Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

26.06.2011 | 23:53

Vom semantischen Ekel - Ernährung und Sprache

Im Internet, sagt man, lerne man wahnsinnig viel. Das ist nichts weiter als eine Redensart, aber sie stimmt natürlich. Das Angenehme dran ist, daß man im Internet auch dann was lernt, wenn man eigentlich gar nichts lernen will [1].


Ich habe im Internet das Wort "Grützwurst" gelernt. Meine erste spontane Reaktion auf dieses neue Wort war: "Grützwurst sagt man nicht". Ein Diskussionspartner stimmte mir zu, mißverstand meine Äußerung aber als Kritik an der Grützwurst als solcher.
Das aber war nicht der Punkt. Mir war es um das Wort "Grützwurst" gegangen, nicht um die Grützwurst selber, denn bis dato hatte ich gar nicht gewußt, was eine Grützwurst ist. Mein Widerwille war semantisch, vokal, auditiv. Es war das Geräusch "grütz", das bei mir eine heftige Reaktion des Widerwillens ausgelöst hatte. "Grütz" nämlich klingt wie ein Laut beim Vomitieren (das ist vornehm für "Kotzen").
Wenn ein Wirt mich fragte "Woins a Grützwurscht?" wäre meine erste, spontane Antwort: "Na!" Das ist wie mit "Rohkost" oder auch "Haferschleim". Haferschleim nämlich esse ich recht gerne, nur hatte mich die Vorstellung, Schleim zu essen, viele Jahre meines Lebens davon abgehalten, Haferschleim auch nur zu kotz... äh, kosten.

Nun machte ich mich also kundig und die Wikipedia meinte, Grützwurst, Graupenwurst oder Wurstebrei (!, ein Wahnsinnswort) sei eine in Deutschland und Polen weit verbreitete, ungeräucherte oder leicht geräucherte Kochwurst, die neben Fleisch auch Grütze, Graupen oder zerkleinerte Brötchen enthält. Das Bild zeigt je eine Berliner Blut- und Leberwurst. Nach diesem Bild und nach der Beschreibung scheinen mir diese Berliner Blut- und Leberwürste genau das zu sein, was mein Vater einst als Schlesische Blut- und Leberwürste verkauft hat. Er hatte auch Bayerische Blut- und Leberwürste im Angebot, die waren aus purem Fleisch, ohne Semmelstückerln drin, sahen insgesamt gedrungener aus und wurden in heißem Wasser gegart. Diese Dinger habe ich nie runtergebracht, gekostet zwar, dann aber davon gelassen.
Im Gegensatz zur Beschreibung der Zubereitung in der Wikipedia haben wir die Schlesischen Blut- und Leberwürste in der Pfanne gebraten, so daß die Haut (Naturdarm) schön knusprig war. Zumindest die Leberwürste waren eines meiner Lieblingsgerichte (und wären es heute noch, wenn ich sie bekäme). Ich habe stets die Fülle säuberlich rausgedrückt und gegessen, während ich die knusprige Haut beiseite gelegt habe. Die nämlich war der krönende Höhepunkt, den ich mir bis zuletzt aufheben wollte. Einmal allerdings habe ich einen Moment lang nicht aufgepaßt und - schwupp! - hatte meine Großmutter die Haut genommen und sie dem Hund gegeben. Auf meinen empörten Aufschrei hin meinte sie, sie habe gedacht, ich wolle die Haut nicht, weil ich sie zur Seite gelegt habe. Säufts.
Also: Es lebe die Grützwurst! Der Name aber ist eine Zumutung für einen poetisch empfindenden Menschen.

