23
]
Wann kann man sagen:“Jetzt bin ich zufrieden“?
Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Das ist wohl eine Sache der individuellen Einstellung. Aber es soll durchaus Menschen geben, welche schon mit geringen materiellen Werten zufrieden sind.
Andere wiederum sind nie zufrieden. Egal, wieviel sie haben, es reicht einfach nie aus. DA geht dann der Blick fürs Wesentliche verloren. Wir leben in einem Land, in welchem man eigentlich gut leben kann. Materiell gesehen. Was hindert nun einige daran, relativ zufrieden zu sein? Zu sagen, dass es einem gut geht?
Vollständig zufrieden kann man wohl nie sein, denn dann würden wohl einige nützliche Erfindungen nie gemacht werden. Das betrifft wohl aber eher die intellektuelle Zufriedenheit. Da sollte man nie zufrieden sein. Nach Wissen zu streben ist wichtig.
Es ist allerdings von Bedeutung, wenn man Kindern beibringt, dass es unmöglich ist, jeden Wunsch zu erfüllen. Kinder müssen lernen, dass manches einfach nicht möglich ist. Man muss ihnen beibringen, dass man auch ohne Markenklamotten und so was glücklich sein kann.
Unsere Gesellschaft ist eine Neidgesellschaft. „Der andere hat aber mehr als ich!“ ist für einige ein sehr wichtiger Gedanke. Man sollte sich aber bewusst machen, dass manch einer auch sehr viel weniger hat und am Existenzminimum herumkrebst oder sogar noch weit darunter. Man halte sich nur mal die Bilder aus den Flüchtlingslagern in Afrika vor Augen. Dann sollte manch einer doch langsam aufwachen und darüber nachdenken, wie gut es uns hier doch eigentlich geht.
|
|
Sehr schön, wie sie die Wirtschafts- und Unternehmerpropaganda von der Neidgesellschaft aufnehmen.
Sehr vielen Menschen geht es nicht darum, daß andere mehr haben, sondern daß sie ganz einfach zuwenig haben. Das hat mit Neid gar nichts zu tun, sondern ist einfach Realität. Da eine geringe Minderheit nur so im Geld schwimmt, tut diese Armut besonders weh. Denn wenn alle sparen müssen, fällt die Armut leichter, wenn aber einige ständig noch reicher werden drängt sich der Gedanke auf, daß es an der Verteilung liegt. Die Profiteure steuern dann die Neiddebatte, um von diesen Tatsachen abzulenken, und viele Idioten lassen sich darür einspannen. Natürlich haben sie auch recht, wenn man sieht, wie andere verhungern, wird alles gleich viel leichter. Das rechtfertigt den unverschämten Reichtum der Besitzer natüßrlich. Ihr Beitrag ist wie immer von tiefem intellektuellen Verstehen geprägt, Waldkönigin. Viele Gruesse rdh |
|
|
Die brauchen doch alle nur im Koran lesen, dann geht es ihnen gleich viel besser, oder ?
|
|
|
Sehr geehrter Herr Richard,
Ihr zynischer Text sagt mir, dass Sie meine İntentionen bezüglich des Textes nicht wirklich verstanden haben. Es mag İhnen vielleicht schwer fallen zu glauben, dass manche wirklich mit weniger zufrieden sein können, aber solche Leute gibt es tatsächlich... Denn was ich nicht habe, kann ich nicht verlieren. Das ist eine innere Einstellung. Neid ist eine der 7 Todsünden. Schon gewusst? Und was soll das jetzt mit dem Qur'an zu tun haben? |
|
|
Es gibt aber sehr viele Menschen, praktisch die Mehrheit, die mit solchen Gaben nicht so gesegnet sind und eine gewisse Grundversorgung doch brauchen.
Was wollen Sie mit ihrem Beitrag sagen, oder etwas erreichen ? Soll man die Gewinne der Industrie ansehen, Milliarden über Milliarden, für die die Menschen geknechtet und die Erde immer mehr verwüstet wird, und sich dann zurücklehnen: ich komme mit dem nötigsten auch aus ? Vor allem, wenn man als Harz-IVer zu Bewerbungen und unterbezahlten Arbeiten genötigt wird, weil man sonst nicht mal die paar Nuschen bekommt, währen über 100 Billionen Privatbesitz die Erde umkreist, ständig auf der Suche nach Rendite ? |
|
|
Wie ich sehe, haben Sie mich wohl nicht ganz richtig verstanden..
