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Was dem Beobachter an der leidenschaftlichen Debatte über den Satz "Soldaten sind Mörder" am meisten auffällt, ist der Umstand, daß sie nicht stattfindet.
Das war nicht immer so. 1984 hatte ein Frankfurter Arzt das von Kurt Tucholsky geprägte Wort aufgegriffen, und damit eine viele Jahre dauernde, in den Medien und Gerichtssälen ausgetragene Diskussion entfacht. Die Leidenschaft der Diskussion war seinerzeit eine rein akademische, die Bundesrepublik Deutschland ein Staat im Frieden.
Die verlorene Unschuld der Bundeswehr
1994 entschied das Bundesverfassungsgericht für einen Verbreiter des Wortes. Dem Kern der Aussage fei... - sagen wir nicht "feige", sondern: - behutsam ausweichend begründeten die Verfassungsrichter ihren Freispruch vom Vorwurf der Beleidigung und Volksverhetzung so: Mit dem Begriff "Mörder" könnten Bundeswehrsoldaten gar nicht gemeint sein, da "die Bundeswehr seit ihrer Gründung noch nicht an einer bewaffneten Auseinandersetzung teilgenommen (habe) und so noch niemand im Rahmen eines Krieges getötet worden (sei)".
Mit dieser Begründung wäre heute kein Prozeß mehr zu gewinnen. Peu à peu (und planmäßig) ist die Öffentlichkeit an die "gewachsene Verantwortung" der "neuen Weltmacht Deutschland" gewöhnt worden, vom "begrüßenswerten Sanitätseinsatz" in Südostasien über die "humanitäre Hilfsaktion" in Somalia, bis zu den "kampfbegleitenden Aufklärungsflügen" in Bosnien. Die erste pazifistische Partei, die in Deutschland jemals in einer Regierung war, beendete 1999 die Vorkriegszeit und ließ in Jugoslawien Bundeswehrflugzeuge erstmals mitbomben. Die Teilnahme der Bundeswehr am Afghanistan-Krieg war danach bereits politische Routine.
Die Rechtslage von 1994 stützt sich also auf einen Sachverhalt, der seit 1999 nicht mehr gegeben ist. Inzwischen sind Menschen von Bundeswehrsoldaten getötet worden.
Es stellt sich demnach erneut die Frage, ob (Bundeswehr‑)Soldaten Mörder sind - und wenn nicht, was dann.
"Mörder" - mehr als ein Schimpfwort
Es soll hier versucht werden, die seinerzeit sehr aufgeregt geführte Diskussion über die angeblich mordenden Soldaten so gut es geht auf einer sachlichen Ebene abzuhandeln.
An den Diskussionsbeiträgen von damals fällt auf, daß sich die Debatte fast ausschließlich um die Frage drehte, ob der Satz "Soldaten sind Mörder" als allgemeine Aussage unter die Meinungsfreiheit fällt oder ob er als Beleidigung eines konkreten Personenkreises aufzufassen ist und also bestraft gehört.
So, als wäre "Mörder" ein Schimpfwort, wie etwa "Arschloch" ein Schimpfwort ist.
Über den Satz "Erwin ist ein Arschloch" kann ich weder mit Erwin noch mit irgend jemandem sonst sinnvoll diskutieren: Die Behauptung ist inhaltsleer. Jeder hat ein Arschloch, niemand ist eines, nicht einmal Erwin. Wer immer Erwin ein Arschloch nennt, will damit Erwin beleidigen. Er bewertet Erwins Verhalten oder seine Existenz, er stellt keine nachprüfbare Behauptung über Erwin auf. Der Beweis der sachlichen Richtigkeit des Satzes ist deshalb prinzipiell unmöglich.
Das Wort "Mörder" dagegen ist ein präzise definierter juristischer Begriff. Das gibt uns die Möglichkeit, zu prüfen, ob jemand im Sinne des Gesetzes ein Mörder ist - oder eben nicht.
Was ist ein Mörder?
Was bedeutet der Satz "Soldaten sind Mörder" eigentlich genau?
Klar ist, was er nicht bedeutet: Daß es nämlich Soldaten gibt, die auch Mörder sind. Das wäre zwar richtig, gleichzeitig aber entsetzlich banal. Auch Bäcker, Toyota-Händler, Änderungsschneider, Krankenschwestern und Diplom-Psychologen sind Mörder. Und Bartträger, Rothaarige, Einbeinige und Ruderer sowieso.
Der Satz "Soldaten sind Mörder" stellt die sehr viel schärfere Behauptung auf, daß jeder Soldat ein Mörder ist, bzw. von Berufs wegen dazu werden kann.
Was aber ist ein Mörder?
§ 211 (Mord), Abs. 2 des Strafgesetzbuches gibt eine beeindruckend lakonische Antwort:
Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.
§ 212 (Totschlag) ergänzt hierzu, das Thema "vorsätzliche Tötung" abschließend:
Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
Die Paragraphen 211 und 212 decken den Begriff der (vorsätzlichen) Tötung vollständig ab. Wer immer (vorsätzlich) einen anderen Menschen tötet, ist demnach entweder "Mörder" oder "Totschläger". Etwas Drittes gibt es laut Gesetz nicht.
Soldaten töten Menschen
Töten Soldaten Menschen?
"Was denn sonst?" werden die ganz Naiven zurückfragen und sie haben, wie so oft, recht.
Natürlich töten Soldaten. Und: Sie töten nicht zufällig oder aus Notwehr oder aus einer unmittelbaren Zwangslage heraus, wie das Polizisten manchmal tun, sondern geplant, systematisch. Soldaten nehmen den Tod von Menschen nicht in Kauf, sie streben ihn an. Das Töten ist ein wesentlicher Teil ihrer Stellenbeschreibung, es ist der Kern des Soldatenberufes. So wie der Bäcker Brot bäckt, der Tischler Möbel herstellt, so tötet der Soldat Menschen.
Und wenn er gerade nicht tötet, weil sich sein Land im Frieden befindet, so besteht seine Aufgabe darin, dem möglichen Feind glaubhaft zu vermitteln, daß er entschlossen ist, gegebenenfalls Menschen in großer Zahl zu töten.
Es ist so.
Darüber zu diskutieren ist so, als wollte man dem Bäcker sein Brotmachen wegschwatzen.
Sind Soldaten deswegen aber Mörder?
Nun wird aber einer durch die Tötung eines Menschen noch nicht zwangsläufig zum Mörder. Um Soldaten, jeden Soldaten, "Mörder" nennen zu können, müßte das Tötungsgeschäft der Soldaten noch mindestens eine der im Mordparagraphen genannten Bedingungen erfüllen.
Schauen wir uns also diese Bedingungen an.
* Mordlust mag bei manchen Soldaten der Grund für die Berufswahl gewesen sein, die Regel ist es nicht.
* Gleiches können wir für eine mögliche Befriedigung des Geschlechtstriebs feststellen. So sicher Sexualmorde im Rahmen eines Krieges vorkommen, so sicher bleiben sie Ausnahmen.
* Das Mordmotiv Habgier ist schon schwerwiegender, denn kollektive Habgier ist ein - stets geleugnetes, fast immer vorhandenes - Motiv für einen Krieg. Aber: Für den einzelnen Soldaten spielt das keine Rolle.
* Was die sonstigen niedrigen Beweggründe betrifft, so ist es der Staat, welcher die moralische Höhe von Beweggründen zum Gebrauch der Justiz definiert. Nach der geltenden Rechtsprechung jedes Staates ist der gerade laufende Krieg immer ein gerechter Krieg.
