w.Smith

Blog von w.Smith

07.02.2009 | 16:53

Mi Freitag a donde va?

Das ist also der neue Freitag.
Aber ist das noch der Freitag, den wir die letzten Jahre gelesen haben? Schon bei der Vorstellung des neuen Layouts im letzten wirklichen Freitag, beschlichen mich Zweifel. Aber ich dachte mir: "Erstmal abwarten", auch wenn die "Berliner Abende" sich schon verabschiedeten wodurch sich schon Trauerstimmung breit machte.<br>
Doch trotz der Skepsis war ich so gespannt auf den neuen Freitag, dass ich sofort nach einer Chemieklausur in der Uni nach Hause fuhr um den Freitag aus meinem Briefkasten zu befreien, der mich trotz der Vorstellung vor einer Woche überraschte.
Schon als ich die Bilder des neuen Layouts im Freitag sah, kam in mir das Gefühl auf, dass das kein Freitag Layout ist, sondern ein 0-8-15 Layout, irgendwo zwischen TAZ und Süddeutsche. Die Umgestaltung des Titels wurde zwar von ihnen Herr Augstein sehr gut verteidigt. Doch musste das sein??

Der alte Titel drückte für mich bestens die Andersartigkeit des Freitag aus. Das Rot und Schwarz, ließ die politische Richtung vermuten, drückte aber noch viel mehr die Meinungsvielfältigkeit des Freitag aus. Einer Zeitung in der man Bewertungen der politischen Wetterlage lesen konnte, die man sonst in deutschen Medien nirgendwo fand. Der Untertitel "Die Ost-West-Wochenzeitung" war für mich als ich begann den Freitag zu lesen (vor 3 Jahren kam ich zum Freitag) als Jugendlicher der den alten West-Ostkonflikt nur aus Geschichtsbüchern kannte etwas verwirrend. Ich fragte mich: "ist das denn noch so aktuell, der Mauerfall ist doch schon 15 Jahre her." Ich kannte keine DDR oder so etwas. Doch heute unterstreicht für mich dieser Untertitel vielmehr das Farbenspiel im Titel. Es drückte für micht aus verschiedenen Perspektiven auf ein Thema zu schauen.
Ich begann gemütlich bei einem Kaffee das neue Gebilde durchzublättern. Die Seite zwei die ich noch vor einer Woche gleich als erstes durchgelesen hatte, überblätterte ich gleich unbewusst ohne sie weiter zu beachten.

Einige Seiten weiter prangte die ganzseitige Anzeige von Victorinox mit "Swiss Army" im Untertitel. Dies in meinem Freitag, der normalerweise gegen Kriege anschreibt fragte ich mich...
Klar scheint man heute Werbung in einer Zeitung zu brauchen, vorallem, wenn diese wachsen soll. Doch schon als Werbung in meinem guten alten Freitag auftauchte war ich etwas verstört. Nicht weil ich komplett was gegen Werbung hätte, sondern vielmehr, weil sie ästhetisch nicht ins Bild passte. Überall und an allen Ecken werden wir heute von Werbung überflutet, im Internet kann man diese zum Glück einfach blocken, der Freitag war somit immer ein Freiraum zum nachdenken und diskutieren, ohne mit bunten, alles mögliche versprechender Werbung abgelenkt zu werden.

Nachdenklich blätterte ich also weiter mit dem Gedanken, dass ich mich wohl an diese neue Ästhetik gewöhnen muss, wenn ich den Freitag weiter lesen will.
Bunt ging es auf den nächsten Seiten zu. Das schöne Bild auf der im alten Freitag letzten Seite habe ich nicht gefunden, diese waren auch immer ein Markenzeichen des Freitag...und gefielen mir so, dass sogar eines der Bilder über ein halbes Jahr in Ecuador an meiner unverputzten Wand hing.

Schon wieder Werbung dachte ich mir beim Anblick der Reemtsma anzeige und schon wieder Krieg... kurzes Durchblättern des Alltags, doch auch hier fand ich nichts was mich an den alten Freitag erinnerte, statt dessen wurde die Spannung auf die letzte Seite komplett enttäuscht.

Ich fing von vorne an und erinnerte mich an Seite Zwei. Doch was war hier nun zu finden, irgendwelche Bilder zu Themen die sowieso schon die ganze Woche auf mich eingeprasselt waren mit nichtssagenenden Kurzbeschreibungen seitlich...irgendwie erinnerte mich das an die Sueddeutsche oder irgendeine andere Zeitung. Das könntet ihr euch echt sparen, oder ist es einfach mehr Arbeit eine ordentliche Seite Zwei wie im alten Freitag zu machen? Aber passt das überhaupt noch jetzt dazu ist die andere Frage.

