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„Können Sie Kanzler?“ Nach Superstar und Supermodel sucht Deutschland nun den Superkanzler – und wider Erwarten ist es nicht RTL, das die primitive Superfrage stellt, sondern das ZDF. Um die Jugend für Politik zu begeistern, versuchen sich die Öffentlich Rechtlichen nach der seichten (Hessen-)„Wahl im Web“-Begleitung durch Markus Kafka nun an der Adaption des kanadischen Politik light-Formats "Canada`s Next Great Prime Minister".

Fast wie eine Persiflage auf das inzestuöse Verhältnis von Politik und Medien erscheint die neue Talentshow des ZDF. Worin sich der Kanzler der Zukunft auszeichnen muss: „Mit einer guten Idee und Engagement können Sie es in die Live-Show schaffen.“ Mit Kreativität, Charisma, Humor und Schlagfertigkeit solle sich der optimale Kandidat dann noch durchs Finale am 19. Juni manövrieren. Im Bewerbervideo turnt Moderator Ralf Schmitz ("I want you!") gestikulierend über den Bildschirm - und erinnert an schlechte Comedy.
Mit der Politikvermittlung durch Konkretisierung mag das ZDF zwar einen richtigen Ansatz verfolgen - der Entertainmentcharakter entzieht dem Vorhaben jedoch jeglichen Gehalt. Dass das ZDF damit den Geist der Zeit verfehlt, kann man ihm (leider) diesmal nicht vorwerfen.
Nachtrag
Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF, bemüht sich im Interview mit Politik Digital, die neue Talentshow als seriöses Format zu positionieren - wenn es so wäre (wünschenswert!), bliebe immer noch eine klaffende Schere zwischen Vorankündigungsvideo/Tonalität und dem letztendlichen Ergebnis.
Zumindest dient der Gewinn letzten Endes der Bildung: Während der kanadische Sieger mit 50.000 Dollar in Cash nachhause spaziert, erhält der deutsche Nachwuchskanzler ein Monatsgehalt (21.792 Euro) - dies jedoch nicht in bar, sondern, so Brender, als Guthaben für individuelle Projekte wie Bildungsreisen oder Weiterbildung.
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Ist es nur bei mir so oder verhagelt das Bild allgemein das Design?
Firefox/3.0.6 Und kann man Blog - Artikel nicht demnächst direkt auf der Startseite verlinken? Die Zwischenseite ist ziemlich unnötig. |
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Ja, das ist so! Habe jetzt ein Thumbnail eingeladen - das ist zwar extrem klein, aber es sprengt zumindest nicht das gesamte Layout..
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Auch wenn man zuerst den Kopf über die Idee schütteln mag: Es ist doch erfrischend ehrlich, endlich mal ganz direkt gesagt zu bekommen, dass für eine Politkarriere ein hübsches Bild vor der Kamera und Unterhaltungsfaktor die entscheidenden Kriterien sind.
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Ich bin gespannt wie das ZDF die Show aufzieht. Vermutlich nicht so, dass die Inszenierung den Zuschauern nahe gelegt, hier ginge es um die Vergabe eines politischen Amtes.
Ich finde es zunächst eine gute Idee, junge Menschen für eine politische Karriere zu begeistern, da es nicht in alle Orten aktive Ortvereine eines breiten Parteienspektrums gibt und auch kein politisches Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche. Wenn man das noch mit der Erfahrung von Kanzlern und anderen Politikern abrundet, wäre dies vielleicht auch ein schöner Einstieg in die politische Persönlichkeit bevor man jede einzelne Biographie liest.
Eine mutige Aktion vom ZDF, denn wie üblich wird es von Seiten aller anderen Medien wohl kaum mehr als vernichtende Kritik regnen. Wenn bei der Sendung tatsächlich etwas niveauvolles herauskommt, wäre das wohl die erste Fernsehüberraschung des Jahres.
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Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Format halten soll. Auf der einen Seite ist es gut, junge Menschen zur Beteiligung an Demokratie zu ermutigen und auch auf ungewöhnlichen medialen Wegen politische Bildung zu vermitteln. Aber was für ein Bild von Demokratie und Politik steckt hinter diesem Format? Mir drängt sich der Eindruck auf, dass Kanzler und Politiker als geeigneter Beruf zur Befriedigung eigener Geltungs- und Publizitätsbedürfnisse dargestellt wird. Ist doch prima, jeden Tag sein Gesicht in der Zeitung zu sehen, zu tollen Veranstaltungen eingeladen zu werden und so etwas wie Macht ausüben zu können. Kanzler ist fast so gut wie Popstar, bringt es doch annähernd die gleichen - im Vorsatz beschriebenen - Vorteile mit sich.
Diese Motive eines politischen Engagements sind mir jedoch suspekt. Mir wäre bange um eine Demokratie, in der die breite Masse der wichtigsten Akteure primär an einem Leben als Promi interessiert sind. Ich bin nicht Idealist genug zu meinen, dass politisches Engagement allein altruistischen Motiven unterliegt. Eine überbordende Dominanz von Karriereerwägungen als zentrale Triebfeder demokratischer Beteiligung hielte ich dann aber doch für extrem schädlich. Die Regelung öffentlicher Angelegenheiten und die Gestaltung der Gesellschaft würde so noch stärker zur Beute von egozentrischen Karrieristen werden. Auf Dauer hält das keine Demokratie aus.
Ich möchte dem ZDF nicht unterstellen, dass mit dem Format derartige Effekte erzielt werden sollen. Meine Sorge ist jedoch, dass diese Sendung dazu beiträgt, dass die ungute Schwemme an Karrieristen in allen Parteien weiter zunimmt. Schon heute geben bei internen Befragungen über 80 Prozent der Neumitglieder der SPD an, dass ihre zentrale Motivation für den Parteieintritt die Verbesserung der eigenen Karriere- und Berufsaussichten ist.
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... gibt es auf Dauer nicht eine unkomplizierte Methode, um Bilder einzufügen? Wer im Umgang mit html nicht ganz so geübt ist, verliert spätestens nach einer halben Stunde hin und her die Lust, Bilder in einen Blogbeitrag einzufügen, wenn nicht sogar Blogbeiträge zu produzieren.
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Ich hab vorhin eine Mail an support geschickt, ob die nicht das Editieren in Wiki-Syntax einbauen könnten, denn das wäre leichter und übersichtlicher. Vielleicht lassen die sich ja überzeugen. Der Editor ist wirklich abschreckend.
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Jetzt wir auch ein Kanzler bzw. Kanzlerin gecastet. Ich bin dann mal gespannt wie die Show aufgebaut wird.
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Die Show betreuen werden übrigens Genscher, Jauch und Engelke. Dazu haben die Medienpiraten einen schönen Kommentar geschrieben Das ZDF kann Kanzler (aber nicht Internet). Lesenswert.
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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