Peter Ehrlich hat anlässlich der Landtagswahlen in der FTD kommentiert, die Wähler seien nicht mehr unter dem Dach einer großen Volkspartei zu versammeln. Und in der Tat können die Grünen, Die Linke und die FDP längst in früheren SPD- und CDU-Revieren fischen. Beflügelt vom Wahlerfolg in Sachsen tönte FDP-Landeschef Zastrow gar, wenn die SPD eine Volkspartei sei, "dann ist es die FDP erst recht“. Noch vor Monaten hätte er Spott geerntet, heute nicht.
In der letzten Woche wurde auf der Wahlkampfarena ausgiebig über die Frage debattiert, ob Volksparteien überhaupt noch zeitgemäß sind. Das Ergebnis ist dabei relativ ausgeglichen.So halten aktuell 56% der Debattenteilnehmer Volksparteien für nicht mehr zeitgemäß. Ein wesentlicher Argumentationspunkt war dabei die Infragestellung des Volksbegriffes. Auf der anderen Seite, also bei jenen die Volksparteien noch für zeitgemäß erachten, waren die Argumente differenzierter. So beanspruchten A.Kauz (Die Linke) und Herrmann Off (Bündnis 90/Die Grünen) den Volksparteibegriff für ihre Parteien. Durchdacht im Sinne einer Volkspartei wurde auch der parteiliche Zusammenschluss der großen Koalition zur CSPD.
Das Wordle als gewichtete Abbildung der Antworten nach Stimmen fällt diesmal etwas weniger aufschlussreich aus. Sehenswert ist es trotzdem:

Ausgabe 07/12
16.02.2012
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