Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

20.05.2010 | 09:50

Die Finanztransaktionssteuer und warum sie nicht kommt

Bei der Finanztransaktionssteuer stellt sich mir zuvörderst die Frage, warum sie bislang noch nicht eingeführt worden ist. Die Antwort, die ich mir gebe, macht mich wenig zuversichtlich, daß die Steuer je eingeführt wird.
Die Antwort lautet nämlich: Es sind die Spenden.

Wer Geld, ich mein, so richtig viel Geld hat, der spendet an Parteien oder direkt an Ministerien, sei es in bar, sei es in Form von kostenlosen Mitarbeitern in den Ministerien. Das bolschewistische Hetzblatt "Die Welt" etwa schreibt, in den Jahren 2005 und 2006 hätten die Bundesministerien, das Bundespräsidialamt und die obersten Bundesbehörden insgesamt 82,4 Millionen Euro als Sponsorenleistungen erhalten. Ich mein, das ist eine Menge Zaster und wer so viel Geld erhält, der müßte schon ein menschliches Monster sein, wenn er dies nicht mit Freundlichkeiten gegenüber den netten Spendern honorierte.

Das ist natürlich Korruption, aber in der Bananenrepublik Deutschland ist Korruption, wie in allen zivilisierten Ländern, absolut legal.

Ich wage die Behauptung, daß Staatschef Ackermann niemals seine Bundeskanzlerin Merkel beauftragen wird, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen.

 

 

 
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Kommentare
Lukasz Szopa schrieb am 20.05.2010 um 11:12
Ich wäre da nicht so pessimistisch. Denn trotz der Bedeutung des dt. Finanzsektors, das sicherlich gegen eine Finanztransaktionssteuer wäre, hätte eine solche Steuer kaum negative (und eher positive) Effekte für die Industrie und andere DAX-Größen (SAP, Lufthansa, etc.) - die nicht unbedingt daran viel Geld verdienen, in sekundenschnelle Milliarden hin- und herzuschieben.
Ausser Sie haben einen klaren Hinweis darauf, dass die Finanzindustrie hinter dem Großteil der 82,4 Mio. Spenden steht - da wäre ich bei Ihnen als Pessimist.
Wolfram Heinrich schrieb am 21.05.2010 um 08:10
@Lukasz Szopa
Ich wäre da nicht so pessimistisch. Denn trotz der Bedeutung des dt. Finanzsektors, das sicherlich gegen eine Finanztransaktionssteuer wäre, hätte eine solche Steuer kaum negative (und eher positive) Effekte für die Industrie und andere DAX-Größen (SAP, Lufthansa, etc.) - die nicht unbedingt daran viel Geld verdienen, in sekundenschnelle Milliarden hin- und herzuschieben.

Gut, mag sein, daß die Lufthansa und Mercedes davon nicht so arg betroffen wären, weil sie andere Arten von Geschäften machen. Aber (Groß-)Aktionäre von Lufthansa oder Mercedes etc. verdienen durch ihre Anteile viel, viel Geld. Geld, das sie anlegen wollen, weil man soviel Geld ja doch nicht versaufen kann. Solche Leute geben ihr Geld dann nicht dem Dresdner Punk (erinnert sich noch wer an diesen Sketch aus der "Wochenshow"), sondern vertrauen es Finanzzauberern an. Und so gesehen ist auch die Lufthansa in Form ihrer Eigentümer von einer Transaktionssteuer betroffen.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 20.05.2010 um 11:51
Ich sympathiesiere mit Deiner Haltung, aber im Augenblick scheint
wohl das Ende der Belastungsfähigkeit der Regierung erreicht sein. Man darf ja nicht vergessen, dass sie auch wiedergewählt werden wollen und schau Dir an wo CDU/CSU und FDP zur Zeit stehen.
Schön wärs, aber vielleicht hast Du wirklich recht und es ist nur eine Träumerei.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 22.05.2010 um 00:06
Guten Abend,

die Finanztransaktionssteuer kommt nicht, wofür haben wir die FDP.
Noch zwei Fragen, ich bin neu hier.
Wie wird man Publizist und was unterscheidet einen Blog von einem Kommentar?

mb
Wolfram Heinrich schrieb am 22.05.2010 um 08:18
@Manfred Breitenberger
Noch zwei Fragen, ich bin neu hier.
Wie wird man Publizist und was unterscheidet einen Blog von einem Kommentar?


Fangen wir von hinten an.
Ein Kommentar ist das, was du eben geschrieben hast. Du hängst dich also an einen bestehenden Blogbeitrag an und gibst deinen Senf dazu, entweder direkt zum Blogtext oder zu einem bereits früher geschriebenen Kommentar.
Einen Blog(beitrag) kannst du auch selber erstellen, indem du auf deiner persönlichen Hauptseite (oder auf einer beliebigen anderen Seite oben rechts auf die Leiste "Jetzt Blogbeitrag schreiben" klickst. Es öffnet sich eine neue Seite und du kannst loslegen.
Worin sich ein Publizist von einem Blogger unterscheidet weiß ich auch nicht so ganz genau. Nun steht bei mir selber, ich wäre Publizist, und das steht so da, seit mal ein kleiner Text von mir in die gedruckte Ausgabe übernommen worden ist. Ich vermute also, daß dies das Kriterium ist.

Wenn du eine Diskussion, die dich interessiert, gezielt verfolgen willst, drückst du unterhalb des jeweiligen Blogbeitrages auf "Merken". Da geschieht erst mal nichts, dann erscheint ein Herzlein und zwei Punkte, mit denen du entweder die Aufnahme in die Merkliste bestätigen oder widerrufen kannst. Dann erhältst du jeweils eine E-Mail-Nachricht, wenn jemand einen neuen Kommentar zu diesem Thema geschrieben hat. Über Kommentare zu deinem eigenen Blog wirst du automatisch informiert, hier also nicht auf "Merken" drücken, du bekommst sonst zwei Benachrichtigungen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Alien59 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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