Mir ging es darum, dass eben jene welche wirklich viel haben, nicht wirklich zufrieden sind, sondern nach immer noch mehr gieren. Man braucht sich nur mal das Casino an der Börse anzusehen: Da wird schon wieder gezockt was das Zeug hält. Ich denke, wenn es diese Gier der Reichen nicht in diesem Ausmass gäbe, würde es allen etwas besser gehen. Denn dann wäre auch die derzeitige Ausbeutung von Menschen und Ressourcen nicht mehr so gegeben. Und bevor Sie mich hier wieder in der Luft zerreissen: İch weiss, dass das wohl ein Traum bleiben wird, denn Neid und Gier werden wohl nicht aussterben. Leider. .. Sie können sich auch mal die Kommentare zu dem Text direkt auf meinem blog ansehen. da wird İhnen meine Absicht deutlicher. Vielleicht. |
|
|
Ihre Sätze sind da auch falsch.
Die Reichen wollen nicht deshalb reicher werden, weil sie mehr als andere haben wollen, sondern aus prinzipieller, unstillbarer Gier. Davon haben sie nicht gesprochen, sondern von Neid, und das ist sachlich falsch. Und als Beispiele von weniger begüteren Menschen braucht es für die keine Hungernden in Afrika, ein normaler Zahnarzt, der ein Million im Jahr verdient, paßt besser als Beispiel zur Bescheidenheit. |
|
|
İst es so unfassbar, dass Reiche sich auch untereinander ihren Besitz neiden?
Und warum sind meine Gedanken dazu falsch? Vielleicht denke ich nur anders als Sie? Anders ist doch nicht gleichbedeutend mit falsch.. Man muss einfach mal die Relationen sehen. |
|
|
Die Reichen neiden sich ihen Besitz nicht.
Die sind prinzipiell gierig: Reichtum macht gierig. |
|
|
schrieb am
05.09.2011 um 13:18
>>İst es so unfassbar, dass Reiche sich auch untereinander ihren Besitz neiden?<<
Das nennt man nicht Neid, sondern Wettbewerb. Neid ist, wenn nichtbesitzende Arbeitskraftverkäufer sagen: "Die dort oben verzocken ständig die Ergebnisse unserer Arbeit". |
|
|
Wieso ist das Neid? Das ist doch wohl eher eine Tatsache: sowas nennt man dann Ausbeutung. Einige wenige bereichern ihre Privatschatulle auf Kosten derer, welche diese Werte schaffen, am Ende aber nichts von diesen Werten haben. Man kann es auch Ungerechtigkeit nennen.
|
|
|
@ claudia
Liebe Claudia, ich stimme nur bedingt zu. Es stört mich immens der immer wieder verwendete Begriff "Arbeitskraftverkäufer". Nicht nur, daß er mich einfach nur stören würde (wen kümmert's schon, wenn mich was stören würde?), er ist schlicht und einfach unzutreffend und wird nicht zutreffender, wenn er immer und immer wieder wiederholt wird - auch wenn man sich darauf berufen möge er habe seit dem vorletzten Jahrhundert eine Art klassenkämpferische Argumentationstradition. Es gespenstern hier ganz einfach nur populistische Marx’sche Inkompetenzen immer noch rum. Genau besehen ist eine Entlohnung keine Entschädigung für Zeit noch für Kraft noch für ein bestimmtes Talent, sondern nur der vereinbarte Wert für die Ware, die ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer innerhalb der gemeinsamen Produktion abkauft. Lohn als "geronnene Arbeit" anzusehen, wie das Blut bei einer Blutwurst, ist ein vollkommener Unsinn, der sich aus der unseligen marxistischen Definierung der Arbeit und sozialromantischen Phantastereien rekrutiert. Weder Zeit, noch eine individuelle physische Beschaffenheit (blaue Augen, Form der Finger, Anteil von Muskelmasse, Art und Güte der Ausprägung eines Sinns, Länge der Nase oder Haut- und Haarfarbe), noch ein persönliches Talent haben irgendeinen Warenwert! Jeder Lohn ist aber eine erlöste Ware aus gemeinsam erzeugten Produkten und eine Anweisung auf andere Waren, genauso wie der Verkauferlös an der gemeinsam erzeugten Ware für den Arbeitgeber eine Anweisung auf andere Waren ist – von denen er einige den Arbeitnehmern abkauft und die er aufgrund