Letzte Woche fragte Friedland in der Wahlkampfarena etwas ironisierend: Wäre Rot-Rot-Grün so schlimm für Deutschland? Als vorläufiges Ergebnis lässt sich festhalten, dass Dreiviertel also 75% der Freitagscommunity Rot-Rot-Grün für nicht so schlimm hält, während das restliche Viertel eine solche Koalition nicht nur für "so schlimm" sondern sogar für eine "Katastrophe" halten. Interessant ist hierbei, dass Teilnehmer ohne Parteiangeben zu 54,5% auf Contra-Seite vertreten sind, während diese Gruppe auf Pro-Seite nur 18,8% darstellen.
Wie zu erwarten war, bleibt die Frage besonders bei Anhängern der SPD ein Tabu. In einem Todstellreflex befangen, gaben lediglich einige wenige SPD-Anhänger schüchtern und anonym ihre Pro-Stimme für eine Rot-Rot-Grüne-Koalition ab. Ebenfalls zu erwarten war die energische Warnung der selbsternannt "bürgerlichen Parteien" vor einem radikalen Linksruck, mit katastrophalen Auswirkungen. Für einige ist die Linkspartei eben immer noch die SED-Nachfolgepartei, Punkt. Für andere wie Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender von CDU/CSU im Bundestag, besteht die Gefahr in den utopischen Vorderungen und der resultierenden Verschuldung:
"Die Offenheit der SPD für rot-rot-grüne Bündnisse auf Landesebene zeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch die Bundes-SPD mit den Linken gemeinsame Sache macht. Das hätte dramatische Folgen für unser Land. Denn würde die Linke ihre utopischen Forderungen nach nicht mehr finanzierbaren Sozialleistungen ("Reichtum für alle") mit in die Regierung bringen, käme Deutschland aus dem Schuldenberg nicht mehr heraus. Wir als Union wollen aber keine neuen Schulden, sondern setzen dagegen auf Wirtschaftswachstum, damit bestehende Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden. Was Deutschland jetzt braucht, ist Stabilität - ein Dreierbündnis droht jedoch, auseinanderzubrechen. Ich bin fest davon überzeugt: Nur eine Koalition von Union und FDP ist in der nächsten Wahlperiode wirklich stabil und führt unser Land sicher aus der Krise."
Die Contra-Seite verweist hingegen auf die pragmatische Politik der Linkspartei in den Ländern. "Das in weiten Teilen versemmelte rot-grüne Projekt hätte auf verbreiterter Basis eine 2. Chance" so SBenn von der Linken. Die Antwort mit den meisten Stimmen geht an Spiegelfechter, der eine Rot-Rot-Grüne-Regierung mit der sozialliberalen Koalition der 70iger Jahre vergleicht und eine Prognose für 2013 auspricht.
Hier ein nach Stimmen gewichtetes Wordle zur Debatte:

Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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