Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

24.01.2010 | 21:34

Gotteln

Kennst du dieses wunderbare Gefühl, wenn du einen to - tal versifften und verstellten Raum betrittst und dich dann entschließt, hier mal wieder gründlich Ordnung zu machen. Das heißt, an diesem Punkt ist das Gefühl noch nicht so wunderbar, es ist eher die Vorfreude auf Kommendes. Aber dann gehst du, "machst gründlich" und schließlich schaut der Raum wieder proper und ordentlich aus.

Voraussetzung für dieses Glücksgefühl ist natürlich, daß es sich um eigene Räume handelt, möglichst um täglich bewohnte oder wenigstens benutzte Räume. Irgendwelche fremdversifften Wohnungen beim Auszug aufzuräumen, macht keinen Spaß. Das ist berufliche Fronarbeit.

Nein, ganz entschieden: Es müssen die eigenen Räume sein.

Und da beginnt für viele Leute das Problem. Nur die allerwenigsten Menschen, die ich kenne, besitzen diese eiserne Selbstdisziplin, ihr eigenes Zimmer, ihre eigene Wohnung über viele, viele Monate hinweg dermaßen verwahrlosen zu lassen, daß sich schließlich dieses - vom Kontrast Vorher-Nachher abhängige - Glücksgefühl einstellt.

Dieses "Ordnung machen im Chaos" nenne ich gerne gotteln, denn wenn du das gemacht hast, dann hast du einen Hauch jenes Gefühls, das Gott gehabt haben muß, als er aus dem Tohuwabohu vor der Schöpfung endlich die Welt samt Menschen und Tieren und Pflanzen erschaffen hatte.

 

Aber, wie gesagt, Disziplin braucht man dafür schon.

 

 
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Kommentare
jayne schrieb am 25.01.2010 um 08:13
sehr vertraut das ganze, und schön auf den punkt gebracht ...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 25.01.2010 um 08:28
Interessante Theorie. Du meinst also, man muss seine Bude nur erst so richtig versiffen lassen, dann stellt sich diese Vorfreude ein?
So etwas Ähnliches kenne ich nur von einem Kumpel, der solchen Aufräumaktionen mit einer Mischung aus Vorfreude und Abscheu begegnet. Wenn die ca. 2000 Pfandflaschen schließlich weg sind (Plastik abgegeben, Glas im Container), dann kommt er wieder problemlos bis zu seinem Bett bzw. seiner Matratze. Aber wirklich sauber und ordentlich ist seine Bude dann immer noch nicht. Bestenfalls so mittelsiffig wie meine im Normalzustand.
Was meinst Du denn, wie lange ich warten sollte, bis ich aufräume? - damit der Trick funktioniert ...
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:30
@derDonnerstag
Interessante Theorie. Du meinst also, man muss seine Bude nur erst so richtig versiffen lassen, dann stellt sich diese Vorfreude ein?

Freilich. Das Gotteln entsteht durch den Kontrast von vorher und nachher. Wenn du jeden Tag aufräumst und staubsaugst wirst du nie dieses Gefühl empfinden können - es sei denn, du lädst zu einer Party in dein Heim. Dann versauen dir die Gäste die Bude so wirkungsvoll, wie du das nur in Wochen schaffst.

Was meinst Du denn, wie lange ich warten sollte, bis ich aufräume? - damit der Trick funktioniert ...

Oh, feste Grenzwerte gibt es noch nicht, eine Kommission des Bundestages arbeitet daran. Hier hilft nur eifriges Experimentieren. Und, wie gesagt, eiserne Selbstdisziplin.

Ciao
Wolfram
Magda schrieb am 25.01.2010 um 08:44
Hübsche Idee. Aber, es stimmt, man gibt zu schnell auf und opfert das große Glücksgefühl einer kleinlichen Staubwischerei. Vielleicht sollte man überhaupt immer im Leben mehr zusammenkommen lassen, damit man "gotteln" kann. Oder so...

