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HEUTE: KNUSPRIGE ENTE ALS WEIHNACHTLICHER HAUPTGANG
Ente ist nicht gleich Ente, lehren besternte Küchengötter in ihren TV-Shows und wikipedia, man habe zu unterscheiden zwischen vielerlei Arten. Tatsächlich, die Familie der Entenvögel sei immerhin die artenreichste aus der Ordnung der Gänsevögel, sie umfasse 47 Gattungen und 150 Arten.
Uns ist das egal, wir kaufen uns eine frische oder eine gefrorene Ente und lassen letztere langsam auftauen. Eigenhändig gefangene Enten aus dem Stadtparkweiher sind nur recht hübsch, soweit es Männchen sind. Sie schmecken aber modrig und beißen sich zäh, das weiß ich dank jugendlicher Erfahrung, also Finger weg.
Enten und andere Gänsevögel tragen viel Fett unter der Haut, das mag manchen abschrecken, der sich ums Gewicht sorgt. Dieses Fett sorgt allerdings für diese köstlichen Aromen, die wir so lieben. Und es soll gesund sein, weil es mehr gutes als schlechtes Cholesterin enthalte. Insofern wäre es eine Waffe gegen erfüllte Völlereigelüste mit Lebkuchen, Printen und Marzipan, während o Tannenbaum, stille Nacht und ein entsprungendes Ros auf uns einprasseln.
Kommen wir zur Sache, hier die Zutaten für die
Knusperente mit Rahmwirsing und Crepe-Cannelloni mit Pilzfüllung
Für 4 Personen
1 küchenfertige Ente von ca. 1500 - 2500 g.
Für den Kochsud: 2 EL Öl, 3 Schalotten, 1 Stück Sellerie, 1 Möhre, 1/8 Porree, 1 Apfel, 1 ungespritzte Orange, 3 Lorbeerblätter, 3 Nelken, 3 Wacholderbeeren, 1 Zweig Rosmarin, 2 EL Weinessig, 2 l Entenfond (selbst gemacht, siehe unter Zubereitung), Salz, Pfeffer.
Für die Sauce: Zucker, je 1 Schuss Sherry und Balsamico, 1 l vom Kochsud (auf die Hälfte eingekocht), evtl. Salz, Pfeffer.
Für die Crepe-Cannelloni: 2 Eier, 80 g Mehl, 0,1 l Milch, Salz, Fett zum Braten.
Füllung für die Crepes: 30 g Butter, 1 Schalotte, 250 g fein geschnittene Austernpilze oder Champignons, 2 EL glatte Petersilie, 1 Spritzer Zitrone, 0,1 l Sahne, Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker.
Rahmwirsing: 500 g Wirsing, 20 g Butter, 1 Schalotte, Salz, Pfeffer, 0,1 l Sahne oder Creme fraiche.
Die Zubereitung:
Aus Flügeln, Hals und Magen der Ente mit 2 l Wasser und etwas Salz eine Brühe kochen. Dauert rund zwei Stunden.
In einem zweiten Topf die Zutaten für den Kochsud einschließlich der ungeschälten Orange und des Apfels grob gewürfelt in etwas Öl anrösten. Die Kräuter dazu geben und Pfeffer, Salz. Mit obiger Entenbrühe ablöschen. Eine Stunde sanft köcheln lassen. Nun die Ente in diesem Sud versenken und 90 Minuten darin ziehen lassen, also nicht wallend kochen.
Die Ente aus dem Sud nehmen, Bruststücke und die Keulen abtrennen, in einer Pfanne mit etwas Kochsud im Ofen überkrusten. Den restlichen Sud weiter kochen, auf diese Weise reduzieren. Dann durch ein feines Sieb passieren.
Für die Sauce den Zucker in einer Pfanne karamelisieren. Mit Sherry und Balsamico ablöschen, kurz einkochen lassen und mit bereits reduziertem Kochsud auffüllen. Kochen, bis die Sauce leicht andickt.
Crepe-Zutaten zu einem flüssigen Teig verarbeiten, 30 Minuten kühl stellen, dann in einer Pfanne mit ganz wenig Fett zu 8 sehr dünnen Crepes ausbraten.
Für die Füllung 1 gewürfelte Schalotte in Butter anschwitzen, fein gewürfelte Pilze und Petersilie dazu, alles kräftig anbraten. Mit Sahne ablöschen, pfeffern, salzen. Füllung in die Crepes wickeln. Diese im Ofen warmhalten, nach Geschmack leicht bräunen.
Für den Rahmwirsing 1 Schalotte in gutem Öl oder Butter anschwitzen, den in sehr feine Streifen geschnittenen Wirsing dazu geben und zwei, drei Löffel Entenfond. Mit Sahne oder Creme fraiche verfeinern, pfeffern, salzen, fertig.
Anrichten: In die Mitte jedes Tellers einen Klacks vom Wirsing geben, darauf eine Entenbrust oder eine Keule. Mit etwas Sauce umzingeln. Drumherum die schräg aufgeschnittenen Crepe-Cannelloni platzieren.
* Der Rest vom Fond lässt sich für zu googlende chinesische Süßsauergerichte verwenden.
* Dieses Rezept stammt von Frank Rosin, Sterne- und TV-Koch aus Dorsten-Wulfen. Vor elf Jahren kochte er dieses Gericht für den WDR-Spitzenkochtipp, für den ich damals mitverantwortlich war. Grüße an ihn.
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… vielleicht habe ich es überlesen, meine Oma hat bevor die Ente, Gans usw. aus dem Ofen genommen wurde, noch Honigwasser auf die Haut gepinselt, so was knuspriges und ganz lecker…!
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Das ist wirklich sehr lecker, wenn man die Haut fünf Minuten vor dem Ende mit Honig lackiert.
Kann man auch bei obigem Rezept so machen, allerdings hat die Ente schon im Kochsud einen bunten Aromenmix aufgesogen. |
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"Enten und andere Gänsevögel tragen viel Fett unter der Haut, das mag manchen abschrecken, der sich ums Gewicht sorgt. Dieses Fett sorgt allerdings für diese köstlichen Aromen, die wir so lieben. Und es soll gesund sein, weil es mehr gutes als schlechtes Cholesterin enthalte." Mal abgesehen vom wissenschaftlichen Beweis (den Köche nicht mögen), ... Leute, futtert weinsztein's Enten ... es könnte gesund sein, obwohl diese Rezepte euch verfetten. Und. Rezepte für Arme. Wahrscheinlich für das Dickenwachstum beider Oberarme. Oder. Man ändert die Reflexion ... dann ist es ein Rezept für einen armen weinsztein. |
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@luggi
was immer Du mitteilen wolltest - danke auch für diesen Kommentar. Deine wissenschaftlichen Beweise hätte mich sehr interessiert. |
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Moment, erst bist du dran, deine Behauptungen zu belegen.
Bin mal gespannt u.a. auf deine Beweise. Du bist kwasi wie viele TV-Köche, die in ihren Kochshows im ÖRTV alles Mögliche und Unmögliche unwidersprochen posaunen dürfen ... liegt aber an den unwissenden Moderatoren und Programmgestaltern. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Koch-TV-Pest vor allem das ÖRTV befallen hat? Ich find das nur auf den ersten und zweiten Blick seltsam. LG auf die Türkei. |
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Ich bin weder Ernährungswissenschaftler noch professioneller Koch.
Was habe ich denn behauptet? Ich schrieb: "es [Entenfett] soll gesund sein, weil es mehr gutes als schlechtes Cholesterin enthalte". Meintest Du diese Behauptung? "Es soll ... sein" heißt, dass ich davon gehört aber nicht überprüft habe. Ich habe es vor einigen Tagen gehört in einer TV-Sendung, als Claudia Poletto Gänse zubereitete. Ich stelle mit obigem Rezept einen sehr stark entfetteten und äußerst aromatischen Entenbraten vor. Das meist bleibt im Fond, der für Süßsauergerichte weiterverwendet werden kann. Nicht für ein Gericht, für mehrere. Bei der Diskussion über Cholesterin bin ich eher skeptisch. Vor 50 oder 60 Jahren gab es eine wissenschaftliche Untersuchung über die Schädlichkeit von Butter. Sie war sehr schädlich, hieß es, Margarine viel gesunder. Allerdings: diese Studie war vom Margarineinstitut bezahlt worden. (Musst Du googlen.) Eier galten bis vor Kurzem als schädlich wegen des Cholesterins, heute nicht mehr, Eier sollen nun cholesterinneutral sein. Ob das so ist, weiß ich nicht. "Die relativ gute Gesundheit der Japaner, deren Lebenserwartung höher ist als die in allen anderen Industrienationen, wird allgemein deren fettarmer Ernährung zugeschrieben. Obwohl die Japaner wenig Molkereifette essen, ist die fettarme Ernährung der Japaner als solche ein Märchen. Die tägliche Nahrung enthält ausreichende Mengen an tierischen Fetten aus Eiern, Schweinefleisch, Geflügel, Rindfleisch, Seefischen und Innereien. Durch ihre Neigung zu Schalentieren und Fischsuppe, die fast täglich gegessen wird, nehmen die Japaner wahrscheinlich mehr Cholesterin zu sich als die meisten Amerikaner. Was die Japaner nicht viel konsumieren, ist pflanzliches Öl, Weißmehl und industriell hergestellte Nahrungsmittel, obwohl sie weißen Reis essen. Die Lebenserwartung der Japaner ist seit dem Ende des 2. Weltkriegs gestiegen, zusammen mit einem Anstieg von tierischem Fett und Protein in der Nahrung. Diejenigen, die auf japanische Statistiken verweisen als Beleg für die Wirkung der Niedrigfett-Diät, vergessen außerdem, dass die Schweizer eine fast gleich große Lebenserwartung haben, obwohl sie eine der fettesten Ernährungsweisen in der Welt praktizieren. Den dritten Platz in der Langlebigkeit teilen sich die Österreicher und die Griechen, beide mit hohem Gehalt an tierischen Fetten in der Nahrung." Geklaut aus: www.naturheilpraxis-duisburg.info/downloads/Wahrheit-Fette.pdf (Keine wissenschaftliche Studie, bietet aber Denkanstöße.) Liebe Grüße aus der Türkei nach Bayern und viel Spaß beim Beerensammeln. Die Dörfler hier geht jetzt im Winter in die Berge und sammeln Wildgemüse. Köstlich! |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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