Mitte der achtziger Jahre waren wir im Urlaub in einem Hotel in Italien. Es gab dort ein reichhaltiges Frühstücksbüfett, abends ein Salatbüfett - eine große Vielfalt an Gemüse, schön angerichtet - bei dem sich jeder aufladen konnte, was und wieviel er wollte, dazu Essig und Öl und Saucen nach Geschmack.
Nun muß ich vorausschicken, daß ich bis dahin nie ein großer Salat- und Gemüse-Esser war. Als Metzgersohn habe ich von jeher Fleisch und Knödel und sonstige deftige Speisen vorgezogen. Hier aber habe ich reichlich aufgeladen, und hätte manchmal auf das eigentliche Essen gern verzichtet, wenn ich dafür mehr vom Salat hätte essen können.
Und dann höre ich, wie am Nebentisch ein Mann in scharfem Ton zu seinem ca. 15jährigen Sohn sagt: "Die Rohkost wird aufgegessen!"
"Rohkost" - das Wort hat mich getroffen wie ein Schlag. Freilich, wenn man das Zeug "Rohkost" nennt und den Leuten aufzwingt, dann mag es natürlich keiner mehr essen. Das Gemüse war hier für mich ein Genußmittel allererster Sahne, das Wort "Rohkost" aber schmeckt derart nach Verzicht, Vernunft und Gesundheit, daß es - bei Heranwachsenden gleich gar - semantischen Ekel vor absolut geilen Sachen erzeugen kann.
Oder nimm den Spinat. Spinat ist ganz was Feines. Wenn man den Kindern nicht viel zu oft erzählt hätte, daß Spinat soooo gesund wäre und also unbedingt aufgegessen werden müsse, würden sie ihn auch als Erwachsene noch mit Behagen essen.
Entgegen anderslautenden Gerüchten nämlich sind Kinder alles andere als dumm. Sie lernen sehr schnell und wenn ein Erwachsener an einer Speise die Gesundheit rühmt, dann weiß das welterfahrene Kind, daß das Zeug nicht schmeckt, ansonsten man ja den Geschmack priese und nicht die Gesundheit.

Kinder, die regelmäßig den Salat stehen lassen, bekommen irgendwann keinen mehr vorgesetzt. Dann fragen sie eines Tages selber nach, wieso sie keinen bekommen, die anderen aber schon...

"Man muß also", fragte mein Internet-Diskussionspartner, "den Kindern erzählen, daß Hamburger, Pommfritz und Fischstäbchen unheimlich gesund sind?"
"So in etwa", antwortete ich. "Wenn du ihnen erzählst, daß Karotten noch nichts für kleine Kinder sind, dann fressen sie dir die Möhren direkt aus der Einkaufstüte."

[1]   Irgendwann, so hoffe ich, wird sich dieses endgeile pädagogische Prinzip bis zur Schule jenseits von Summerhill durchgesprochen haben.

 
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Kommentare
Baphomed schrieb am 27.06.2011 um 00:12
Hallo Wolfram,

das Heist nicht Grützwurst und Blutwurst mit Grütze oder Schlesische was auch immer. Das ist eine Westfälische Schlachteplatte. Mit viel gebratener Grützwurst Grob und Blutwurst Grob und Mettwurst Grob gut gebraten mit viel Bratkartoffeln und einem Guten Export Bier.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 00:43
@Baphomed
das Heist nicht Grützwurst und Blutwurst mit Grütze oder Schlesische was auch immer. Das ist eine Westfälische Schlachteplatte.

Erzähl mir nichts. Mit diesen Lebensmitteln ist es im deutschsprachigen Raum ein rechtes Kreuz. Die gleichen Sachen heißen in verschiedenen Gegenden völlig anders, und mit dem gleichen Wort bezeichnet man in verschiedenen Gegenden verschiedene Sachen.
Ein Kipferl etwa ist in Wien ein zum Halbmond gebogenes Süßgebäck, verlangst du in einer Regensburger Bäckerei ein Kipferl, so reichen sie dir eine eher dunkle Semmel mit Kümmel. Die Fleischpflanzerl heißen schon in Franken Fleischküchle, in Österreich sind es faschierte Laaberln, in Berlin Buletten und im Westen Frikadellen.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 27.06.2011 um 01:10
Mein Favorit ist in dem Zusamnenhang Blunze versus schlimme Augenwurst.

saludos,
Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 01:27
@Don Quijote
Mein Favorit ist in dem Zusamnenhang Blunze versus schlimme Augenwurst.

Eine Blunzn ist im bairischen Sprachraum - der von der nördlichen Oberpfalz bis ins südliche Südtirol reicht - eine Blutwurst. Ehrenhalber bezeichnet man auch einen dicken Menschen als Blunzn.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 27.06.2011 um 01:42
Ja, genau - und anderswo bezeichnet man eben diese Blunzn als schlimme Augenwurst.

Ich bezeichne damit regelmäßig verhackstückte oder spaghettierte Software, so im Alltag - wahlweise Blunze oder schlimme Augenwurst.

Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 02:00
@Don Quijote
Ja, genau - und anderswo bezeichnet man eben diese Blunzn als schlimme Augenwurst.

Ich will gar nicht erst wissen, wo dieses "anderswo" liegt.

Ciao
Wolfram
GeroSteiner schrieb am 27.06.2011 um 12:05
@Wolfram Heinrich am 27.06.2011 um 00:43
"(...) in Berlin Buletten und im Westen Frikadellen."

Wolfram, es sind Freakadellen und Bulletten. Ich erinnere da an die legendären Comics von Gerhard Seyfried.

Das sah 1979 so aus:


Die neuere Variante geht so:
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 10:55
@GeroSteiner
"(...) in Berlin Buletten und im Westen Frikadellen."

Wolfram, es sind Freakadellen und Bulletten. Ich erinnere da an die legendären Comics von Gerhard Seyfried.

Ich hatte noch überlegt, ob ich den Verweis auf Seyfried bringen sollte, hab's dann aber doch gelassen, weil ich dachte, das wüßte doch jeder. Aber vielleicht doch nicht, vielleicht kennen die Jüngeren diese Karikatur noch nicht.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 27.06.2011 um 01:07
Kleiner Tip: Wenn man nur 3 Buchstaben ändert, wird aus Grützwurst - Gripswurst.

Ob das aber besser wäre? - Besser als sich ohne Grips das Leben vergrützen zu lassen, denkt sich meiner einer.

Als zusätzliches Schmankerl:
Wenn man 4 Buchstaben im Wort "Mama" ändert, wird draus "Bier".

Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 01:19
@Don Quijote
Wenn man 4 Buchstaben im Wort "Mama" ändert, wird draus "Bier".

Hiermit erlasse ich ein Blödelverbot für alle meine Blogs. Das Verbot tritt sofort in Kraft, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Zuwiderhandelnde werden unverzüglich von allem ausgeschlossen, wo gibt.
Gnade gibt’s keine. Ja, gut, eine vielleicht. Aber nur eine. Wenn überhaupt.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 27.06.2011 um 01:32
Ich falte meine Gripswurstfinger nur so vorüblich zum Gebet um Gnade, spreche aber dero noch nicht aus. Man weiß nie wann man 's braucht. Ich zünd Dir einstweilen 'ne Kerze an.

saludos,
Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 01:49
@Don Quijote
Ich falte meine Gripswurstfinger nur so vorüblich zum Gebet um Gnade, spreche aber dero noch nicht aus. Man weiß nie wann man 's braucht. Ich zünd Dir einstweilen 'ne Kerze an.

Du bist (oder warst) katholisch, gib's zu. Nur ein Katholik kann so hundsheitern hinterfotzig brillante theologische Ausreden erfinden.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 27.06.2011 um 02:15
@Wolfram Heinrich
Du bist (oder warst) katholisch, gib's zu.

Nein, ich war und bin ungetaufter Vollheide. Was aber nicht heißt, daß ich mich in den Confessionis nicht auskennen tät und Bach und Fra Angelico nicht verehren würde.

Es gibt auch konfessionslose Hinterfotzigkeit die sich gut tarnen kann, wie auch das Gegenteil. Was aber ist das Gegenteil?

saludos,
Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 03:59
@Don Quijote
Nein, ich war und bin ungetaufter Vollheide. Was aber nicht heißt, daß ich mich in den Confessionis nicht auskennen tät und Bach und Fra Angelico nicht verehren würde.

Ah, das läuft unter Ästhetik. Ich mag ja sakrale Musik sehr, vor allem die aus dem Barock. Aber ich sag auch nicht nein bei einer Haydn- oder Mozartmesse.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 28.06.2011 um 12:55
@Woflram Heinrich
Ah, das läuft unter Ästhetik.

Mag sein, in diesem Zusammenhang meinte ich aber ausdrücklich die religiöse Dimension.

Aber wir kommen vom Thema ab - zurück zur Gripswurst. Meine neckische Umschreibung durch Ändern von 3 Buchstaben (nein, ich sage jetzt nicht, wie aus Hund ein Käse wird) hat ja durchaus Berechtigung, stehen doch Grips und Grütze beide für Denkvermögen.

Hingegen ist nicht belegt, daß Grütz- oder Gripswurst schlau machen täten, oder es selber wären.

saludos,
Dr.einf.Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 22:04
@Don Quijote
Hingegen ist nicht belegt, daß Grütz- oder Gripswurst schlau machen täten, oder es selber wären.