Naja, weiß nich...
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:30
@Magda
Hübsche Idee. Aber, es stimmt, man gibt zu schnell auf und opfert das große Glücksgefühl einer kleinlichen Staubwischerei. Vielleicht sollte man überhaupt immer im Leben mehr zusammenkommen lassen, damit man "gotteln" kann. Oder so...
Naja, weiß nich...


Einer ordentlichen Hausfrau blutet natürlich das Herz und der Putzlumpen in der Hand erstarrt ihr zu Eis, wenn sie meine Worte liest. Es ist wahrscheinlich geschlechtsspezifisch. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: "Der Mann als solcher is a Sau."

Ciao
Wolfram
Magda schrieb am 25.01.2010 um 13:16
Wolfgang Heinrich,
ich verbitte mir die Zuschreibung ordentliche Hausfrau.
Die einzige ordentliche Hausfrau, die ich kenne, ist der Herr, der auch hier wohnt. compris?

Nix geschlechtsspezifisch oder ich fange an zu "teufeln" als des Chaos wunderliche Tochter.

:-(Zunge raus)
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:25
@Magda
Wolfgang Heinrich,

Liebe Magdalena, mein Vorname lautet Wolfram. Ram, ram, ram.

ich verbitte mir die Zuschreibung ordentliche Hausfrau.
Die einzige ordentliche Hausfrau, die ich kenne, ist der Herr, der auch hier wohnt. compris?


Mit dem Ausdruck größten Bedauerns nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.

Nix geschlechtsspezifisch oder ich fange an zu "teufeln" als des Chaos wunderliche Tochter.

Hiermit fordere ich aus- und nachdrücklich das Recht jeder Frau auf den häuslichen Schweinestall ein.

Ciao
Wolfram
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.01.2010 um 08:56
Mein Vater hat immer gesagt "Der liebe Gott weiß alles - und ich weiß alles besser".

:)
Hermanitou schrieb am 25.01.2010 um 08:59
Das meiste Gotteln erfolgte, als meine Kinder klein waren und in ihren Zimmern die "Lego-Ursuppe" auf dem Boden schwamm. Unmengen Lego, vermischt mit allem anderen Kleinspielzeug. Mein Gott, das Aufräumen war wirklich ein Kraftakt.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:31
@Hermanitou
Das meiste Gotteln erfolgte, als meine Kinder klein waren und in ihren Zimmern die "Lego-Ursuppe" auf dem Boden schwamm. Unmengen Lego, vermischt mit allem anderen Kleinspielzeug. Mein Gott, das Aufräumen war wirklich ein Kraftakt.

Kinderzimmer giltet nicht. Der Saustall muß schon selbstgeschaffen sein.

Ciao
Wolfram
Hermanitou schrieb am 25.01.2010 um 10:48
Ok, dann bin ich aus dem Rennen.
Ciao
Hermann
born2bmild schrieb am 25.01.2010 um 09:02
Messie der Messias
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:31
@born2bmild
Messie der Messias

Ob sie den echten Messias mit seinem Schmuddelkaftan und den zottigen Haaren heute nicht aus jedem Gottesdienst rauswerfen würden? (Daß er Jude ist, kommt natürlich erschwerend hinzu.)

Ciao
Wolfram
Rahab schrieb am 25.01.2010 um 09:25
auch g'tt menschelte ab und zu.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:32
@Rahab
auch g'tt menschelte ab und zu.

Du sprichst, als wäre er verschieden.

Ciao
Wolfram
Rahab schrieb am 25.01.2010 um 10:41
ja. ist er doch, friede seiner asche.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 10:45
@Rahab
- Du sprichst, als wäre er verschieden.
- ja. ist er doch, friede seiner asche.


Gott hat gelebt?

Ciao
Wolfram
Rahab schrieb am 25.01.2010 um 11:27
einige nehmen das an. für diese ist die vorstellung seines ablebens eine hilfreiche überleitung. nehme ich an.
für andere wohl nicht. die meinen, sie könnten sich selbst an die stelle dieser vorstellung setzen.
wenn's allerdings dazu verhilft, dass sie den eigenen scheiß aufräumen, dann: soll sein!
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 11:59
aber, dass er tot ist, darauf können wir uns einigen, oder?
Rahab schrieb am 25.01.2010 um 12:07
ich schlage vor: un-tot.
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 12:12
wenn das christianberlin liest...