* Mancher Staat schickt seine Soldaten in den Krieg, um mit ihm eine andere Straftat zu ermöglichen (z. B. Führung eines Angriffskrieges) oder zu verdecken (z. B. betrügerischer Staatsbankrott). Wo das gegeben ist, trifft das aber sehr viel eher für die auftraggebenden Politiker zu, nicht für die Soldaten.
* Das Begriffspaar heimtückisch oder grausam ist ausgesprochen rätselhaft. Die einzig vorstellbaren Methoden, einen Menschen auf nicht grausame Weise zu töten, sind solche, die das Mordopfer nicht oder nur ganz kurz mit der entsetzlichen Tatsache konfrontieren, daß er jetzt eben getötet wird: Schlafmittel ins Essen etwa, Erstechen im Schlaf oder ein wohlgezielter Schuß aus dem Hinterhalt. Unvermeidlicherweise sind diese "schonenden" Tötungsarten dann aber ausgesprochen heimtückisch. Wem die - naheliegende - Theorie, der Gesetzgeber sei beim Verfassen dieses Absatzes einfach ein bißchen gaga gewesen, als zu gewagt erscheint, der bekommt das nur mit der Annahme auf die Reihe, damit sei eine ganz besondere, exzessive Heimtücke oder Grausamkeit gemeint. Diese exzessive Heimtücke oder Grausamkeit ist im Krieg die Regel.
* Es bleibt die Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln. Gemeingefährlich ist ein Mittel dann, "wenn der Täter die Wirkung der von ihm entfesselten Kräfte nicht mehr bestimmen und abgrenzen kann." Es ist das Wesen soldatischer Tötungen, daß diese mit Mitteln geschehen, deren Wirkungen nicht bestimm- und abgrenzbar sind. Kollateralschäden sind eine ganz normale Begleiterscheinung kriegerischer Handlungen.
Leichen und Banknoten - staatliche Monopolprodukte
Und jetzt stehen wir da mit der höchst peinlichen Schlußfolgerung, daß Soldaten eben doch Mörder im Sinne des Gesetzes sind. Einer Schlußfolgerung, die wir gerne vermieden und widerlegt hätten. Was uns jetzt noch retten könnte, wäre ein deus ex machina in Gestalt eines Volljuristen, der uns aufklärt, das Strafgesetzbuch beziehe sich nur auf individuelle Taten. Handlungen, die vom Staat als Ganzem begangen würden, würden vom Strafgesetz gar nicht erfaßt. Das Herstellen von Leichen sei ebenso wie die Produktion von Banknoten nicht verboten, sondern lediglich ein streng und eifersüchtig gehütetes Monopol des Staates.
Das wäre die Lösung.
Wäre.
Wenn.
Nach eifrigem Blättern im Strafgesetzbuch müssen wir aber sagen: "Das steht da nicht drin!" Anders als bei der Herstellung von Banknoten ("Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht...") sieht das Gesetz bei der Produktion von Leichen keine Ausnahme für den Fall vor, daß die Tötung im Auftrag und auf Rechnung der Bundesrepublik Deutschland geschieht.
Die Peinlichkeit des Soldatenberufes
Aus nachvollziehbaren Gründen zieht der Staat Leute, die er selbst zum Töten losgeschickt hat, für diese Tötungen nicht zur Rechenschaft. Aus nicht ganz so naheliegenden Gründen hat der Staat jedoch darauf verzichtet, Töter im Staatsauftrag von den Mord- und Totschlagsparagraphen ausdrücklich auszunehmen.
Verzichtet, nicht vergessen.
Unser Rechtssystem ist in Jahrhunderten und Jahrtausenden gewachsen, und ist darüber immer ausgefeilter geworden. Es hat den Anspruch, alles zu regeln und für alles eine Antwort zu haben oder diese Antwort aus den bestehenden Vorschriften ableiten zu können.
Bei Diskussionen über dieses Thema im Internet, vor allem im Usenet, ist mir entgegnet worden, dergleichen Regelungen fände man nicht im jeweils staatlichen Strafrecht, sondern im Völkerrecht. Im Völkerrecht aber geht es, wie der Name schon vermuten läßt, um die Handlungen von Kollektiven, also souveränen Staaten. Konkrete Tötungshandlungen vollzieht aber nie die Bundesrepublik Deutschland, dies tun jeweils einzelne Menschen im Auftrag des Staates. Nähme der Staat sein eigenes Rechtssystem auch in diesem einen Punkte ernst, so müßte er das Tötungsprivileg der Soldaten explizit in einer Rechtsvorschrift festhalten. Und dies könnte keine Verordnung oder auch nur ein allgemeines Gesetz sein, sondern es müßte sich um eine Rechtsvorschrift von Verfassungsrang handeln. Immerhin wird durch das Tötungsprivileg der Soldaten das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit - unter bestimmten Umständen, dann aber exzessiv - außer Kraft gesetzt.
Daß dies nicht geschieht, läßt tief blicken.
Die Heiligkeit des Lebens
Kommunikationstheorie und Lebenserfahrung sagen dir, daß in einem Gespräch nicht nur das wichtig ist, worüber einer spricht und was er sagt, sondern auch - und oft vor allem - das, wovon er nicht spricht, obwohl er eigentlich darüber reden müßte.
Daß es der Staat so eifrig vermeidet, seinen Soldaten - nur ihnen und nur im staatlichen Auftrag und nur unter bestimmten Voraussetzungen - das Töten ausdrücklich zu erlauben, läßt den Schluß zu, daß es sich um eine ungemein peinliche Angelegenheit handelt.
Das Leben, sagt ein oft und gern zitierter Spruch, sei heilig und das höchste aller Güter. Eine Rechtsvorschrift, welche Soldaten das Töten nicht nur ausdrücklich erlaubte, sondern unter Strafandrohung vorschriebe, würde jedermann deutlich machen, daß die Legende von der Heiligkeit des Lebens genau das ist - eine Legende nämlich.
Eine solche Vorschrift würde schlafende Hunde wecken. Die Diskussion darüber würde binnen weniger Tage eine der fundamentalen Lebenslügen jeder zivilisierten Gesellschaft zerstören.
Soldaten sind keine Mörder, da durch sie das Kollektiv, sprich: der Staat tötet. Der Staat hat das Recht zum Töten, da er sich dieses Recht nimmt und er hat es insoweit, als niemand da ist, ihn daran zu hindern. Und wäre einer da, so könnte er den Staat am Töten nur dadurch hindern, daß er Krieg führt gegen diesen Staat, also seinerseits tötet.
Der Staat ist das Viech in uns, der Staat darf Sachen machen, die uns als Person strengstens verboten sind: Rauben, Morden, Lügen...
Der Staat ist die kollektive Bestie von uns zivilisierten Biedermännern.
Aber klar: Darüber spricht man nicht gern.
Verplappert
Im Oktober 1999 tagte in Berlin eine internationale Konferenz, die sich mit dem Problem der "Kindersoldaten" beschäftigte; jenen Kindern und Jugendlichen also, die in vielen Teilen der Welt mit der Waffe in der Hand töten und krepieren.