In Bayern hat's die Redensart: "Er hat einen IQ wie eine Scheibn Leberkäs." Hierorts gibt's übrigens auch Hirn- oder Gelbwurst. Schlaumach-Effekte wurden noch nicht beobachtet, wenn auch für manche Leute das Erreichen des IQ eines Schweines schon ein erheblicher Fortschritt wär.

Ciao
Wolfram
GeroSteiner schrieb am 28.06.2011 um 23:46
@Don Quijote
"Wenn man 4 Buchstaben im Wort "Mama" ändert, wird draus "Bier"."

Stimmt. Und wenn man Otto von hinten liest, dann wird er ärgerlich.
Hiermit kaufe ich ein Nutz-Los. Der Hauptpreis ist "Nichts".
Don Quijote schrieb am 29.06.2011 um 00:19
@GeroSteiner

Sorry, ich habe mich einer Schlampigkeit schuldig gemacht - es hätte heißen müssen:
Wenn man nur 4 Buchstaben im Wort "Mama" ändert, wird draus "Bier".
Hiermit kaufe ich ein Nutz-Los. Der Hauptpreis ist "Nichts".

Leider haben Sie eine Niete gezogen. Betrachten Sie daher das Universum als Ihnen zugeeignet.

Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 10:07
@GeroSteiner
Hiermit kaufe ich ein Nutz-Los. Der Hauptpreis ist "Nichts".

Paß auf, daß sie dir kein Arbeits-Los andrehen. Der Hauptpreis dort ist noch nichtser.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 27.06.2011 um 02:44
hallo wolfram,
ja das gibt es oft: das Beste behält man sich bis zum Schluß!

Hast du je von Grünkohl mit Pinkel gehört?
Hättest du das Mahl probiert?

Probieren geht über studieren!

Weil,wennste nich probiert hast,weißtenicht, wasde verpassen tun tätest.
Dann gäbs da noch Knall? Sehr lecker!Schon mal gehört?Geschmeckt?
gruß an die küche von SQ
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 03:59
@SuzieQ
ja das gibt es oft: das Beste behält man sich bis zum Schluß!

Es ist wohl eine Temperamentsfrage. Andere schnappen sich erst das Beste, sie könnten ja unterm Essen tot umfallen und dann hätten sie das Beste nicht mehr bekommen.

Hast du je von Grünkohl mit Pinkel gehört?

Die Nachricht drang bereits in den Süden.

Hättest du das Mahl probiert?

Ich könnte jetzt keinen Eid drauf ablegen, aber ich glaub nicht. Wenn ich hier in der Metzgerei Pinkel verlange, schmeißen sie mich raus und erteilen mir Hausverbot.

Dann gäbs da noch Knall? Sehr lecker! Schon mal gehört? Geschmeckt?

Äh, les sich da wirklich "Knall"? Nicht mal Google gibt mir Antwort...

Ciao
Wolfram
Baphomed schrieb am 27.06.2011 um 08:34
Hallo Wolfram,

ja das mit den Regionalen besonderheiten ist ein Problem, ich habe mal in Badenwürtenberg Versucht eine Kohlwurst zu erstehen. Das war ein herrliches erlebniß. Ich glaube man hielt mich für Geistes Krank.
In Bayern versuchte ich mal eine Kochsalami zu erweben. Eiwei der Arme Schlachter.
Meine Persönliche Sprachlich größte Geschmacksverirrung war Heppengrütze mit Stipp. Ziegen Graupeneintopf mit Eistich. Lecker aber der Name ungeniesbar. Scheint es auch nur hier in Thüringen zu geben.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 27.06.2011 um 09:31
@Baphomed
In Bayern versuchte ich mal eine Kochsalami zu erweben. Eiwei der Arme Schlachter.

Also in Bayern kennt man Kochsalami durchaus. Hier erklärt eine Münchner Metzgerei die Herstellung von Bergsteiger-Kochsalami: www.muenchen-tv.de/archiv/Kochsalami-527.html

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 27.06.2011 um 16:24
Hallo Wolfram,

"...,sie könnten ja unterm Essen tot umfallen und dann hätten sie das Beste nicht mehr bekommen."

Das wär ihnen dann wahrscheinlich auch egal!

"Äh, les ich da wirklich Knall?"

Ja!

Knall= Knüles= Döppekooche=Kesselkuchen.

Gruß SQ
Baphomed schrieb am 27.06.2011 um 19:00
Hallo Wolfram,

genau das ist das Problem eine Kochsalami in Thüringen besteht aus sehr groben Fleischteilen in Blut 0,5cm -1 cm Sie wird dann gebrüht und noch 4 - 6 Wochen Geräuchert mit Kräutern und Buchenspänen natürlich im Naturdarm. Sie ist etwas ganz anderes als eine Bayrische Kochsalami oder eine Göttinger oder eine Voigtländer. Schmeckt auch anders durch denn hohen Blutanteil.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 10:58
@SuzieQ
"...,sie könnten ja unterm Essen tot umfallen und dann hätten sie das Beste nicht mehr bekommen."

Das wär ihnen dann wahrscheinlich auch egal!


Dann schon, aber die Entscheidung fällt ja vorher.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 10:58
@Baphomed
Schmeckt auch anders durch denn hohen Blutanteil.

Der Thüringer hat's überhaupt mit dem Blut. Ob der Thüringer vielleicht Vampir ist?

Ciao
Wolfram
Baphomed schrieb am 28.06.2011 um 11:10
Lieber Wolfram,

wenn Vampire unerkannt leben können dann hier in Teeringen.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 11:30
@Baphomed
wenn Vampire unerkannt leben können dann hier in Teeringen.

Ob man nicht die Frage umgekehrt stellen müßte? Können Thüringer unerkannt unter all den Vampiren leben?
Möglicherweise ist der Slogan eures Nachbarlandes Sachsen-Anhalt (Land der Frühaufsteher) ein Versuch, durch Zweckpropaganda davon abzulenken, daß auch dort wahnsinnig viele Vampire leben. Der so vielen Leuten rätselhafte Spruch fände damit eine Erklärung.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 27.06.2011 um 10:42
Es gibt in Frankreich so etwas ähnliches, - und wie bei Euch solch Zeugs wie "Lüngerl" eine Spezialität genannt wird, nennen die Eingeborenen hier die "saucisson lyonnais" auch Spezialität.

Was sich hinter dem Begriff "Spezialität" verbirgt ist oft irgendetwas das sonst nicht mit der exakt bezeichneten Ingredienz ausgesprochen werden darf, es wäre schlicht gesundheitsschädigend.

Bei der Lyonaise Wurst kroch ein merkwürdiger Geruch in meine Nase, sagte aber nichts weil mein Gastgeber auch Stolz von "Spezialität sprach, aber ich hielt Ausschau ob nicht vielleicht die dämliche Katze meines Gastgebers neben oder unter dem Tisch ihre Wurst abgelegt hatte. Seither bin ich vorsichtig wenn ich eine "Spezialität" empfohlen bekomme...
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 10:57
@sachichma
Es gibt in Frankreich so etwas ähnliches, - und wie bei Euch solch Zeugs wie "Lüngerl" eine Spezialität genannt wird, nennen die Eingeborenen hier die "saucisson lyonnais" auch Spezialität.

Das scheint was gänzlich anderes zu sein als das, was man hierzulande als "Lyoner" verkauft.

Bei der Lyonaise Wurst kroch ein merkwürdiger Geruch in meine Nase, sagte aber nichts weil mein Gastgeber auch Stolz von "Spezialität sprach, aber ich hielt Ausschau ob nicht vielleicht die dämliche Katze meines Gastgebers neben oder unter dem Tisch ihre Wurst abgelegt hatte.

In Frankreich muß man vorsichtig sein mit dem Essen, dem Franzosen grausts vor nix, der frißt alles, Frösche, Schnecken etc. pp.

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 04.07.2011 um 18:23
Manche hiesigen Eingeborenen schrecken nicht davor zurück Trüffel oder Pistatizen mit in die Wurst zu stopfen. Und natürlich, die essen eben auch alles: Pferde, Frösche und Marder. Kein Witz! Diese Gedärmewurscht ist ja noch gut anzuschauen aber frag nicht was drin ist:
Was halt so auf dem Fussboden liegt oder so...

Mich ekelt eigentlich vor nix. Vor über 30 Jahren war ich mal für über 6 Monate im Iran um deren Revoluzer Rülpser zu knipsen. Das war schön, aber hart. Auf dem Rückflug hatte dann ich überlegt was ich am liebsten essen wollte. In der Einsteinstrasse war ich sofort zum ersten Metzger (obwohl der Hofbräukeller so nah ist), und hab solch Wurst: Rot & Weiss, Blut & Leber, mit Kraut hineingeschlungen. 6 Monate kein Schweinsfleisch..., Mensch war mir schlecht. Hatte aber geschmeckt.

aber hier gibt's doch etwas zum aussuchen:
recettessimples.fr/
Wolfram Heinrich schrieb am 05.07.2011 um 11:52
@sachichma
Manche hiesigen Eingeborenen schrecken nicht davor zurück Trüffel oder Pistatizen mit in die Wurst zu stopfen.

Och, das mit den Pistazien zumindest war schon in den sechziger Jahren auch in Niederbayern üblich.

Und natürlich, die essen eben auch alles: Pferde, Frösche und Marder. Kein Witz!

Wie ich schon schrieb: Dem Franzosen graust so schnell vor nix, der frißt alles.

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 27.06.2011 um 18:49
Ach Wolfram, das Teil mit der Rohkost ... mach dir nichts draus. Löwen in Freiheit müssen sich ihr ganzes Leben lang von Rohkost ernähren. Weil, es gibt kein Chappi in den Savannen. Nur soviel zum Begriffsverhältnis Rohkost und Semantik.
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 10:59
@luggi
Ach Wolfram, das Teil mit der Rohkost ... mach dir nichts draus. Löwen in Freiheit müssen sich ihr ganzes Leben lang von Rohkost ernähren. Weil, es gibt kein Chappi in den Savannen. Nur soviel zum Begriffsverhältnis Rohkost und Semantik.

Also, erstens bekämen die Katzerl Whiskas und kein Chappi. Zweitens, wennst du deine Löwerl mit Whiskas füttern täterste, dann dauerte das Dosenöffnen und in den Napf schütten so lange, daß dich die Katzerl längst gefressen hätten, ehe du fertig wärst.
Und drittens schließlich ist das so eine Sache mit den Wörtern. Das deutsche Wort "Rohkost" bezeichnet nicht jegliche rohe, das heißt nicht gegarte Speise, sondern lediglich rohes Gemüse. Anderenfalls liefe auch Beefsteak Tatar (de.wikipedia.org/wiki/Tatar) unter Rohkost. Mit dieser Begriffsausweitung aber bekämst du Ärger mit den Rohköstlern, den Vegetariern und Veganern.

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 28.06.2011 um 22:20
Also, erstens können Katzerl nicht lesen ... und deshalb ist es ihnen wurscht egal, was auf der Dose steht. Wetten, das ein Hund auch Katzenfutter frisst?
Zweitens, es gibt große Behältnisse.
Dritt-ens irrst du dich gewaltig, das mit Rohkost lediglich rohes Gemüse bezeichnet wird. Nimm dir mal 2 Stunden Zeit und gehst auf Google-Suche.

Wenn dein Intellekt* zur selbstständigen Wissensanreicherung nicht ausreicht, helfe ich gern ... Pionierehrenwort.

*man benutzt heute bei Defiziten den diffamierenden Begriff Demenz
Don Quijote schrieb am 28.06.2011 um 23:16
@luggi
Wetten, das ein Hund auch Katzenfutter frisst?

Yo man, klar. Meine Schwester hat Köter wo keine Katze frißt. Weiß genau: wo Katze, da Futter.

Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 09:44
@luggi
Wetten, das ein Hund auch Katzenfutter frisst?

Meiner frißt nicht mal Salami, der ausgespitzte Hund.

Zweitens, es gibt große Behältnisse.

Geben tut's die freilich, aber die Dosen für Katzen sind doch ziemlich klein. Wahrscheinlich weil sich so wenige Leute in Deutschland Löwen halten.

Dritt-ens irrst du dich gewaltig, das mit Rohkost lediglich rohes Gemüse bezeichnet wird. Nimm dir mal 2 Stunden Zeit und gehst auf Google-Suche.

2 Stunden wär vielleicht etwas viel. Ich bekenne, ich habe gegoogelt - und was habe ich gefunden? Die Wikipedia (de.wikipedia.org/wiki/Rohkost) erwähnt der Vollständigkeit halber - wie es sich für ein Lexikon gehört - auch die nicht-vegetarische Rohkost in einem Satz: "Bei der nicht-vegetarischen Rohkosternährung werden auch tierische Produkte (Fisch: Lachs, Thunfisch, Matjes, Bismarckhering) und außerdem Schinken, Carpaccio, Tatar und andere rohe Fleischsorten verzehrt (siehe z.B. Instinctotherapie)." Anschließend geht es allerdings wieder weiter mit vegetarischer und veganer Rohkost.

Und die sonstigen ersten hundert Nennungen von Google beziehen sich allesamt - ob sie nun Rohkost propagieren oder sich kritisch dazu äußern - auf Rohkost im Sinn von pflanzlicher Rohkost. So gesehen müßte ich tatsächlich auf deine Unterstützung zurückgreifen.

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 30.06.2011 um 20:48
@ Wolfram
Hättest auch beim dF suchen können:
www.freitag.de/alltag/0952-weihnachtsgans-rohkost-weihnachten-koch
Wolfram Heinrich schrieb am 30.06.2011 um 23:27
@luggi
Hättest auch beim dF suchen können:
www.freitag.de/alltag/0952-weihnachtsgans-rohkost-weihnachten-koch


Das ändert doch nichts an dem Umstand, daß das Wort "Rohkost" fast immer pflanzliche Rohkost meint. Wenn du "Rohkost" sagst und rohes Fleisch oder rohen Fisch meinst, dann solltest du das tunlichst immer dazu sagen, sonst entstehen erhebliche Mißverständnisse.

Ciao
Wolfram
Tycho schrieb am 27.06.2011 um 19:01
Sag mal, Wolfram, ist Dir eigentlich die "Fingernagelwurst" bekannt?
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 11:00
@Tycho
Sag mal, Wolfram, ist Dir eigentlich die "Fingernagelwurst" bekannt?

Nein. Dieses Schicksal teile ich mit Google, das lediglich deinen zitierten Beitrag (und ab sofort auch meinen) zum Thema findet.

Ciao
Wolfram
Tycho schrieb am 28.06.2011 um 21:56
oh, und nur weil es die Fingernagelwurst nicht bis ins Google Ranking schafft, existiert sie nicht?

weit gefehlt:
Hessische Leberwurst by Stock Food

..unter Google findet sich das unter Hessische Schnittleberwurst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das, was knackt, wenn man sie isst, Fingernagel sein könnte. Vielleicht als geheime Zutat.

mit vielen lieben Grüßen,

t.
j-ap schrieb am 28.06.2011 um 22:06
In Bayern heißt das da auf dem Bild: roter Preßsack. Den kennt der Wolfram bestimmt, der ist nämlich eine Delikatesse (der Preßsack).
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 22:17
@Tycho
oh, und nur weil es die Fingernagelwurst nicht bis ins Google Ranking schafft, existiert sie nicht?

Nein, nein, geben tuts viel, was nicht in Google steht. Aber Wörter... Das Wort "Fingernagelwurst" hast jedenfalls du bei Google eingeführt, vorher war es dort nicht vorhanden.

..unter Google findet sich das unter Hessische Schnittleberwurst.

Wie machst du das nur? "Hessische Schnittleberwurst" tut's bei Google nicht geben (in ein paar Stunden dann, wenn dein Beitrag eingepflegt worden ist). Selbst für "Schnittleberwurst" alleine finde ich nur zwei Belegstellen.
Gebe ich dagegen ein abenteuerliches Wort wie "Mublobdob" ein, so finde ich über 700 Belegstellen.

Ciao
Wolfram
j-ap schrieb am 28.06.2011 um 22:25
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 22:31
@j-ap
In Bayern heißt das da auf dem Bild: roter Preßsack.

Mein erster Gedanke war "weißer Preßsack", aber das ist es nicht. Richtiger Preßsack (rot oder weiß) ist ins Schweinsmägen abgefüllt, die einzelnen Stücke sind also unregelmäßig. Ich weiß auch nicht, was das auf dem Bild ist, so direkt ganz schlecht schaut's jedenfalls nicht aus - und das ist mehr als man von vielen Leuten sagen kann.

Den kennt der Wolfram bestimmt, der ist nämlich eine Delikatesse (der Preßsack).

No na, nicht werd ich's kennen. Schließlich bin ich ein behördlich anerkannter Metzgerssohn. Ich selber ja stets lieber den roten Preßsack gegessen, bzw. noch lieber seine Luxusvariante (ohne Knorpel, dafür Fleischstückerl), die Thüringer Rotwurst. