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Der englische Sozialkritiker John Ruskin (1819 – 1900) war ein schlauer Kopf. Sein Gesetz der Wirtschaft und sein Beitrag zum Thema „billig einkaufen“ trifft mitten ins Schwarze:
Es gibt kaum etwas auf der Welt, was nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.
Leider erkennen die Verbraucher, also wir, diesen Grundsatz allzu selten an, obwohl es uns eigentlich bewusst sein müsste, denn der Volksmund weiß schon lange: Was nichts kostet, kann auch nichts wert sein.
Als gut erzogene Konsumenten, die wir bisher auf jede Werbebotschaft reagieren, wie sollten wir uns dieser Dauerbeschallung auch entziehen, ist verlass. Unkritisch kaufen wir unseren Kram und freuen uns diebisch, wenn wir wieder mal ein Schnäppchen an Land gezogen haben. Das zurückliegende Weihnachtsgeschäft hat es mir wieder einmal bewiesen - wir haben Sie vergessen, die wirklichen Gesetze der Wirtschaft, ganz gleich wie wahr, richtig, oder alt diese sind - wir konsumieren blind weiter...
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Einspruch Euer Ehren!
"(...) wir konsumieren blind weiter..." Solange ich in der glücklichen Lage bin, "genug" Geld zu haben, um angenehm leben zu können, achte ich sehr auf Qualität und auf Langlebigkeit (bei Geräten, Autos usw.). Anders sieht es aus, wenn die finanziellen Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind (z.B. bei Arbeitslosigkeit), dann sind Discounter und 1 Euro-Läden häufig die einzige Möglichkeit über die Runden zu kommen. |
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Gift für das System!
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Das System bin ich.
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Ja.
Diese Wirtschaftsmafia hat uns ihre widerwärtige komplizenschaft bei der Ausbeutung von Mensch und Umwelt aufgehalst. Jetzt müssen wir mit dem Müll zurechtkommen. |
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Ich bestreite, dass Dicounter wie Aldi schlechtere Qualität bieten als höherpreisige Läden. Seriöse Qualitätstests belegen das Gegenteil. Beispiele: Frischfleisch, Schinken, Eier, Milch, Mehl, Zucker, Wein, Champagner, Gemüse, Obst, Süßwaren, Kosmetika, Waschmittel, Klopapier, Aktionsartikel, Computer ... Oft ist die Qualität der Hausmarken gleich oder gar besser als die von Markenartikeln, aber meist bedeutend billiger.
Das Problem liegt tiefer, wie Vinschen im Blog via Ruskin andeutet. Die Industrie ersetzt einen Stoff durch durch den anderen, die Schinkenpizza wird mit Pressformfleisch belegt statt mit Schinken und mit Kunstkäse statt Mozzarella. Erdbeerjoghurt braucht keine Erdbeeren, sondern den Extrakt aus einer Baumrinde, und so weiter. Billig-Jeans (von Aldi, Lidl & Co) sind auf dem Weltmarkt en gros für rund 4 € zu haben, Markenjeans (Diesel, Armani & so) für rund 8 €, die Qualität ist in etwa gleich, sie wurden meist in Bangladesh zu Hungerlöhnen geschneidert, den Preisunterschied machen die Marketingkosten aus. (Das erzählte mir ein Insider.) Insogern greift Vinschens Blog aus meiner Sicht zu kurz. |
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Ein konkretes Beispiel, dass weinszteins These stützt:
Oekotest hat Tiefkühlpizzen getestet: Danach enthält die Pizza von Aldi-Nord zwar viel, aber doch von allen getesteten die geringsten Salzanteile, weniger als die Biopizza von Alnatura. Zum Gesamtergebnis schreibt die Frankfurter Rundschau: Erstaunlich …, dass die teuren Markenprodukte von Dr. Oetker beide in der niedrigsten Kategorie landeten, während die preiswerteste Pizza in der Konkurrenz 'Gut & Günstig Steinofenpizza' von Edeka, ihrem Namen alle Ehre macht. Wenn es denn so einfach wäre: billige Produkte schlecht, teure gut. Damit fällt die oben aufgestellte These von Vinschen (Unkritisch kaufen wir unseren Kram und freuen uns diebisch, wenn wir wieder mal ein Schnäppchen an Land gezogen haben.) in sich zusammen. Wer billigere Produkte kauft ist nicht apriori unkritisch, und wer für teure Produkte Kohle ausgibt, ist nicht grundsätzlich kritisch. |
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@weinsztein, achtermann,
Wenn's scheiße schmeckt kauf ich's nicht wieder. Hilft natürlich nicht bei Dioxin... |
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Ich freue mich ja schon, dass überhaupt auf diesen Beitrag reagiert wurde. Natürlich sind günstige Produkte nicht gleich schlecht und natürlich gibt es (leider immer mehr) Menschen, die sich andere Produkte kaum leisten können - aber wie kommen diese günstigen Produkte zustande? Auch Aldi ist ein Konzern mit dem Ziel Gewinne zu erzielen und dies tuen sie auch.
Ein Kinderbuch bei Ikea kostet 3,- EUR (Komplet aus Stoff und definitiv Handarbeit, made in Vietnam) - ich bin mir sicher, dass eine ausgiebige Recherche (inkl. Besuch vor Ort) ein erschreckendes Ergebnis bringen würde und dies ist nur ein Bspl. von hunderten... Eine andere Geschichte ist die des Wassers: www.youtube.com/watch?v=Se12y9hSOM0 |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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