dutch (like some other Western-European countries) have established a basic income for some groups. The Algemene Ouderdoms Wet, a government pension act, functions as a basic income for the elderly. Artists (that have to meet certain conditions) also benefit from legislation that provides a type of basic income, courtesy of the WIK, the Wet Inkomensvoorziening Kunstenaars (Artists' Income Act).
ec.europa.eu/employment_social/equal/practical-examples/entrep-07-kunstenaars_en.cfm
Practical examples - Entrepreneurship
Art for everyone as a way into work
A broad partnership of 11 organisations is using the 'artist approach' as a way into the labour market for those furthest removed from it. By putting people in touch with their own creativity, it enhances their confidence and communication skills. The training it provides also breaks down the isolation many severely disadvantaged people face. Kunstenaars&CO, based in Amsterdam, its partners and its three transnational partners are running pilot courses for over 300 people from six target groups: migrants, prisoners, mentally handicapped people, young people at risk, workless families and drug addicts. The approach is a proven success with the mentally handicapped, and for the other groups research is under way to provide policy-makers with the data they require.
Art - an economic dynamo for everyone
The Kunstenaars&CO foundation was set up in 2001 under the directorship of Jo Houben, with the self-imposed task of improving working conditions for artists in the Netherlands. At that time the Dutch government realised that working artists are a tremendous asset to a society and to its economy too. After all, most visitors come to Amsterdam precisely because of its rich cultural history and collections of work by painters like Rembrandt and Van Gogh. Art gives life to a city and is part of renewing the stock of intellectual property. And, more prosaically, cultural industries account for an ever-growing share of Amsterdam's jobs. So even to a businesslike Dutch mentality, helping struggling artists to find their feet financially makes good sense. That is why the Netherlands started a scheme called WWIK (Wet Werk en Inkomen Kunstenaars - 'Work and Income for Artists Act') that gives practising artists a guaranteed basic income, but with the obligation to generate a certain amount of income themselves. And that is how Kunstenaars&CO found itself operating on quite a large scale, administering the WWIK scheme, with a staff of approximately 70 working from a stately old house on the Nieuwe Herengracht.
As well as helping new artists to get established, Kunstenaars&CO also aims to broaden the market for their products. And apart from corporate art, there are many applications for art in the public sector. This is where EQUAL comes in. In order to make use of artists' skills to help disadvantaged people find a place in the labour market, Kunstenaars&CO went into partnership. It teamed up with two prisons, a school, a reintegration company, a healthcare organisation, three artists' groups, the Netherlands Institute for Care and Welfare and the Ministry of Education, Culture and Science to launch KunstWerk(t) - 'ArtWork(s)'.
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Schönes Modell, wie das in den Niederlanden gehandhabt wird, erstaunlich!
LG Feli |
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Danke für Deinen Blog.
