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"Mit Facebook & Körnerbrot mehr Deutsche aus den USA zum Wählen bringen."
Arne Jungjohann (Bündnis 90/Die Grünen)
So ähnlich muss sich Columbus gefühlt haben: Irgendwo im Westen liegt das Ziel, das auf keiner Karte verzeichnet ist. Wo er Indien gesucht hat, geht es bei uns Grünen in Washington DC um deutsche Wähler, die irgendwo im Nirgendwo des Wilden Westens verstreut leben. Was wir wissen: 5.100 der Deutschen waren es bei der letzten Bundestagswahl, die ihre Stimme per Brief aus den USA ins alte Europa schickten.
Aber wo genau und wie viele Wahlberechtigte leben in den USA? Dass das niemand so recht weiß, macht unseren Wahlkampf ein Stück weit zu einem Abenteuer. Wir sind der erste Ortsverein einer deutschen Partei im Land von Abraham Lincoln und Barack Obama. Bei gutem Ausgang des Experiments wählen am 27. September mindestens 10.000 Deutsche aus den USA per Brief.
Unsere Wahlkampf-Crew ist genauso verstreut, wie die Menschen in diesem Land, das 27-mal so groß wie die Bundesrepublik ist. Wir campaignen nicht nur aus Washington, sondern haben weitere Wahlvorpsten in London (Stefan), in Frankfurt am Main (Thomas) und natürlich Berlin. Dort in Friedrichshain ist Johannes, unser erster Mann im www-Wahlkampf, rund um die Uhr am Laptop im Einsatz. Web 2.0 und Social Utility Tools machen es möglich: Nur so kann ein kleiner Ortsverband eine US-weite Kampagne organisieren – ohne von Martha’s Vineyard bis Texas, von Washington bis L.A. mit Kleister und Plakaten im Strassenwahlkampf unterwegs zu sein. Mittlerweile hat die Presse das Thema Briefwahl aus dem Ausland verstärkt aufgegriffen. So ruft die Atlantic Times in ihrer aktuellen Ausgabe auf: „Go to the polls!“
Bis es dahin kommt, liegt noch viel Arbeit vor uns – verglichen mit Bedingungen früherer Weltentdecker wohl kaum der Rede wert. Wo Columbus gegen Winde kämpfte, liegt heute das Transatlantikkabel, das Wähler und Wahlkämpfer in Berlin und Washington und den Rest miteinander verbindet. Jetzt aber schnell zurück an den Schreibtisch, Computer an und in die Skype-Konferenz mit Friedrichshain einloggen. Abgleichen, welche Facebook-Seiten bespielt und Twitter-Halbsätze bis hinter die Freiheitsstatue gefunkt wurden, Fragen aus Dresden und Miami zum Thema Briefwahl beantworten, HTML-Codes optimiern, Videos verlinken und vor allem unzählige E-Mails beantworten. Schliesslich läuft der erste Countdown zur Bundestagswahl nur noch 3 Tage: dann müssen alle in den USA lebenden deutschen Wähler sich im Verzeichnis des Bundeswahlleiters registriert haben. Los geht’s!
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soll wohl ne weiterführung dieses beitrags sein
www.freitag.de/community/blogs/wahlkaempfer-auf-achse/wahlkampf-in-washington-dc--koernerbrot-und-facebook/?searchterm=Arne+Jungjohann und liest sich immer noch so, als ob ihr da am anfang steht. ^^ mfg mh |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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