Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

09.08.2011 | 20:01

Sigmund Freud in der Schweinebucht

Wenn ich mit arrogant-nachlässiger Bewegung den Begriff "Freudscher Versprecher" in den Raum werfe, so werden (fast) alle mit dem Kopf nicken und wissen, was ich damit meine. Früge ich allerdings tückisch nach, was denn nun also ein Freudscher Versprecher sei, so würden sich vermutlich etliche, gar viele auf ein diffuses "Öhm, das weiß doch jeder" zurückziehen.

Alsdann, damit alles klar ist, und zwar für alle, zitiere ich die Wikipedia. "Ein Freud’scher Versprecher (nach Sigmund Freud), auch Lapsus linguae genannt, ist eine sprachliche Fehlleistung, bei der ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zu Tage tritt. Bei der Bewertung eines scheinbar sinnlosen Versprechers als einer Freud’schen Fehlleistung wird davon ausgegangen, dass in der Bedeutungsabweichung, die durch einen Versprecher entsteht, eine unbewusste Aussage zum Vorschein kommt. Es wird also nicht angenommen, dass solchen Versprechern eine einfache, (neuro-)physiologische oder auch assoziative Beeinflussung der Sprachproduktion zugrunde liegt, sondern behauptet, dass es vor allem eine psychische Ursache dafür gibt. Bei den Freud’schen Fehlleistungen würde somit anstelle des eigentlich Gemeinten etwas gesagt werden, das dem Gedachten ggf. sogar besser entspräche und in diesem Sinne interpretiert werden könnte."

Die Wikipedia ist so freundlich, mir den Weg zum Bücherregal zu ersparen und bringt ein Beispiel von Freud selber:
"Ein Mann erzählt von irgendwelchen Vorgängen, die er beanstandet, und setzt fort: Dann aber sind Tatsachen zum ‚Vorschwein‘ gekommen. Auf Anfrage bestätigt er, dass er diese Vorgänge als 'Schweinereien' bezeichnen wollte. 'Vorschein' und 'Schweinerei' haben zusammen das sonderbare 'Vorschwein' entstehen lassen."
Sigmund Freud, Zur Psychopathologie des Alltagslebens
Noch ein Beispiel von Freud, immer noch aus der Wikipedia [1]
"Freud führt in der Psychopathologie des Alltagslebens an: Der deutschnationale Abgeordnete Lattmann tritt 1908 im Reichstag für eine Ergebenheitsadresse an Wilhelm II. ein, und wenn man das tue, "so wollen wir das auch rückgratlos tun". Nach, laut Sitzungsprotokoll, minutenlanger stürmischer Heiterkeit erklärt der Redner, er habe natürlich rückhaltlos gemeint.
Und weiter:
Otto Rank führt im Zentralblatt für Psychoanalyse eine Stelle aus Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" an: Porzia ist es eigentlich durch ein Gelübde verboten, Bassanio ihre Liebe zu gestehen, sagt aber "Halb bin ich Euer, die andre Hälfte Euer - mein wollt ich sagen."
Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gab am 24. November 2008 bei der 3. Berliner Medienrede als Redner folgenden Kommentar von sich: "Und inzwischen eröffnen uns Computer und Internet ganz neue Austausch- und Informationskontrollen", gemeint war: Austausch- und Informationskanäle.
So, und vor diesem Hintergrund lese man sich folgenden Ausschnitt aus der FAZ von 1978 mal durch:

Invasion und Investition verschmelzen zur "Investion" und der Autor beschreibt mit diesem sinnlosen Wort sehr korrekt die ökonomischen Hintergründe der Landung in der Schweinebucht.

Abschließend sei's geseufzt: Ich kann nur hoffen, daß mir in diesem Beitrag kein Freudscher Verschreiber unterlaufen ist.


-------------------------------------------------------------------------

[1]   Ich bin penibel, ich weiß, aber ich laß mich doch hier nicht als Guttenberg beschimpfen.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.08.2011 um 21:07
Ich kenne noch ein schönes Beispiel für einen Freud'schen Versprecher: Bei der Feier zur Beförderung eines Kollegen hält ein bei der Beförderung übergangener Kollege eine kurze Ansprache und hebt zum Abschluss sein Glas und fordert die Gesellschaft auf: "Nun lassen Sie uns aufstossen!"
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 00:47
@mabli
Ich kenne noch ein schönes Beispiel für einen Freud'schen Versprecher: Bei der Feier zur Beförderung eines Kollegen hält ein bei der Beförderung übergangener Kollege eine kurze Ansprache und hebt zum Abschluss sein Glas und fordert die Gesellschaft auf: "Nun lassen Sie uns aufstossen!"

Das Beispiel bringt schon Freud in seiner Originalarbeit.
www.archive.org/stream/zurpsychopathol01freugoog#page/n22/mode/2up
(linke Seite, zweites Kapitel)

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.08.2011 um 15:32
Na wolfram, da habe ich doch jetzt intuitiv dasselbe Beispiel wie Freud selbst gefunden. :-p
" Ich fordere sie auf, auf das Wohl unseres Chefs aufzustossen!", klingt wirklich verdächtig ähnlich wie mein Beispiel.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:11
@mabli
Na wolfram, da habe ich doch jetzt intuitiv dasselbe Beispiel wie Freud selbst gefunden. :-p
" Ich fordere sie auf, auf das Wohl unseres Chefs aufzustossen!", klingt wirklich verdächtig ähnlich wie mein Beispiel.


