
"Es ist eine richtig gute Idee, Politik mit zu gestalten - und es kann sogar Spaß machen!"
Nadja Shafik (Bündnis '90/Die Grünen)
Nur ganz kurz zwei Szenen aus meinem Mütter-Alltag: eine große Gruppe von Schulfreunden und -freundinnen meines 18-jährigen Sohnes steht zusammen. Ich komme dazu und frage im Verlaufe des Gesprächs, ob denn alle auch zur Bundestagswahl wählen gehen. „Nöö.“ „Sowieso blöd.“ „Kommt aufs Wetter an.“ „Wann ist die denn?“ Daraufhin biete ich an, ein wenig von den Ideen der GRÜNEN zu erzählen, weil ich gerade für sie Wahlkampf mache. Keine Reaktion. Dann ein erstes „Ach, nöö.“
Mir schlägt geballte Langeweile und Desinteresse entgegen. Immerhin legt mir schließlich – eine kleine motivierende Rede zur Wahl zu gehen konnte ich mir dann doch nicht verkneifen – ein Freund meines Sohnes die Hand auf den Arm und sagt tröstend: „Keine Sorge, ich wähle auf jeden Fall – auch grün! Die anderen hier können Sie sowieso vergessen.“
Zwei Tage später stehe ich im Schulbus meines 11-jährigen Sohnes. 6 Paar neugierige Kinderaugen starren mich an. „Sie sind die Mutter vom Milo, nicht?“ „Ja, die bin ich.“ „Sie sind Politikerin, bei den GRÜNEN, oder?“ „Naja, ich mache gerade Wahlkampf für die GRÜNEN.“ „Cool!“ kommt es da wie aus einem Munde und dann werde ich mit Fragen gelöchert. Wow! Irgendwie muss es doch hinzukriegen sein, dass in der Zeit zwischen 11 und 18 Jahren bei Kindern das Interesse an Politik nicht völlig abnimmt.
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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