Mag sein dass ich im Moment einen zu konservativen Blick auf den neuen Freitag habe. Die Trauer dass es den alten Freitag einfach nicht mehr gibt überwiegt im Moment einfach glaube ich noch.
Denn unser geliebter alter Freitag mag vllt nicht wirklich massentauglich gewesen sein. Aber vielleicht hat gerade dies ihn ausgemacht. Er war wie einmal ein Autor der Süddeutschen schrieb "anachronistisch". Nun wurde er innerhalb einer Woche von diesem "anachronistischen" Planeten auf die Erde geschossen. Gelandet ist er noch nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Landung weich wird und unser Freitag nicht beim Aufprall stirbt, denn damit würde das letzte Blatt in der deutschen Medienlandschaft, das als einziges unbequem und anders war als alles andere, wegfallen.
Ich habe nun drei Jahre lang als Schüler und Student den Freitag mit dem vollen Preis unterstützt ohne die Ermäßigung in Anspruch zu nehmen, da ich es für meine Pflicht hielt dadurch einen Beitrag zum überleben dieses Blattes zu leisten.
Diesen Beitrag werde ich denke ich in Zukunft nicht mehr leisten.
Zum einen kommt dies aus dem Gedanken, dass wenn sie Herr Augstein meinen Werbung in den Freitag nehmen zu müssen, sie sich nun anscheinend nach anderen Geldgebern als den Lesern umschauen, zum anderen aus Enttäuschung des Layouts wegen, dass meiner Meinung nach den Freitag dem Zeitungsbrei angleicht und ihn am Bahnhofskiosk im allgemeinen Blätterwald untergehen lässt, während der alte mir schon aus der Entfernung in den Blick kam.
Solange die Texte bleiben wie in meinem alten Freitag werde ich mich nicht trennen. Aber sollte der Plan bestehen, wie in einigen Interviews angeklungen, konservative oder sonstige Meinungen im Freitag Platz zu gegeben, wo diese eindeutig nicht hingehören, denn wenn ich solches Lesen will schlage ich andere Zeitungen auf, sollte der Plan bestehen, der ZEIT Konkurrenz zu machen...bei diesen Gedanken werde ich jetzt schon traurig, dann bliebe nur die gute alte "LeDiplo".
Ich bitte sie inständig Herr Augstein und die gesamte Redaktion tun sie das uns nicht an!!!
Sollte der Plan allerdings sein, die alternative Sicht auf die Welt im Freitag in Deutschland mehr Leuten zugänglich zu machen begrüße ich dies, denn das ist genau das was wir heute brauchen! Dann nehme ich auch das ungelungene Layout und Werbung in Kauf!
Aber bitte bewahren sie uns vor einer zweiten ZEIT, so etwas brauch niemand, und damit werden sie die Basis zumindest des alten Freitag verlieren!
 
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Kommentare
EtienneRheindahlen schrieb am 07.02.2009 um 18:19
Ich meine, dass Deine Bedenken ebenso berechtigt wie konkret formuliert sind. Aber ich meine es gilt zu bedenken: wir sollten uns glücklich schätzen, dass mit dem "Freitag" eine Informations- und Meinungsplattform jenseits des sich selbst hinlänglich disqualifizierten "Salon-Linksismus" existiert. Wer aber als Alternative zum Mainstream informieren, debattieren (lassen) und sich nachhaltig etablieren (nicht im Sinn von Establishment) will - der benötigt eben auch eine ökonomisch tragfähige Basis.

Doch: weder Druckereien noch Journalisten, Administratoren noch IT-Dienstleister werden aus politisch-gesellschaftlicher Überzeugung (vulgo: Idealismus) gratis an der Existenz und Entwicklung einer solchen Medien-Plattform mitwirken. Abgesehen von der Tatsache, dass nicht wenige "aktiv" schreibende, gestaltende, realisierende Medienschaffende sich gerne "selbst ausbeuten" bzw. zu mehr als dezenten Honoraren und Gehältern denken und schaffen. Also ist Herr Augstein sehr wohl gut darin beraten, den "Freitag" in einer möglichst populären Form zu publizieren.

Die gewählte Form ist ein - aus meiner Sicht - gemässigter Kompromiß an eine Leserschaft, die mit "relativen Bleiwüsten" (mich haben diese nie gestört, aber nicht jeder ist an "Text-Pur" gewöhnt) nicht so viel anfangen kann wie die "bisherigen Freitagisten". Das kommt letztlich nicht nur der Auflage (auch im Sinn der V e r b r e i t u n g von Informationen, Meinungen und Diskussionen) zugute, sondern folglich auch einer vernünftigen Finanzierung durch Anzeigen. Allerdings sollte man in der Tat darauf achten, dass sich die angenommene Werbung nicht im krassesten Kontrast zur politisch-gesellschaftlichen Haltung und Orientierung von Medium und Leser / Rezipient bewegt. Wie sagte mal ein ehemaliger Chef: "Wir müssen nicht jedes schlechte Geschäft mitnehmen."

Glücklich wäre allerdings auch ich, wenn der "Freitag" weder Online noch als Print-Ausgabe einen ähnlichen Weg wie die ZEIT einschlagen würde. Denn deren Kurswechsel hin zu einem bourgeoisen Pseudo-Boulevard, der sich und seine Verlautbarungen wichtiger nimmt als Kraft und Bedeutung kluger, manchmal sperriger, aber (vormals) über den Topfrand hinaus reflektierender Gedanken, führte zu einer bedauerlichen Bedeutungslosigkeit - die nur noch seitlich der roten Teppiche des gehobenen Konsumbürgertums ein interessiertes Publikum findet.

w.Smith schrieb am 07.02.2009 um 23:13
Du hast recht engl, diese neue Form, die Leser mehr bzw. überhaupt mit einzubinden ist denke ich schon ein richtiger und guter Schritt, der auch dazu beiträgt, den Freitag einem Publikum zu öffnen, dem der alte Freitag verschlossen blieb.
Was ich mit meinem wie ich zugeben muss nicht gerade hochwertigen Text (für mich zählte zunächst einmal zumindest endlich mal wieder etwas zu schreiben, nachdem ich mein TU Studium aufgenommen habe) ausdrücken wollte ist eher eine Kritik an der neuen Form bzw Layout.
Wie schon geschrieben, bleibe ich dem Freitag treu solange, die alten Autoren uns erhalten bleiben.
Was mich vielmehr stört ist die Annäherung mit dem Layout an bekannte Formate. So sagt jeder dem ich den neuen Freitag präsentiere, dass das Layout doch sehr der TAZ (die Spalten im oberen Bereich) und der Sueddeutschen o.ä. (die grossen Überschriften wie Alltag usw..) ähnelt, und das alte doch so sehr viel mehr zum Freitag passte!
Andererseits wurde mir auch in Diskussionen mit Freunden (die den Freitag gar nicht kennen) bewusst, dass vielleicht gerade auch dieses neue "Gewandt" anbietet, damit vielleicht eine interessierte Leserschaft zum Freitag greift, die ihn vorher vielleicht, eben wegen seines inkonformen Aussehens abschrecken würde.
Dennoch wird mir auch je mehr ich darüber nachdenke mehr und mehr bewusst, dass der Freitag den es noch vor einer Woche gab Geschichte ist. Der neue mag vielleicht von den Texten etwas daran anschließen dennoch wird es nicht wieder ein solcher Freitag für mich wie es der Alte war. Denn ich glaube mittlerweile, dass der Freitag in seiner bisherigen Form ein Nischenblatt war und so in seiner Form nie ein größeres Publikum angesprochen hätte.
Bei mir bleibt die Hoffnung, dass durch den neuen Freitag, die Inhalte des Freitags einer breiteren Leserschaft zugänglich werden, was aus meiner Sicht heute zu Zeiten da aus meiner Sicht die Systemfrage sich offensichtlicher stellt denn je.
Die Neuerung mit den Blogs begrüße ich sehr, da ich gerne Versuche Texte zu schreiben, und diese von und mit Lesern zu diskutieren um mich zu verbessern. Ich hoffe auf diese Weise meinem Anspruch bessere Texte zu schreiben näher zu kommen, ebenso wie ich mir erhoffe, dadurch einen Ausgleich zu bekommen zu meinem Tu-Studium.
Auch durch die Verschränkung zwischen Journalisten und Bloggern, ist denke ich auch für die (Hauptberuflichen-)Journalisten eine Möglichkeit die eigenen Artikel besser zu reflektieren als durch einige wenige Leserbriefe, die zumindest für mich doch von ihrer Form her irgendwie abschreckender vom Aufwand waren als einfach einen Blogeintrag zu schreiben und diesen im Internet mit anderen zu diskutieren!
I.D.A. Liszt schrieb am 03.03.2009 um 01:13
Die Gefahr, dass "der Freitag" den Weg der "Zeit" geht (das könnte schon fast ein Wortspiel sein, nicht wahr?), besteht wohl kaum. Die "Zeit" hat sich eigentlich nur konsequent weiterentwickelt zu dem, was sie sowieso immer schon war. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich im folgenden auch Fäkalausdrücke benutze, doch die "Zeit" war immer schon eine Wochenpostille für echte Klugscheißer. Um dies zu überprüfen, denke man nur den kettenrauchenden Herausgeber.
In meiner Jugend las ich auch die "Zeit"; man hat ja in dem Alter so manche Flausen im Kopf. Ich redete mir ein, dass sie ja ach! so kritisch wäre, und ich fiel auf diese Masche herein, die den Lesern suggeriert, dass hier ja die "klugen" und die "Weltweisen" unter sich sind. Doch als ich etwas älter (und vielleicht wirklich weiser) wurde, stellte ich fest, dass sie immer schon ein Blatt von denen und für die gewesen war, die die so arg gescholtenen 68er einstens als "liberale Scheißer" so treffend charakterisiert hatten.
Der "Freitag" war und ist, nach allem, was sich nach den ersten Neu-Ausgaben erkennen lässt, doch aus einem anderen Holze geschnitzt...
engl schrieb am 07.02.2009 um 18:51
die optische und haptische nähe zur taz hat mich auch sofort angesprungen. da ist aber auch das einzige, was mir auf anhieb nicht so ganz gefällt. wozu ich sagen muß, daß mir der "alte freitag" nicht so geläufig war, nur zwei- oder dreimal hab ich ihn überhaupt in der hand gehabt. online war ich schon eher hier zu gast.
was mich zum eigentlichen punkt bringt: die offensichtlich angestrebte verschränkung zwischen print und online oder möglicherweise auch zwischen journalisten und bloggern - wieder einmal - ist es, die mich jetzt hierhertreibt. denn das ist spannend, finde ich.
was sagst du dazu?
Jakob Augstein schrieb am 08.02.2009 um 17:34
Da Sie mich direkt ansprechen, will ich gerne auch direkt antworten. Dass der Freitag sich ändern musste um zu überleben, daran kann meiner Meinung nach kein Zweifel bestehen. Die Zeitung war zu verschlossen um neue Leser zu erobern. Das war sicher ihr Charme. Ich sehe und empfinde das genauso wie Sie - und Heribert Prantl, den Sie mit seiner Bemerkung zitieren, der Freitag sei "bisweilen angenehm anachronistisch". Allein - das hilft niemandem. Wenn man eine Mission hat, etwas sagen will, eine Botschaft, eine Aufgabe - und das hat der Freitag ja alles - dann muss man doch auch gehört werden wollen. Und ich bin mir nicht sicher, ob der alte Freitag wirklich von vielen Menschen gehört werden wollte. Wir wollen von vielen Leuten gehört werden. Weil wir eben finden, das die deutsche Medienlandschaft vom Mainstream überflutet wird. Und seien Sie sich sicher: Wir wollen und werden aus dem Freitag keine zweite Zeit machen auch keine linke Zeit oder irgend etwas in dieser Richtung! Wenn wir in etwa an die Auflage der Zeit herankämen, wäre ich allerdings nicht ärgerlich :) - aber ich fürchte, die Gefahr besteht nicht. Dafür werden wir zu speziell bleiben. Unsere Nische muss es sein, im Print eine überschaubare, im Netz eine große Schar treuer Leser und Nutzer zu haben, die ein Interesse daran haben, sich über politische und gesellschaftliche Fragen auszutauschen, für die Fragen wie soziale Gerechtigkeit udn Partizipation im Mittelpunkt stehen und die sich nicht damit zufrieden geben wollen, dass alles so ist wie es ist. Man kann das auch links nennen.
w.Smith schrieb am 08.02.2009 um 23:05
Vielen Dank für ihren Kommentar Herr Augstein.
Dass Sie persönlich Lesern, die Bedenken haben zeigt für mich ihr Interesse an den Lesern und ihren Bedenken, dass sie ja auch schon mit Kommentaren auf verschiedene andere Blogeinträge in den letzten Wochen unter Beweis gestellt haben.
Und wie gesagt, solange Autoren wie Georg Fülberth, Michael Jäger bleiben und mit ihnen die politische Ausrichtung ebenso wie das Niveau des bisherigen Freitags, werde ich ihm treu bleiben, da diese für eine andere Sicht auf die Dinge standen und stehen, die in der Medienlanschaft fehlen.
Wenn das neue Layout mehr Leser anspricht werde ich das auch akzeptieren müssen.
Aber ich ebenso wie andere trauern einfach noch dem anderen nach, das meiner Meinung nach besser zum Freitag passte, und ihn mehr hervor hub. (Mindestens der rot-schwarze Titel!)
Ich bleibe jedoch bei der Meinung, dass die Seite 2 an Niveau deutlich verloren hat, und ihrer neuen Form bis auf den Gastkommentar überflüssig ist.
Ebenso ein Niveauverlust ist denke ich durch den Wegfall der bisherigen letzten Seite zu beklagen, der durch nichts im Moment wett gemacht wird.
Was für mich in Richtung Zeit oder ähnliches bisher gedeutet hat war die Anpassung des Layouts an bekannte Formate, die wohl nicht von der Hand zu weisen ist, ebenso wie z.b. "Koch oder Gärtner" das nicht wirklich zum Freitag passt.
Ich habe die Hoffnung, dass der Freitag so nicht stehen bleibt und sich weiter verändert, ob einen kleinen Schritt zurück (Titel) oder weiter nach vorne!
Ebenso habe ich Hoffnung in Sie, dass sie den Freitag leiten und führen, aber dabei nicht zu "Ihrem" Freitag machen, die Hoffnung begründet sich darauf, dass ich den Eindruck habe, dass der von ihrem Vater gegründete Spiegel seinerzeit auch ein gutes Medium war (was sich in den letzten Jahren doch sehr geändert hat) und an ihren Texten und Antworten die sie bisher geschrieben haben.
Ich hoffe sie bleiben so offen für Kritik, und nehmen diese in ihre Ideen auf! Die bisherige Leserschaft ist ganz bestimmt konservativ und muss vom Neuen erst noch überzeugt werden, bisher höre ich in Gesprächen mit den wenigen Freitaglesern, die ich kenne, noch bei vielen sehr viel Skepsis durch, die auch in Ablehnung umschlagen kann, wenn der Freitag seine Seele verliert, und das sind seine Texte.
Ich wünsche ihnen viel Glück für das Projekt Freitag, auch wenn ich traurigerweise sagen muss: Der alte Freitag ist tot, es lebe der Freitag!
S.E. schrieb am 09.02.2009 um 00:01
Buenas noches, ich möchte Euch auf einige der Einträge im Blog "Willkommen" hinweisen, die ganz ähnliche Bedenken aufweisen, wie die hier genannten. Ich persönlich finde das neue Konzept des Freitag bestenfalls mutig aber deshalb noch lange nicht sinnvoll. Ich habe den Eindruck es handelt sich hier um ein Profilierungsprojekt Einzelner. Warum musste es gerade den Freitag treffen, die beste Wochenzeitschrift hierzulande? Ich habe von vielen Stammlesern gehört, die mit zwei weinenden Augen vom Freitag zurücktreten (sprich Abo kündigen) und (welch Überraschung!) keine Print-Alternative sehen. Beim Freitag bleiben, nur weil es der Freitag ist, kommt wohl nicht in Frage.
w.Smith schrieb am 09.02.2009 um 00:16
Ach komm S.E. nach einer Ausgabe den Freitag aufzugeben, dafür liebe ich ihn zu sehr!
Und ich glaube uns alten Lesern geht es doch vorallem um das Format, und da heißt es für mich zunächst diskutieren und schreiben, verbünden, Meinung sagen, bevor ich den Kampf aufgeben kann!
Kernpunkte der Kritik sind wohl nach dem was ich bisher gelesen habe auch klar! Das ROT im Titel fehlt und der Rest ist ein nicht wirklich gut gelungener Mix aus bekannten Formaten von denen sich der Freitag auch nach den Worten von Hernn Augstein absetzen soll, dazu gehört meiner Meinung und der vieler Leser auch das Layout! Ebenso wie die bis auf den GAstkommentar vollkommen überflüssige Seite 2, seien wir doch mal ehrlich, wer schaut sich die schon an?
Alternativ gibt es bis jetzt für mich nur die gute alte Le Diplo und was ökonomische Themen angeht Lunapark21, aber das ist eben kein Freitag!
Also S.E. lass uns für unseren Freitag kämpfen und nicht aufgeben, manche Veränderung mögen wir einstecken, aber lass uns den Freitag nicht aufgeben!
Hasta la victoria siempre
SusanneReindke schrieb am 09.02.2009 um 00:23
Den Freitag bereits nach einer einzigen Print-Ausgabe zu verdammen halte ich persönlich für ziemlich kurzsichtig. Ja - das neue Layout ist anders. Ich empfinde das als einen großen Gewinn.
Und auch der Inhalt hat sich verändert. Die bisherigen qualitativ hochwertigen Artikel sind immer noch da - und wieso sollte man sich als "Linker" nicht auch für andere Themen wie im "Alltag"-Teil interessieren dürfen?
Nur weil man enorm politisch interessiert ist, heißt das ja nicht, dass man sich nicht auch über Kunst, Bücher, zeitgenössische Themen informieren kann - ohne auf den politischen Inhalt zu verzichten.

Gerade Ihre Haltung, den Freitag nicht "einfach so" loslassen zu wollen, indem Sie hier um Ihre alte Festung kämpfen, finde ich spannend. Eigentlich gehören Sie genau zu den Menschen, von denen sich der neue Freitag wünscht, dass Sie ihn mitgestalten. Aber anstatt in einem eigenen Blog zum Beispiel die aktuelle politische Lage zu beschreiben und zur Diskussion mit Gleichgesinnten hier zu finden - verwenden Sie Ihre Energie darauf, für den alten Freitag zu protestieren, den es in dieser Form definitiv nicht mehr geben wird.

Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn Sie dem neuen Freitag eine Chance geben, indem Sie ihn selbst bereichern. Mit konstruktiven Inhalten, konträren Meinungen und vor allem einem: Ihrer starken Haltung.
w.Smith schrieb am 09.02.2009 um 01:37
Naja Susanne, also ich denke eben, wie viele andere hier auch, dass das neue Design eben nicht wirklich ein Gewinn darstellt, sonder vielleicht überspitzt gesagt mit der Anpassung an gewohnte Formate schon ein Schritt nach rechts ist, auch sehr wichtig ist über dieses und den neuen Freitag zu diskutieren.
Viel mehr noch, wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben, bin ich gerade zu begeistert, wie hier über eine Zeitung an sich diskutiert wird, was ich für ziemlich einzigartig halte. Noch viel mehr würde ich mich freuen wenn die Kritik und die Anregungen die hier laut werden, auch aufgenommen werden und im besten Fall (das rote Frei!) zu Veränderungen führen!
Dieses einfach so los lassen ist für uns als langjährige Freitagleser (und dabei bin ich noch jung in zweierlei hinsicht) sehr schwierig!
Ich erkenne an, dass es möglicherweise eine bereichernde Veränderung wird in den nächsten Wochen, aber dennoch trauere ich sehr meinem alten Freitag hinter her, da mir von Tag zu Tag klarer wird, dass es ihn wohl so in seiner Form nicht wieder geben wird.
S.E. schrieb am 09.02.2009 um 15:45
Estimadas/os amigas/os del viejo Freitag,
ja, den geliebten Print-Freitag aufgeben, das will keiner. Aber wollen und müssen liegen auch hier wieder einmal auseinander. Ich habe heute nach langem hin und her mein Abo gekündigt. Ich habe den neuen Print-Freitag (um den es mir hauptsächlich geht) in den letzten Tagen immer wieder zur Hand genommen und mich immer wieder aufs neue geärgert. Ich will für die Entwicklung des neuen Freitag nicht länger mitzeichnen. Und ja, an der ersten Ausgabe nach der Umstellung ist schon zu sehen, wo es hin geht (das hat sich schon in den letzten Wochen angekündigt aka Diskussion Werbeanzeigen etc.) Ich habe mich in den letzten Tagen bemüht hier Kritik an der Umstellung zu üben, habe so manches mal überspitzt und dafür einiges einstecken müssen (wo ist das Konstruktive etc.) und habe jetzt das Gefühl, liebe SusanneReindke, dass es keinen Sinn macht hier konstruktiv weiterzumachen. Die Leute, die sich hier im Portal Gedanken machen und nicht einfach nur *lol", *grins*, *wein* und ähnliches labern, die sind fertig. Fertig mit dem neuen Freitag, so mein Eindruck. Da ist nichts mehr zu kitten. Hier treffen unvreinbare Konzepte aufeinander. Diese guten, tollen, intelligenten Leute brechen dem Freitag einfach weg und werden zeitungstechnisch heimatlos. Und mit der Umstellung des Meinungsmediums auf das rote FREI (lieber w.Smith) ist es auch nicht getan. Noch nicht einmal das wird stattfinden. Der Freitag ist - ironischerweise trotz der vermeintlichen Meinungsöffnung für die Leser - ein Stück weiter zur Antidemokratie geschwänkt worden. Keiner hat mehr Einfluss auf diese ehemals beste Wochenzeitung, außer ein kleiner Klüngel von Presse-Oligarchen.
S.E. schrieb am 09.02.2009 um 15:46
Es tut mir leid, das schwarz malen zu müssen (und bedaure es, mich zu wiederholen), aber in ein paar Monaten wird der Freitag nichts mehr sein, außer das auf Flach(niveau)batterie laufende ehemalige Lieblingspielzeug einer desinteressierten Kaste der selbsternannten Elitesse (Stichwort ZEIT). Ja, trotz der Neueinstellung von Personal, das Ziel der größten Redaktion der Republik usw. usf. (was ja eigentlich löblich ist): was haben die Mitarbeiter denn jetzt zu tun? Den Dünnfug der Blogger im Freitag zusammenfassen. Die Redakteure tun mir leid. Von einem Tag auf den anderen vom hochgradigen Journalisten zum Blog-Referenten degradiert: Prost Mahlzeit. Ich hoffe die alten vier Herausgeber (wie lange machen die da noch mit?) gründen eine neue Wochenzeitung. Meine Unterstützung haben sie. Meine These ist ja, dass der Freitag zur Wochenbeilage (welcher Wochentag wird da wohl in Frage kommen?) der SZ o.ä. degradiert wird. Erst kommt aber noch die Preiserhöhung. Von der Redaktion ist auf die geübte Kritik nur freundlich-leeres PR-Gerede zu vernehmen: "gedulden Sie sich doch bitte etwas"; "nicht so vorschnell"; "wir müssen dran arbeiten" usw. Aber: nichts wird kommen. Es ist ein Systemfehler und keine Anomalie im System. Der Freitag ist tot. Man möchte, wie hier bereits geschehen, "Es lebe der Freitag!" rufen, doch man muss zugeben: das ist bereits ein Anachronsimus.
Saludos, S.E.
S.E. schrieb am 09.02.2009 um 23:53
Buenas amigas/os,
Hier etwas, was ich auch beim Willkommen-Blog reingesetzt habe:

Ich habe hier etwas aufschlussreiches für kla und alle, die sich dafür interessieren, ob die neue Freitag-Redaktion am Gedankenaustausch mit ihren Lesern interessiert ist , oder nicht. Auf einen meiner (zugegeben etwas spitzen Beiträge) im Blog zur Freitag-Wunschliste (http://www.freitag.de/community/blogs/bembel/freitag-community-was-sich-aendern-sollte-eine-wunschliste) habe ich folgenden Kommentar von Tessa, einer Redakteurin des neuen Freitag, bekommen, der mich stark gewundert hat. Wer will, kann ja die Korrespondenz genauer durchlesen. Ist das das neue Meinungsmedium, die neue Beteiligung der Leser am journalistischen Prozess? Hier der Eintrag:

Tessa schrieb am 09.02.2009| 16:10 Uhr
Wie schade, und wie langweilig nur, dass Ihre Beiträge hier die trotteligsten sind, und weder durch Inhalt und Qualität überraschen. Wer sich aufregen kann, müsste doch in der Lage sein irgendwo an anderer Stelle Journalismus von herausrageneder Qualität allein auf die Beine zu stellen. Wo können die interessierten Leser und Leserinnen denn diese nun finden?
S.E. schrieb am 10.02.2009 um 15:20

Donde va mi Freitag bailando?

Estimado Don w.Smith, disculpe el retraso, habe ich doch Deinen letzten Kommentar erst jetzt entdeckt. Ja, ich finde gut, dass Du so hoffnungsvoll bist. Ich wäre es auch gern. Aber: Augstein hat deshalb (LEIDER LEIDER LEIDER) kein neues Blatt gegründet, weil er dann keinen festen Stamm (sprich Abos) und damit von Anfang an keine sicheren Werbe- und Vertriebseinnahmen gehabt hätte: ein höheres Risiko. Der Freitag war schon attraktiv: eine etwas vermickerte (ich rede hier nur von den Verkaufszahlen in den letzten Jahren) Orchidee, die man einfach mit seinen eigenen Vorstellungen wieder aufmotzen kann. Aber, meine These ist ja, wenn der Freitag eine Mitte-Zeitschrift (politisch gesehen) gewesen wäre und die Marktsituation ähnlich gewesen wäre (Konjunktiv 2.0), dann hätte das auch dafür gelangt. Der Freitag als Konzept, als Charaktermedium, als eigensinniges, störrisches Affront ist der neuen Führung bestenfalls egal, schlechtestenfalls ein Dorn im Auge. Deshalb denke ich wirst auch Du LEIDER LEIDER LEIDER (um auf die Bloggerqualitäten von chris97 anzuspielen) in einiger Zeit Deine Hoffnungen verlieren. Du hast recht, die Hoffnung verliert sollte man nicht verlieren, aber in diesem Fall? Saludos deprimidos, S.E.
Anjuschka schrieb am 13.02.2009 um 15:40
Mich regt es auf, wenn jemand versucht, sich durch Grundkurs Spanisch-Kenntnisse zu profilieren und es dann nicht drauf hat!
Auf Deutsch kann man auch gut diskutieren. Dies sollte man allerdings auch koennen.