Richtig. Nur Freud vermutet, daß das zweimalige "auf" in seinem Satz der Initialzünder für den Versprecher war.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.08.2011 um 22:12
Das leuchtet ein, Nachklang oder Postposition, ist aber doch nur der oberflächliche Grund für den Versprecher, der tieferliegende ist, dass der Gute anstatt fröhlich und heiter Trinksprüche unters Volk zu bringen gerade mal lieber dem Chef vor die Füße kotzen würde.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.08.2011 um 05:06
@mabli
Das leuchtet ein, Nachklang oder Postposition, ist aber doch nur der oberflächliche Grund für den Versprecher, der tieferliegende ist, dass der Gute anstatt fröhlich und heiter Trinksprüche unters Volk zu bringen gerade mal lieber dem Chef vor die Füße kotzen würde.

Sowieso. Deswegen schrieb ich ja "Initialzündung". Das zweimalige "auf" provoziert den Versprecher, es ist nicht der eigentliche Hintergrund.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.08.2011 um 12:54
Es gibt die Theorie, die ungefähr der Ansicht von Joachim entspricht, dass Versprecher der Art einfach nur auf eine neurologische Fehlschaltung von Synapsen zurückgeführt werden können und keine "Bedeutung" haben. Dem entspräche auch ungefähr die Erklärung, dass das zweimaloge "auf" im Satz zu einer Konfusion im Kopf des Sprechers geführt haben mag.
Ich denke beide Seiten, die physiologische und die Motivation, können bei der Erklärung von solchen Versprechern eine Rolle spielen.
Wolfram Heinrich schrieb am 14.08.2011 um 09:10
@mabli
Es gibt die Theorie, die ungefähr der Ansicht von Joachim entspricht, dass Versprecher der Art einfach nur auf eine neurologische Fehlschaltung von Synapsen zurückgeführt werden können und keine "Bedeutung" haben.

Ach Gottchen, ja, es gibt auch die Theorie, die besagt, daß Träumen nichts weiter sei als ein bioelektrischer und biochemischer Vorgang im Gehirn, Freuds Traumtheorie also hinfällig sei. Der Punkt ist natürlich, daß die beiden Theorien sich gar nicht wirklich widersprechen. Natürlich hat jeder psychische Vorgang eine physiologische Grundlage und es ist auch beileibe nicht jede Fehlleistung eine freudsche solche.

Ciao
Wolfram
Columbus schrieb am 09.08.2011 um 21:10
Bien, Herr Heinrich, das gefällt mir.

Sollten Sie sich doch freudsch verschrieben haben, dann besteht a) die Möglichkeit, dass Sie doch Sympathie für den Schäuble hegen. Ob seiner ungewollten Entlarvung, ob seiner ganz eigenen Wahrheitskunde, ob, weshalb auch immer. b) Es der Versprecher schaffte, die Zuhörenden und Nachlesenden in einer Kollusion zum geistigen Nachvollzug des sprachliche "Verbrechens" zu bewegen. Das Publikum agiert mit. c) Kommt auch Intervention in Frage?

Vielleicht noch zur Ergänzung: Ist der situative psychologische Druck besonders hoch, dann häufen sich die Versprecher. Ganz schlimm sind die Fälle, bei denen der Sprecher auf seinen unbewussten oder vorbewussten Lapsus sofort aufmerksam wird und ihn bei der versuchten Korrektur wiederholt. Heute wäre das unter Umständen schon bei ihrem RT-Beispiel der Fall weil die Bedeutung von "rückhaltlos" nicht mehr eindeutig ist: Ohne Rückhalt oder ohne Vorbedingung und Einschränkung.

Also in dem Stile: Statt Interventionsversuch, wie beschrieben (FAZ), zunächst falsch "Investionsversuch", dann Korrektur, "Investitionsversuch" oder "Invasionsversuch", statt der harmloseren, diplomatischen Form: "Interventionsversuch".

Liebe Grüße und
guten Abend
Christoph Leusch
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 00:14
@Columbus
Sollten Sie sich doch freudsch verschrieben haben, dann besteht a) die Möglichkeit, dass Sie doch Sympathie für den Schäuble hegen.

Das vergessen Sie mal ganz schnell wieder.

c) Kommt auch Intervention in Frage?

Kaum. "Intervention" ist zum einen (fast) ein Synonym für Invasion, kommt also als Versprecher wohl nicht in Frage. Der Schreiber fängt mit dem unterschwellig richtigen Begriff "Investition" an und biegt dann doch auf den oberflächlich korrekten Begriff "Invasion" ein.

Vielleicht noch zur Ergänzung: Ist der situative psychologische Druck besonders hoch, dann häufen sich die Versprecher.

Klar. Muß ich in einer kitzligen Situation ein Statement aus dem Stegreif abgeben, dann hat es das Unterbewußte leicht, vorzudringen. Schwieriger ist es schon beim Ablesen, aber auch da passieren manchmal ganz merkwürdige Dinge.

Heute wäre das unter Umständen schon bei ihrem RT-Beispiel der Fall weil die Bedeutung von "rückhaltlos" nicht mehr eindeutig ist: Ohne Rückhalt oder ohne Vorbedingung und Einschränkung.

Das Wort "rückhaltlos" war vermutlich schon damals nicht eindeutig, aus dem Kontext ergibt sich aber, daß nur die zweite Bedeutung gemeint sein kann. Bei mehrdeutigen Wörtern erntet man manchmal schon Lacher, wenn man das Wort durchaus korrekt benutzt. "Bundestagsausschuß" kann ja auch die Gemeinschaft der schrottigen Abgeordneten bedeuten.

Ciao
Wolfram
Columbus schrieb am 10.08.2011 um 00:29
Sag ich ja, Sie verschreiben sich nicht! (;-) ) Die Erkl. leuchtet ein. Christoph Leusch
Joachim Petrick schrieb am 09.08.2011 um 22:31
@Wolfram Heinrich

Fürwahr, nur weil Siegmund Freud Klienten/innen aus scheinbar hermetisch abgeschlossen bigotten Gesellschafsystem alltäglich vor sich hatte, die unter der Fuchtel eines dichten Netzwerkes von Verboten, Geboten standen, wie der Schönschreiberei, sollen nun für alle bekannten und kommenden Zeiten, selbst in barrierefrei verbots- wie gebotsfernen Zeiten, aus sprachlichen Unzulänglichkeiten im Momentum, seit Pharaos Epochen, Freudsche Verspechen werden auf Erden?

Mitnichten. So etwas entsteht belanglos kollateral bei jedem Alltags Dichten.
Wer sich hier verrät, ist nicht der "Versprecher", sondern wem es zuerst als Fehlleistung im Leben des Anderen wie des Eigenen "Alsheimer gefährdeten" Lebens, wahrnehmend ins Hirn geblitzt, nach einen bewertenden Kommentar im zeitnahen Nachgang verlangt.

Wer hat da geklopft?

Ciao tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 09.08.2011 um 22:35
Gab es da nicht auch noch einen Investitutionskrieg im hohen Mittelalter, oder was?
Joachim Petrick schrieb am 09.08.2011 um 23:31
@Wolfram Heinrich

Das mit dem Freudschen Versprecher entfaltet den Duft und Chamre des Kinder Reimes:

"Wer es zuerst gerochen, dem ist es aus dem A... gekrochen!"
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 12:01
@Joachim Petrick
Fürwahr, nur weil Siegmund Freud Klienten/innen aus scheinbar hermetisch abgeschlossen bigotten Gesellschafsystem alltäglich vor sich hatte, die unter der Fuchtel eines dichten Netzwerkes von Verboten, Geboten standen, wie der Schönschreiberei, sollen nun für alle bekannten und kommenden Zeiten, selbst in barrierefrei verbots- wie gebotsfernen Zeiten, aus sprachlichen Unzulänglichkeiten im Momentum, seit Pharaos Epochen, Freudsche Verspechen werden auf Erden?

Ach, wenn du dir irgendwann doch mal die Mühe machtest, einfache Sätze zu schreiben, die dann womöglich gar verständlich wären. Wenn dir klar ist, was du meinst, dann antworte ich - vielleicht - drauf.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 12:02
@Joachim Petrick
Gab es da nicht auch noch einen Investitutionskrieg im hohen Mittelalter, oder was?

Oder was. Der Investiturstreit hat aber mit dem jetzigen Thema nix zu tun. Dein Kommentar läuft anscheinend unter "witzig" und ich will mal nicht so sein.

Ciao
Wolfram
Joachim Petrick schrieb am 10.08.2011 um 18:31
@Wolfram Heinrich

"Warum verständlich, wenn es unverständlich geht?"

Du hast gewitzt aufgepaßt.

Deshalb gibt es auch keine 99 Punkte, denn Du bist, mit Deinen Witz gesegnet, belohnt genug

tschüss
Jochen
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:12
@Joachim Petrick
"Warum verständlich, wenn es unverständlich geht?"

Du wirst lachen - weil Verständlichkeit und Klarheit in erster Linie eine Frage der Höflichkeit ist.

Ciao
Wolfram
Uwe Theel schrieb am 10.08.2011 um 21:26
@ Joachim Petrick schrieb am 09.08.2011 um 22:31,

daß

....Freud Klienten/innen aus scheinbar hermetisch abgeschlossen bigotten Gesellschafsystem alltäglich vor sich hatte, die unter der Fuchtel eines dichten Netzwerkes von Verboten, Geboten standen, wie der Schönschreiberei ...

Könntest Du diese wilde klischeehafte Spekulation einmal an dieser Auswahlliste

de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud#Freuds_Patienten

von Patienten Freuds konkret belegen?

Und, wie Wolfram schon fragte: Was will uns der spaßige Alltagsdichter JP damit Belangloses kollateral sagen?

Zudem Freudsche Sprecher sind eben keine Fehlleistungen im Sinne syntaktisch-sematisch gestörter Spracherzeugung selbst, sondern folgen allen Regeln der formalen Generation von grammatisch korrekten sinnhaften Sätzen incl der Regeln zur Worbildung. Heinrichs Zitat aus der Wikipedia "Es wird also nicht angenommen, dass solchen Versprechern eine einfache, (neuro-)physiologische oder auch assoziative Beeinflussung der Sprachproduktion zugrunde liegt, sondern behauptet, dass es vor allem eine psychische Ursache dafür gibt" reflektiert das vollkommen korrekt.

das kann man schon daran erkennen, dass der Hörer eines "freud`schen Versprechers" nicht darüber lacht, dass der Sprecher sich "versprochen" hat sonderm erkannten gegensatz des gewollt Gemeinten und des unbewußt tatsächlich Gesagten.

Und natürlich verrät sich nicht der "Versprecher", sondern der sich Versprechende verrät unbewußt etwas, was er eigentlich verschweigen wollte.

Knock, knock! Who`s there?
Uwe Theel schrieb am 10.08.2011 um 21:38
@ Uwe Theel 10.08.2011 um 21:26

Korrektur des Vertippers

Das kann man schon daran erkennen, dass der Hörer eines "freud`schen Versprechers" nicht darüber lacht, dass der Sprecher sich "versprochen" hat, sondern über den erkannten Gegensatz des gewollt Gemeinten und des unbewußt tatsächlich Gesagten, d.h. den Witz der darin liegt.
Zeitleser schrieb am 09.08.2011 um 23:01
Wirklich interessant sind nur die Freudschen Versprechen im Quadrat, in der doppelten Verkehrung. Wie zum Beispiel ein Mann im Standesamt.
Jan Fremder schrieb am 09.08.2011 um 23:18
Gibt es denn auch sowas wie freudsche Verhörer?
Joachim Petrick schrieb am 09.08.2011 um 23:33
an Fremder schrieb am 09.08.2011 um 23:18
Gibt es denn auch sowas wie freudsche Verhörer?

Gute Frage.

wie:

"Gibt es denn auch sowas wie freudsche Vergucker?
Jan Fremder schrieb am 10.08.2011 um 00:20
@JP
"Gibt es denn auch sowas wie freudsche Vergucker?

Das ist schwierig, da "sich vergucken" ohnehin nur reflexiv ist.
Fällt nicht in die Sender-Empfänger-Problematik, wie beim Verhören.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 00:35
@Jan Fremder
Gibt es denn auch sowas wie freudsche Verhörer?

Sagt dir der weiße Neger Wumbaba was? Oder die Agathe-Bauer-Songs?
"Oh, Anneliese popel nicht..." www.youtube.com/watch?v=QiGewV49Mv0

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 00:36
Nachtrag:
Ach ja, noch der "Eisbär im kalten Cola".

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 00:37
Ich bin ein Narr und hab den Link vergessen:

derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/02/eisbar-im-cola.html
Joachim Petrick schrieb am 10.08.2011 um 11:26
@Jan Fremder

"Das ist schwierig, da "sich vergucken" ohnehin nur reflexiv ist.
Fällt nicht in die Sender-Empfänger-Problematik, wie beim Verhören."

Was macht Sie da so sicher?
Was ist mit der Fata Morgana?
Jan Fremder schrieb am 10.08.2011 um 16:43
@JP
Zitat: "Was macht Sie da so sicher?
Was ist mit der Fata Morgana?"


Hm. Fata Morgana als Halluzination eines durstigen Wüstenwanderers oder als Luftspiegelung
einer realen Oase?
Bei der Hallu. ist die Vorstellung Quelle der Wahrnehmung und bei der Luftspiegelung handelt es sich um eine reale Ursache, die jedoch weiter weg ist als vermutet.

@WH
Das mit den Liedern lässt im Laufe des Lebens nach. Als Kind war es deutlich ausgeprägter, einfach aus Gründen der mangelnden Sprach und Wortschatzkenntnis, würde ich vermuten.
Schop. hat es in dem schönen Spruch gefasst:
Man sieht nur, was man weiß. Seefahrer sollen wohl Seehunde bisweilen für Meerjungfrauen gehalten haben. Aber Meerjungfrauen mit Schnauzbart und Glatze?
Jan Fremder schrieb am 10.08.2011 um 16:43
@JP
Zitat: "Was macht Sie da so sicher?
Was ist mit der Fata Morgana?"


Hm. Fata Morgana als Halluzination eines durstigen Wüstenwanderers oder als Luftspiegelung
einer realen Oase?
Bei der Hallu. ist die Vorstellung Quelle der Wahrnehmung und bei der Luftspiegelung handelt es sich um eine reale Ursache, die jedoch weiter weg ist als vermutet.

@WH
Das mit den Liedern lässt im Laufe des Lebens nach. Als Kind war es deutlich ausgeprägter, einfach aus Gründen der mangelnden Sprach und Wortschatzkenntnis, würde ich vermuten.
Schop. hat es in dem schönen Spruch gefasst:
Man sieht nur, was man weiß. Seefahrer sollen wohl Seehunde bisweilen für Meerjungfrauen gehalten haben. Aber Meerjungfrauen mit Schnauzbart und Glatze?
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:06
@Joachim Petrick
Was ist mit der Fata Morgana?

Das ist mit der Fata Morgana:
"Eine Fata Morgana (Fatamorgana) oder Luftspiegelung ist ein durch Ablenkung des Lichtes an unterschiedlich warmen Luftschichten verursachter optischer Effekt, basierend auf dem fermatschen Prinzip. Es handelt sich hierbei um ein physikalisches Phänomen und nicht um eine visuelle Wahrnehmungstäuschung (optische Täuschung)."
de.wikipedia.org/wiki/Fata_Morgana

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:12
@Jan Fremder
Schop. hat es in dem schönen Spruch gefasst:
Man sieht nur, was man weiß.


