Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

28.01.2011 | 20:27

Aus meinem Ausschnittarchiv - Gesperrte Telekommunikation

Die ägyptische Regierung hat, so liest man, die Telekommunikationsverbindungen in Ägypten ziemlich vollständig gesperrt. Wir sollten froh und dankbar sein, daß dergleichen in einer richtigen Demokratie, wie etwa der unseren, nicht vorkommen kann.
 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.01.2011 um 23:30
Beste Grüsse aus 2011
anitinnenministertool
Wolfram Heinrich schrieb am 28.01.2011 um 23:48
In Ägypten, lese ich, seien auch die meisten Handy-Verbindungen gesperrt.

Ciao
Wolfram
hadie schrieb am 28.01.2011 um 23:58
Meinen Lieblings-Blogger finde ich seit einer halben Stunde auch nicht mehr ...
Alien59 schrieb am 29.01.2011 um 06:37
Soweit ich mitbekam, funktonierten die Festnetztelefone noch, Satellitentelefone, außerdem gab und gibt es Findige, die sich per Dial-up in das netz der Banken und Börse einwählen. Angeblich liefen auch noch ein paar ausländische Sim-cards per roaming.
Ägypten tut den Internet-Nutzern der Welt m.M.n. gerade einen Gefallen, indem die Gefahr des unbeschränkten Zugriffes von Regierungen auf Kommunikationsmöglichkeiten vorgeführt wird.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.01.2011 um 07:03
@Alien59
Soweit ich mitbekam, funktionierten die Festnetztelefone noch, Satellitentelefone, außerdem gab und gibt es Findige, die sich per Dial-up in das netz der Banken und Börse einwählen. Angeblich liefen auch noch ein paar ausländische Sim-cards per roaming.

Vollständig abschotten läßt sich ein Land heute nicht mehr, das ist klar. Aber es geht dabei ja nicht nur um die Verhinderung von Nachrichten aus dem Land, sondern auch und vor allem um die Verhinderung der Kommunikation innerhalb der oppositionellen Kreise.
Gestern habe ich im Radio den Bericht einer Korrespondentin gehört, den diese - laut Auskunft des Moderators - mit dem Handy (wahrscheinlich auch mit ausländischer SIM-Card oder per Satellitentelefon) durchgeben mußte, weil angeblich alle sonstigen Verbindungen nicht möglich wären.

Ägypten tut den Internet-Nutzern der Welt m.M.n. gerade einen Gefallen, indem die Gefahr des unbeschränkten Zugriffes von Regierungen auf Kommunikationsmöglichkeiten vorgeführt wird.

Das ist einer der positiven Aspekte dieser Sache, in der Tat. Im übrigen fällt auf, daß die hiesigen Medien und auch Regierungsverantwortliche urplötzlich in Bezug auf Ägypten (zuvor schon auf Tunesien) eine Sprachregelung verwenden, als sei man schon seit ewigen Zeiten mit diesen Ländern (bzw. deren Regierungen) spinnefeind gewesen. Sogar die "Welt" spricht jetzt vom "Regime Mubarak", wo zuvor stets von der "Regierung Mubarak" die Rede gewesen war. Als Präsident Ben Ali überraschend aus Tunesien geflohen war, hieß er von einem Tag auf den anderen nicht mehr "der tunesische Präsident Ben Ali" sondern "der tunesische Diktator Ben Ali".

Ciao
Wolfram
Alien59 schrieb am 29.01.2011 um 07:10
Allerdings, diese Sprachregelung, dieses "das Mäntelchen in den Wind hängen", ärgert den Teil der Beteiligten, die das mitbekommen, nicht wenig.
Was auch viel weitergegeben wird, ist die Tatsache, dass Angriffswaffen der Polizei, allen voran das Tränengas (z.T. abgelaufen und potentiell lebensgefärlich), "made in USA" sind.
Clintons und Obamas Reden waren nicht wirklich hilfreich, über Guttenbergs Zitat wurde gut gelacht.
Dieser Tweet erreichte mich daher gestern direkt aus Kairo:
@Sandmonkey
Let's be clear. No one is on our side. Not the US, or AlJazeera, or anyone. Every1 wants the status quo. It's only us #jan25

Wobei ich denke, dass er AJ dabei ein bisschen Unrecht tut.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 29.01.2011 um 11:16
Ja, da wird manches gerade umdefiniert in deutschen Redaktionsstuben.Scholl Latour spricht es heute offen aus:
"Ägypten ist immer eine Militärdiktatur gewesen.(...)Wir predigen Demokratie und Menschenrechte und paktieren mit Regimes wie Saudi-Arabien oder Ägypten oder Algerien, die alles andere als demokratisch sind."
www.abendblatt.de/hamburg/article1771948/Fuer-den-Westen-war-Mubarak-bequem.html
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.01.2011 um 22:44
@ Mensch Wolfram!!!
so ein Tech-Muffel, - das sind "Thuraya" keine heeeenndies. Die Dinger lassen die Innenminister links und rechts liegen und gehen direkt über den Satelliten, kosten z.B. in Syrien, Iraq, usw ca 500 USD, haben eine Prepaid-card, also keine Grundgebühren wenn's nicht genutzt wird, und billiger als die Roaming Gebühren sind sie im ausser-europäischen Ausland auch. Eingehende Gespräche sind kostenlos.
Wolfram Heinrich schrieb am 31.01.2011 um 08:53
@sachichma
@ Mensch Wolfram!!!
so ein Tech-Muffel, - das sind "Thuraya" keine heeeenndies. Die Dinger lassen die Innenminister links und rechts liegen und gehen direkt über den Satelliten,


Ja mei, was weiß denn ich. Die Dinger dort sehen aus wie Handys, wie soll denn ich draufkommen, daß das Satellitentelefone sind?
Abgesehen davon lassen sich auch Satelliten gegebenenfalls abschalten, bzw. so konfigurieren, daß sie nur noch Telefonate bestimmter Nummern durchlassen.

Ciao
Wolfram
Gold Star For Robot Boy schrieb am 29.01.2011 um 11:32
Die SZ Online Redaktion ist schon ganz durcheinander (screenshot):

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Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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