In diesem Sinne ...
S.E. schrieb am 10.02.2009 um 16:17
Auf die Gefahr hin hier 5 Kommentare nacheinanderzuschalten:

Liebe Mitleser, wir sammeln konstruktive, inhaltliche Kritik am Print-Freitag in einer Liste, die der Redaktion des neuen Freitag zugeführt werden soll. Ich bitte Euch mitzumachen, mitzugestalten, hier etwas zu bewegen. Zeigen wir doch mal, dass wir nicht nur meckern können. Wir können den Kopf nicht in den Sand stecken, das führt längerfristig zur Erstickung . Also: auf zum Subotnik, schreibt im neuen Blog! (Stichwort: "Kritikliste").
w.Smith schrieb am 10.02.2009 um 20:54
Hoi S.E.
Also die Hoffnung bewahre ich noch eine Weile, hab heute nochmal bisschen gelesen im Freitag, und gerade der Artikel mit dem Tribunal wäre genauso auch im alten gewesen usw...
Aber was ist Subotnik???
Und zweitens: WO IST DIE WILLKOMMENSSEITE??????? IST DA ZU VIEL KRITIK LAUT GEWORDEN ODER WAS????
Bitte um Erklärung!!!
w.Smith schrieb am 10.02.2009 um 21:04
Sorry nehm ich zurück! Hab die Seite gefunden. Sie wurde aber wohl trotzdem offensichtlich versteck! War wohl ein bisschen zu viel Kritik oder wie erklärt mir das die Freitag Redaktion????
S.E. schrieb am 10.02.2009 um 22:52
Estimado w. Smith,

ein Subotnik (russ.) ist ein unentgeltlicher Arbeitseinsatz, eine Aufopferung der eigenen Freizeit und Kraft für eine übergeordnete Instanz, ein übergeordnetes Ziel. Ich habe mich, auch jetzt wo der Willkommen-Blog in der Versenkung verschwunden ist, dafür entschieden nicht den Kopf, sondern den Strick hägen zu lassen. Sagen wir doch, was uns nicht gefällt, sehen wir doch mal, was wir wirklich ändern können (Stichwort Theorie/Praxis Partizipation) in der Entwicklung des Freitag. Also, kämpfen wir für das rote FREI, lieber w.smith. Die Liste muss lang und gut werden. Wir brauchen jede Unterstützung. Freitag o muerte!
S.E. schrieb am 12.02.2009 um 21:46
Estiamdos amigo del blog del w.smith,
es gibt einen neuen Blog zur aktuellen heute erschienen Printausgabe. Diskutiert mit! Rettet den Freitag! Freitag o muerte!
w.Smith schrieb am 13.02.2009 um 14:03
Wo ist eigentlich S.E. hin? Hat der sich hier abgemeldet? Es ist ja richtig ruhig hier geworden....
Der Freitag schrieb am 13.02.2009 um 14:30
S.E. hat uns gestern Abend mitgeteilt, dass er seine Blogbeiträge löscht und möchte, dass wir seinen Account deaktivieren. Wenn Sie auf das Profil von S.E gehen sehen Sie, dass er seine Beiträge bereits gelöscht hat. Die Kommentare sind noch vorhanden. Wir werden den Account heute Abend um 18 Uhr deaktivieren.
w.Smith schrieb am 13.02.2009 um 14:58
Ach so ok. Ja mir war aufgefallen, dass er seine Beiträge gelöscht hat.

Zwar waren seine Beiträge öfter doch schon fast polemisch, doch die Diskussion war eigentlich ganz interessant. Ich glaube er wollte einfach dafür kämpfen, dass der alte Freitag zurückkommt, während ich diesen Kampf von vorneherein als aussichtslos ansah. Der Freitag ist eben ein anderer Freitag, das habe ich doch relativ schnell eingesehen, wie sie auch in meinem neuen Blogbeitrag lesen können.
Bei meinen Verbesserungsvorschlägen, die nicht den alten Freitag zurück wollen, sondern Verbesserungsvorschläge für den neuen Freitag sein sollen, bleibe ich, diese wurden ja auch in Kommentaren unter dem Artikel"Willkommen" mehrfach von anderen wiederholt!

Vielleicht können wir ja die Diskussion darüber weiter führen, aber vielleicht in einer weniger emotional erhitzten Atmosphäre! Würde mich freuen

Grüsse
Jakob Augstein schrieb am 13.02.2009 um 18:25
Aus irgendeinem Grund kann ich meinen Kommentar nicht an Ihren letzten hängen ...
Technik ...