Ich habe mal, als ich in einer Hochhaussiedlung wohnte, auf dem ca. 200 m entfernten Nachbarbalkon einen relativ großen Gegenstand gesehen, kam aber nicht und nicht drauf, was das sein könnte. Dann habe ich den Feldstecher geholt und das Ding identifiziert (ich weiß nicht mehr, was das war). Und ab da habe ich auch mit bloßem Auge das Ding erkannt und konnte sogar Details wahrnehmen.

Ciao
Wolfram
Jan Fremder schrieb am 10.08.2011 um 22:41
@WH
Der Spruch war doch vom ollen Goethe, nicht Schop.

Mit einem Fernglas fremde Balkone zu inspizieren finde ich, ehrlich gesagt, ein Verhalten unter aller Sau.
Oder war es beruflich bzw. Sie mal Polizist / Ermittler?
Wolfram Heinrich schrieb am 11.08.2011 um 05:04
@Jan Fremder
Der Spruch war doch vom ollen Goethe, nicht Schop.

Alphonse Bertillon, der Erfinder der Bertillonage (de.wikipedia.org/wiki/Bertillonage) hat es geraume Zeit später mal so formuliert: "Man kann nur sehen, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet, und man richtet seine Aufmerksamkeit nur auf Dinge, die bereits einen Platz im Bewußtsein einnehmen."

Mit einem Fernglas fremde Balkone zu inspizieren finde ich, ehrlich gesagt, ein Verhalten unter aller Sau.

Anschließe mich vollinhaltlich. Deshalb habe ich ja so lange gezögert, zum Fernglas zu greifen. Irgendwann aber hielt ich die kognitive Spannung nicht mehr aus.

Oder war es beruflich bzw. Sie mal Polizist / Ermittler?

In gewisser Weise ja, ich war lange Zeit MPU-Gutachter.

Ciao
Wolfram
Jan Fremder schrieb am 11.08.2011 um 17:55
@Wolfram Heinrich
Der Spruch war doch vom ollen Goethe, nicht Schop.

Zitat: Alphonse Bertillon, der Erfinder der Bertillonage (de.wikipedia.org/wiki/Bertillonage) hat es geraume Zeit später mal so formuliert: "Man kann nur sehen, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet, und man richtet seine Aufmerksamkeit nur auf Dinge, die bereits einen Platz im Bewußtsein einnehmen."

Durch einen entsprechenden Herangehensweise kann man sich das abtrainieren
bzw. Unvoreingenommenheit (wieder) ermöglichen.
Einige Meditationsübungen zielen darauf, die Fähigkeit, unbewertet
beobachten zu können, zu kultivieren. Manche Massenpsychose könnte
durch eine solche Praxis verhindert werden.

Oder war es beruflich bzw. Sie mal Polizist / Ermittler?
Zitat: In gewisser Weise ja, ich war lange Zeit MPU-Gutachter.

Oh. Erstellen Sie dann ab und zu aus reiner Gewohnheit noch das eine
oder andere Gutachten (hier im Forum zum Beispiel)?
Ich habe da schon die ungewöhnlichsten Sachen gehört. Z.B. dass sich die
Gutachter, bevor die Versuchsperson hereinkommt, auf die Wandschränke setzen
und sehen, wie die Person dann darauf reagiert.
Dabei führen sie ihre Arbeit und Befragung fort als wäre nichts weiter.
Wolfram Heinrich schrieb am 14.08.2011 um 09:12
@Jan Fremder
Zitat: Alphonse Bertillon, der Erfinder der Bertillonage (de.wikipedia.org/wiki/Bertillonage) hat es geraume Zeit später mal so formuliert: "Man kann nur sehen, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet, und man richtet seine Aufmerksamkeit nur auf Dinge, die bereits einen Platz im Bewußtsein einnehmen."

Durch einen entsprechenden Herangehensweise kann man sich das abtrainieren bzw. Unvoreingenommenheit (wieder) ermöglichen.


Das scheint mir auch so zu sein. Wahrscheinlich ist das nur relativ wenigen möglich.

Oder war es beruflich bzw. Sie mal Polizist / Ermittler?
Zitat: In gewisser Weise ja, ich war lange Zeit MPU-Gutachter.
Oh. Erstellen Sie dann ab und zu aus reiner Gewohnheit noch das eine oder andere Gutachten (hier im Forum zum Beispiel)?


So weit möcht's kommen. Ich habe schon damals die Gutachten nur ungern geschrieben.

Ich habe da schon die ungewöhnlichsten Sachen gehört. Z.B. dass sich die Gutachter, bevor die Versuchsperson hereinkommt, auf die Wandschränke setzen und sehen, wie die Person dann darauf reagiert. Dabei führen sie ihre Arbeit und Befragung fort als wäre nichts weiter.

Ah, ein neues Gerücht, kannte ich noch nicht. In Bayern geht das Gerücht um, man bekomme vom Gutachter drei Kugeln vorgelegt, die man aufeinanderstapeln soll. Wer damit beginnt, hat schon verloren, weil ja jeder Depp weiß, daß das nicht funktionieren kann.

Ciao
Wolfram
Fro schrieb am 10.08.2011 um 01:02
Kleine Erinnerung: Es gibt auch den „Freud´schen“ Verleser-und Verhörer. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Beginn vieler Missverständnisse.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 12:04
@Fro
Kleine Erinnerung: Es gibt auch den „Freud´schen“ Verleser-und Verhörer. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Beginn vieler Missverständnisse.

