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Gedanken über das Blogschreiben.
Am Anfang steht ein Gedanke, vielleicht auch mehrere aber das ist Nebensache, möglicherwseise.
Kann ein Gedanke Motivation sein? Ich denke nein.
Die Motivation ist DAS entscheidende Moment einen Blog zu verfassen – aber warum? Sich der Welt mitteilen mit einem Pseudonym und mit dem Feedback sein unbekanntes Ego pflegen. Die Welt verändern wollen mit eigenen Texten, fremden Texten als Link eingebettet aber auf den Barrikaden ein Dasein als Platzhalter führen.
Facetten seines Lebens weltweit lesbar für Milliarden denkbarer virtueller Leser in den Mittelpunkt stellen und hoffen, dass ein paar vielleicht sogar persönlich bekannte Personen darüber ins Gespräch kommen wollen. Selten traf ein Text eines bekannten Liedes selten so sehr den Nerv der Lebenswirklichkeit wie jener, den ich mir erlaube halbwegs ordentlich übersetzt zu zitieren.
Krümel auf dem Boden, die wir glauben zu sehen.
Staub im Wind, alles was wir sind ist Staub im Wind
Dieser Text stammt aus den 70er Jahren/ Quelle: Kansas, Dust in the Wind
Die virtuelle, die wir – jetzt hier auch ich - „Pixelasche“, die wir verfassen verdeckt den Blick auf die reale Welt, macht sie ferner statt sie näher zu bringen, entzieht uns Optionen natürlicher Kommunikation und Wahrnehmung. Streicht unsere Optionen zusammen auf textbasierte Abstraktion und will uns gleichzeitig die Welt näher bringen. Statt im Elfbeinturm, hoch oben über den Köpfen, sitzt man nun in Zimmern oder Kaffees, isoliert. Aber immer noch über den Köpfen. Das scheint geblieben.
Ich blogge, also bin ich. So scheint der Zeitgeist zu sein. Bizarr erscheint mir manchmal die reiche Verbreitung irgendwie linker Blogs zu sein in denen man sich persönlich weltoffen gibt, wo man doch gleichsam die Datensammeloption staatlicher wie wirtschaftlicher Seiten fürchtet bis anprangert. Ich bin anonym, also bin ich irgendwie doch geschützt. Ich erinnere mich an alte Zeiten. Boykott der Volkszählung irgendwann in der 80er. Ein Herr Zimmermann war noch Innenminister. Wie harmlos war das angesichts von Twitter, Facebook und anderen „Angeboten“ freier und zudem persönlicher Informationen von Personen über sich selber ohne Not oder gesetzliche Verpflichtung?
Zur Demokratie gehört sich mitteilen zu können, gehört oder gelesen zu werden, Teil der Gesellschaft zu sein. Von daher ist politisch motiviertes bloggen und bloggen können ur-demokratisch und Ausdruck einer freien Gesellschaft. Ein Ersatz für demokratische Wahlen zwar, aber doch ein starkes Zeichen die Demokratie in der Mann/Frau lebt zu stärken und weiter zu entwickeln. Allerdings, die Sache hat einen Haken. Zur Demokratie gehört neben der Willens.- oder Meinungsbekundung auch die Option, diese Demokratie mit gestalten zu können. Kann man dies über bloggen tatsächlich erreichen? Hier im „der Freitag“ bekomme ich aktive Reaktionen mit – passive bleiben mir völlig unbekannt. Wer mich warum liest und was er oder sie dabei denkt ohne zu reagieren bleibt mir fremd. Ob es also Konsequenzen auf das Denken und Handeln hat bleibt intransparent.
Warum also bloggt Mann oder Frau? Sich den Kopf frei schreiben?
Ich würde gerne mit einer kleinen Votingoption schließen aber diese gibt es im „der Freitag“ nicht. So warte ich auf Reaktionen von Euch.
LG
Volker
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@ Volker, > Wer mich warum liest und was er oder sie dabei denkt ohne zu reagieren bleibt mir fremd.< Nicht alles lässt sich kommentieren, manches ist einfach ok wie es ist. Da bleibts dann beim bewerten, ic muss ja nicht überall meinen Senf dazugeben, denn mal ehrlich: eigentlich verändert sich doch nur der Darminhalt. Das ist natürlich. Und so änlich st es wohl auch mit dem Bloggen, Gedanken sortierter absondern. Und dann ist es schön wenn etwas Alktuelles was von den so schrecklich professionellen Lohnschreibern übersehen wird einfach kurz hier zu erwähnen. Mehr nicht. Obs jemand liest ist doch egal.
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Lieber sachichma.
"Obs jemand liest ist doch egal." Dann wäre es pure Zeitverschwendung und ich könnte es einem nicht vorhandenen Poesiealbum erzählen oder der Wand mit Rissen oder auf Papier und dann in den Reisswolf geben. So wird öffentliches bloggen Dokument von globaler Hilflosigkeit. Mit der Wirkung von Selbstkanalisierung, um seinen Frust seine möglich Wut in den Griff zu bekommen. Statt Widerstand auf der Strasse kundt zu tun in Form von Protest und Demonstration Sammelung in virtuellen Parzellen zur Selbstablenkung. Ist das die unentdeckte Nebenwirkung vom politischen Bloggen bzw. bloggen in politischen Meinungsmedien? Träfe es zu, müßte es verboten werden. |
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Hallo,
ich bin hier schon anderhalb Jahre. Und da ich zu fast allem schon meinen Senf - in verschiedenen Ausführungen - gegeben habe, verlinke ich mal zu einem älteren Blogbeitrag von mir. www.freitag.de/community/blogs/magda/ich-will-euch-was-erzaehlen---eine-blogger-selbstermutigung Nebenher hat mich kürzlich eine liebe Freundin ermahnt, ich sollte doch an das wirkliche Leben denken. Es ist nur so, diese sehr liebe Freundin und noch eine andere, genau so liebe und noch einen anderen ...usw. die kenne ich sehr real, aber ohne die Community hätte ich die alle nicht kennengelernt. Vielleicht könnte das "derFreitag" zu seiner besonderen Charakteristik machen, dass sich Menschen wirklich begegnen. Es gibt den Freitags-Salon und alle diese Aktivitäten. Wichtig ist mir das Schreiben. Ich erzähle gern was und versuche, die Leute dabei zu unterhalten. Ich bin Journalistin gewesen und finde die leichte Auflösung der Formen, wie sie die Bloggerei ermöglicht, sehr angenehm und einen Gewinn. Manchmal ist es zuviel, dann versuche ich, ein bisschen zu bremsen. So ungefähr. |
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Liebe Magda.
Politisches bloggen und gerne was erzählen ist doch kein Ausschluss. Zumindest das erste sollte allerdings ein Ziel haben. Siehe Antwort an sachichma. Der andere Teil ist ohne jede Diskrimierung gemeint ein netter Stammtisch. Nimmt der Überhand ist das Land an sich in guten Händen - oder? LG Volker |
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"Warum bloggen?"
Es sei die Gegenfrage erlaubt: warum NICHT bloggen? Warum soll der eine Motivation seines Tuns liefern, der etwas tut und nicht der/die, der/die nichts tut? In einem Kurzgedicht von XY heisst es: "Warum ehrlich sein? Mann streckt mich eh hin. Warum nicht ehrlich sein? Man streckt mich eh hin." |
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Hallo Zachor.
Gegenfrage zur Gegenfrage. Ist bloggen wirklich etwas tun oder nur die Illusion davon? Zum Gedicht. Falls man eh hingestreckt wird kann man ja auch etwas reales tun. LG Volker |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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