Also: Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir weiter über die richtige Zukunft für den Freitag diskutieren können. Gerne auch voller Leidenschaft. Aber wir sollten in der Tat einander zuhören und ernst nehmen. Das ist die Grundlage für jedes Gespräch. Auch im Netz.
Ich wäre interessiert an Ihrer Meinung zur zweiten Ausgabe. Wir suchen den richtigen Weg. Und wir sind für jeden Hinweis und Ratschlag dankbar.
w.Smith schrieb am 13.02.2009 um 20:03
Zur zweiten Ausgabe kann ich leider noch nichts sagen. Bin gerade auf Heimaturlaub (zum Lernen) im Süden Deutschlands, und die zweite Ausgabe wartet neben der neuen Diplo in meinem Briefkasten.
Dort wird sie leider wahrscheinlich bis Sonntag abend stecken. Wenn ich es schaffe, mach ich mich noch am gleichen Abend daran etwas dazu zu schreiben.
Aber wurde nach einer Ausgabe überhaupt irgendetwas bestimmtes überarbeitet? Fließen neue Ideen so schnell in den Bereich Layout o.ä. Dachte dies sei immer etwas schwieriger zu verändern?!
Jakob Augstein schrieb am 14.02.2009 um 09:54
Nein, da haben Sie natürlich Recht. Wir haben noch keine Änderungen vorgenommen. Das wäre ein bisschen zu schnell. Sie müssen es sich so vorstellen: Wir haben eine bestimmte Idee davon, wohin wir wollen. Dann setzen wir das um. Und stellen fest: Es ist noch nicht ganz so, wie wir es uns wünschen. Das gilt für die Chronik auf der Seite Zwei und für das A-Z besonders. Es handelt sich da ja um neue Formen, die wir auch erst trainieren müssen. Das finde ich nicht schlimm. Das ist immer so, wenn eine Zeitung etwas Neues probiert. Normalerweise wird darüber nur nicht geredet. Wir wollen aber unseren Lern- und Entwicklungsprozess transparent machen. (Auch das gehört zu unserem Projekt, gegen den "repressiven Mediengebrauch" vorzugehen - Sie erinnern sich? Enzensberger 1970?)
Also: Die Chronik muss eigenständiger werden. Ich finde, wir haben das in der Zweiten Nummer schon viel besser hinbekommen. Und das A-Z soll eben kein Konsum-Teil sein sondern ein Kompendium für Freitag Leser - Termine, Adresse, Neuigkeiten und auch Neuheiten.
w.Smith schrieb am 14.02.2009 um 13:54
also zum "repressiven Mediengebrauch" von Enzensberger von 1970, weiß ich trotz großem Interesse an dieser Zeit und ihren Denkern, als Jahrgang 1988 geborener leider gar nichts, aber vielleicht können sie mich ja kurz darüber aufklären.
A-Z könnte ich mir vorstellen als kleinen Kalender, in dem Termine wie der Kapitalismus Kongress von attac stehen o.ä.
Wie an anderer stelle schon geschrieben, finde ich, dass man vielleicht ingesamt über Alternativen zur Chronik nachdenken sollte, da ich die Freitagleser allgemein für politisch interessiert halte, die wissen, was unter der Woche passiert ist.
chapultepec schrieb am 13.02.2009 um 20:43
meinen Sie mit "Le Diplo" etwa Le Monde Diplomatique"?

falls ja, dann empfehle ich ihnen, dass sie mal kurz hier vorbeischauen ; )

http://www.hintergrund.de/content/category/16/41/148/
http://www.steinbergrecherche.com/lemondediplomatique.htm
w.Smith schrieb am 14.02.2009 um 00:47
Ja genau die meine ich guter chapultepec. Und genauso kenne ich auch die unter den Links verlinkten Texte, über (gewollt oder ungewollte) Falschübersetzungen bzw. darüber das manche Artikel einfach gar nicht übersetzt werden.
Zumindest, dass einige Artikel nicht übersetzt werden, finde ich dabei nicht unbedingt weltbewegend, da ich auch Ausgaben aus Bolivien bzw. Peru gelesen habe, in denen auch einfach nur einige Artikel standen die ich aus Deutschland kannte, und viele derer die in der deutschen Ausgabe dort nicht erschienen waren.
Das mit den falschen Übersetzungen ist finde ich sehr bedauerlich, was aber nichts an der Tatsache ändert das ein sehr großer Teil der Artikel ein hohes Niveau haben was die Le Monde Diplomatique immer noch zu einer der besten Zeitungen für mich macht die es hier in Deutschland gab.
cms schrieb am 15.02.2009 um 10:50
Es ist ja grade das Prinzip der Le Monde Diplomatique, dass jede "Landesredaktion" die auswahl selbst trifft und auch Texte selbst redigiert. Da ist es auch nicht unnormal, dass zwei Redaktionen, denen ein vollständiger Text vorliegt, den Schwerpunkt unterschiedlich setzen und entprechend unterschiedlich rausredigieren.
Das mit der Übersetzung ist natürlich trotzdem bedauerlich.
w.Smith schrieb am 14.02.2009 um 00:48
ich meine natürlich "gibt"!
w.Smith
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