Mit der "Kaperung der Reichstagsgewässer" hat die Piratenpartei am Wochenende ihren Wahlkampf eröffnet. Die Fahnen gehisst, kreuzte ihr kleines, wendiges Schnellboot zwischen Museumsinsel und Reichstag auf der Spree. Die Freibeuter selbst verlasen, dank des Megafons gut verständlich, von Deck aus Passagen des Grundgesetzes. "Nur für den Fall, dass die Piratenpartei bei der Bundestagswahl weniger als die absolute Mehrheit erhalten sollte, möchten wir auch die Politiker anderer Parteien daran erinnern, was da drin steht", erklärte Florian Bischof, Spitzenkandidat der Landesliste Berlin, die Aktion. Sven hat für die Wahlkampfarena die Presseaktion der Piratenpartei fotografisch festgehalten und über Twitter begleitet.

Das Piratenschiff erinnerte eher an die Boote, der verzweifelten Piratenbanden an der somalischen Küste, als an die verklärten Schiffe der Freibeuter in der Karibik.
Im Gespräch mit Florian Bischof und anderen Piraten wurde deutlich, dass ein erfolgreiches Abschneiden bei der Bundestagswahl davon abhängt, ob sie es schaffen, ihre Inhalte jenseits des Netzes bekannt zu machen. Die Tatsache, dass die politischen Newcomer die Komplexität ihrer Themen nicht leugnen, beispielsweise in Bezug auf alternative Verwertungsformen und Entlohnung von Kulturschaffenden, hebt sie von anderen Parteien ab und macht sie sympathisch. Allerdings wird darin wohl auch eine entscheidende Herausforderung für die Inhaltvermittlung jenseits des Netzes liegen.

Gehisste Fahnen auf wilder Spree: Florian Bischof und seine Crew.
Mehr Fotos www.flickr.com/photos/cbmd/sets/72157621984914172/
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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