Meine Eltern haben in ihrer Küche 2 Holzbretter mit Weisheiten hängen. Ich kenne diese Holzbretter schon sehr lange. Mittlerweile sind sie schon sehr verblasst und kaum noch lesbar. Deshalb habe ich beschlossen, die Texte mal abzuschreiben und so zu erhalten.
Holzbrett Nr. 1 befasst sich mit dem Thema Ehe speziell:
Die 10 Goldenen Eheregeln
Lasset stets nur Liebe walten
Auch die Treue sollt ihr halten
Mit dem Geld seid auf der Hut
Eifersucht tut niemals gut
Alle Tage fröhlich sein
Ehrlich und verträglich sein
Seid zur Hilfe stets bereit
Übt in allem Mäßigkeit
Teilt in Eintracht Glück und Leid
Was ihr tut – tut es zu zweit.
Holzbrett Nr. 2 ist über das Thema Leben allgemein:
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Streit
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid
Ein bisschen mehr Friede und weniger Hass
Ein bisschen mehr Wahrheit, das wäre was.
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh’
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du.
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln, das wäre gut.
Kein Trübsal und Dunkel, mehr Freude und Licht.
Kein quälend Verlangen, ein froher Verzicht.
Und viel mehr Blumen, solange es geht.
Nicht erst auf Gräbern – dann blühn sie zu spät.
Also ich finde diese Regeln nicht schlecht. Meine Eltern sind jetzt seit fast 38 Jahren verheiratet. Sie müssen sich nach diesen Regeln gerichtet haben, denn sie kommen sehr gut miteinander aus. Wenn man sich dagegen mal den großen deutschen Durchschnitt ansieht….
Meine Eltern sind meine Vorbilder. Definitiv.
Diese unsere westliche Welt erzieht die Menschen zu furchtbaren Egoisten. Nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut“. Ist das wirklich erstrebenswert? Diese Gier nach immer mehr? Auf diese Weise ist kein vernünftiges Miteinander mehr möglich. Einer belauert den anderen, weil dieser ja was im Schilde führen könnte. Was ich selber denk und tu, das trau ich auch dem anderen zu. Dieser Spruch passt ganz genau. Jeder ist nur noch für sich zuständig. Kein Wir mehr. Das ist traurig.
Ich kann mich an eine Zeit erinnern, zu der das anders war. Ich bin im Osten Deutschlands groß geworden, in der ehemaligen DDR. Da war man aufeinander angewiesen, wenn man nicht untergehen wollte. Nach der Wende hat sich das ziemlich schnell geändert. Das war nicht nur eine politische Wende. ....Bevor jetzt wieder jemand aufschreit "Ostalgiker".. : Ich möchte darauf hinweisen, dass entgegengesetzt zur von den Medien geBİLDeten Meinung eben doch nicht alles soooo schlecht war. Es war halt einfach nur anders. Und Idioten, welche einem das Leben schwer machen, gibt's bekanntlich überall...
In einigen Menschen hat das auch die schlechteren Eigenschaften zum Vorschein gebracht. Sich jetzt alles holen zu können was man (natürlich nur für Geld) bekommen konnte: diese Verlockungen waren sehr stark und manche sind ihnen erlegen. Jetzt geht es nur noch darum, möglichst viel Geld zu verdienen um möglichst vielen Leuten zeigen zu können: „Seht her, was ich mir alles leisten kann!“
Jetzt ist bald Ostern. Die Ostersachen stehen schon seit Januar in den Supermarktregalen. Und ab September gibt es dann wieder den ganzen Weihnachtskrempel. Dadurch verliert man vollkommen das Gefühl für den Jahreslauf. Alles ist nur noch auf Kommerz und Geld verdienen ausgerichtet. Der eigentliche Sinn dieser Feste geht dabei vollkommen verloren.
Wenn sich alle Menschen ein wenig mehr nach den oben genannten Regeln richten würden… Die Welt könnte so friedlich sein.
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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