w.Smith

Blog von w.Smith

12.11.2009 | 00:44

Universitätsbesetzungen in Deutschland und Österreich

Ich bin im Moment noch ziemlich fassungslos über unsere schöne Pressefreiheit in Deutschland. Da sind seit ca. 3 Wochen Hörsäle in allen größeren Unis Österreichs besetzt, seit der letzten Woche folgen auch die deutschen Studierenden diesem Beispiel um damit ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Allein heute gabe es in Deutschland an 8 Universitäten Besetzungen von Hörsälen, womit nun allein in Deutschland an 19 (!) Universitäten auf diese Weise protestiert wird, nicht mitgezählt die schon von der Polizei geräumten Hörsäle der Universität Marburg und Münster.

 

Und was macht die Presse, anstatt über Meinungsäußerung der Studierendenschaft zu Berichten und über Räumungen zu berichten (aktuell ist das Audimax der Humboldt-Uni von der Polizei umstellt) werden die Proteste totgeschwiegen!

 

Selbst in der liberalen bis linken Presse (JW ausgenommen) ist nichts über die legitimen Forderungen die kritische Tendenzen in unserer Gesellschaft thematisieren nichts zu lesen!

 

Das ist ein SKANDAL!

 
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Kommentare
Kinosaurus schrieb am 12.11.2009 um 01:16
Hach, bild dir dahingehend nichts zur deutschen Presse ein: die österreichische ist da nicht weniger schweigsam unterwegs - teilweise gar dezidiert dagegegen, und das sogar höchstgradig unreflektiert, heischerisch. Wie titelte die "Kronenzeitung" nicht unlängst bzgl. der etliche tausend Menschen umfassenden Demo "treffend": "Chaos auf Wiens Straßen"; Vandalismus hier, gegen den guten Volksgeist da. Zu allen Teilen auf übelste Weise konservativ, ja hetzerisch. Und das Tragische: halb Österreich liest diesen Schund und ein Großteil glaubt dem ungeschränkt.
Wenige "Holzmedien" berichten positiv, bzw. zumindest kritisch, allen voran "Der Falter" und "Der Standard". Irgendwie weiß ich, warum ich bewusst seit Jahren nur diese Blätter in die Hand nehme.
Liberal Roadrunner schrieb am 12.11.2009 um 05:23
Gestern waren an unserer Uni Besetzer aus Österreich zu Gast und von denen habe ich etwas fast komplett anderes berichtet bekommen.

Zum Blog:
Ich bin genauso fassungslos...unglaublich, dass nichts...wirklich gar nichts davon berichtet wird.

Aber wir machen es trotzdem! Es muss immer weiter gehen..irgendwann können sie nicht mehr wegschauen!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 12.11.2009 um 08:21
Ich war letztes WE in Wien, spontane Kurzreise mit Theaterbesuch und Attwenger-Konzert. Ich hab von den Protesten erst durch eine Zwischendurch-Ansage des Schlagzeugers von Attwenger gehört, die am Vorabend vor protestierenden Studenten gespielt hatten. Das sagt alles.
Wiedehopfin schrieb am 12.11.2009 um 10:17
Hallo Herr Smith,

obwohl ich nicht viel fernsehe, habe ich kürzlich eine ausführliche Berichterstatttung über die Studentenproteste in Österreich im TV gesehen.

Und habe mich gefragt: wo bleiben die Proteste aus Deutschland? Die Studentenbewegung war schon immer stark und laut und das ist unterstützenswert.
Sie haben recht, auch die Medien sollten mehr darüber berichten.

Schon lange beschäftigen mich die hohen Studiengebühren, das wird meine Kinder eines Tages betreffen.

Ich finde, das Studium zu finanzieren, ist sowieso schon schwer genug, da sollten - außer den Einschreibegebühren - keine weiteren Kosten von den Studierenden gefordert werden.

Woher soll der jobbende Durchschnittsstudent die 500 Euro halbjährlich hernehmen, es sei denn er wohnt noch bei Muttig und lebt zufällig in Berlin.

Viele Grüße
W. aus B.
Jakob Augstein schrieb am 12.11.2009 um 10:40
Hallo w.Smith,
lange nichts gehört.

Was Ihren Blog angeht - da haben Sie Recht. Wir selber haben bislang auch nichts dazu gemacht. Leider.
Unser Blogger Michael Preiner hat aber dazuu geschrieben:

www.freitag.de/community/blogs/michael-preiner/jetzt-brennt-auch-in-deutschland-die-uni/?searchterm=studenten

Ihr JA
Ehemaliger Nutzer schrieb am 12.11.2009 um 13:06
"Die Medien" entscheiden bei der Ware Nachricht nach der Bedeutung die sie aus dem von ihnen geschaffenen Realitäts-Monopol ableiten. Da ist kein Bedarf an trouble-machern! Ausserdem sitzen heute viele 68-ziger in den Regierungen und traditionellen Medien, logisch das die aus Erfahrung Demonstrationen an Unis scheuen. Die gewollte Nicht-Beachtung hat aber vor allem einen weiteren Grund und um jeder Illusion hier zuvor zu kommen, die Ignoranz wird erfolgreich sein, weil in den vergangenen 10 Jahren die Eigentümerelite der Medien sich nicht nur global weiter konzentrierte und zentralisierte (Murdoch & Consorten), sondern immer mehr mit den Eigentümern anderer wichtiger industrieller Komplexe identisch wird. Also ist es doch vollkommen logisch wenn die Medien, einschliesslich der "neuen Medien" der totalen Subordination unter macht- und wirtschaftspolitische Interessen erliegen, und dies immer perfekter!
Bevor der Bär tanzt wird alles mit Versprechungen von den Regierungen PR wirksam vernebelt.
w.Smith schrieb am 12.11.2009 um 17:41
Hallo ihr,
schön dass der Eintrag etwas Beachtung bekommen hat! Hatten gestern bei uns im StuPa eine ordentliche Diskussion über das Thema woraufhin eine Solidaritätserklärung veröffentlicht wurde. Leider ist der große Teil der Studierenden nicht groß politisiert (eben eine kleine TU hier)...aber wenigstens konnten wir einen kleinen Teil beitragen.
Mich wundert es einfach wie das ganze Thema so totgeschwiegen werden kann. Da kracht es endlich mal an den Unis und es wird nicht nur über Forderungen bezüglich der Unis diskutiert sondern die gesamte Ausrichtung des Bildungssystems und der Gesellschaft und niemand greift das auf...ist das schon vorauseilender Gehorsam Schwarz-Gelb gegenüber?

Aber schön zu sehen, dass mein Weckruf zumindest hier im Freitag schon Wirkung zeigt!

@Wiedehopfin: nicht nur dass es eine zusätzliche Belastung der Studierenden ist!! Nein hier bei uns an der Uni gibt es schlicht keine wirkliche Möglichkeit das Geld zu verwenden, da es unsere größten Probleme die Organisation und zu wenige Räume sind!
Auf die Spitze getrieben wird das nur noch dadurch das ein neues Gebäude unserer Uni mit 5 Mio. Euro Studiengebühren mitfinanziert wird!!

@JA: Ja leider war ich in letzter Zeit nicht sehr aktiv hier auf der Seite. Erst war im Sommer Klausuren Zeit, danach war endlich auch noch Urlaub angesagt und seitdem ich wieder hier im Nordem bin gibts viel zu organisieren.
Sie kennen mich ja als Kritiker und Skeptiker. Und der bleibe ich auch, werde den Freitag weiterhin beobachten und lesen! Was mir in letzter Zeit fehlt sind die anfang des Jahren ziemlich guten Artikel in der Rubrik "Positionen".
Ansonsten kann ich sagen, dass bis auf einige Porträts sich meines Erachtens nach der Alltag in eine gute Richtung entwickelt!
Im Politikteil würde ich mir insgesamt wieder mehr knackige kritische Artikel über die dann richtig sich auch mal gefetzt werden kann. Das heißt nicht dass ich rechtere Artikel will, eher aus der anderen Richtung sollten diese denke ich kommen!
I.D.A. Liszt schrieb am 13.11.2009 um 00:32
Nun, heute wurden in den Radionachrichten wenigstens schon mal zaghaft die Protestaktionen der Studenten an einigen Hochschulen in NRW erwähnt.
w.Smith
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