Sowieso. Es sollte allerdings nicht vergessen werden, daß bei weitem nicht jede Fehlleistung, gleich auf welchem Gebiet, eine freudsche Fehlleistung ist. So mancher Verschreiber ist nichts weiter als ein Vertipper, der halt eher zufällig ein lustiges falsches Wort erzeugt. Und bei der Verlesern oder Verhörern dürfte es sich sogar in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle um harmlose Fehlleistungen handelt. Du hörst oder liest ein dir unbekanntes oder wenig vertrautes Wort und übersetzt es im Hirn in ein Wort (oder eine Wortfolge), die dir vertrauter, sinnvoller erscheint.
Bei dem von mir verlinkten Beispiel mit dem Eisbär im kalten Cola war es wohl so, daß mir die wahre Fassung, nämlich "Eisbär im kalten Polar" so banal erschienen war, daß ich es einfach nicht wahrhaben wollte, daß so was in einem Liedtext steht. Und wenn ein Kind das Lied hört "Der Wald steht schwarz und schweiget / Und aus den Wiesen steiget / Der weiße Nebel wunderbar", dann kann es wahrscheinlich mit dem nachgestellten "wunderbar" nicht viel anfangen und erfindet sich den Weißen Neger Wumbaba.
Solche Irrtümer sind oft sehr, sehr hartnäckig.
In Eggenfelden gab es eine zeitlang einen großen Supermarkt namens "Wal-Mart". Ich war dort und habe danach ganz selbstverständlich davon gesprochen, daß ich im Wal-Markt war. Erst meine Schwester hat mich drauf aufmerksam gemacht, daß es mitnichten Wal-Markt heißt. Ich habe ihr nicht geglaubt, sondern mich erst bei meinem nächsten Besuch dort davon überzeugt.
Es war ein Markt und also habe ich das unverständliche "Mart" automatisch zum sinnvollen "Markt" ergänzt, wobei ich das in diesem Zusammenhang auch wenig sinnreiche "Wal" einfach als Eigenname genommen habe, als Abkürzung von irgendwas. Hätte es "Walmart" geheißen, hätte ich wohl ebenso automatisch das Ganze als Eigennamen genommen und richtig gelesen.
Ein Medikament für unseren damals noch kleinen Sohn enthielt, laut Verpackung, als Wirkstoff Acetylstein. Wir haben uns tagelang gefragt, was denn um Himmels Willen ein Acetylstein sei und wieso der - was immer es ist - als Medikament genutzt werden kann. Dann erst, mit reichlicher Verzögerung, wurde klar, daß Acetylcystein gemeint war. Wir wußten zwar auch nicht, was Acetylcystein ist, aber es klang doch eher nach Medikament als Acetylstein.
Zu Gymnasiumszeiten sah ich einen Schulfreund mit einem Buch in der Hand rumlaufen und fragte ihn, was er denn Schönes lese und er meinte, es sei ein Buch von Erich Kästner über die unmittelbare Nachkriegszeit unter dem Titel "notabende '45". Ich warf einen Blick auf das Buch und sagte zu ihm, das Buch heiße aber "notabene '45", woraufhin er widersprach. Der Disput ging ein paarmal hin und her, ich riet ihm schließlich, doch einen Blick auf den Titel zu werfen. Er tat es - und las "notabende '45". Ich mußte mit ihm zusammen den Titel buchstabieren, bis er merkte und auch akzeptierte, daß dem Titel wirklich ein kleines "d" fehlt.
Auf der Mappe eines Internatsschülers (ich war damals Heimbetreuer) sah ich den Aufkleber "Stoppt Strauß" und machte daraufhin die Bemerkung: "Die vom Anti-Strauß-Komitee sind schon wilde Burschen." (Im Baierischen kann "wilde Burschen" auch so was die "verrückte Leute" bedeuten.) Worauf der Schüler meinte, das seien doch eher harmlose Kerle. Und ich stimmte ihm zu: "Genau. Das sind Schafe im Wolfspelz."
Er widersprach mir, wiederholte seine Behauptung. Ich wiederum wiederholte meine Bemerkung, forderte ihn auf, sehr genau hinzuhören. Noch ein paarmal ging das hin und her, bis er endlich merkte, daß ich diesmal die alte Redensart vom Wolf im Schafspelz umgedreht hatte.
Ein schönes Beispiel für die Beständigkeit einer Gestalt. Man muß schon eine Zeitlang drauf rumreiten, bis Veränderungen bemerkt werden.

Thomas S. Kuhn referiert in seinem - immer noch lesenswerten - Buch: "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" ein interessantes psychologisches Experiment:
"In einem psychologischen Experiment, das es eigentlich verdiente, außerhalb der Zunft weit mehr bekannt zu sein, hatten Bruner und Postman Versuchspersonen aufgefordert, eine Reihe von Spielkarten nach kurzer und kontrollierter Belichtung zu identifizieren. Viele der Karten waren normal, aber einige waren verändert worden, zum Beispiel eine rote Pik Sechs oder eine schwarze Herz vier. Jeder Versuchsablauf bestand daran, daß einer Person in einer Serie allmählich immer länger werdender Belichtungszeiten jeweils eine Karte gezeigt wurde. Nach jedem Bild wurde die Versuchsperson gefragt, was sie gesehen hatte, und die Testfolge wurde mit zwei aufeinanderfolgenden richtigen Identifizierungen abgeschlossen.
Sogar bei kürzesten Belichtungen identifizierten viele Versuchspersonen die Mehrzahl der Karten, und nach einer geringen Verlängerung identifizierten alle Personen alle Karten. Bei den normalen Karten waren die Identifizierungen gewöhnlich richtig, aber die abgeänderten Karten wurden fast immer, ohne sichtbares Zögern oder Überraschung, als normale Karten bezeichnet. Die schwarze Herz Vier konnte beispielsweise als Pik Vier oder Herz identifiziert werden. Ohne das Bewußtsein von Schwierigkeiten wurden sie sofort in eine der von vorangegangenen Erfahrungen bereitgestellten Begriffskategorien eingeordnet. Man kann nicht einmal sagen, die Versuchspersonen hätten etwas anderes gesehen, als sie angaben. Bei einer weiteren Verlängerung der Belichtungsdauer für die nicht normalen Karten begannen die Versuchspersonen zu zögern und zeigten, daß sie sich der Anomalie bewußt wurden. Als ihnen beispielsweise die rote Pik Sechs vorgelegt wurde, sagten einige, das ist die Pik Sechs, aber etwas stimmt nicht - das Schwarz hatte einen roten Rand. Eine weitere Verlängerung der Belichtungsdauer ergab noch mehr Zögern und Verwirrung, bis schließlich, und manchmal recht plötzlich, die meisten Versuchspersonen die richtige Identifizierung ohne Zögern hervorbrachten. Außerdem hatten sie, nachdem sie das bei zwei oder drei anomalen Karten getan hatten, weniger Schwierigkeiten bei den anderen. Einige Versuchspersonen waren allerdings überhaupt nicht in der Lage, die erforderlichen Korrekturen an ihren Kategorien vorzunehmen. Auch bei einer Verlängerung der für das richtige Identifizieren von normalen Karten erforderlichen durchschnittlichen Belichtungsdauer auf das Vierzigfache wurden noch immer zehn Prozent der anomalen Karten nicht richtig bezeichnet. Und die Versuchspersonen, die dann noch versagten, zeigten oft persönlichen Unmut. Einer rief: "Ich kann die Farbe nicht erkennen, gleichgültig, welche es ist. Diesmal sah es nicht einmal wie eine Karte aus. Ich weiß nicht, welche Farbe es jetzt ist und ob es Pik oder Herz ist. Ich bin jetzt nicht einmal mehr sicher, wie ein Pik aussieht. Ach, du lieber Gott!" Auch Wissenschaftler können sich so benehmen.
Das psychologische Experiment gibt uns - entweder als Metapher oder weil es das Wesen des Geistes widerspiegelt - ein wunderbar einfaches und zwingendes Schema für den Vorgang wissenschaftlicher Entdeckungen. In der Wissenschaft tritt das Neue, wie bei dem Spielkartenexperiment, nur mit einer sich durch Widerstand manifestierenden Schwierigkeit zutage, und zwar vor einem durch Erwartung gebildeten Hintergrund. Am Anfang wird nur das Erwartete und Übliche wahrgenommen - selbst unter Umständen, unter denen später Anomalien beobachtet werden. Weitere Bekanntschaft führt jedoch zu dem Bewußtsein, daß etwas falsch ist, oder sie bezieht die Wirkung auf etwas, das vorher falsch gelaufen ist. Dieses Bewußtsein der Anomalie eröffnet eine Periode, in der Begriffskategorien umgemodelt werden, bis das anfänglich Anomale zum Erwarteten geworden ist. An diesem Punkt ist die Entdeckung abgeschlossen. Ich habe schon geltend gemacht, daß dieser oder ein sehr ähnlicher Prozeß beim Auftauchen aller fundamentalen wissenschaftlichen Neuheiten eine Rolle spielt. Ich möchte jetzt darauf hinweisen, daß wir, wenn wir uns diesen Prozeß vergegenwärtigen, zumindest auch zu sehen beginnen, warum die Normale Wissenschaft, die nicht nach Neuheiten trachtet und diese anfangs sogar zu unterdrücken neigt, trotzdem so erfolgreich darin ist, ihr Auftauchen zu verursachen."

Ciao
Wolfram
Fro schrieb am 10.08.2011 um 14:52
Danke für die Infos.
Liedtexte misszuverstehen ist heutzutage kaum noch zu vermeiden – viele Interpreten singen derart nuschelig vor sich hin....
Hier ein gutes Beispiel – eine Fundgrube für jeden Freudianer auf der Suche nach freud´schen Verhörern :

Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:07
@Fro
Liedtexte misszuverstehen ist heutzutage kaum noch zu vermeiden – viele Interpreten singen derart nuschelig vor sich hin....
Hier ein gutes Beispiel – eine Fundgrube für jeden Freudianer auf der Suche nach freud´schen Verhörern :


Ich glaube ja nicht, daß es sich bei dieser Art von Verhörern um freudsche Verhörer handelt. Da drängt nicht das Unbewußte hervor und vermischt das eigentlich zu Sagende mit dem insgeheim Gedachten, da kennt einer schlicht eine fremde Sprache nicht oder nicht gut genug und hört in den Geräuschbrei eine "deutsche" Bedeutung hinein.

