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Ich habe bereits unter Stoppt-Merkel meinen Beitrag zu dem gestrigen Auftritt von Frau Merkel im ZDF bei Frau Illner geschrieben.
Heute fiel ich dann über den Kommentar im Tagesspiegel-Online von Matthias Kalle.
Mit der Überschrift "Die Schwimmstunde" wird nach meiner Meinung klar verdeutlicht, wohin (auch und gerade) der journalistische Zeitgeit sich bewegt.
Dem Kommentar ist eigentlich nichts hinzuzufügen...
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Dem Beitrag von Matthias Kalle ist reichlich was hinzuzufügen:
Ich fand den das sehr heuchlerisch und verlogen. Wenn man schon zum Schlag gegen Illner ausholt, warum holt man dann nicht noch weiter aus? Der Abgang aller Politik aus diesen Talkshows hat mit Sabine Christiansen begonnen und ihrem medialen Hinterland. Und das – ausreichend bereits analysiert – war auch politisch genau so gewollt. Die Christiansen Sendung damals war extra, damit man einseitig bei der Einladung von Gästen hantieren konnte, als Unterhaltungssendung deklariert. So und nun kommen Will und jetzt Illner. Die sind restlos unpolitisch geworden – auch aus Anpassung an die anderen Piranhas im Medienbecken. Politisch sein ist – pfui, überhaupt nicht mehr gefragt. Weiß man doch. Und dann kommt der übliche Tiefschlag: Der Kommentator beklagt, dass die beiden Damen sich nicht – auf einer gemeinsamen Erfahrung basierend – politisch über die Gegenwart austauschen. Zitat Kalle: "Wen interessiert eigentlich was? Da sitzen zwei Frauen, die bis zur Wende in der DDR gelebt haben. Maybrit Illner studierte Journalistik in Leipzig und war Mitglied der SED, Angela Merkel sagt, so eine Krise habe die Bundesrepublik in 60 Jahren nicht erlebt – möglicherweise wäre es spannend geworden, wenn Merkel nicht eine Stunde lang ohne Widerspruch und intelligente Zwischenfragen über Opel, Arcandor und Banken gesprochen hätte, sondern wenn sich die beiden über die Stasi und die SED und über Kurras und West-Berlin 1967 unterhalten hätten." Zitatende Das wäre überhaupt nicht interessant geworden, weil die Definitionsmacht über diese Art von Aufarbeitung gänzlich im westlichen Teil der medialen Meinungsbildung liegt. Die beiden Damen werden sich zu Recht hüten, Leuten zu widersprechen, die die Sicht auf diese historischen Ereignisse längst eingeebnet und festgelegt haben. Überhaupt ist diese Art von Nachfrage, wie sie Herr Kalle praktiziert, eine nicht mal subtile Häme, sondern reichlich plump, finde ich. Merkel zu stoppen ist sicherlich ein Ziel, aufs „Innigste zu wünschen“, aber Häme, Verweise auf ostdeutsche Identitäten und ähnlichen Mätzchen sind plumpe und primitive Waffen. |
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Zum Teil muss ich Dir zustimmen. Aber auch nur zum Teil. Klar ist, dass der politische Journalismus im TV weitestgehend tot ist.
Das sich in diesem Falle zwei Frauen mit einer ostdeutschen Biofgrafie gegenübersitzen erklärt aber doch einiges - zumindest was den Spannungsbogen zu biografischen Fragen angeht. Das wäre ja auch (fast) alles egal, wenn sich die Kanzlerin in Persona und Ihre Partei ohnehin, nicht stets und ständig über die moralischen Bedenken von Menschen aus der Linkspartei und/oder deren Geschichte ergiessen würde. Wer hat denn tausende Menschen aus der Block-CDU geschluckt?! Auch das ist Aufarbeitung! Meinentwegen medial/westlich. Wir haben sicher im Westen keinen Anlass den moralishen Zeigefinger zu heben. Aber für mich ist die Position der Illner inhabil. Ist ja auch egal. Fakt ist aber, dass diese Sendung reine Zeitverschwendung war. Nicht für das tEAM Deutschland. Aber es fehlte wirklich nur noch die Frage: Sehr geehrte Kanzlerin, verbringen Sie Ihrern Sommerurlaub auch wieder in der Sauna, wie am Tage der Vereinigung...;-) Mertes lässt grüssen... |
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Es gibt für das alles ein Begriff: Infotainment. Es geht also nicht um Information vorrangig, sondern um brabbelnde Umterhaltung mit (vermeintlichen) Infosätzen. Was soll also die völlig abwegige Erwartungshaltung im Sinne und der Suche nach Information und Hintergründen? Wenn also etwas absurd ist, dann ist es das.
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Mit der Merkel blamiert sich dieses Land: Seit 2005 täuscht die Merkel darüber hinweg, dass die Verletzung von Bürgerrechten schwerster Art - tagtäglich - unverändert fortgesetzt wird. Dazu kommt, dass die Merkel die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher deckt, damit diese die Bürger- und Menschenrechtsverletzungen weiterhin ungestört fortsetzen können. Schlimmer noch: Die Situation der Menschenrechte hat sich seit ihrem Amtsantritt drastisch verschlechtert. Und die Merkel lacht darüber.
Auf seinem Besuch teilte Barack Obama in diplomatischer Zurückhaltung mit, dass die Missachtung von Menschenrechten in Deutschland ein unerträgliches Ausmass angenommen hat. Seine Ansprache enthielt die kaum noch verhüllte Aufforderung an Merkel, die Bürger- und Menschenrechtsverletzungen schwerster Art sofort einzustellen. Und die Merkel lacht darüber. In einem Klima von Angst und Einschüchterung wagen es deutsche Journalisten nicht, offensichtliche Bürger- und Menschenrechtsverletzungen schwerster Art anzusprechen oder die dafür verantwortlichen Straftäter zu benennen. Die mediale Berichterstattung deutscher Zeitungen ist bezeichnend für den Zustand in diesem Land. Bei dieser kritiklose Haltung ist es nicht verwunderlich, dass die Merkel - mittlerweile seit 4 Jahren im Amt - mit keinem Wort auf die Kritik von Barack Obama an den fortgesetzten Bürger- und Menschenrechtsverletzungen schwerster Art in Deutschland angesprochen wurde. Hier herrschen Verhältnisse wie in einem Unrechtsstaat. |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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