seiner Stellung in den Handel bringt. Die Auffassung, es werde Arbeitszeit und Arbeitskraft bezahlt, als Tausch für Ware, ist ein Geschäft, das sich überhaupt nicht vollziehen läßt. Es können in Wahrheit weder Zeit noch Arbeitskraft, noch persönliche Talente und individuelle menschliche Ressourcen usw., die für den Begriff Arbeitskraft heute stehen, getauscht werden. Nur Ware kann getauscht werden und dementsprechend mit dem Äquivalent Geld als Wertaufbewahrungsmittel bezahlt werden. Geld und Arbeit sind keine austauschbaren Werte, sondern nur Geld und Arbeitserzeugnis. Geld für Arbeit zu tauschen ist ein Scheingeschäft. |
|
|
schrieb am
05.09.2011 um 14:53
>>Genau besehen ist eine Entlohnung keine Entschädigung für Zeit noch für Kraft noch für ein bestimmtes Talent, sondern nur der vereinbarte Wert für die Ware, die ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer innerhalb der gemeinsamen Produktion abkauft.<<
Dem Verkäufer ABKAUFT, genau. Keine "Entschädigung" oder irgend sowas, richtig. Sondern ein Preis, für den Arbeitskraft gekauft wird. Damit hat die Arbeitskraft Warencharakter, sie wird von der Betriebswirtschaft eingekauft wie Rohstoffe und Energie. Ein Bäcker, der im Ein-Mann-Betrieb Semmeln herstellt und anschliessend verkauft, der verkauft ERGEBNISSE SEINER ARBEIT, nicht seine ARBEITSKRAFT. Deswegen verlangt er ja auch keinen Preis pro Stunde oder Monat Arbeitseinsatz, sondern einen Preis pro Semmel. Beim Preis pro Stunde Bäckergesellenarbeit ist die Anzahl der Semmeln pro Arbeitstunde offen. Die Ware ist in dem Falle nicht die Semmel, sondern die Arbeitskraft. Der Bäckermeister könnte auch den Gesellen anweisen, mit minderwertigem Mehl zu backen. Der Geselle kann das nicht ablehnen, sondern höchstens kündigen. Wenn er keinen anderen Käufer seiner Arbeitskraft findet, so wird er tun, was ihm aufgetragen wird, denn er verkauft Arbeitskraft: wie die eingesetzt wird, ist Sache des Käufers. (Ob der Chef hochwertiges oder einfach das billigste Mehl kauft, entscheidet er selber.) Geld ist in diesem Sinne ein Tauschäquivalent für beliebige Waren. Der Geselle kann von dem Preis, den er für seine Arbeitskraft erlöst, nicht nur Semmeln, sondern auch mal ein paar Schuhe kaufen. Wenn alle Gesellen sich in eine Preiskonkurrenz gegeneinander drücken lassen, dann können sie eventuell ihre Erzeugnisse nicht kaufen, sondern müssen auf Discountmampf ausweichen. >>Geld als Wertaufbewahrungsmittel<< "Wertaufbewahrung" erklärt nicht den Kaufkraftverlust des Geldes. |
|
|
"Keine "Entschädigung" oder irgend sowas, richtig. Sondern ein Preis, für den Arbeitskraft gekauft wird. Damit hat die Arbeitskraft Warencharakter, sie wird von der Betriebswirtschaft eingekauft wie Rohstoffe und Energie."
Hallo? Nein, es werden die Erzeugnisse abgekauft, nicht jedoch die Arbeitskraft! |
|
|
Stundenlohn ist eine willkürliche, reine Abstraktion!
Es ließen sich genauso andere Parameter setzen: Lohn pro Atemzug, Lohn pro Herzschlag usw. – ja, sogar Lohn pro Erdumdrehungteilstrich. Kämen Sie dann auch auf die Idee, von einem Verkauf von Atemfrequenzen, von Herzschlagfrequenzen, von Drüsensekretionsmengen, von Verdauungskontragtionsfrequenzen, von Erdumdrehungsteilstrichen zu reden?! Nein! Alles das kann nicht verkauft werden. Alles das hat überhaupt keinen Warencharakter. Genauso wenig wie eben Zeit oder persönliche Lebenskraft. Das aber anzunehmen, ist der kardinale Denkfehler des Marxismus, der in klassenkämpferischer Einfalt zur hohlen Kampfparole geworden ist. |
|
|
schrieb am
05.09.2011 um 15:58
Ja, wenn der Geselle am Ende seines Arbeitstages sagen kann: "Ich habe mit meinem Teigkneter und meinem Ofen 502 Semmeln erzeugt, das macht bei einem Stückpreis von 0,XX € in Summe XX,XX €."
