Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

27.10.2010 | 23:31

Sau Nummer vier

Der Seppi, ein verteufelt schneller Rauhhaardackel, jagt mit einem Ding, das eine Weißwurst sein könnte, durch Niedernußdorf. Niedernußdorf ist ein Dorf in der Nähe von Straubing und die Weißwurst erweist sich als ein von einer Sau abgebissener Finger.


Ein Kriminalfall also? Ein Gewaltverbrechen? Jedenfalls taucht Kriminalhauptkommissar Lederer aus Straubing in Niedernußdorf auf, um der örtlichen Revierleiterin Wegmeyer und ihren drei Polizisten bei den Ermittlungen zu zeigen, was eine Harke ist. Verfüttert nicht die Mafia ihre Opfer an Schweine? Aber leider, der letzte Italiener in der Gegend ist vor drei Monaten zurück in die Heimat gegangen.
Vermißt wird keiner, weder im Ort noch in der Umgebung. Allerdings ist der Berner-Opa auf dem Jakobsweg, pilgert also zu Fuß nach Santiago de Compostela und ist nicht zu erreichen, weil ein Handy hat der Berner-Opa nicht. Und die Berners sind Schweinezüchter!
Festnahme und Verhör. Da taucht der Berner-Opa wieder auf, weil er sich die Füße wundgelaufen hat und so groß ist sein Glaube dann doch nicht, daß er sich die alten Knochen vollends ruiniert. Es ist also nichts mit dem Mordfall.
Bis man, wiederum vom Seppi auf die Spur gebracht, die Asche einer verbrannten Frau findet, inklusive eines künstlichen Hüftgelenks. Auf dem Weg zum Revier läßt sich ein Polizist das Hüftgelenk aus der Tasche klauen. Kein Beweisstück mehr, aber jetzt ist die Kacke wirklich am Dampfen.

Der Film spielt zwar in der Nähe von Straubing, wurde aber im Landkreis Rottal-Inn gedreht. Die Schauspieler sehen aus wie richtige Menschen und sie sprechen, wie in Niederbayern halt gesprochen wird, kein Münchner Salonbairisch. Ein ungemein ruhiger Film, keine hektischen Schnitte, keine wackelnde Handkamera, keine wilde Action. Das höchste der Gefühle sind der durchs Dorf galoppierende Dackel Seppi und der forsch über die gewundenen Straßen jagende Kommissar in seinem Mercedes. Du hast Zeit, dir die Leute anzuschauen, die Landschaft, den Saustall.

Sauställe spielen eine wichtige Rolle in diesem Film, der Kommissar will diejenige Sau welche dadurch entdecken, daß er allen Schweinen der Gegend eine halbe Zuckerrübe hinhält, um die Bißspuren dann mit jenen auf dem Finger vergleichen zu lassen.
Kommissar: Ist das da eine Sau oder ein Eber?
Bauer: Das ist die Jacqueline.
Kommissar: Und die da?
Bauer: Das ist der Jacqueline ihre Schwester.
In einem anderen Saustall haben sie nicht so viel Glück, da haben die Schweine keine Namen, sie müssen sie durchnumerieren. Und so landen wir beim Filmtitel, denn Sau Nummer vier ist diejenige welche.
Und der Mörder? Scheiß auf den Mörder.
Ein sauguter Film.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.10.2010 um 23:37
Ich hab´s nicht verstanden, aber der Dackel is süß und das Foto traumatisch.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.10.2010 um 23:52
@anne klatsche
Ich hab´s nicht verstanden, aber der Dackel is süß und das Foto traumatisch.

Was hast du nicht verstanden?

Und "traumatisch" ist wahrscheinlich nicht das richtige Wort. Ich schlage "traumhaft" vor, dann passert's eher.

Ciao
Wolfram
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.10.2010 um 01:08
stimmt, in haft ist das foto ein traum. - wenn nicht mher.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.10.2010 um 01:09
traumhaft schön, das foto 2.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.10.2010 um 01:09
foto1 einfach toll.
so.
Joachim Petrick schrieb am 28.10.2010 um 01:05
"Und so landen wir beim Filmtitel, denn Sau Nummer vier ist diejenige welche."

Du machst mir Appetit auf den Film. den muss ich mit meiner Frau unbdingt w. der ruhigen wie kriminogenen Bilder sehen.
Gibst den Film
"Sau Nummer vier"
schon in normalen Videotheken?
Wolfram Heinrich schrieb am 28.10.2010 um 11:38
@Joachim Petrick
Gibts den Film "Sau Nummer vier" schon in normalen Videotheken?

Ich weiß es nicht. Der Film wurde am Samstag in der ARD gesendet, vorgestern habe ich mir die DVD in einem Elektronikladen gekauft, es war eine Sonderaktion, 11,99 statt 15,99 EUR. Aber gut, ich wohne in Niederbayern, es mag sein, daß hier das Ding besonders eifrig vermarktet wird. Übers Internet sollte die DVD aber problemlos zu haben sein.

Ciao
Wolfram
Joachim Petrick schrieb am 28.10.2010 um 12:06
@Wolfram Heinrich

"Übers Internet sollte die DVD aber problemlos zu haben sein.

"Danke für den Hinweis.

tschüss
JP
Wolfram Heinrich schrieb am 28.10.2010 um 12:21
@Joachim Petrick
Danke für den Hinweis.

Ich würde dir den Film ja gerne als E-Mail-Anhang schicken, aber ich habe bei meiner Satellitenverbindung nur 3,5 GB pro Monat zur Verfügung, die Versendung eines Films mit hoher Qualität würde mich für lange Zeit lahmlegen.

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 28.10.2010 um 18:14
Wer sich beeilen kann, bevor es aus der Mediathek verschwinden muss, ein Link:
Sau Nummer vier
Wolfram Heinrich schrieb am 28.10.2010 um 18:35
Ja, wunderbar, das ist natürlich eine gute Lösung. Allerdings kann man diese Filme erfahrungsgemäß nicht speichern.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 28.10.2010 um 18:43
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
Ort:
Aldersbach
Mitglied seit:
2 Jahre 44 Wochen
Zuletzt aktiv:
02.06.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 437
Kommentare: 8728
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
06:21
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:13
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
05:18
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
05:13
Alien59 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:55
boldine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG