Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

10.07.2011 | 07:35

Die heutige Jugend

Die Jugend von heute ist ab - so - lut     in - dis - ku - ta - bel! Das hat schon mein Opa vor 50 Jahren gesagt.

 
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Kommentare
Don Quijote schrieb am 10.07.2011 um 08:00
Ja, das hat mein Opa auch gesagt, aber er meinte damit vor allem, daß er mit ihr nicht diskutieren könne. Wie die heutigen Opas auch. Gell, Wolfram.

Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:21
@Don Quijote
Ja, das hat mein Opa auch gesagt, aber er meinte damit vor allem, daß er mit ihr nicht diskutieren könne. Wie die heutigen Opas auch.

Im Namen aller heutigen Opas (und Omas) protestiere ich aufs Schärfste gegen solche Flegelei! Wir Open und Omen können sehr wohl mit der heutigen Jugend diskutieren, diese aber nicht mit uns.

Ciao
Wolfram
glaubdir schrieb am 10.07.2011 um 09:22
@wolfram heinrich, ist das jetzt eher manisch oder depressiv gemeint? ;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:23
@glaubdir
@wolfram heinrich, ist das jetzt eher manisch oder depressiv gemeint? ;-)

Diese freche Frage beantworte ich jetzt nicht. Tröste dich aber mit einem kostenlosen Tip: Wenn ein dir lästiger Gesprächspartner irgendeine Bemerkung macht, dann kannst du ihn aufs Höchste verwirren, indem du - mit ganz ernsthafter Miene - nachfrägst: "Meinst du das politisch, sexuell oder wertend?"
Freunde schaffst du dir mit dieser Methode natürlich keine, aber man kann schließlich nicht alles haben, Verwirrung und Freundschaft.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 09:39
Hm... was ist Jugend?
Achtermann schrieb am 10.07.2011 um 09:57
Das sollte Wolfram uns mal erklären! Bei diesen Massen an Verjüngungsoperationen, die fälschlicherweise Schönheitsoperationen genannt werden, sind Jugend und Alter kaum noch zu unterscheiden. Das geht oft der geistigen Entwicklung einher. Im Pubertätsstaduim beginnt der Stillstand. Da kann auch der regelmäßige Konsum des Musikantenstadls nicht darüber hinwegtäuschen.
glaubdir schrieb am 10.07.2011 um 10:13
@achtermann, hier erfahren wir, welche auswirkungen das musikantenstadl hat und warum man es meiden sollte. ;-)

www.youtube.com/watch?v=j9VoYxQHITU
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:23
@Fahrenheit 451
Hm... was ist Jugend?

Alles unter 90. Das heißt, sollte ich irgendwann doch mal 91 sein, so werde ich wahrscheinlich behaupten, alles unter 100.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:24
@Achtermann
Das sollte Wolfram uns mal erklären! Bei diesen Massen an Verjüngungsoperationen, die fälschlicherweise Schönheitsoperationen genannt werden, sind Jugend und Alter kaum noch zu unterscheiden.

Wollen mal so sagen: Wenn ich Zigaretten kaufe, muß ich meinen Ausweis nicht vorzeigen.

Ciao
Wolfram
ed2murrow schrieb am 10.07.2011 um 10:26
Der Cousin dritten Grades meiner angeheirateten Tante meinte vor vierzig Jahren: "Trau keinem über 30." Er ist heute 70.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 10:35
"Er ist heute 70."

Hm... und Sie? Ich meine, kann man Ihnen noch vertrauen oder ist es mittlerweile zu spät?
ed2murrow schrieb am 10.07.2011 um 13:41
Nachdem e2m ein durch und durch virtuelles Wesen ist, kommt es auf dessen Alter gar nicht an. Glauben Sie mir.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:32
@ed2murrow
Der Cousin dritten Grades meiner angeheirateten Tante meinte vor vierzig Jahren: "Trau keinem über 30." Er ist heute 70.

Oha, dann hat er die Spruch also in einem Alter gemacht, da man ihn allmählich nicht mehr machen sollte. Sehr unvorsichtig das.

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 17.07.2011 um 11:00
"Nachdem e2m ein durch und durch virtuelles Wesen ist, kommt es auf dessen Alter gar nicht an. Glauben Sie mir."