Rahab schrieb am 25.01.2010 um 12:23
dann? unterstellt er mich der kirchenzucht?
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 12:29
mindestens. wenn du nicht sogar vielleicht in den chor musst.
Rahab schrieb am 25.01.2010 um 13:10
dann wird sein heulen und zähneklappern und stimmgabelbruch
Titta schrieb am 26.01.2010 um 23:40
Kleriker - die zarteste Versuchung, seit es Gott gibt!
poor on ruhr schrieb am 25.01.2010 um 11:18
Ich müsste auch mal wieder in meiner Wohnug gotteln. ;O)

por
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 11:24
@poor on ruhr
Ich müsste auch mal wieder in meiner Wohnung gotteln. ;O)

Um Gottelns Willen, was habe ich da nur losgetreten....

Ciao
Wolfram
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 11:55
Ach herrlich!

In kleinem Rahmen - vielleicht eher halbgöttlich - hatte ich das diesen Samstag. Hauptsächlich hatte sich Wäsche angehäuft.

Nach beinahe getaner Arbeit machte mir allerdings der nichtfunktionierende Staubsauger einen Strich durch die Richtung. Aber schön sah es aus.

Zu schätzen weiß ich den Blick vor allem vom Olymp aus, also dem Bett. Es gibt nichts besseres als nach Tagen wieder in einem aufgeräumtem Zimmer zu erwachen.

LG und danke für's Erinnern,

JJK
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 12:24
Jetzt fehlen nur noch süße kleine Lebensformen, geschaffen aus einer klebrigen Lehmersatzmasse, ein wenig Kaugummirest, ein wenig ..., welche dann zukünftig, mit mehr oder weniger freiem Willen, das Zimmer mit einem teilen werden und deren fürsorgliche Betreuung gotteln in letzter Konsequenz erfahrbar machen wird.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 12:42
@Streifzug
Jetzt fehlen nur noch süße kleine Lebensformen, geschaffen aus einer klebrigen Lehmersatzmasse, ein wenig Kaugummirest, ein wenig ..., welche dann zukünftig, mit mehr oder weniger freiem Willen, das Zimmer mit einem teilen werden und deren fürsorgliche Betreuung gotteln in letzter Konsequenz erfahrbar machen wird.

Hmnja, Gummibärchen täten's auch. Was mir aber fehlt, das ist der Odem, weißt eh, den wo man den Gummibärchen dann einblasen würde täte.

Ciao
Wolfram
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 12:48
Kriegt man davon nicht ein bisschen was ehrenhalber, wenn man gottelt?
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 12:51
@Jan Jasper Kosok
- Was mir aber fehlt, das ist der Odem, weißt eh, den wo man den Gummibärchen dann einblasen würde täte.
- Kriegt man davon nicht ein bisschen was ehrenhalber, wenn man gottelt?


Ich hab nachgefragt, aber Gott hat gemeint, für Atheisten gäb es so was nicht. Manchmal ist er wirklich kleinlich.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 12:54
Gummibärchen? Oh Gott, ein Schalk.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:00
@Streifzug
Gummibärchen? Oh Gott , ein Schalk.

Weder Gott noch Schalk, sondern Hariboiker.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 13:08
@Wolfram Heinrich,
Weder Gott noch Schalk, sondern Hariboiker.

Das riecht nach einer Vereinsgründung:
Atheistische Anonyme Hariboiker, AAH.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:14
@Streifzug
Das riecht nach einer Vereinsgründung:
Atheistische Anonyme Hariboiker, AAH.


Soll ich so einen Verein gründen? Wenigstens wirrtuell?

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 13:28
@Wolfram Heinrich,
Soll ich so einen Verein gründen? Wenigstens wirrtuell?

Vielleicht als VereinsNick?

Das bringt Schwung in den Schuppen, entkrampft die wirre linke Atheismusdebatte, bündelt das Irgendwie in einem zenralen Punkt und man hat sogar ein leckeres Logo.

Passende Rituale werden schriftlich niedergelegt. Das nenn ich Journalismus 2010.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:42
@Streifzug
- Soll ich so einen Verein gründen? Wenigstens wirrtuell?
- Vielleicht als VereinsNick?


Um Gottes Willen, versündige dich nicht. Stell dir die Aufregung vor, wenn ich hier anfinge, mit einem zweiten Nick zu posten.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 13:57
@Wolfram Heinrich,

natürlich bekommt jedes Vereinsmitglied die Zugangsdaten und kann anregende AAH-Artikel einstellen.

SingleNicks würden in kürzester Zeit eine bedauernswerte Restgruppe, Minderheit, die auf Verständnis, wenn nicht gar Toleranz angewiesen wäre.

Jedem seinen zweiten Nick, Prost.
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 13:58
Ich stelle mir das ganz schön vor. Vielleicht ändere ich meinen Namen in "oben links". Einwände?
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:11
@JJK,

na, deine Anregung sorgt bestimmt für Hauen und Stechen. Ich seh die sich prügelnde Warteschlange bei unten rechts bildlich vor mir, obwohl man sich ja keins machen soll ;)
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 14:18
@Streif (da wird ja wieder gefahren jetzt) Aber hier geht es doch gerade um Bilder: Und am, siebten Tag schuf Gott ein Zimmer nach seinem Abbild. Oder so. Ich bin nicht sonderlich bibelfest.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 14:19
@Streifzug
SingleNicks würden in kürzester Zeit eine bedauernswerte Restgruppe, Minderheit, die auf Verständnis, wenn nicht gar Toleranz angewiesen wäre.
Jedem seinen zweiten Nick, Prost.


Ach so, du denkst an so eine Art Putsch. Und heute gehört uns Der Freitag und morgen das ganze Netz. Hypsche Idee, ich werde drüber nachdenken. So gegen Montag Abend kommt eher immer mein Größenwahn-Schub.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:30
@JJK
Und am siebten Tag schuf Gott ein Zimmer nach seinem Abbild.

Das Zimmer schuf Gott als seine Spielwiese. Die Gummibärchen schuf er nach seinem Abbild.



@Wolfram Heinrich,

für Punsch bin ich immer zu haben.
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:34
Oha, jetzt kriegen wir wirklich bald Schimpfe von ChristianBerlin :)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.01.2010 um 14:34
Sind das nicht Jedi-Bärchen?
Jan Jasper Kosok schrieb am 25.01.2010 um 14:37
@Felicitas Ewoks? Mindestens. Die Frage ist nur, ob man diese kauzigen Viecher wirklich in seinem Zimmer haben will.
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 14:38
@Streifzug
Oha, jetzt kriegen wir wirklich bald Schimpfe von ChristianBerlin :)

Alsdann, in Gottes Namen: Schluß jetzt!

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:42
Alsdann, in Gottes Namen: Schluß jetzt!

War ja klar. Immer wenn die Sünde gerade beginnt Spaß zu machen ...
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 14:43
@Streifzug
für Punsch bin ich immer zu haben.

Besonders stark soll ja der Militärpunsch sein.
Ich war als Kind schon recht angetan von der Emanzipation, ich dachte nämlich, das habe was mit Marzipan zu tun (irgendwie glaube ich es immer noch nicht, daß da gar kein Zusammenhang bestehen soll). Später wurde ich über meinen Irrtum belehrt, meine Vorliebe für die Emanzipation aber ist geblieben. Was Naschwerk doch gut sein kann für die Aufklärung.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:45
@JJK
Die Frage ist nur, ob man diese kauzigen Viecher wirklich in seinem Zimmer haben will.

Hmmm, ob Gott sich diese Frage auch ab und an stellt?
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:55
@Wolfram Heinrich,

Jetzt wird mir so einiges klar.

Als Kind hab ich Marzipan immer direkt gegessen, während meine Schwester es sich ewig aufbewahren konnte, solange, bis es steinhart war (ich hab mir fast einen Zahn dran ausgebrochen als ich mal heimlich versucht hab dran zu naschen).

Ein anderes mal hab ich eine Marzipanfigur sogar von hinten ausgehöhlt. Meine Schwester war recht sauer, als sie das entdeckte.

Emarzipation scheint Frauen im Blut zu liegen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.01.2010 um 14:59
@ streifzug

Glaube und Ewoks lassen sich evtl. verbinden, siehe ewok-Gospel:

Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 15:03
@Streifzug
Immer wenn die Sünde gerade beginnt Spaß zu machen ...

Ja, mei. Alles was Spaß macht ist entweder unmoralisch oder es macht dick.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 15:03
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 14:45
- Frage ist nur, ob man diese kauzigen Viecher wirklich in seinem Zimmer haben will.
- Hmmm, ob Gott sich diese Frage auch ab und an stellt?


Bestimmt tut er das. Mit der Sintflut hat er ja schon mal versucht, gründlich aufzuräumen. Er hat bloß eine Handvoll Guter Menschen übriggelassen, aber die haben anschließend wieder das gleiche Chaos verursacht wie zuvor.

Ciao
Wolfram
Streifzug schrieb am 25.01.2010 um 15:08
@Wolfram Heinrich,
Er hat bloß eine Handvoll Guter Menschen übriggelassen, aber die haben anschließend wieder das gleiche Chaos verursacht wie zuvor.

Das war der Kardinalfehler. Beim nächsten Mal lässt er nur eine Handvoll SchlechtMenschen übrig. Die halten die Population selbst klein.
Lethe schrieb am 25.01.2010 um 13:02
was machen wir aber mit Zeitgenossen wie mir, die weder an der Vorfreude noch am Hinterher irgendetwas Freudiges zu erkennen vermögen? Dürfen wir beim Vorher bleiben? Ich liebe mein Chaos!
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:11
@Lethe
was machen wir aber mit Zeitgenossen wie mir, die weder an der Vorfreude noch am Hinterher irgendetwas Freudiges zu erkennen vermögen?

Nach dem Aufräumen trinkst du ein Glaserl Lethe und schon kommt Vergessen über dich.

Dürfen wir beim Vorher bleiben? Ich liebe mein Chaos!

Dürfen darfst du alles. Aber, man soll die Dinge realistisch sehen, bei einem echten Chaotiker sieht es drei Tage nach dem Großen Aufräumen eh schon wieder fast so aus wie zuvor. Aufräumen ist bei unsereinem wie Bäumeschneiden: Jedes abgeschnittene Asterl stimuliert nur das Wachstum der Äste.

Ciao
Wolfram
Lethe schrieb am 25.01.2010 um 13:42
das mit dem Glaserl Lethe hört sich nach einer praktikablen Lösung für alles an^^ ich würde es nur vielleicht schon vorher trinken, dann vergesse ich das Vorhaben^^ auch hilft es, zwei Minuten die Wand anzustarren, dann ist der Anfall von Aufräum-Wahn auch schon vorbei^^
Wolfram Heinrich schrieb am 25.01.2010 um 13:45
@Lethe
das mit dem Glaserl Lethe hört sich nach einer praktikablen Lösung für alles an^^ ich würde es nur vielleicht schon vorher trinken, dann vergesse ich das Vorhaben^^ auch hilft es, zwei Minuten die Wand anzustarren, dann ist der Anfall von Aufräum-Wahn auch schon vorbei^^

Ich sehe, du verstehst dich auf die Lebenskunst.
Frage: Was bedeuten eigentlich jeweils die beiden "^^"?

