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Die Vorlage für diesen Kurzblock liefert die TAZ, bzw. ein kleiner Auszug aus diesem TAZ-Artikel.
Rassismus konstruiert, wie Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte schreibt, "vermeintlich homogene Gruppen, deren individuellen Mitgliedern pauschal bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden". Diese Gruppen setzen ein "Wir" gegen "die Anderen" mit dem alleinigen Ziel der Ausgrenzung. Sarrazins Pamphlet bietet Gelegenheit, den abgerissenen Diskussionsfaden zu diesem Problemkreis wiederaufzunehmen.
Wann immer wir also eine Gruppe gegen eine Gruppe antreten lassen, um sie auszugrenzen betreiben wir Rassismus. Es trifft also:
Das läßt sich beliebig erweitern - nur eines wird sinnloser im Gebrauch. Ein Begriff: man nennt ihn Rassismus. Im Gegensatz zu Hendrik Cremer würde ich dazu neigen zu sagen, dass Sarrazins Pampleth die Gelegenheit dazu bietet begrifflich wieder abzurüsten.
Rassismus ist ein scharfer Begriff, der ein zutiefst unsoziales bzw. kriminelles Verhalten umschreibt. Ein paar Beispiele an Definitionen und ihre Fundorte.
Bezeichnet die Auffassung der Überlegenheit der eigenen Art und der Minderwertigkeit der anderen und deren Diskriminierung.
Rassismus ist der Prozess, in dem Menschen aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher körperlicher oder kultureller Merkmale (z. B. Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion) als homogene Gruppen konstruiert, negativ bewertet und ausgegrenzt werden. Der klassische Rassismus behauptet eine Ungleichheit und Ungleichwertigkei...
Freilich gibt es noch sehr viel weitergehende Ansätze.
3. Rassismus - Begriffliche Differenzierung
In der Wissenschaft existieren heute verschiedene Definitionen des Begriffs Rassismus. Tragweite, Gültigkeit und Erklärungsmacht der jeweiligen Definitionen variieren je nach Deutungsebene und Schwerpunkt. Der Begriff ist stark ideologisiert, so dass die Akzeptanz oder Ablehnung verschiedener Definitionen auch von politischen oder ethischen Präferenzen abhängen kann.
Allerdings sollte man amS die Ideologisierung nicht so weit treiben, dass der Begriff Rassismus am Ende dazu führt, dass die damit ausgegrenzten - damit der Begriff mithin also selber rassistisch genutzt wird - jede Trennschärfe zu Rassisten verlieren nach den Definitionen 1 und 2. Aktuell habe ich den Eindruck, die Debatte, so man es eine nennen kann, birgt diese Gefahr in sich.
Ansonsten ist morgen irgendwie jede und jeder am Ende Rassist. Selbiges nur, weil sie oder er sich pauschal gegen ihn oder sie abgrenzt hat.
Gute Nacht.
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Das Beste zum Thema Sarrazin heute in der SZ:
www.sueddeutsche.de/kultur/sarrazin-und-die-gene-d... Was man Leon de Winter vorwerfen könnte, ist, daß er in seinem Artikel einen uralten jüdischen Rabbi-Witz ausgeschlachtet hat. Halt die typische jüdische Chuzpe ... |
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Da ging was schief...
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Hendrik Cremer kann hier
www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/news/meldung/archive/2010/09//article/deutsches-institut-fuer-menschenrechte-bezieht-stellung-zu-aussagen-von-thilo-sarrazin.html?tx_ttnews[day]=02&cHash=d69f365e1f nachgelesen werden dann wird auch klar, dass auch er 'Rassismus' nicht völlig beliebig auf alles und jedes anwendet/angewandt haben will |
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aha. also einfach institut für menschenrechte und dann nach der stellungnahme gucken
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aus der stellungnahme
(www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Stellungnahmen/stellungnahme_zu_aussagen_v_thilo_sarrazin__02_09_2010.pdf) "Rassistische Argumentationsmuster der Gegenwart verlaufen – wenn man so will – versteck-ter. Typischerweise basieren sie auf Zuschreibungen aufgrund unterschiedlicher „Kulturen“, „Nationen“, „Ethnien“ oder Religionszugehörigkeit. Kennzeichnend für Rassismus ist die Konstruktion von Gruppen, nach der in „Wir“ und die „Anderen“ unterteilt wird. Es handelt sich um Konstruktionen, weil vermeintlich homogene Gruppen gebildet werden, deren indivi-duellen Mitgliedern pauschal bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Konse-quenz solcher Zuschreibungen ist damit auch, dass die jeweiligen Menschengruppen sozu-sagen in ihnen „gefangen“ gehalten und nicht mehr als Individuen wahrgenommen werden. Solche Kategorisierungen von Menschen erreichen jedenfalls dann rassistische Dimensio-nen, wenn sie mit Hierarchisierungen oder Abwertungen einzelner Gruppen einhergehen. Legt man dieses zeitgemäße Verständnis von Rassismus zugrunde, ist es ein Leichtes, Aus-sagen von Sarrazin als rassistisch zu bewerten: Kennzeichnend für seine Äußerungen ist, dass er die Gesellschaft in Deutschland nach dem Muster „Wir“ und die „Anderen“ unterteilt. Innerhalb der „Anderen“ bildet er weitere Untergruppen wie „Türken“ „Araber“ oder wahlwei-se „muslimische Migranten“, deren Mitgliedern er in verallgemeinernder und herabwürdigen-der Weise bestimmte negative Eigenschaften zuschreibt." und hier noch die definition von Heiner Bielefeldt: kategorisierung von menschen aufgrund von herkunft in primordialisierender tendenz und mit diskriminierender wirkung |
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Nun Rahab.
Damit wird der Beliebigkeit eben doch Tor und Tür geöffnet: "Solche Kategorisierungen von Menschen erreichen jedenfalls dann rassistische Dimensio-nen, wenn sie mit Hierarchisierungen oder Abwertungen einzelner Gruppen einhergehen." Hartz IVler wäre damit eine solche Kategorisierung, die man sich denken kann und auf Schulhöfen sicher längst Einzujg gehalten hat. Im Folgetext bekommt er dann wieder die Kurve zur üblichen Begriffsdefinition: Innerhalb der „Anderen“ bildet er weitere Untergruppen wie „Türken“ „Araber“ oder wahlwei-se „muslimische Migranten“, deren Mitgliedern er in verallgemeinernder und herabwürdigen-der Weise bestimmte negative Eigenschaften zuschreibt." So unterstellt der Autor Sarrazin Rassismus im üblichen Verständnis. Das ist Sache des Autors. Dem kann man sich anschließen - muss man aber nicht. Das der Begriff Rassismus durch die obige Ausweitung amS zur gefährlichen Beliebigkeit im politisch, ideologischen Wettstreit wird, dabei bleibe ich einstweilen. |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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