Aber Deutschland ist / wird immer unmenschlicher. In den Niederlanden liebt man Kunst. In jedem Kaff ist min. eine Galerie mit zeitgenössicher Kunst. Und die allermeisten Kunstwerke( das gilt auch für Deutschland ) sind gar nicht "teuer". In Deutschland will man gar nicht wissen was Kunst ist. Hier ist Kunst schmutzig. Unseriös. Am liebsten packt man Künstler in Ghettos. Ab nach Vettel oder Rothenburgsort. Dann gibt es da wenigstens keinen Wohnungsleerstand. In NL gibt es ja auch eine bedingungslose Grundrente. Für alle Niederländer. Sozialabgaben werden über allgemeine Steuern bezahlt. In Deutschland gibt es Lobbies. Diese versorgen sich nur selbst. Schamlos. Der Rest der Bevölkerung dient nur dazu, durch Verzicht deren Wohlstand zu bezahlen. Mein Tipp: Zu Ende studieren & dann sofort weg aus Deutschland. |
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Meine gespaltene Persönlichkeit möchte gerne beides: unter holländischen Bedingungen arbeiten und unter Berliner Bedingungen wohnen. (4 Jahre im 8 qm – Zimmer für 300 Euro waren ausreichend.) Vielleicht bin ich ja auch nur hier, weil in Amsterdam auf einmal die Berlinophobie ausgebrochen ist. Auf einmal lief beispielsweise ein Barmann mit einem „Hinter Aldi“-T-Shirt rum, er hatte sich dieses T-Shirt extra drucken lassen um seiner Begeisterung für´s Berghain Ausdruck zu verleihen. Sein DJ-Kollege (ebenfalls Barmann) organisiert Partys in Amsterdam unter dem Motto: Berlin-Underground, eine Eintrittskarte kostest gerade mal 25 Euro. Es gibt immer mehr junge Niederländer die ein oder zweimal im Jahr für ein paar Tage nach Berlin kommen. Sie mieten sich dann ein Altbauappartement, genießen indisches Essen, Cocktails zur Happy Hour und die Berliner Clubs, wo man noch rauchen darf und es keine Sperrstunde gibt. Man geht für schlappe 15 Euro zum Friseur (in NL mindestens 38 Euro) und natürlich shoppen, denn Berliner Design ist gerade ganz furchtbar „hip“. Ich kenne zwei Engländer und einen Holländer, die in Berlin leben, aber ihre Brötchen im Ausland verdienen. Sie sind sogenannte: „Web 2.0-Promoter“, das wäre vielleicht auch eine Möglichkeit für mich. Vielleicht kann ich ja auch noch öfter Webseiten übersetzen, das hab ich letztes Jahr mal gemacht. Sowieso könnte ich Führungen für niederländische Touristen organisieren und die „authentische“ oder „echte“ Berliner Szene zeigen. Falls das dann doch alles nicht klappt, dann geh ich wieder zurück. In zwei oder drei Jahren stehe ich wahrscheinlich lang genug (also etwa 9 oder 10 Jahre) auf der Liste von „woningnet“ und komme für eine bezahlbare und vor allem legale Wohnung in Anmerkung. In der Zwischenzeit werde ich mich wohl noch öfter über die Zustände in Deutschland aufregen, beispielsweise, dass es sowas unsinniges wie „cash groups“ gibt, mit meiner holländischen EC-Karte kann ich in ganz Europa kostenlos abheben. Oder eben über elitäre Bildung und synchronisiertes Fernsehen und so weiter...
liefs |
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Interessante Sache
Aber: So lange es in Deutschland - vermutlich mentalitätsbedingt - einen massiven negativen Sozialneid (geringe und mittlere Einkommensschichten vs. Alg1 & 2) gibt, wird das hier nicht machbar sein. Zu groß wäre der Aufschrei der "braven Bürger", würde man "diese arbeitsscheuen Spinner" hier in dieser Form subventionieren. Als Steuerzahler für die Gier der Banken gerade zu stehen, wird scheinbar immer noch als ein geringeres Problem eingestuft. Es ist wohl eine Frage der Haltung und des kulturellen Ichs. Dieses ist in Deutschland verkümmert und Kultur - das zeigen auch einige Threads hier - wird kein ausreichender Wert (ausreichend im Sinne von existenzsichernd) zugesprochen. |
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Das mit der "gesellschaftliche Beteiligung als Vorraussetzung für ein Grundeinkommen" finde ich interessant, das hatte ich mir auch schon überlegt. Jeder beteiligt sich und sei es ehrenamtlich, nur ein Paar Stunden die Woche, Erziehung der eigenen Kinder oder was auch immer. Unter dieser Voraussetzung könnte ein riesiges Potenzial freigesetzt werden.
Ich habe vor ein paar Monaten eine Vision zum Grundeinkommen hier aufgeschrieben: www.freitag.de/community/blogs/quarktasche/meldungen-aus-futura-15-september-2013-revolution-in-deutschland |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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