Dann müsste es nur heißen:

Der virtuelle Coisin dritter Ebene meiner geaddeten Tante meinte...
ed2murrow schrieb am 17.07.2011 um 18:36
Ich muss es ja nicht gleich allen und sofort erkennbar auf den Bildschirm schmieren, Kalle, sonst heißt's am Ende noch "virtuell = gespenstisch". Und es gibt noch zuviel Aberglaube drumherum, als dass das gänzlich ungefährlich wäre.
claudia schrieb am 10.07.2011 um 10:43
>>Die Jugend von heute ist ab - so - lut in - dis - ku - ta - bel! Das hat schon mein Opa vor 50 Jahren gesagt.<<
Das waren die, die Beatles gut fanden und in diesen hässlichen Neitenhosen herumliefen? Und die Buben hatten genau so lange Haare wie Mädle, aber Beide hielten nichts von 3-Wetter-Taft?
Schrecklich, ja. Degoutant. Indiskutabel.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:33
@claudia
>>Die Jugend von heute ist ab - so - lut in - dis - ku - ta - bel! Das hat schon mein Opa vor 50 Jahren gesagt.<<
Das waren die, die Beatles gut fanden und in diesen hässlichen Neitenhosen herumliefen?


Nein. Mein Opa hat niemals Nietenhosen getragen und Beatles-Fan war er auch nicht.

Ciao
Wolfram
claudia schrieb am 10.07.2011 um 19:11
Das ist schade. Mit Nietenhosen und als Beatles-Fan wäre er originell gewesen.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.07.2011 um 13:07
@claudia
Das ist schade. Mit Nietenhosen und als Beatles-Fan wäre er originell gewesen.

Das hab ich ihm auch gesagt, aber er wollte nicht. Inzwischen jedoch sind die Beatles ja selber im Opa-Alter.

Ciao
Wolfram
hardob schrieb am 10.07.2011 um 11:08
Ach Gott, immer dieser Jugendlichkeitswahn, selbst ein Bundespräsident oder der Abgewirtschaftsminister kommen daher wie Firmlinge resp. Konfirmanden. Ich einige mich darauf und kann damit dir recht geben:

Der Mensch von heute ist ab - so - lut in - dis - ku - ta - bel!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 11:24
Der Mensch von heute ist ein Neandertaler von morgen oder so... (war nicht meine Meinung, sondern einfach nur kurze Zusammenfassung!;)
hardob schrieb am 10.07.2011 um 12:02
Dem Neandertaler aber will ich gewiss nichts nachsagen. Vielleicht war er ja der friedliche Pflanzenfresser, der einst vom Homo sapiens sapiens eingekreuzt und aufgezehrt wurde.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 12:13
Hm... Eva war auch eine friedliche Apfelfresserin und was ist daraus geworden?

Das hat aber mit ihr nicht Homo sapiens gemacht, sondern Gott!!!!

Fazit: Gott ist absolut indiskutabel.

Logische Schlussfolgerung: Wenn Gott absolut indiskutabel ist und die Jugend von heute absolut indiskutabel ist, dann ist die Jugend von heute Gott.

Ob der Opa von Wolfram aber das Gleiche gemeint hat?
hardob schrieb am 10.07.2011 um 12:52
Zuviel Ödön von Horvath?!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 13:05
Meine erste Reaktion war: Hä? Meine zweite Reaktion war: Wikipedia aufrufen.

Nö, ich habe den Namen nie vorher gehört und verstehe den Bezug nicht...
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:37
@hardob
Ach Gott, immer dieser Jugendlichkeitswahn, selbst ein Bundespräsident oder der Abgewirtschaftsminister kommen daher wie Firmlinge resp. Konfirmanden.

Immerhin läßt wenigstens der Papst optisch erkennen, daß seine Firmung schon eine Weile her ist.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:38
@Fahrenheit 451
Nö, ich habe den Namen nie vorher gehört und verstehe den Bezug nicht...

Ödön von Horvath, wegen des Namens ein Ungar, trotz seines Namens aber ein deutscher Schriftsteller, hat einen Roman mit dem Titel "Jugend ohne Gott" geschrieben.