Dann verkauft er seine Erzeugnisse. Rechtlich wäre das Diebstahl, wenn die Erzeugnisse ihm gar nicht gehören. Da würde jeder Richter sagen: "Weder das Mehl, das er verarbeitet hat, war sein Eigentum noch hat er die Stromrechnung bezahlt. Wie kann er da beanspruchen, einfach die Erzeugnisse DER BÄCKEREI verkaufen zu wollen?" Damit er die ERZEUGNISSE ("Produkte") seiner Arbeit verkaufen kann müssten sie also erst mal sein EIGENTUM sein. Wenn natürlich die Gesellen Eigner der Bäckerei wären, z.B. als Genossenschaft, dann könnten sie in der Tat ihre Erzeugnisse und nicht ihre Arbeitskraft verkaufen. Man kann das aber nicht einfach voraussetzen, wenn es nicht so ist. |
|
|
Die Frage sei nicht einfach zu beantworten?
Aber ja doch! Immer dann, wenn Sie nicht unzufrieden sind, dann sind Sie es. Es kommt dabei vorallem darauf an, den Mangelblick abzustellen und zu konstatieren, was tatsächlich gegeben ist. Wie wäre es mal mit Mattäus 6,25: "Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? |
|
|
Für mich sehe ich das genauso. :)
Für einige scheint das aber wohl keine Gültigkeit zu besitzen. Die sind erst dann etwas weniger unzufrieden, wenn sie mehr haben als andere. Dieses Statusdenken steckt nun mal in in grossen Teilen unserer Gesellschaft drin. Und das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern. Ich habe den Artikel nach einer Diskussion mit meiner Mutter geschrieben. Wir haben uns über die älteste Tochter (13) meiner Schwester unterhalten: Das Kind ist einfach nie zufrieden! Da muss es immer das neueste elektronische Spielzeug sein (am liebsten). Da meine Schwester sich das aber nicht leisten kann, geht das nun mal nicht immer. Von ihrem Patenonkel bekommt sie es dann aber meistens doch, was ich wiederum sehr schade finde und der Erziehung meiner Schwester völlig zuwiderlaufend. Denn von der Patenfamilie bekommt sie so was wie Neid auf andere quasi eingeimpft. Sie macht dann immer den Eindruck eines irgendwie zu kurz gekommenen Kindes. |
|
|
"Zufriedenheit-Was ist das?
Wann kann man sagen:"Jetzt bin ich zufrieden"?" Ich verstehe schon nicht den Zusammenhang Zufriedenheit-Besitz. Ich bin schon zufrieden, wenn die Sonne scheint oder wenn es regnet oder auch beides zusammen, dann seh ich ganz zufrieden einen Regenbogen. Mein einziger Besitz: ein zufriedenes Gefühl. Kommt gut. |
|
|
GEBE,
lass mal deinen Mattäus aus dem Spiel: Bei 45 Absätzen von Ihnen kommt irgendwo "...sondern nur der vereinbarte Wert für die Ware, die ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer innerhalb der gemeinsamen Produktion abkauft...." WER vereinbart denn den Wert? Der der Hunger hat oder der der JEDEN Abend aus dem Menüe wählen kann, dank Privatkoch und Hausmädchen? Für so etwas wurden mal die Gewerkschaften gegründet... "...blaue Augen, Form der Finger, Anteil von Muskelmasse, Art und Güte der Ausprägung eines Sinns, Länge der Nase oder Haut- und Haarfarbe..." Ich wünsche ihnen mal 2 Tage Hunger oder wechselweise 3 Monate ohne Krankenversicherung, letzteres kenne ich 5 Jahre... |
|
|
Pardon, tlacuache, aber für Ihr persönliches Debakel unter dem Sie anscheinend sehr leiden, bin ich nicht verantwortlich.
Genauso wenig bin ich als Ihre Projektionsfläche geeignet. Sie kennen mich doch gar nicht, wissen doch gar nicht wie ich lebe, was ich tue. Arbeiten Sie also bitte Ihren persönlichen Frust gefälligst woanders ab, bevor Sie meinen, mir hier Phrasen dreschend ans Bein pinkeln zu können! |
|
|
Hallo GEBE,
Sie haben Recht und ich habe mich da in Rage geschrieben. Ich bitte um Entschuldigung fuer den vergriffenen Ton. Schoene Gruesse, Tlacuache |
|
|
Schwamm drüber! Das ist sehr anstig!
Schlafen Sie gut! |
|
|
'anständig' sollte es heißen.
|
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen