Daniel Windheuser

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26.01.2011 | 17:07

Netzschau: Digital ist besser. Manchmal.

Freies WLAN in Italien. Eine gebrochene Lanze für die gute alte Homepage. Das Denken und die Digitalisierung. Noch eine Visualisierung. Ein formidöser Kinorückblick 2010. Und schließlich ein kurzer Film über die Schwierigkeiten des freiwilligen Dahinscheidens [Timon Modersohn: "Wigald“, siehe oben].

 

1. Denkt man an die immer mal wieder auf dem Alexanderplatz oder anderen zentralen Plätzen unserer Republik herumirrende Touristen, die an ihrer erfolglosen Suche nach einem Internetcafé verzweifeln und erinnert sich gleichzeitig an die paradiesischen Zustände des frei zugänglichen WLAN in den Ballungszentren fast aller skandinavischen Länder, stellt sich einem automatisch die Frage: Was ist eigentlich mit Deutschland? Sie wird nicht beantwortet werden, dafür jedoch springt an dieser Stelle Italien völlig überraschend aus dem digitalen Busch.

„Stadtweites WLAN ist out? Nicht in Italien, wo gleich an mehreren Orten konkrete Schritte für kostenlose Netze gemacht werden. Beim Aufbau der Infrastruktur zeigen sich die Behörden äußerst kreativ.“ Spiegel.de

 

2. Wie schon in der letzten Netzschau erwähnt, feiert Wikipedia sein zehnjähriges Bestehen, was natürlich nicht allüberall fundamentale Jubelbezeugungen auslöst. Denn die dort stattfindende Bündelung von Inhalten und durchaus auch mal gefährlichem Halbwissen kann man durchaus kritisch sehen.

„Das Web könnte so viel mehr sein, würden nicht Wikipedia und Blogs die Recherche und Publikation von Inhalten dominieren. Denn beide verhindern das Entstehen und die Veröffentlichung herausragender Texte durch einzelne Autoren.“ luc.blogger.de


3. Diese Thematik setzt Mercedes Bunz in einen wesentlich größeren Kontext und fragt in folgendem Artikel nach dem grundlegenden Verhältnis von Denken und Digitalisierung zueinander.

„Es wird Zeit, sich nach dem ersten technophoben Erschrecken zu beruhigen und sich der Herausforderung der Digitalisierung zu stellen. Das Erschrecken hat den Menschen in der Evolution oft, aber nicht immer gerettet.“ Faz.net


4. Über die Historie von und den aktuellen Stand der Dinge bei WikiLeaks weiß man ja mittlerweile recht gut Bescheid. Etwas Neues lässt sich trotzdem immer finden, wie zum Beispiel diese schöne Visualisierung hier:

„Unter dem Druck von Regierungen und vorwiegend amerikanischer Unternehmen wie PayPal und Amazon wurde WikiLeaks die Möglichkeit genommen, Geldüberweisungen zu empfangen, Server zu betreiben und DNS-Dienste in Anspruch zu nehmen. WikiLeaks wechselte auf Server in Schweden und der Schweiz und rief dazu auf, die Inhalte der Site auf anderen Servern zu spiegeln. Im Dezember 2010 waren es bereits über 1.300 Mirrors. Laurence Muller drüben bei multigesture.net hat sich angesehen, wo überall auf der Welt Leute WikiLeaks spiegeln und mit Google Earth visualisiert, wie diese Server sich verbreitet haben.“ Glaserei


5. Und auch wenn die Zeit für Jahresrückblicke eigentlich schon vorbei ist, sollte man sich doch nicht die Auswahl hausgemachter Filmrezensionen entgehen lassen, die die fleißigen Herrschaften vom Umblätterer zusammengestellt haben.

„480 Filme sind im vergangenen Jahr in deutschen Kinos gestartet, alle konnte man nicht sehen, wie immer musste man sich auf eine alte Kulturtechnik besinnen: die kluge Auswahl.“ Umblaetterer.de

 

5 1/2. Da dorten aber naturgemäß wie auch ein wenig leider der Kurzfilm etwas zu, äh, kurz kommt, findet sich oben und weiterführend auf Zeit online ein sehr empfehlenswerter solcher.

"In Timon Modersohns Kurzfilm "Wigald“ versucht ein lebensmüder junger Mann, Selbstmord zu begehen. Das Vorhaben gestaltet sich schwieriger als gedacht." Zeit online

 

Die letzte Netzschau findet sich hier.

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 26.01.2011 um 20:34
Deutschland ist zwar
mit dem Sperren von Webseiten ganz weit vorne, gleich hinter China und USA, aber sonst baut es total ab. Und scheinbar stört es auch niemanden. Hier in Paris gibt es seit Jahren in jedem Park, jeder Bibliothek und unzähligen Orten haufenweise Hotspots. Auch private W-Lan werden von den meisten für die Nachbarn zur Verfügung gestellt. Wer es sich gefallen lässt andauernd diesen Stuss mit dem was-wäre-wenn-dies-oder-das-geschieht und in allem eine Verschwörung wittert um nach Gesetzen zu schreien bekommt eben auch nichts mehr gebacken.
Mingus schrieb am 27.01.2011 um 08:18
*

merci für Wigald! Damals ist man noch zum Mond gereist, heute fällt man von ihm herunter... :-)
Gustlik schrieb am 27.01.2011 um 08:55
Freies WLAN? Da ist selbst Polen weiter und offener als Niemcy.

Ich stand an der Drehbrücke (www.gizycko.pl) und konnte sofort ein Bild verschicken.
Daniel Windheuser
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