Anwesend war auch Außenminister Fischer, jener einstmals pazifistische Politiker, der als erster Außenminister die Bundeswehr zum Töten ausgeschickt hat. Fischer hielt auf dieser Konferenz eine Rede, in welcher er sich entschieden gegen Kindersoldaten aussprach, dabei hinzufügte, dies sei kein Problem der dritten Welt alleine. Bei der britischen Armee zum Beispiel dienten ca. 6000 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren. Man müsse das Mindestalter für den Militärdienst von jetzt 15 (!) auf 18 Jahre heraufsetzen. Es sei eine "Perversion", daß Kinder und Jugendliche zu "Tötungsmaschinen" herangebildet würden.
Das Wort muß man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wenn Kindersoldaten "Tötungsmaschinen" sind, dann sind es - so läßt sich zwanglos folgern - erwachsene Soldaten erst recht, weil sie ja größer, stärker und erfahrener in allen Künsten des Tötens sind.
"Tötungsmaschinen" - das vielumstrittene Wort von den Soldaten, die Mörder seien, hört sich dagegen wie eine kleine, harmlose Frotzelei unter Freunden an.
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Danke für die Ausführlichkeit, Herr Heinrich!
Meine erste Reaktion zu: “Der Staat ist das Viech in uns, der Staat darf Sachen machen, die uns als Person strengstens verboten sind: Rauben, Morden, Lügen...“ und zu “Das Wort muß man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wenn Kindersoldaten "Tötungs¬ma¬schinen" sind, dann sind es - so läßt sich zwanglos folgern - erwachsene Soldaten erst recht, weil sie ja größer, stärker und erfahrener in allen Künsten des Tötens sind.“ 1. Der Staat ist keinesfalls das Viech aus uns – bestenfalls eine Viecherei durch uns. 2. Die Begrifflichkeit „Tötungsmaschine“ ist prinzipiell abseitig. Er kennzeichnet als Metapher lediglich einen zur Willenlosigkeit gebrachten Bewußtseinszustand. Für Kinder will ich das auch noch gelten lassen. In Bezug auf erwachsene Soldaten ist aber hinsichtlich der Berufswahl a) charakterliche Neigung zum Töten und b) geradezu ein Vorsatz diesbezüglich zu unterstellen, der entsprechend die Tatbestände des § 211 StGB zu erfüllen ausreicht. – Allerdings besitzt der Staat alleine das ihm zugeschanzte Machtmonopol der Beauftragung, diese innere Sau rauszulassen. Man könnte deshalb ja auch noch fragen, ob es nicht sinnvoll sei, wegen dieser strafbewehrten charakterlichen Neigungen von Soldatinnen und Soldaten eine Rehumanisierung überhaupt möglich ist oder ob sie nicht besser, weil Risikogruppe, in Sicherungsverwahrung gehören. |
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SO SOLLTE RICHTIG AUSSEHEN!
Diese Rumgeurgel mit dem Server nervt wirklich gewaltig! Danke für die Ausführlichkeit, Herr Heinrich! Meine erste Reaktion zu: “Der Staat ist das Viech in uns, der Staat darf Sachen machen, die uns als Person strengstens verboten sind: Rauben, Morden, Lügen...“ und zu “Das Wort muß man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wenn Kindersoldaten "Tötungs¬ma¬schinen" sind, dann sind es - so läßt sich zwanglos folgern - erwachsene Soldaten erst recht, weil sie ja größer, stärker und erfahrener in allen Künsten des Tötens sind.“ 1. Der Staat ist keinesfalls das Viech aus uns – bestenfalls eine Viecherei durch uns. 2. Die Begrifflichkeit „Tötungsmaschine“ ist prinzipiell abseitig. Er kennzeichnet als Metapher lediglich einen zur Willenlosigkeit gebrachten Bewußtseinszustand. Für Kinder will ich das auch noch gelten lassen. In Bezug auf erwachsene Soldaten ist aber hinsichtlich der Berufswahl a) charakterliche Neigung zum Töten und b) geradezu ein Vorsatz diesbezüglich zu unterstellen, der entsprechend die Tatbestände des § 211 StGB zu erfüllen ausreicht. – Allerdings besitzt der Staat alleine das ihm zugeschanzte Machtmonopol der Beauftragung, diese innere Sau rauszulassen. Man könnte deshalb ja auch noch fragen, ob es nicht sinnvoll sei, wegen dieser strafbewehrten charakterlichen Neigungen von Soldatinnen und Soldaten eine Rehumanisierung überhaupt möglich ist oder ob sie nicht besser, weil Risikogruppe, in Sicherungsverwahrung gehören. |
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@GEBE
Meine erste Reaktion zu: “Der Staat ist das Viech in uns, der Staat darf Sachen machen, die uns als Person strengstens verboten sind: Rauben, Morden, Lügen...“ und zu “Das Wort muß man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wenn Kindersoldaten "Tötungsmaschinen" sind, dann sind es - so läßt sich zwanglos folgern - erwachsene Soldaten erst recht, weil sie ja größer, stärker und erfahrener in allen Künsten des Tötens sind.“ Zunächst eine technische Sache: Beim Zitat meines Textes tauchen bedingte Trennstriche auf, die in meinem HTML-Text gar nicht enthalten sind (ich habe sofort irritiert nachgeschaut). Ich nehme an, du hast für deinen Kommentar erstmal meinen Text in die Textverarbeitung kopiert und dort drauf geantwortet. Wenn nun die Dokumentvorlage deiner Textverarbeitung so konfiguriert ist, daß die automatische Silbentrennung eingeschaltet ist, respektive die bedingten Trennstriche sichtbar sind, dann riskierst du, daß sie auch in den HTML-Text kommen. Nur so als Tip. 1. Der Staat ist keinesfalls das Viech aus uns – bestenfalls eine Viecherei durch uns. Deshalb schrieb ich auch "das Viech in uns. Für uns als zivilisierte Individuen sind viele Dinge streng verboten, die für uns als zivilisiertes Kollektiv nach alter Barbaren-Väter Sitte erlaubt und alltäglich sind. 2. Die Begrifflichkeit „Tötungsmaschine“ ist prinzipiell abseitig. Ich möchte drauf hinweisen, daß dieser Begriff nicht von mir stammt, sondern vom Ex-Außenminister Fischer. In Bezug auf erwachsene Soldaten ist aber hinsichtlich der Berufswahl a) charakterliche Neigung zum Töten und b) geradezu ein Vorsatz diesbezüglich zu unterstellen, der entsprechend die Tatbestände des § 211 StGB zu erfüllen ausreicht. Das halte ich in dieser Allgemeinheit für ein wildes Gerücht. Mein Großvater war Berufssoldat, noch in der k.u.k.-Armee von Kaiser Franz Joseph I. So wie ich ihn noch kennengelernt habe, war er nicht wegen seines Blutdurstes bei der Armee. Zuhause hat ihm meine Großmutter gesagt, wo es langgeht und was er zu machen hat, in der Kaserne war es sein jeweiliger Vorgesetzter. Man könnte deshalb ja auch noch fragen, ob es nicht sinnvoll sei, wegen dieser strafbewehrten charakterlichen Neigungen von Soldatinnen und Soldaten eine Rehumanisierung überhaupt möglich ist oder ob sie nicht besser, weil Risikogruppe, in Sicherungsverwahrung gehören. Also zunächst mal: Eine charakterliche Neigung gleich welcher Art ist nicht strafbewehrt, strafbewehrt ist allenfalls das Ausleben einer solchen Neigung. Und das Töten von Artgenossen ist eine spezifisch menschliche Verhaltensweise, sie ist die conditio humana . Soldaten sind ganz normale Menschen. Ciao Wolfram |
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Ein Mensch der einen anderen tötet ist ein Mörder, punkt!
Nach Jahrtausende lang andauernden Diskussionen darüber hat man dann eine Ausnahme zugelassen, Notwehr! Sonst nix! Ich war selbst Stabsunteroffizier der Bundeswehr, zugegeben als Fotograf nicht wirklich im täglichen Einsatz mit dieser Frage konfrontiert, aber vielleicht gerade deswegen. 1985 als ich dort als Freiwilliger meine "eigene Waffe" in die Hand bekam wurde mir schlecht - und ich konnte diesen zum "Beruf" gehörenden Fakt nur deswegen ertragen, weil ich damals fest davon ausgehen konnte, wenn ich als Bundeswehr-Soldat je zum Einsatz komme, ist unmittelbar meine Heimat, meine Familie, meine Freunde bedroht, eben eine Verteidigungsarmee - denn im Grundgesetz steht ja, "von deutschem Boden soll niemals mehr ein Krieg ausgehen ..." - trotzdem wurde mir schlecht, bei dem Gedanken, auch wenn ich meine Freunde verteidige werde ich in einem solchen Falle nicht umhin kommen andere Menschen zu töten - wissend aus der Geschichte gelehrt, solche Konflikte hätten auch diplomatisch oder anderweitig geregelt werden können - wenn "man" denn hätte wollen. Herr Köhler mußte gehen, weil er genau das Aussprach was wir alle wissen - Guttenbergs ach so toller Umbau der Bw, diente nur der Vorbereitung diese zum ökonomischen Machtinstrument der globalen Wirtschaftsmafia pseudo-demokratisch umzuformen. Heute verteidigen die Bundeswehrsoldaten nicht wie ich damals die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, sondern die Wirtschaftsinteressen von Herrn Ackermann und allen anderen Lobbyisten im Kanzleramt, Und für mich ist ein Tötungsakt aus niederen, also wirtschaftlichen Motiven Mord. Das gilt "noch" heute in der ziivlen Rechtsprechung der Bundesrepublik so! Aber vielleicht wird diese ethische Vorstellung auch demnächst abgeschafft, wie die Wehrpflicht, die Idee vom Bürger in Uniform, und die Idee, Doktoren schreiben ihre Arbeit selbst um zu zeigen was sie können ... alles Altpapaier scheints. |
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@ GEBE Sie erinnern sich, dass Göring und Konsorten in Nürnberg gehängt worden sind, weil sie verantwortlich für eine politische Auftrags- und militärische Befehlskette waren, an deren Ende deutsche Soldaten Menschen in fremden Ländern, wo sie nichts zu suchen hatten, töteten? Sie erinnern sich daran, dass 1945 allen Deutschen, die in ihrer Gesamtheit Hitler durch Wahlen an die Macht verhalfen, eine historische Verantwortung für diese Verbrechen zugesprochen wurde und dass diese Verantwortung über Generationen hinweg weitergereicht wird? Sie erinnern sich, dass Soldaten der BW, am Ende einer politischen Auftrags- und militärischen Befehlskette, in Serbien und Afghanistan Menschen töteten und noch töten, in Ländern in denen sie nichts zu suchen haben. Länder, die Deutschland und seine NATO-Partner nicht angegriffen haben? Sie erinnern sich, wer am Anfang dieser politischen Auftragskette stand und noch steht? Es sind alle Bundestagsabgeordneten, die immer wieder für diese Militäreinsätze stimmten und es waren und sind die Regierungsmitglieder der BRD, vornehmlich der/die BundeskanzlerIn und sein/ihr Verteidigungsminister. Nun ein letztes: Sie erinnern sich, wer diese Leute alle gewählt hat? Und da sind wir endlich bei Ihnen und mir und den Steinen, mit denen Sie, im Glashaus sitzend, um sich schmeißen. Sie und ich, diese Regierung(en) und die Mehrzahl der Bundestagsabgeordneten stiften, sofern Sie dieses Tucholsky-Wort zutreffend finden, die Soldaten der BW in Afghanistan zum Mord an. Sie sollten daran denken, dass Sie und ich die diejenigen sind, die ganz am Anfang dieser Auftragskette stehen. Es hätte Ihnen und mir doch offen gestanden, durch Wahl einer Regierung an die Macht zu verhelfen, die weder Serbien bombardiert hätte noch in Afghanistan einmarschiert wäre. Wenn Sie schon bei den BW-Soldaten nach dem Mörder-Gen schielen, sollten Sie erst einmal eine Genanalyse von sich selbst machen lassen.
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"an deren Ende deutsche Soldaten Menschen in fremden Ländern, wo sie nichts zu suchen hatten, töteten?"
Sie vergessen hier wohl die Millionen von Menschen, die systematisch und industriell geplant ermordet wurden, oder Frau Jakobi? |
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@ Maria Jacobi schrieb am 25.01.2012 um 16:58
“… eine historische Verantwortung für diese Verbrechen zugesprochen wurde und dass diese Verantwortung über Generationen hinweg weitergereicht wird?“ Sippenhaft? “Sie erinnern sich, wer diese Leute alle gewählt hat? Und da sind wir endlich bei Ihnen und mir und den Steinen, mit denen Sie, im Glashaus sitzend, um sich schmeißen.“ So ein Unfug! Was wissen Sie denn schon von meiner Wahl und von meinen politischen Betätigungen? “Sie sollten daran denken, dass Sie und ich die diejenigen sind, die ganz am Anfang dieser Auftragskette stehen. Es hätte Ihnen und mir doch offen gestanden, durch Wahl einer Regierung an die Macht zu verhelfen, die weder Serbien bombardiert hätte noch in Afghanistan einmarschiert wäre.“ Bitte, reden Sie gefälligst von sich selbst, aber verzapfen Sie nicht solche Überträge was mich betrifft. “Wenn Sie schon bei den BW-Soldaten nach dem Mörder-Gen schielen, sollten Sie erst einmal eine Genanalyse von sich selbst machen lassen.“ Von Genen war nicht ansatzweise die Rede. Ich schrieb von „charakterlichen Neigungen“. Sollten sie aber nicht anders können oder wollen, als Charakter in aufgestapeltem Eiweiß als determiniert zu verorten, bestätigt das nur den Duktus Ihres Kommentars, nämlich den, externalen Attribuierungen den Vortritt zu geben. Habe die Ehre, gnä’ Frau! |
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schrieb am
25.01.2012 um 17:19
"Sie erinnern sich daran, dass 1945 allen Deutschen, die in ihrer Gesamtheit Hitler durch Wahlen an die Macht verhalfen, eine historische Verantwortung für diese Verbrechen zugesprochen wurde ..."
echt? "zugesprochen" wurde die verantwortung, aha. heisst das, die deutschen hätten sie von sich aus gar nicht übernommen, wenn sie ihnen nicht von aussen "zugesprochen", also AUFGEDRÄNGT wurde? und überhaupt - wer hat denn da "zugesprochen" und warum akratt 1945? meinen sie die nürnberger prozesse? dann stimmts nicht, weil in nürnberg wurden die "hauptkriegsverbrecher" verurteilt, während die mittäter, nebentäter, an-, auf- und um-stifter und sonstigen teilnehmer mitunter bis heute nix von "verantwortung" wissen wollen, ja ab und zu sogar gegen die sog. "kollektivschuld" loszetern. sinnig wird das nur, wenn man weiss, dass der verbrecher selbst die strafe WILL. erhält er sie nicht, wird er also gleichsam um sie betrogen, ist er entweder gezwungen, die tat selber zu verdrängen und ableugnen - oder sie solange geistig oder praktisch zu wiederholen, bis ihn die strafe doch noch er(h)eilt. so erklärt sich dann auch mancher der zahlreichen dachschäden unserer landsleute. |
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In der amerikanischen Armee ist das Erschießen von Frauen und Kindern durch Soldaten - Dienstpflichtverletzung.
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811223,00.html Mörderbande. |
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schrieb am
25.01.2012 um 17:47
wäre man zynisch, könnte man nun sagen: immerhin.
denn in manchen armeen ist das NICHTerschiessen von frauen und kindern dienstpflichtverletzung. mal nebenbei: ist das erschiessen von männern irgendwie weniger "vorwerfbar", weil es bei solchen vorwürfen meistens um "frauen und kinder" geht? |
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Jein. Bei Männern wäre die Frage eher zu stellen, ob Kämpfer oder nicht. Aber prinzipiell hast du recht, gerade in diesem Falle ging es aber, wenn ich mich nicht irre, im Urteil um Frauen und Kinder.
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aber, alien59, hast du die nachricht nicht vernommen? die lieben mörder sind um den knast herumgekommen.
und das ist auch nur zu verständlich. |
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Ja, das steht ja im Artikel - mir ging es hier um die juristische Einsortierung, nicht um die Strafhöhe. Dass sie nicht mal in den Knast müssen, macht es schlimmer, aber ein halbes oder ganzes Jahr wg. Dienstpflichtverletzung würde es auch nicht besser machen.
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schrieb am
25.01.2012 um 18:36
"Bei Männern wäre die Frage eher zu stellen, ob Kämpfer oder nicht."
jepp. das war übrigens auch keine fangfrage, alien. weil die be-sonderung von "frauen und kindern" umgekehrt nämlich nur in patriarchaten aktuell ist. naja, gehört aber nicht direkt hierher. |
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lieber wolfram, ich muss dich loben. was du aus dem überlieferten wort gemacht hast, ist bewundernswert. interessant zu lesen.
"tötungsmaschine" ist das heute - nach milgram - passendere wort für soldaten im einsatz, hätte ich fast geschrieben, im krieg. aber recht eigentlich ist der staat die tötungsmaschine. er tötet täglich. nicht erst im kriegsfall. näheres bei milgram nachzulesen. etwa zur gleichen zeit wie das milgram-experiment (über gehorsam) schrieb lewis mumford seine stadtgeschichte. china und japan fehlten darin. aber sonst ist The City in History universal. die ersten großen staatsapparate nennt mumford "menschenmaschinen", das heißt aus menschen zusammengesetzte maschinen, die auf bestimmte hebelbewegungen ihre arbeit tun. dabei lässt mumford die tötungsarbeit nicht rechts liegen, sondern nennt sie die destruktive leistung, die genauso eindrucksvoll bzw. grauenvoll war wie die konstruktive leistung, etwa beim bau der bewässerungssysteme, pyramiden etc. und ich sage schlussfolgernd, dass die staatsapparate nicht nur menschen zu mördern machen im system, übrigens nicht nur als soldaten, es gibt ja noch andere staatsdienste, die zum äußersten bereit sein müssen, ich sage, dass die staaten dabei sind, sich selbst und die menschen abzuschaffen, natürlich ohne es bewusst zu wollen. die geschichte der staaten ist eine beschleunigte jagd auf mehr macht, macht durch apparate und waffen, die bereits beim overkill gelandet sind. die absehbaren engpässe und konflikte der auf machtwachstum angelegten systeme in sich und im kampf gegeneinander werden schon bald zu verheerenden reaktionen der staatenlenker und der tötungsmaschinen führen. bis jetzt sehen wir nur das wetterleuchten der menschengemachten katastrophe. die lunte in nah- bis mittelost schwelt schon lange. aber niemand weiß, wo und wie die overkillkapazitäten zum einsatz kommen. ob soldaten mörder sind, interessiert dann nicht mehr. wie gehabt. nur wenn es gelänge, die nationalstaaten abzuschaffen, gäbe es noch einen funken hoffnung für mensch und erde. |
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@h.yuren
lieber wolfram, ich muss dich loben. was du aus dem überlieferten wort gemacht hast, ist bewundernswert. interessant zu lesen. Die Sache mit Fischers Satz war für mich eigentlich nur ein kleiner Schlenkerer, eine Schlußpointe, um den Aufsatz zu beenden. Man könnte diesen Absatz auch weglassen. die ersten großen staatsapparate nennt mumford "menschenmaschinen", das heißt aus menschen zusammengesetzte maschinen, die auf bestimmte hebelbewegungen ihre arbeit tun. dabei lässt mumford die tötungsarbeit nicht rechts liegen, sondern nennt sie die destruktive leistung, die genauso eindrucksvoll bzw. grauenvoll war wie die konstruktive leistung, etwa beim bau der bewässerungssysteme, pyramiden etc. Die ersten großen Staatsapparate im europäisch-mediterranen Kulturkreis sind nicht zufällig in Ägypten und Mesopotamien entstanden. Der Boden dort war durch die periodischen Überschwemmungen sehr fruchtbar, aber er konnte nur dann sinnvoll und in größerem Stil landwirtschaftlich genutzt werden, wenn man zum einen durch Dämme etc. die Überschwemmungen in den Begriff bekam, zum anderen, indem man durch ein verzweigtes Kanalsystem den Boden den Rest des Jahres über bewässerte. Beides erforderte die koordinierte Arbeit von sehr vielen Menschen, ein großer zentralisierter Staatsapparat war dafür nötig. Im nördlicheren Europa hat es sehr viel länger gedauert, bis große Staaten nötig waren und also entstanden. und ich sage schlussfolgernd, dass die staatsapparate nicht nur menschen zu mördern machen im system, Menschen werden doch nicht durch Staatsapparate zu Mördern, sie sind es spontan. Staatsapparate kanalisieren und sanktionieren im Gegenteil das Morden, nur als Kollektiv darf der Mensch in funktionierenden Staaten noch töten, ein Geschäft, das er zuvor in eigener Regie ausgeführt hat. Ciao Wolfram |
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Sehr interessante Ausarbeitung ! Besonders der Punkt der Tötungsmaschinen.
Sie haben viel über die rechtliche Seite des Ganzen geschrieben @Wolfram Heinrich - wie ist Ihre persönliche Meinung dazu ? Ich für mich sehe Soldaten nicht grundsätzlich als Mörder. Sie machen ihren Beruf, für einige ist es vielleicht Berufung. Aber natürlich gibt es, wie überall, Ausnahmen, bei denen Soldaten zu Mördern werden. Der Irak-Krieg hat es uns leider vielfach bewiesen (siehe Haditha-Massaker oder Massaker von Mahmudiyya - beides zu finden ua. auf Wikipedia). Das sind für mich keine Menschen mehr, und die Verurteilung zu 10 Jahren (bei guter Führung) ist auch noch eine Verhöhnung der Opfer. |
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@Anchesa
Sehr interessante Ausarbeitung ! Besonders der Punkt der Tötungsmaschinen. Dieser Punkt ist, wie ich anderer Stelle geschrieben habe, nichts weiter als eine kleine Schlußarabeske für den Artikel. Sie haben viel über die rechtliche Seite des Ganzen geschrieben @Wolfram Heinrich - wie ist Ihre persönliche Meinung dazu? Ich für mich sehe Soldaten nicht grundsätzlich als Mörder. Nach Auffassung des deutschen Gesetzgebers aber sind sie es. Das Gesetz definiert, was ein Mord ist, es gibt aber kein Gesetz, in welchem die Tötung eines Menschen dann kein Mord wäre, wenn diese Tötung namens und im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland geschieht. Ciao Wolfram |
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"Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen," Dann haben wir es eben. Die Soldaten werden für Ihr Job entlohnt und für dieses Geld erklären sie sich bereit zu töten bzw. sie töten. Sie bekommen da viel mehr Geld als bei den meisten anderen (nicht akademischen) Berufen, müssen sich dafür wesentlich weniger Mühe geben und auch keine vernünftige Ausbildung mitbringen. Außerdem ist es die beste Möglichkeit, als Helden da zu stehen und Sympathiepunkte zu gewinnen, nicht zuletzt bei den Frauen... oder zumindest glauben die Soldaten daran. Das Letztere kenne ich aus Erfahrung, weil ich vor einigen Jahren situationsbedingt mit ein paar Leuten zu tun hatte, die andauernd mit ihrer Kriegsvergangenheit angegeben haben und verdammt viel Zeit gebraucht haben, um zu begreifen, dass sie damit einen negativen Eindruck machen. Na wenn das alles kein Habgier und sonst keine niedere Beweggründe sind, dann gute Nacht... |
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@DandelionWine
"Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen," Dann haben wir es eben. Die Soldaten werden für Ihr Job entlohnt und für dieses Geld erklären sie sich bereit zu töten bzw. sie töten. Sie bekommen da viel mehr Geld als bei den meisten anderen (nicht akademischen) Berufen, müssen sich dafür wesentlich weniger Mühe geben und auch keine vernünftige Ausbildung mitbringen. Reich werden kann man als Bundeswehr-Soldat nicht, Mühe macht der Job auch und das Risiko, selbst dabei drauf zu gehen, ist auch nicht zu vernachlässigen. Ciao Wolfram |
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Lieber Wolfram,
wenn Du die Sache so betrachtest, dass man durch ein Mord erst mal so richtig reich werden sollte, damit man als Mörder gilt, dann ist es wohl in Ordnung, jemanden auf der Straße zu töten, um ihm 20 Euro wegzunehmen, weil man dringend Lust auf eine Flasche Wodka hat. Man wurde dadurch ja nicht reich, dann ist es eben kein Mord. Abgesehen davon ist Reichtum ein relativer Begriff. Wenn jemand bei McDonalds für 5 € bis 7 € pro Stunde arbeitet, dann wird für ihn Soldatengehalt ein Reichtum. Und ackern muss man als (moderner) Soldat wesentlich weniger (über frühere Kriege rede ich jetzt nicht, da waren einige Sachen anders). Das mit Mühe und Risiko... glaubst Du, ein von dem Staat nicht anerkannter Mörder macht sich keine Mühe und hat kein Risiko? Und wo steht es im Strafgesetzbuch: Ein Mörder ist, wer ohne Mühe und ohne Risiko tötet? |
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@DandelionWine
wenn Du die Sache so betrachtest, dass man durch ein Mord erst mal so richtig reich werden sollte, damit man als Mörder gilt,... So einen Bockmist habe ich nie geschrieben. Ciao Wolfram |
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Was ist jetzt los, Wolfram? Ich habe geschrieben, dass Soldaten aus Habgier handeln, weil sie für ihre Tat bezahlt werden, Du hast mich darauf hingewiesen, dass sie - Deiner Meinung nach - wegen diesem "Job" nicht reich werden, was suggeriert, dass sie nicht aus dem Habgier handeln und daher keine Mörder sind, daraus folgte meine Antwort.
Was soll das jetzt mit Bockmist und so? Du hast Dich offensichtlich nicht wegen meinem Kommentar aufgeregt, sondern wegen irgendwas anderes (womöglich etwas, was mit mir verbunden ist). Dann schreib mir intern, wo den Schuhe drückt, anstatt Feuer zu spucken. |
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@DandelionWine
Was soll das jetzt mit Bockmist und so? Du hast Dich offensichtlich nicht wegen meinem Kommentar aufgeregt, sondern wegen irgendwas anderes (womöglich etwas, was mit mir verbunden ist). Dann schreib mir intern, wo den Schuhe drückt, anstatt Feuer zu spucken. Okay, fangen wir mit dem Ärger im allgemeinen an. Ich habe diesen Artikel - wie aus der Überschrift hervorgeht - hier bereits zum zweiten Mal eingestellt und wie beim ersten Mal, so ist auch diesmal kein einziger Kommentator auf den Kern des Artikels eingegangen. Es geht mir hier nicht um die tausendste Auflage der alten Diskussion über Gewalt und Gewaltlosigkeit, über Pazifismus und Militär, ob Militär sinnvoll und moralisch vertretbar ist, ob militärische Aktionen zu rechtfertigen sind und wenn ja, welche. Nicht daß ich dergleichen Diskussionen nicht für wichtig und sinnvoll hielte, aber diese Diskussionen gibt es ständig immer wieder und sie laufen an anderer Stelle ab und ab und an beteilige ich mich daran auch mit Eifer. Hier geht es mir um einen Umstand, den ich für sehr bemerkenswert halte. Noch viel bemerkenswerter ist natürlich der Umstand, daß so gut wie keiner diesen Umstand für bemerkenswert hält. Wir leben in einem Land, in dem auch kleine und kleinste Dinge rechtlich geregelt sind, Juristen machen sich Gedanken über Dinge, das glaubst du nicht: "Herrenlos ist zunächst die Kugel in der Wunde des Soldaten, da der Abschießende das Eigentum daran aufgegeben hat; der Verwundete hat aber ein Aneignungsrecht und dieses hindert es, daß ein anderer z.B. der Arzt, der die Kugel herausnimmt, Eigentum daran erwirbt (Francke Recht 1913, 94; vg. Zitelmann ebenda 163, der nur das Aneignungsrecht des Verwundeten leugnet; a. M. Lange DJZ 1914, 1382: der Staat ist Eigentümer der Geschosse im Körper der eigenen Soldaten kraft Beuterechts und im Körper der in seine Macht gelangten Feinde, weil er an diesen sein Eigentum nie verloren hat)." (Aus Soergel-Siebert: Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 4, Sachenrecht, 10. Auflage, § 959 "Herrenlosigkeit durch Aufgabe des Besitzes" Abs. 2, verfaßt von Bundesrichter a. D. Prof. Dr. Mühl, Mainz) Wir haben ein Grundgesetz, in dem das Recht auf Leben als elementares Menschenrecht festgelegt ist, wir haben ein Strafgesetzbuch, das knapp und lakonisch definiert, was ein Mörder, was ein Totschläger ist und wie ein solcher jeweils zu bestrafen ist. Aber wir haben keine, überhaupt keine Ausnahmeregelung für Soldaten, die im Auftrag des Staates töten. Es gibt diese Ausnahmeregelung natürlich insofern als sie praktiziert wird. Aber sie ist nirgends in irgendeiner Rechtsvorschrift fixiert. Unter diesen Umständen ist es klar, daß soldatisches Töten nach dem StGB in jedem Fall zumindest Totschlag ist, daß es Mord ist, dafür reicht der - von mir gegebene - Hinweis auf die gemeingefährlichen Mittel. Und was das spezielle betrifft: Ich weigere mich, weiter darüber zu diskutieren, ob der Bezug eines ganz normalen Bundeswehr-Soldes als Habgier einzustufen ist. Ciao Wolfram |
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"Und was das spezielle betrifft: Ich weigere mich, weiter darüber zu diskutieren, ob der Bezug eines ganz normalen Bundeswehr-Soldes als Habgier einzustufen ist."
Warum? Deine Position ist absurd, denn wenn Du Dich weigerst, darüber zu diskutieren, was als Habgier zu begreifen ist, dann kannst auch über weitere juristische Optionen nicht reden... und Dich interessieren ja gerade die juristische Optionen, was Du mehrfach betont hast. Aber okay, wenn Du Dich weigerst, ist es ja Deine Sache, Du bist erwachsen genug, um wissen, was Du willst oder nicht willst. Ehrlich gesagt, das Thema in Deiner Auffassung ist nicht interessant... das aber NICHT deswegen, weil Du schlecht aufgefasst hättest, sondern weil ich diesbezüglich mit viel härteren Sachen konfrontiert wurde, und was Ihr hier diskutiert, ist für mich so ein abstraktes softes Zeug. Ich wurde durch Dein Blog und durch die zweite Folge von Lebt wohl, Genossen! zu bestimmten Gedanken angeregt und will ein Blog darüber schreiben. Als Überschrift hätte ich gerne "Schwarze Tulpe: Soldaten sind keine Mörder?" genommen. Wenn es Dir aber nicht passt, dass diese Überschrift Deiner so ähnlich ist, sag Bescheid, ich würde mir was anderes ausdenken, kein Problem. |
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schrieb am
29.01.2012 um 13:20
>>Warum? Deine Position ist absurd, denn wenn Du Dich weigerst, darüber zu diskutieren, was als Habgier zu begreifen ist, dann kannst auch über weitere juristische Optionen nicht reden... <<
Verstehe ich nicht. Wenn die Annahme eines Entgeltes für eine Auftragstötung nicht als "Habgier" eingestuft wird, weil es als dem Auftrag angemessen zu betrachten sei: Ist dann die Auftragstötung gerechtfertigt? Also auch ohne Nachweis einer Notwehrlage durch irgend ein Gesetz gedeckt? Dieses Gesetz ist mir auch unbekannt. |
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@DandelionWine
"Und was das spezielle betrifft: Ich weigere mich, weiter darüber zu diskutieren, ob der Bezug eines ganz normalen Bundeswehr-Soldes als Habgier einzustufen ist." Warum? Deine Position ist absurd, denn wenn Du Dich weigerst, darüber zu diskutieren, was als Habgier zu begreifen ist, dann kannst auch über weitere juristische Optionen nicht reden... Ich sagte doch schon, daß das Kriterium "mit gemeingefährlichen Waffen" ausreicht. Und: Es ging mir nicht um den einzelnen Soldaten, es ging mir um das Rechtssystem, das eine ganz wesentliche Sache einfach nicht gesetzlich regelt, sondern es bei einem Augenzwinkern beläßt. Ehrlich gesagt, das Thema in Deiner Auffassung ist nicht interessant... das aber NICHT deswegen, weil Du schlecht aufgefasst hättest, sondern weil ich diesbezüglich mit viel härteren Sachen konfrontiert wurde, und was Ihr hier diskutiert, ist für mich so ein abstraktes softes Zeug. Es tut mir leid, daß ich hier einen Blogbeitrag reingestellt habe, dessen Thema dich nicht interessiert. Aber merkwürdig ist es schon, daß du dann als Folge davon über ein Thema diskutierst, das dich halt gerade interessiert. Ich wurde durch Dein Blog und durch die zweite Folge von Lebt wohl, Genossen! zu bestimmten Gedanken angeregt und will ein Blog darüber schreiben. Als Überschrift hätte ich gerne "Schwarze Tulpe: Soldaten sind keine Mörder?" genommen. Wenn es Dir aber nicht passt, dass diese Überschrift Deiner so ähnlich ist, sag Bescheid, ich würde mir was anderes ausdenken, kein Problem. Nimm als Titel, was immer du als Titel nehmen willst. Ciao Wolfram |
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Sorry, das mit "nicht interessant" habe ich blöd geschrieben. Das bezog sich nicht darauf, wie Du geschrieben oder argumentiert hast (Du hast sehr gut geschrieben und sehr gut argumentiert, das ist jetzt kein Kompliment, sondern ernst), aber die Sache bezog sich eben auf Berufsarmie, und für mich ist es halt so, dass diese Rotznasen, die sich für Kohle bewerben und danach mit ihren Erfahrungen bei den Weibern angeben, nicht interessant sind. Zumal sie ja sehr selten in solche Situationen geraten, wo ihnen etwas bedroht. Es gibt kein Haken zwischen mir und diesen Menschen, sie gehören zu meinem Leben nicht (auch wenn ich einige persönlich kannte), sie reizen mich nicht.
Mir geht es um was anderes, und zwar um die Situation, wo es keine Wahl gibt, wo man durch den Staat GEZWUNGEN wird, ein Soldat zu werden und in Kriegsgebiet zu gehen, und zwar nicht in so ein Kriegsgebiet, wo vielleicht zwei mal im Jahr a bisserl geschossen wird, sondern wo tagtäglich unmenschliche, unvorstellbare Sachen geschehen, von beiden Seiten. Russisch-Afghanischer Krieg. Als Schwarze Tulpe wurde ein bestimmter Typ von Flugzeugen bezeichnet, in dem unsere Jungs aus Afghanistan nach Hause gebracht wurden. In Särgen. Viele. Oft. Damit an ihre Stelle die andere geschickt werden, die ebenso keine Wahl hatten. Diese Situation will ich begreifen... ob man SO zum Mörder wird? Hat man WIRKLICH gar keine Wahl? Spielt es eine Rolle, wenn man aus der Angst um eigenes Leben die andere Menschen tötet, aber eben nicht diejenige, die einen angegriffen haben (also den Staat), sondern die anderen, auf die der Angreifer hingewiesen hat (die Afghanen)? |
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@DandelionWine
Sorry, das mit "nicht interessant" habe ich blöd geschrieben. Das bezog sich nicht darauf, wie Du geschrieben oder argumentiert hast (Du hast sehr gut geschrieben und sehr gut argumentiert, das ist jetzt kein Kompliment, sondern ernst), aber die Sache bezog sich eben auf Berufsarmie, und für mich ist es halt so, dass diese Rotznasen, die sich für Kohle bewerben und danach mit ihren Erfahrungen bei den Weibern angeben, nicht interessant sind. Das ist alles schön und gut, darüber könnte man ja diskutieren und andernorts wird darüber ja diskutiert. Nur: Ich habe hier ein ganz anderes Faß aufgemacht und dabei festgestellt, daß sich kein Schwein dafür interessiert. Gut, kann man sagen, ist auch gut, interessiert sich halt keiner für das Thema. Damit muß man leben, wenn man hier was schreibt. Mir ist es kürzlich erst passiert, daß ich einen Thread quasi aus Versehen kaputtgeschossen habe, ich wollte es gar nicht. Ein Artikel von Stephen Moss aus dem Guardian über Umberto Eco wurde als redaktioneller Beitrag eingestellt. Ich habe einen kleinen Nebenaspekt herausgegriffen und was drüber geschrieben und bis jetzt sind alle nur auf meinen Nebenaspekt eingestiegen, es wurde eine Diskussion über meinen Hund, Umberto Eco blieb außen vor. Da ich also auch nicht ohne Schuld bin, stecke ich den ersten Stein wieder in die Tasche und werfe ihn nicht. Aber damit soll es nun genug sein. Ciao Wolfram |
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Die Asoziationen sind wirklich toll beschrieben. Wer sich also weigert zu morden wird "legal", weil per Gesetz (Wehrdienst- / Befehls-Verweigerung), erpresst und so selbst Opfer dieser Tötungsmaschinerie.
Denn wenn wenn ich der Logik folge: "Der Staat hat das Recht zum Töten, da er sich dieses Recht nimmt und er hat es insoweit, als niemand da ist, ihn daran zu hindern. Und wäre einer da, so könnte er den Staat am Töten nur dadurch hindern, daß er Krieg führt gegen diesen Staat, also seinerseits tötet." dann hat h.yuren recht wenn er hier schreibt: "nur wenn es gelänge, die nationalstaaten abzuschaffen, gäbe es noch einen funken hoffnung..." Also bevor das geschieht werden wir unseren "mentalen Muskel" erst noch einige Erfahrungen sammeln lassen müssen bis klar ist das kriegerisches Morden im Namen von Gerechtigkeit nicht zusammenpasst weil es immer nur zur Wurzel eines neuen Krieges wird. |
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@Rosa Sconto
Denn wenn wenn ich der Logik folge: "Der Staat hat das Recht zum Töten, da er sich dieses Recht nimmt und er hat es insoweit, als niemand da ist, ihn daran zu hindern. Und wäre einer da, so könnte er den Staat am Töten nur dadurch hindern, daß er Krieg führt gegen diesen Staat, also seinerseits tötet." dann hat h.yuren recht wenn er hier schreibt: "nur wenn es gelänge, die nationalstaaten abzuschaffen, gäbe es noch einen funken hoffnung..." Das Töten und auch das kollektive Töten (vulgo Krieg) sind wesentlich älter als Nationalstaaten. Es gibt keinen Grund anzunehmen, mit dem Verschwinden von Nationalstaaten würden Kriege aufhören. Die einzig mir vorstellbare Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit kriegerischer Lösung von Konflikten zu senken, wäre eine Angleichung der Lebensverhältnisse. Je mehr Besitz du hast, desto höher muß der Zaun um dein Haus sein, dich vor Dieben zu schützen. Ciao Wolfram |
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sinngemäss: "....bin ich absolut überzeugt, die Deutsch-Französische Garnison ist kein Auslaufmodell, sondern ein Beginn und wird sich zur Speerspitze entwickeln um Europäische Interessen durchzusetzen." Aussage vom 22.1.2012 beim Neujahrsempfang der Deutsch-Französischen Gesellschaft durch einen in BW ambitionierten CDU Bürgermeister. Viel Spass dabei. Chauvinismus, Imperialismus...was fällt mir noch dazu ein?...... |
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Ich verstehe den § 211 StGB so, dass ein Mörder nur ist, wer eines der vier genannten "Motive" hatte, UND dabei entweder heimtückisch/grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder zur Verdeckung/Ermöglichung einer Straftat vorging.
Da Sie argumentieren, bei Soldaten liege meist keiner der genannten Beweggründe vor, müsste die Schlussfolgerung sein, dass Soldaten keine Mörder sind. Grausamkeit, Heimtücke, gemeingefährliche Mittel undsoweiter "allein" reichen ohne niedere Beweggründe nicht aus. Demnach wären Soldaten rechtlich gesehen Totschläger ? |
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@hold
Ich verstehe den § 211 StGB so, dass ein Mörder nur ist, wer eines der vier genannten "Motive" hatte, UND dabei entweder heimtückisch/grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder zur Verdeckung/Ermöglichung einer Straftat vorging. Nein. Ich hatte mich vor dem Schreiben des Artikels kundig gemacht, es reicht eines der Mordmerkmale, gleich aus welcher Gruppe. Ciao Wolfram |
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@ hold
Ich habe mich von einem Bundeswehr anwerben lassen und stimme der Wehrpflicht zu. Ich verdiene nicht genug bei diesem Job um mir Dinge zu kaufen (Haus, Auto Flachfernsehen). Ich brauche das Geld, weil ich will Konsum-Begierden befriedigen will. Ich melde mich für einen Einsatz in Afghanistan, weil ich weiss ich bekomme für jeden Tag 90 Euro extra (bei Kost und Logie), ergo zusätzlich zu meinem regulären Gehalt, 16.000 Euro mehr in den 6 Monaten. (6 Monate = ein VW-Golf) Ich halte mich in einem Land auf, obwohl ich nicht einmal ein Einreise- geschweige Aufenthaltsvisum habe. Ich gerate bei meinem Aufenthalt in diesem Land während einer Spazierfahrt unter Beschuss und habe schreckliche Angst. Obwohl ich kein Visa habe, habe ich trotzdem eine Waffe um mich zu verteidigen. Aus Angst um mein Leben schiesse ich einen (oder mehrere) von denen tot, die mich erschiessen wollen. Ich bin eine Mörderin weil ich in ein Land gereist bin: 1. um 90 Euro pro Tag (plus mein reguläres Gehalt) zu verdienen (niederer Beweggrund), 2. obwohl ich wusste das die lokale Bevölkerung schiesswütig ist und Gefahr für mein Leben besteht, und mein Verstand mich warnte das ich dort nichts zu suchen habe. (Die BRD fordert auch die Zahlung der Rettungskosten bei Touristen die sich trotz Warnungen des AA in Regionen in Gefahr bringen.) 3. und ich die sichere Gewissheit hatte, daß ich unverhältnismässig effektivere Möglichkeiten (Sniper & "Luftunterstüzung")) habe, diese Angriffe gegen mein Leben zu meinen Gunsten zu entscheiden (billigend in Kauf genommen). |
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Das trifft es doch recht genau.
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@Rosa Sconto
und deshalb werden wir alle Abgeordneten welche gestern wieder für eine Verlängerung des Einsatzes gestimmt haben anklagen. |
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@Rosa Sconto
und deshalb werden wir alle Abgeordneten welche gestern wieder für eine Verlängerung des "Einsatzes" gestimmt haben anklagen. |
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schrieb am
27.01.2012 um 08:28
Und dann werden juristisch geschulte Sprachakrobaten "nachweisen", dass diese Abgeordneten gegen kein Gesetz verstossen haben, sondern sogar im Sinne des GG gehandelt hätten.
Und abermals werden Menschen von der Formulierkunst (der "Kunst, recht zu behalten") so begeistert sein, dass sie nicht nach Inhalten fragen. |
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Kann ein Polizist auch ungehemmt Demonstranten "rechtstaatlich behandeln" wenn man vorher "auf die Schnauze hauen" als "rechtstaatlich behandeln" definiert..???
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Soldaten morden nicht, sie töten...
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@Kurt C. Hose
Soldaten morden nicht, sie töten... Der deutsche Staat und das deutsche Rechtssystem behaupten das Gegenteil. Das ist die Pointe meines Textes. Ciao Wolfram |
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Kurt sagt LOL...
In Anerkennung ihres Pazifismusses will die Realität ihren Platz. Die Aussetzung der Wehrpflicht war der undemokratischste Akt 2011...!! das Volk konsequent mit der Exekutive verwoben zu haben ist keine schlechte Idee... KCH tötet aus Prinzip... |
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@Kurt C. Hose
In Anerkennung ihres Pazifismusses... Wo siehst du in meinem Text Pazifismus? Ciao Wolfram |
Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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