In der vergangenen Woche hat sich die Freitag.de-Community die Fingerkuppen wund diskutiert über die Freitagsfrage der Woche, dieses Mal gestellt von der Mädchenmannschaft:
"Für mehr Gleichstellung: Muss eine neue Regierung nicht endlich eine verbindliche Frauenquote für Aufsichtsräte einführen" oder verkürzt: "Brauchen wir eine Frauenquote in der Wirtschaft?"
Das vorläufige Endergebnis (schließlich soll weiter diskutiert werden!): 54 Prozent Contra und 46 Prozent Pro. So knapp war es in der WKA (Wahlkampfarena) noch nie. Lediglich die fünfte Freitagsfrage der Woche - "Signal aus Europa: Drohen uns vier weitere Jahre große Koalition?" - endete mit 57 zu 43 Prozent ähnlich knapp. So kontrovers wie die Frage der Mädchenmannschaft war sie aber lange nicht. Woran lag es also, dass es diese Woche so hoch her ging? Ein Blick auf unser Wordle zeigt's:

Frauen! Ok, um die geht es häufig. Nicht nur unter Männern ein beliebtes Gesprächsthema. Weiter? Quote! Oh, da stellen sich schon bei manchem die Rück... ähm Nackenhaare auf. Frauen und Quote, da müffelt etwas nach Ungerechtigkeit und Diskriminierung. In der Wirtschaft, in den Aufsichtsräten? Das stinkt endgültig und zwar nach Kommunismus. Also wird die Keule (Mannsbild) respektive der Giftpfeil (Amazonen) ausgepackt und aufeinander drauf gehauen.
Naja, das ist vielleicht etwas übertrieben - und ungerecht. Schließlich war die Diskussion weitestgehend sachlich. Außerdem lässt sich über dieses Thema trefflich debattieren. Warum brauchen wir eine Quote? Wollen wir überhaupt Quoten? Sind Frauen heutzutage wirklich benachteiligt? Warum sind so wenige Frauen in Führungspositionen? Wie kann das geändert werden? Oder muss das überhaupt geändert werden? Schließlich ist die Wirtschaft frei und das ist auch gut so.
Dennoch entspricht diese Überzeichnung ganz gut der Art, wie mitunter gestritten wurde. Spätestens bei der Frage, ob Frauen oder Männer die besseren Manager sind oder der Feststellung, dass Frauen falsch studieren würden, hörte die Sachlichkeit auf und kam der Griff nach der Keule oder den Giftpfeilen.
Auffällig auch, dass die Vertreter der Pro-Frauenquote-Seite innerhalb von kürzester Zeit mit Kommentaren überzogen wurde, während die Kontraseite in dieser Hinsicht sträflicht vernachlässigt wurde. Warum dem so war, kann ich leider nicht beantworten.
Wir, also das Freitag.de-Community-Team, haben uns sehr über diese feurige, interessante und kontroverse Diskussion gefreut. Vielen Dank an alle Diskutanten. Weiter so! Nicht vergessen: Wir haben wieder eine neue Freitagsfrage der Woche mit ordentlich Streitpotential. Braucht Deutschland bundesweite Volksentscheide? Los geht das!
Gefreut haben wir uns außerdem über den Einsatz von spb und Katrin Rönicke, die ihre Statements in der WKA durch einen Blogbeitrag bzw. einen Artikel ergänzt haben. Sehr vorbildlich, so soll das sein!
Herzliche Grüße,
Janusz für das Freitag.de-Community-Team
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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