Waldkönigin

Blog von Waldkönigin

14.02.2011 | 18:22

Jetzt geht es wieder los......

Kaum flattert am Jahresanfang die obligatorische Strompreiserhöhung ins Haus, stehen sie wieder auf der Matte: die „Energieberater“.

In Anführungszeichen deshalb, weil das keine wirklichen Berater im eigentlichen Sinne sind. Sie kommen eigentlich nur deshalb, um ihre eigenen Produkte an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen.

Es gibt in Deutschland 4 große Energiekonzerne neben etlichen kleinen grünen Anbietern, die aber nicht wirklich ins Gewicht fallen wenn es ums große Geschäftemachen geht. Diese 4 Hauptanbieter erhöhen mit schöner Regelmäßigkeit die Preise. Trotz gesunkener Beschaffungskosten wird weiter erhöht… 

Nun stand also vorhin an meiner Wohnungstür eine Frau, die mich davon überzeugen wollte meinen Stromanbieter zu wechseln. Ob ich denn nicht weniger zahlen wolle, fragte sie mich. Ich antwortete, dass das schon nicht schlecht wäre, aber im Hinterkopf dachte ich noch was anderes. Nämlich, dass mir diese Frau nicht garantieren könne, dass mein Geld am Ende nicht doch wieder bei EON landet.

Ich habe die Dame also abschlägig beschieden. Sie war zwar etwas patzig im Nachhinein, aber das ist ja schließlich mein Geld…

Nun werfen sich zwei Fragen auf:

1. Sind die Strompreise zum unaufhaltsamen Aufstieg verdammt?

2. Sind solche „Drückerkolonnen“ (und nichts anderes war das ) gefährlich ?

Meine Gedanken dazu sind folgende:

zu 1. Waum eigentlich? Was sollte zum Beispiel der Schwachsinn mit der Laufzeitverlängerung für uralte Atomkraftwerke? Wir haben hier in unserer Ecke des Landes Wasserkraftwerke, welche  (Achtung: Hörensagen) nicht mit voller Kraft laufen. Was ist gegen Wasserkraft einzuwenden, dass man diese natürliche Ressource nicht voll nutzt? Sonne, Wind, Wasser: Das alles steht zur Verfügüng. Man muss es nur nutzen. Deutschland nennt sich ein Hochtechnologieland. Da sollte es doch möglich sein, alte, marode Kernkraftwerke stillzulegen und stattdessen auf erneuerbare Energiequellen zurückzugreifen.

Aber dann verdienen sich ja die Energiekonzerne nicht mehr dumm und dämlich, sondern nur noch dumm. Dann müsste man ja mal was investieren. Und Investitionen haben nun mal die Eigenschaft, dass sie kurzfristig den Reingewinn schmälern. Auf lange Sicht jedoch gewinnen alle. In erster Linie die Natur; dann werden durch Investitionen auch Arbeitsplätze gesichert und im Idealfall sogar geschaffen. Langfristig gewinnt sogar die Wirtschaft durch die Innovationen. Neue Technologien eröffnen neue, weiterführende Möglichkeiten. Da sollte man mal drüber nachdenken.

zu 2. Das mit den Drückerkolonnen  kann schon zur Gefahr werden, und zwar für manche Senioren, die nicht wissen, wie man sich zu verhalten hat. Diese „Vertreter“ geben sich recht offiziell. Mit Firmenlogo auf der Jacke und allem. Unerfahrenen kann das zum Verhängnis werden. Die Sprüche mit denen man zugetextet wird tragen auch noch ihr Scherflein dazu bei. Das hat dann so einen hochoffiziellen Charakter, dass manch einer sich nicht traut, diesen Leuten einfach die Tür vor der Nase zuzumachen.

Ich bin (relativ) jung und traue mir durchaus eine handfeste Gegenwehr zu. Aber bei uns im Haus wohnen auch mehrere alte Damen, um die ich mir dann schon Sorgen mache.

*

Fazit: Die Auswüchse hierzulande nehmen manch bizarre Form an. Die Wirtschaft scheint nur noch eins zu kennen: Geld verdienen um jeden Preis. Die Umwelt ist dabei vollkommen egal. Hauptsache die Knete auf dem Konto stimmt..

hier zuerst veröffentlicht

(Ich hoffe mal, ich habe das mit dem Link hinbekommen.. :)  )

 
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Kommentare
ebertus schrieb am 14.02.2011 um 19:33
Find' ich gut, den Beitrag. Reales Leben unter Abzockern, da hackt keine Krähe der anderen ein Auge aus. Und für den Gesetzgeber und die steuernde Macht der Lobby ist das sicher in Ordnung, die "normalen" Menschen für den Aderlass, zum individuellen Plündern freigegeben.

Kleiner Rat von mir, selbst beherzigt sowohl in der Hauptwohnung als auch bei den verschiedenen, beruflich bedingten Zweitwohnungen.

Klingel abstellen...!

Ernsthafte Dinge kommen grundsätzlich per Post (oder in ernsten Fällen via GSG9 etc...) und mit Freunden oder guten Bekannten sollte man telefonisch Kontakt halten, die mögen kurz mal durchrufen, wenn ein Besuch ansteht. Natürlich, der freundliche Zusteller von DHL etc. wirft dann ebenfalls eine Benachrichtigung ein, muss dann ggf. abgeholt werden.

Sich einfach mal ernsthaft fragen, was so in den Jahren wirklich wichtig war, wenn es an der Tür klingelte; eben...

Und Achtung im Mai, da hab' ich hier gar einen kleinen Blog geschrieben. Auch die sog. Volkszähler muss man nicht emfangen, darf sich benachrrichtigen lassen, den Fragebogen dann bei der Poststelle abholen und dann "sehr individuell" ausfüllen; abgeben bzw. abschicken nicht vergessen - portofrei!
Waldkönigin schrieb am 14.02.2011 um 19:45
Ich habe auch noch die Möglichkeit, das Fenster zu öffnen und erstmal nachzusehen, wer da 3 Etagen tiefer vor der Tür steht... In diesem Fall war das allerdings nicht möglich, weil betreffende "Berater" schon im Haus waren, eingelassen wahrscheinlich von einer der betagten Damen.
Ist schon nicht ohne, die heutige Zeit.
Waldkönigin
*1974; aus der östlichen Provinz, aber nicht provinziell... ich bin immer noch ein unverbesserlicher Optimist...
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