Ciao
Wolfram
Lethe schrieb am 25.01.2010 um 14:36
freundliches Augenzwinkern^^
merdeister schrieb am 25.01.2010 um 14:48
Gotteln für Fortgeschrittene.
Dreizehn schrieb am 26.01.2010 um 22:21
Genau. Die diesbezügliche Askese wird immer wieder unterbrochen durch Besucher. Mir gelingt es noch nicht einmal, den natürlichen Wuchs der Bücherstapel dauerhaft hinzunehmen. Ich bin ein Außenseiter in diesem Block.
oca schrieb am 26.01.2010 um 12:20
Ich muss gestehen, dass es mit meiner Disziplin nicht weit her ist, aber ich habe Freunde, die es darin zur Meisterschaft gebracht haben. Hast Du schon mal eine Duschwanne mit einem schwarzbraunen Kalküberzug gesehen? Ich meine, so richtig dick und flächendeckend. Ich würde das Reinigen solcher Badezimmer nicht mehr mit dem christlichen Schöpfungsakt vergleichen. Es muss sich eher anfühlen wie das Werk eines Mayagottes, der die Welt zerstört um sie danach wieder zu erschaffen. Spirituelle Bedeutung hat dabei auch der Einsatz hochagressiver Reinigungssubstanzen (Essigsäure), die bewusstseinsverändernde Dämpfe verströmen.
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 12:33
@oca
Ich muss gestehen, dass es mit meiner Disziplin nicht weit her ist,

Ja mei, wem es gegeben ist, dem ist es halt gegeben.

aber ich habe Freunde, die es darin zur Meisterschaft gebracht haben. Hast Du schon mal eine Duschwanne mit einem schwarzbraunen Kalküberzug gesehen? Ich meine, so richtig dick und flächendeckend. Ich würde das Reinigen solcher Badezimmer nicht mehr mit dem christlichen Schöpfungsakt vergleichen.

Nein, dergleichen habe selbst ich noch nicht gesehen, hört sich aber interessant an. Es muß ein schönes Gefühl, so eine Badewanne mit Essig oder was immer wieder sauber zu bekommen.

Es muss sich eher anfühlen wie das Werk eines Mayagottes, der die Welt zerstört um sie danach wieder zu erschaffen. Spirituelle Bedeutung hat dabei auch der Einsatz hochagressiver Reinigungssubstanzen (Essigsäure), die bewusstseinsverändernde Dämpfe verströmen.

Eine luzide Anmerkung zum Thema "Religion und Saustall". Doch.

Ciao
Wolfram
P. S.: Wieso nennst du dich "Gans"?
oca schrieb am 26.01.2010 um 13:14
Die Übereinstimmung mit dem Spanien-spanischen Wort für Gans ist ebenso zufällig wie die mit dem Wort für die großen Hütten brasilianischer indigener Völker. Wieso nennst Du Dich eigentlich wie ein Metall?
Streifzug schrieb am 26.01.2010 um 13:54
Ach wie passend, solche Badewannen reinigt man nicht. Beuys war schlauer ;)
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 16:16
@oca
Die Übereinstimmung mit dem Spanien-spanischen Wort für Gans ist ebenso zufällig wie die mit dem Wort für die großen Hütten brasilianischer indigener Völker.

Ja, dann.

Wieso nennst Du Dich eigentlich wie ein Metall?

Ich nenne mich nicht, ich heiße so, ganz amtlich.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 16:17
@Streifzug
Ach wie passend, solche Badewannen reinigt man nicht. Beuys war schlauer ;)

Eine beschmadderte Badewanne ist schnell gefunden bzw. gemacht; die wahre Kunst besteht aber darin, sich etwas einfallen zu lassen, was dieses beschmadderte Ding jetzt, sozialkritisch und kulturhistorisch, bedeuten könnte.

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 19:11
Der Schmadder steht uns bis hier?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 19:17
@ Wolfgang Heinrich
So eine Badewanne habe ich kürzlich erstmalig gesehen und gereinigt!
Tatsächlich dachte ich, die wäre kaputt. Das Emaille war abgeschubbert. Aber es war Kalkschmutz.
Ohne Witz: 5 Stunden. Auch, weil ich immer wieder was anderes machen mußte zwischen durch. Z.B. Schimpfen.
Erfolgreich war ich mit Chemie, Essig, Scheuerpulver & einem Metalltopfschrubber.

