Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

24.04.2010 | 05:10

Arschitektur und Arschitekten

Gestern abend habe ich beim Essenmachen und dann beim Essen im Deutschlandfunk das "Kulturgespräch" zum Thema "Schwindende Neubauten" gehört. Moderator war ein gewisser Gerd De Bruyn und dieser Moderator sagte "Arschitektur", wenn er von Architektur sprach (und dieses Wort, samt Architekt, kam bei diesem Thema sehr häufig vor). Er machte das nicht durchgehend, anfangs (als er das vorbereitete Eingangsstatement ablas) hörte man noch "Architektur", dann wieder war es nicht klar, ob "ch" oder "sch" und schließlich dominierte arschklar das Wort "Arschitektur". Wer es nicht glaubt, kann hier mal reinhören:

ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/23/dlf_20100423_1915_5a166332.mp3

Ich dachte erst, verdammt, wie hat der die Aufnahmeprüfung für einen Rundfunkredakteur geschafft, am Ende erfuhr ich, daß Gerd De Bruyn Direktor des "Instituts für moderne Architektur und Entwerfen" an der Universität Stuttgart ist, was die Sache nicht wesentlich besser macht.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Ich habe nichts dagegen, daß man einem Sprecher anhört, aus welcher Ecke von Deutschland er kommt, ganz im Gegenteil. Soll ein Schwabe ruhig vom "Wäsen der Dinge" sprechen. De Bruyn aber hatte diesen nölenden, arroganten Kulturschmock-Tonfall drin, dem man von weitem schon anhört, der Sprecher sei überzeugt, er spreche gerade Hochdeutsch.

 
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Kommentare
Achtermann schrieb am 24.04.2010 um 06:20
Du schreibst: "Ich habe nichts dagegen, daß man einem Sprecher anhört, aus welcher Ecke von Deutschland er kommt, ganz im Gegenteil."

Aus welcher Ecke Deutschlands kommt er nun, der Herr De Bruyn? Ein Schwabe ist er zumindest nicht!
Wolfram Heinrich schrieb am 24.04.2010 um 06:31
@Achtermann
Aus welcher Ecke Deutschlands kommt er nun, der Herr De Bruyn? Ein Schwabe ist er zumindest nicht!

Laut Wikipedia kommt er aus Köln, hat in Frankfurt studiert und ist jetzt Professor in Stuttgart.

Ciao
Wolfram
hibou schrieb am 24.04.2010 um 06:41
wollt grad sagen: Rheimland-Pfalz oder Hessen, aber da ging meine Konnektschen flöten
Wolfram Heinrich schrieb am 24.04.2010 um 06:48
@hibou
wollt grad sagen: Rheimland-Pfalz...

Reim Land pfalz de kannz. Ein hübscher Verschreiber.

Ciao
Wolfram
hibou schrieb am 24.04.2010 um 06:52
lol...... sprach Kohl net so aehnlich? jetzt sagt er ja net mehr viel
Achtermann schrieb am 24.04.2010 um 08:46
Isch kann so babble wie de Kohle-Helmut.
Wolfram Heinrich schrieb am 24.04.2010 um 08:54
@Achtermann
Isch kann so babble wie de Kohle-Helmut.

Toll! So was wollte ich immer schon können.

Ciao
Wolfram
Achtermann schrieb am 25.04.2010 um 11:11
Ich weiß, denn das entscheidende Merkmal des Hochbegabten ist, immer wieder dazulernen zu wollen.
SiebzehnterJuni schrieb am 25.04.2010 um 07:54
Gerd de Bruyn geboren in Köln 1954,
Studium der Literatur- und Musikwissenschaften Frankfurt am Main, promovierte 1995 an der Technische Universität Darmstadt .
Also Kölsch und Hessisch - mindestens 25 Jahre lang...
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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