Ciao
Wolfram
Fro schrieb am 10.08.2011 um 22:32
@Wolfram
Kein freud´scher Verhörer im klassischen Sinne, ok. Aber urkomisch und gut gemacht.
Und wenn der Videokünstler aus einem „Hemd aus, drei zwei drei“ ein „Du da ich will mein brei“ heraushört, könnte das seinem Psychologen, den er hoffentlich nicht hat, durchaus hilfreiche Hinweise geben.
Fro schrieb am 10.08.2011 um 22:52
Korrektur
„...den Psychologen, „den er hoffentlich nicht hat“ weil er ihn nicht braucht.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.08.2011 um 05:05
@Fro
Kein freud´scher Verhörer im klassischen Sinne, ok. Aber urkomisch und gut gemacht.

Das funktioniert natürlich umso besser, wenn dem Hörer die fremde Sprache überhaupt nicht bekannt ist, bei mir (und wahrscheinlich bei vielen) bei Türkisch:
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/01/sende-mir-ohrsand-gulle-man.html

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 10.08.2011 um 01:20
Ja, so ist das mit den "sprachlichen Fehlleistungen".
Wie mit allen Schwächen, so erkenne man auch in dieser das Positive und wandle sie zur Kunst, oder wo es dazu nicht langt wenigstens zur Absicht und genieße den Reiz des doppelbödigen Selbstausdrucks.

Ich leiste gerne sprachlich Fehl. Meistens merkt's aber kein Schwein.

Dr.einf.Q.
SuzieQ schrieb am 10.08.2011 um 01:37
Falls die Elfen den Schlaf kurz nach drei wieder auflösen,wirds aber höchste Zeit für ne Pfütze,ah Mütze voll Schlaf.
Schweine sind dem Menschen sehr ähnlich,grunzen nur nicht so laut und wälzen weniger Schlamm von rechts nach links.
Und niemand ist eine Insel.
;;;;;)
Äh,niemand ist präfekt.Pummt.
Schachnerin schrieb am 10.08.2011 um 09:00
eine Ferkelbucht
www.weda.de/Go/Bilderdatenbank/Produkte/Stalleinrichtung-%281%29.aspx?Page=2
Wolfram Heinrich, jetzt kannst Dir denken, daß ich bei Schweinebucht nicht an Cuba gedacht habe.
claudia schrieb am 10.08.2011 um 10:24
@schachnerin:
Solche Scheinebuchten haben ja auch mit Investitionen zu tun.

---
@
Man kann den Verspecher auch gezielt einsetzen. Beispiel:
"Agentur für Armut, ährm, Arbeit"
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 12:05
@Schachnerin
jetzt kannst Dir denken, daß ich bei Schweinebucht nicht an Cuba gedacht habe.

Weh dem, der die Schweinebucht,
Bei sich zuhaus im Stalle sucht.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:05
@claudia
Solche Scheinebuchten haben ja auch mit Investitionen zu tun.

Ist Scheinebucht das neue Wort für Banken?

Ciao
Wolfram
claudia schrieb am 11.08.2011 um 05:42
@Wolfram:
Eigentlich wollte ich ja nur sagen, dass man in solche Schweinebuchten, wie sie von der Schachnerin vorgestellt wurden, auch was investieren muss.
Das ist mit dem Vertipper "Scheinebucht" so gelungen, dass es keiner weiteren Worte mehr bedarf.

Banken?
die sind doch ein Infektionsherd der Scheinegrippe?
Wolfram Heinrich schrieb am 11.08.2011 um 07:31
@claudia
Eigentlich wollte ich ja nur sagen, dass man in solche Schweinebuchten, wie sie von der Schachnerin vorgestellt wurden, auch was investieren muss.
Das ist mit dem Vertipper "Scheinebucht" so gelungen, dass es keiner weiteren Worte mehr bedarf.


Das war mein Problem. Ich wußte nicht, ob das nicht vorhandene "w" ein Vertipper war oder eine bewußte Anspielung.

Banken?
die sind doch ein Infektionsherd der Scheinegrippe?


Das sind sie.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 10.08.2011 um 11:11
@Wolram Heinrich

"Gescheiteter Investitionsversuch"

Wirklich ein Freudscher Versprecher und irgendwie auch lustig. ;)
estaloca schrieb am 10.08.2011 um 13:36
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:08
@estaloca
Ein "Freudscher Vergucker" zum Quadrat: img.posterlounge.de/images/wbig/sigmund-freud-whats-on-a-mans-mind-7557.jpg

Das ist kein Vergucker und schon gar kein freudscher, sondern ein ganz bewußt gestaltete Karikatur, in welcher die nackte Frau in das Gesicht von Freud hineingezeichnet wurde.

Ciao
Wolfram
estaloca schrieb am 11.08.2011 um 10:25
Und eben diese Karikatur thematisiert auf der Metaebene dieses Phänomen.
task schrieb am 10.08.2011 um 20:03
Ich glaube Karl Kraus hat mal irgendwo dokumentiert, wie in einem Zeitungsartikel ein Pubertierender zum "Heranwichsenden" wurde.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.08.2011 um 21:13
@ask
Ich glaube Karl Kraus hat mal irgendwo dokumentiert, wie in einem Zeitungsartikel ein Pubertierender zum "Heranwichsenden" wurde.

Der ist gut.

Ciao
Wolfram
zelotti schrieb am 13.08.2011 um 20:34
Hans Hotter singt in der Aufnahme von 1949 "entsungen":

Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
Ort:
Aldersbach
Mitglied seit:
2 Jahre 44 Wochen
Zuletzt aktiv:
02.06.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 437
Kommentare: 8728
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
06:28
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:24
davidjordan hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:21
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:13
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
05:18
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG