Nein, dergleichen brauchen wir nicht. Zum liegt die Grenze für Alkohol am Steuer schon seit 1963 bei 0,3 Promille. Sie gilt für nicht sehr alkoholgewöhnte Personen, also für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Die vieldiskutierten Grenzwerte von 0,5 bzw. 1,1 Promille sind Ausnahmeregeln für trinkgewöhnte Zecher. http://www.theodor-rieh.de/heinrich/Promillegrenzen.html Zum anderen liegt der Durchschnittswert der Blutalkoholkonzentration bei den erwischten Trunkenheitsfahrern bei satten 1,7 Prozent. Heißt, diejenigen, die überhaupt betrunken fahren, tun dies mit einer Blutalkoholkonzentration, die schon jetzt weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegt. Denen ist es egal, ob sie 0,6 Promille über der Grenze liegen oder 1,6. Die Absenkung des Grenzwertes ist der falsche Kriegsschauplatz.
permalinkMan lies sich doch bitte mal die Zahlen und Fakten aus dem Jahre 2008 dazu durch und bilde sich dann sein Urteil. Denn in diesem Jahre kam es zu fast 20.000 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, wobei es in fast 7.000 Fällen zu Schwerverletzten kam. Im selben Jahr wurde 523 Menschen im Straßenverkehr durch Alkoholunfälle getötet.
Ein strenges Gesetz mit einer sogenannten Null-Promille-Grenze ist deshalb objektiv und zwingend notwendig um diese überflüssigen Tode zu verhindern.
Ja, ja, die guten alten Rezepte. Immer, wenn irgendwas nicht so läuft, wie man dies gerne hätte, taucht die Forderung nach Verschärfung der Gesetze auf. Grad so, als wäre die bisherige Gesetzeslage so, daß die bösen Schurken gestreichelt worden wären, wenn sie denn erwischt worden wären.
Nochmal: Wenn jemand mit Alkohol am Steuer erwischt wird, dann wird er in aller, aller Regel mit sehr viel Promille erwischt. Der Durchschnitt liegt bei satten 1,7 Promille. Die Senkung auf Null Promille bewirkt überhaubenz gar nichts.
Definitiv ja! - Es muß heißen: entweder Drogen ODER Autofahren.
Es muß jedem Fahrzeuglenker bewußt sein, dass er mit dem Fahren eines Fahrezeugs auch eine Verantwortung für seine und die Sicherheit der anderen Verkehrteilnehmer übernimmt. Nicht zuletzt deswegen ist gegenseitige Rücksichtnahme der Kerngedanke der Strassenverkehrsordnung. Fatalerweise jedoch nimmt mit fortschreitendem Drogenkonum die Einsichtfähigkeit in die Konsequenzen der eigenen Handlungen ab, so dass man sich dieser Verantwortung immer weniger bewußt ist und im Gegenzug daraus ein immer leichtsinnigerer Umgang mit der Droge trotz geplanter "selbstgesteuerter" Heimfahrt folgt.
Das heißt aber auch: je mehr man Drogen konsumiert, desto weniger bemerkt man seine eigene Fahruntüchtigkeit.
Bei einer Entweder-Oder-Regelung kann es aber nicht mehr zu diesem Spielchen kommen: "Naja, eins kann ich noch!!!"
Die Leute mit "eins kann ich noch" machen nicht die Probleme. Diejenigen, die die Probleme machen, sind von einer Null-Promille-Regelung gar nicht erfaßt. Was helfen würde wäre eine deutlich höhere Kontrolldichte, vor allem auf dem Land.
Das aber ist politisch nicht gewollt.
Auf jeden Fall besser, als das jetzige Wischiwaschi.
permalink
Ausgabe 11/10
18.03.2010
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 2.90 €
>> bestellen