Ciao
Wolfram
abghoul schrieb am 10.07.2011 um 12:14
Ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz zur Selbstreflektion.
In meiner Jugendzeit hatte mich die abfällige Haltung der meisten Senioren gegenüber "der Jugend von heute" enttäuscht.
Jetzt sehe ich mich, obwohl ich noch nicht mal ansehnliches Alter erreicht habe, kopfschütteln ob "der Jugend von heute" abfällige Haltung generieren.
Ist halt schwer jetzt ein gesellschaftliches Stereotyp oder tatsächliche Rückentwicklung auseinanderzuhalten.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 12:26
Hihi... ich will jetzt nicht gemein sein (na gut, vielleicht ein kleines bisschen), aber wenn Du nur ansatzweise an die tatsächliche Rückentwicklung glaubst, dann ist das Problem ziemlich ernst... ich meine, das Problem mit Deinem Alter... ;) :)
abghoul schrieb am 10.07.2011 um 12:42
"69' curse" halt.
Wir hatten noch Bands und Zeugs, mir kommts bei den Kiddies heute vor als wär da schon in der Grundschule "Jeder gegen Jeden" getrimmt.
claudia schrieb am 10.07.2011 um 13:07
>>...mir kommts bei den Kiddies heute vor als wär da schon in der Grundschule "Jeder gegen Jeden" getrimmt.<<
Na ja, damals, so erinnere ich es, war das Prinzip "Höchstleistung", in dem alle alle übertreffen müssen gerade bei Mehrheitsjugend nicht sehr beliebt. "Angepasst" war eher ein Schimpfwort, so wie heute "sozialschwach".
Schliesslich wussten wir (oder ahnten unbewusst), dass der Faschismus mit weniger Leistung/Pflichtgeilheit etwas weniger schlimm gewesen wäre. (Das gilt auch für die heutige Faschismusvariante. Aber das erkennt man halt erst hinterher.)
claudia schrieb am 10.07.2011 um 13:37
Ach, da fällt mir ein, zur Ehrenrettung der damals Alten:
Ich habe in den 60ern von Alten gelegentlich, wenn auch nicht oft, gehört, dass sie die "heutige Jugend" besser fänden als die HJ-ler und BDMlerinnen.
Denn: "Ihr habt immerhin einen eigenen Kopf."
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:40
@abghoul
In meiner Jugendzeit hatte mich die abfällige Haltung der meisten Senioren gegenüber "der Jugend von heute" enttäuscht.
Jetzt sehe ich mich, obwohl ich noch nicht mal ansehnliches Alter erreicht habe, kopfschütteln ob "der Jugend von heute" abfällige Haltung generieren.


Ich hatte mir damals, mit 18 Jahren, meine aktuelle Befindlichkeit vor Augen geführt und zu mir gesagt: "Komm mir in 20, 30 Jahren ja nicht mit der alten Leier von der schönen Jugendzeit, mit der dich jetzt die alten Säcke zusoßen." Dabei war meine Jugend gar nicht so schlecht, ich kann nicht klagen.
Und ich habe mir damals in die Hand versprochen, daß ich der künftigen Jugend allenfalls unverbindliche Ratschläge geben würde, sie aber keinesfalls mit klugscheißerischen Bemerkungen von oben herab belästigen würde.
Und ich habe mich weitgehend dran gehalten, denn - san mir sich doch mal ehrlich - früher war halt ein Wort noch ein Wort, ein Mann ein Mann, eine Frau eine Frau und vieles war noch in Ordnung, was heute längst...
Daß mit der heutigen Jugend nicht mehr viel los ist, das hat nicht nur mein Opa gemeint. Das haben schon die Alten Babylonier in ihre Tontafeln gekritzelt, die griechischen Philosophen haben es geseufzt...
Soll ich dir mal, ganz im Vertrauen, sagen, was an der heutigen Jugend nicht in Ordnung ist? Daß es nicht mehr unsere Jugend ist. Ja, wenn jetzt der Mephisto mit einem Trankerl käm...
Obwohl: www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/jugend

Ist halt schwer jetzt ein gesellschaftliches Stereotyp oder tatsächliche Rückentwicklung auseinanderzuhalten.

Gottchen, was heißt "Rückentwicklung"? www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/frueher-mei-frueher

Und wie sagte schon der Philosoph: "Früher hätt's das nicht gegeben. Und wenn, so ist es lange her." Und: "Früher war halt die Vergangenheit noch nicht so weit weg."

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:40
@abghoul
Wir hatten noch Bands und Zeugs, mir kommts bei den Kiddies heute vor als wär da schon in der Grundschule "Jeder gegen Jeden" getrimmt.

Ich darf mich der Einfachheit halber selbst zitieren: "Und selbst wenn diese Ach-wie-war-es-früher-schön-Prediger denn recht hätten, eines vergessen sie regelmäßig: Daß es nämlich sie selbst waren, welche die Welt so verändert haben, daß sie eine zu nichts mehr taugende Jugend produziert."

Ciao
Wolfram
abghoul schrieb am 10.07.2011 um 17:52
"Und selbst wenn diese Ach-wie-war-es-früher-schön-Prediger denn recht hätten, eines vergessen sie regelmäßig: Daß es nämlich sie selbst waren, welche die Welt so verändert haben, daß sie eine zu nichts mehr taugende Jugend produziert."
Da hast du leider völlig Recht mit.
Und das mit der Rückentwicklung hab ich schwach definiert, hätte wohl eher so aussehen sollen:
Selbst wenn es eine Rückentwicklung gäbe, wie sollte ich die von einem jahrtausende altem Stereotyp unterscheiden können.?
luzieh.fair schrieb am 10.07.2011 um 14:49
Wollte heute morgen schon schreiben:

1. ein Zitat, das angeblich auf Sokrates zurück geht:

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. "

und 2. eines vom guten, alten (ist das schon respektlos?) Aristoteles:

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."

Den Übergang zum Ende dieses Kommentars liefert Mark Twain:

"Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend."

Während Erich Kästner das Schlusswort hat:

"Es kann nicht früh genug darauf hingewiesen werden, dass man die Kinder nur dann vernünftig erziehen kann, wenn man zuvor die Lehrer vernünftig erzieht."

...obwohl, nein. Das Schlusswort überlasse ich Leonardo da Vinci:

"Schlecht steht es um den Schüler, der seinen Meister nicht überflügelt."

...da ist es ja kein Wunder, dass die Jugend von Generation zu Generation immer schlimmer wird. Da Vinci wäre bestimmt stolz:-)
Wolfram Heinrich schrieb am 10.07.2011 um 17:41
@luzieh.fair
...da ist es ja kein Wunder, dass die Jugend von Generation zu Generation immer schlimmer wird.

- Du, Papa...
- Ja?
- Weißt du eigentlich, wer die Dampfmaschine erfunden hat?
- Ja, das war James Watt.
- Toll, was du alles weißt.
- Ja, mein Sohn, Väter sind halt klüger als ihre Söhne.
(Grübel, Grübel...)
- Du, Papa?
- Ja.
- Wieso hat dann nicht James Watts Vater die Dampfmaschine erfunden?

Ciao
Wolfram
Angelia schrieb am 10.07.2011 um 20:44
...und ich finde nicht, dass wir mit dieser Tradition brechen sollten :-) Die Jugend, frei von Regeln und Grenzen erzogen, hat heutzutage doch eh kaum noch was, gegen das sie revolieren kann, geschweige denn muss.

beste Grüße A.
Angelia schrieb am 10.07.2011 um 20:46
revoltieren von Revolte, nicht revolieren von Revolver
Wolfram Heinrich schrieb am 12.07.2011 um 16:11
@Angelia
...und ich finde nicht, dass wir mit dieser Tradition brechen sollten :-) Die Jugend, frei von Regeln und Grenzen erzogen, hat heutzutage doch eh kaum noch was, gegen das sie revoltieren kann, geschweige denn muss.

www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/antiautoritaere-erziehung

Ciao
Wolfram
Magda schrieb am 10.07.2011 um 21:16
Zum Thema "Schreckliche Jugend" kann ich hier was Hübsches erzählen - aus der unmittelbaren Internet-Erfahrung.

Hier beim Freitag hat vor einiger Zeit immer mal ein gewisser "Moonlighting" gepostet und von seinem Einsatz in einer englischen Stadt erzählt. Er betreute da behinderte Jugendliche. Er war immer ganz genau in der Schilderung seiner Tagesabläufe und manche fanden das nicht so toll. Mir gefällt sowas und ich habe ihn - trotz allem - ermutigt - weiterzuschreiben. Ich habe ihn ein bisschen verteidigt, weil ich fand, dass er doch durchaus auch was zu erzählen hat, auch wenn er keinen dramatischen "Aufhänger" dafür fand, sondern eben so erzählte. Irgendwann hörte er auf. Jetzt hat er sich bei mir per PN und dann per Facebook gemeldet und ist schon wieder unterwegs, diesmal in den USA. Er betreut da ein Jugendcamp.
Ein zielstrebiger, freundlicher junger Mann. Es gibt eben solche und solche. Wirkt auf mich auch fast ein bisschen old fashioned und sehr ernsthaft .

Ich weiß auch nicht, warum er sich wieder meldete. Ich denke, er ist auf eine ganz ruhige unaufgeregte Art an Kommunikation und Austausch interessiert. Ob das jetzt ein Plädoyer für die Jugend sein soll oder eins für den Internet-Austausch weiß ich gar nicht so recht. Aber man kommt mit Leuten zusammen,die man im Alltag niemals treffen würde.
oranier schrieb am 17.07.2011 um 14:56
"Mir gefällt sowas und ich habe ihn - trotz allem - ermutigt - weiterzuschreiben"
- Obwohl dir sowas gefällt?

"Ob das jetzt ein Plädoyer für die Jugend sein soll oder eins für den Internet-Austausch weiß ich gar nicht so recht."
- Ja wer, außer du, soll das denn wissen?
Magda schrieb am 17.07.2011 um 15:06
"Obwohl dir sowas gefällt?"

Nein, nicht obwohl mir sowas gefällt, sondern trotz der Kritiken, die er von anderen bekam.
Für mich war es ein Plädoyer für die Jugend. Das Internet aber ist ein gutes Medium für solche Kontakte.
Magda schrieb am 17.07.2011 um 15:07
"Ja wer, außer du, soll das denn wissen?"

Muss es nicht heißen: Wer außer dir?

:-))
oranier schrieb am 17.07.2011 um 18:28
Hui, kalt erwischt, natürlich, Kommt vom halben Redigieren, sollte eigentlich schöner heißen: "wer, wenn nicht du ..."
Grüße!
Magda schrieb am 10.07.2011 um 21:27
Zu Vater und Sohn habe ich auch noch eine hübsche Anekdote. Eine Karikatur aus dem "Simplicissimus" trägt folgende Unterschrift.
Klaus zum Vater:
„Du weißt doch, Papa, Genies haben niemals geniale Söhne, also bist du kein Genie.“
Magda schrieb am 10.07.2011 um 21:33
Himmelarsch - ich bin wirklich zerstreut: Geht um Thomas Mann und Sohn Klaus.
glaubdir schrieb am 11.07.2011 um 00:18
@zusammen, warum es wichtig ist, kinder nicht zu verdummen. ;-)

www.youtube.com/watch?v=yS6BqbDWbvQ
apatit schrieb am 17.07.2011 um 08:26
(!)
KalleWirsch schrieb am 17.07.2011 um 11:05
Mein Opa meinte vor 30 Jahren:

Diese Halbstarken, sehen aus wie Mädchen, benehmen sich wie Judenlümmel und hören Negermusik.

Und das ist kein Scherz. Manchmal wurde das dann mit einer ausgiebigen Erzählung über den Russlandfeldzug, insbesondere Stalingrad ergänzt.
Wolfram Heinrich schrieb am 17.07.2011 um 15:09
@KalleWirsch
Mein Opa meinte vor 30 Jahren:

Diese Halbstarken, sehen aus wie Mädchen,


Na, na. Vor 30 Jahren hat doch selbst der opigste Opa nicht mehr von Halbstarken gesprochen. Oder warts ihr in der DDR so weit hinter der Entwicklung her, daß noch das Echo von "Halbstarke" im Raume schwebte?

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 17.07.2011 um 20:09
Mein Opa wurde 1900 geboren und er hat wirklich von Halbstarken und Judenlümmeln gesprochen. Und von Negermusik, besonders wenn Disco im Fernsehen lief. Und wie kommst du auf die DDR? Ich bin im Pott groß geworden.
Cassandra schrieb am 17.07.2011 um 14:45
Hab da was.

www.freitag.de/community/blogs/cassandra/nach-1978-geboren-dann-lesen-

Streifzugs Blog dazu gibt es leider nicht mehr, der Text ist aber ein bekannter, den man noch an anderen Stellen findet.

www.schwarzmeier.iivs.de/texte-1978.html

Ein besonders gutes Beispiel der hier parodierten Auffassung zur Jugend findet sich übrigens in den Kommentaren weiter unten.
j-ap schrieb am 17.07.2011 um 15:38
Es begab sich im Jahr des Herrn 2002, daß ich von wegen eines gerade absolvierten Schulabschlusses einen Spezl abholte zu einer ... nun, seien wir ganz ehrlich: paneuropäischen Sauftour.

Nachdem ich nun also am Hause meines Freundes geschellt hatte, öffnete mir die Großmutter — eine Frau von robusten 86 Jahren, die keinen Zweifel daran ließ, daß sie nach festen Maßstäben durch die Welt schritt, die, einmal festgezurrt, fürs Restleben auch bestehen blieben.

Nachdem sie sich mit denkwürdiger Schroffheit, in der immer auch ein Gran Liebenswürdigkeit liegt, nach meinem allgemeinen Befinden erkundigt hatte, befragte sie mich nach dem Zweck meines Besuchs. Ihr den geschildert habend hob sie nachher die Braue und bekannte:

»Also diese Jugend, immer nur feiern, feiern, feiern. Unsere Generation mußte damals wenigstens tüchtig sein, weil sie ein ganzes Land aufzubauen hatte!«

Woraufhin ich einwandte: »Freilich, Frau M. Ihre Generation war ja vorher auch ganz tüchtig beim Abbauen ganzer Länder dabei ...«

Sie war leicht verstimmt.
Wolfram Heinrich schrieb am 17.07.2011 um 15:53
@j-ap
»Also diese Jugend, immer nur feiern, feiern, feiern. Unsere Generation mußte damals wenigstens tüchtig sein, weil sie ein ganzes Land aufzubauen hatte!«

Woraufhin ich einwandte: »Freilich, Frau M. Ihre Generation war ja vorher auch ganz tüchtig beim Abbauen ganzer Länder dabei ...«

Sie war leicht verstimmt.


Was ich immer sag: Schon 1916 war mit der Jugend nicht mehr viel los.

Was mir seinerzeit als Kind schon an der Kriegsgeneration aufgefallen ist: Die haben sich wahnsinnig gerne und behaglich darüber unterhalten, was sie alles mitgemacht hätten ("mitgemacht" war ein Haupt- und Staatswort, damals). Und wenn dann der eine erzählt hat, was er mitgemacht hat, dann hat der andere nie - ich schwöre: nie - mals - drauf geantwortet "Oje, oje, da hatte ich es aber doch noch etwas besser", sondern er kam immer - ich schwöre: immer - mit einer anderen Geschichte, aus welcher hervorging, daß er noch viel, viel mehr mitgemacht habe. Und das ging dann eine Weile hin und her, bis das Championat der Leiden entschieden war.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 02.08.2011 um 21:37
@Wolfram Heinrich
Meiner wohl auch. ;)

...und vielleicht auch sogar mein Ururururopa vor 190 Jahren! ;)
Wolfram Heinrich schrieb am 02.08.2011 um 22:44
@poor on ruhr
Meiner wohl auch. ;)

...und vielleicht auch sogar mein Ururururopa vor 190 Jahren! ;)


Höchstwahrscheinlich hat das schon der Ururururopa vom Homer gesagt. Die alten Babylonier haben dergleichen Wehklagen jedenfalls schon in ihre Tontafeln geritzt.
Wahrscheinlich geht die Welt unter, wenn dieses Gejammere mal aufhört.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 04.08.2011 um 19:09
@Wolfram Heinrich
"Wahrscheinlich geht die Welt unter, wenn dieses Gejammere mal aufhört." Genau. ;)
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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