Für Schmutz & Dreck habe ich kein Verständnis und akzeptiere keine Entschuldigung.
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 19:45
@chrisamar
Wolfgang Heinrich

-ram, -ram, -ram, nicht -gang.

Für Schmutz & Dreck habe ich kein Verständnis und akzeptiere keine Entschuldigung.

Das ist jetzt aber ein bedauerliches Mißverständnis. Mit meinem Blogbeitrag wollte ich für - äh, niederfrequente Saubermacher weder um Verständnis werben noch diese Leute entschuldigen. Ich habe sie gepriesen als Menschen, die beim dann irgendwann doch fälligen Ordnung Schaffen eine spirituelle Erfahrung machen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 19:46
@merdeister
Der Schmadder steht uns bis hier?

Mit so dünnen Erklärungen schaffst du es nie auf den Kunstmarkt.

Ciao
Wolfram
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 19:52
@ Wolfram Heinrich
Es waren ja schließlich die Putzfrauen, welche ein oder zwei Beuys Kunstwerke in Museen durch Reinigung / Wegschaffen vernichteten.

Bisher hat sich noch jeder gefreut, wenn ich für ihn geputzt habe. Aber, wenn eine saubere Wohnung so schön ist, warum machen die das nicht selbst? Täglich!
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 20:03
@chrisamar
Es waren ja schließlich die Putzfrauen, welche ein oder zwei Beuys Kunstwerke in Museen durch Reinigung / Wegschaffen vernichteten.

Es waren zwei Frauen aus einem SPD-Ortsverein, die für eine Veranstaltung einen Behälter suchten, in dem sie Bier etc. kühl halten konnten. Da kam ihnen die Beuys'sche Kinderbadewanne zupaß, die sie aber vorher natürlich noch sauber machen mußten.

Aber, wenn eine saubere Wohnung so schön ist, warum machen die das nicht selbst? Täglich!

Kühne Vermutung meinerseits: Vielleicht ist das so eine Art Askeseübung. Es wäre schön, wenn ich eine stets saubere Wohnung hätte, aber ich gönne es mir nicht.

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 22:41
"Mit so dünnen Erklärungen schaffst du es nie auf den Kunstmarkt."

Meine Googlerechnung ist so hoch, deswegen schau ich lieber nicht nach. Das ist Reduktionismus, gibt's das schon?
Titta schrieb am 26.01.2010 um 23:50
Ist doch immer wieder schön, wenn einem die Jungs nicht nur den Hof machen, sondern auch noch die Treppe.
Dabei sollte es auch bleiben. Dafür verzichte ich dann auch gerne auf dieses mir völlig unbekannte Gefühl. Und was ich mir schon immer dachte, bestätigt sich mal wieder: SIE ist doch eine Frau.
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 00:21
Lieber Wolfram Heinrich,
das ist ja gottelnd, warum nicht einmal das Pferd von hinten aufzäumen:
"Nur die allerwenigsten Menschen, die ich kenne, besitzen diese eiserne Selbstdisziplin, ihr eigenes Zimmer, ihre eigene Wohnung über viele, viele Monate hinweg dermaßen verwahrlosen zu lassen, daß sich schließlich dieses - vom Kontrast Vorher-Nachher abhängige - Glücksgefühl einstellt."

Nur die Sache mit Gott geht n. m. E. voll daneben.
Warum?,
weil Gott das Böse, wie Gute, das Tohuwabohu vor der Schöpfung, wie die Schöpfung selber gleich sind, um als Gott, identifiziert, kosmisch komisch belastbare Denkanstösse zu geben.

tschüss
JP
Wolfram Heinrich schrieb am 27.01.2010 um 00:31
@Joachim Petrick
...weil Gott das Böse, wie Gute, das Tohuwabohu vor der Schöpfung, wie die Schöpfung selber gleich sind, um als Gott, identifiziert, kosmisch komisch belastbare Denkanstösse zu geben.


Ist dieser Spruch jetzt auf die Müdigkeit der vorgerückten Stunde zurückzuführen, auf genossenen Alkohol oder ist es doch nur wohlfeile Philosophie?

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 07:42
Wer kennt sie nicht, die petrickschen Diffusionssätze, sie liegen auf dem Großhirn und sinken ganz langsam ein, um sich überall zu verteilen.
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 15:05
Hallo Wolfram Heinrich ,
nichts dergleichen.
Es ging mir nur darum, Dich aus der Reserve verführt, zu dem Bekenntnis zu locken, dass Du das Böse schlächtend zu erkennen pflegst, um als Tugenwächter, das Gute nährend, wie die Altvorderen, säkular wie klerikal, zu verwalten!, oder habe ich mich da in jeder Hinsicht geirrt?
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 15:06
Hallo Wolfram Heinrich ,
nichts dergleichen mitnichten.
Es ging mir nur darum, Dich aus der Reserve verführt, zu dem Bekenntnis zu locken, dass Du das Böse schlächtend zu erkennen pflegst, um als Tugenwächter, das Gute nährend, wie die Altvorderen, säkular wie klerikal, zu verwalten!, oder habe ich mich da in jeder Hinsicht geirrt?
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 15:09
Hallo merdeister,
vielen Dank für die Güte deiner gedanken Blüte:
"Wer kennt sie nicht, die petrickschen Diffusionssätze, sie liegen auf dem Großhirn und sinken ganz langsam ein, um sich überall zu verteilen",
mir ist, als hätte sich mein Großhirn zum ersten Mal auf ganz leise besondere Weise gemeldet!
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 15:17
Lieber Wolfram Heinrich,
nichts dergleichem mitnichten.
Was ich wollte, ist mir gelungen, Dich aus der Reserve gelockt, zu dem Bekenntnis zu verführen, das Du über ein Organ verfügst, das Böse wahrzunehmen, das Böse schlächtend das Böse identifizierst, um das Gute nährend zu mehren, wie die Altvorderen, säkular na klar, klerikal egal zu verwalten!, oder habe ich mich da auf ganzer Linie geirrt?
mit und ohne Nichten?
tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 27.01.2010 um 15:20
Hallo merdeister,
Danke für die Güte deiner Gedankenblüte:
"Wer kennt sie nicht, die petrickschen Diffusionssätze, sie liegen auf dem Großhirn und sinken ganz langsam ein, um sich überall zu verteilen".
Mir ist, als ob sich mein Großhirn das erste Mal auf ganz leise, besondere Weise gemeldet hat.

tschüss
JP
miauxx schrieb am 27.01.2010 um 17:07
@merdeister
Also mein Großhirn weigert sich schon geraume Zeit "petricksche Sätze" diffundieren zu lassen. Kann ich nichts machen.

@Wolfram Heinrich
Du meinst also, Gott hatte ein Tohuwabou vor sich und meinte "gotteln" zu müssen, also zu schöpfen, um dem ein Ende zu machen? Ich denke, es war eher umgekehrt. Bekanntlich wurde es "Ihm" ja auch immer saurer, zu sehen, was aus seinem "gotteln" erwuchs: das reinste Tohuwabou!
:-)
Wolfram Heinrich schrieb am 27.01.2010 um 17:36
@miauxx
Du meinst also, Gott hatte ein Tohuwabou vor sich und meinte "gotteln" zu müssen, also zu schöpfen, um dem ein Ende zu machen?

Das meine nicht ich, das entnehme ich dem Buch der Bücher. Die Bibel beginnt mit den Worten "1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Dieses "wüst und leer" heißt im Hebräischen "Tohuwabohu" (jedenfalls in der gängigen lateinischen Transskription. Nö.

Ciao
Wolfram
miauxx schrieb am 27.01.2010 um 17:52
Aha, "Tohuwabohu" heißt also "wüst und leer".
Na dann hat Gott eben die Unordnung auf der Erde angestiftet. Auf jeden Fall hat er nicht aufgeräumt.
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:19
@ miauxx
Semipermeabel?
Wolfram Heinrich
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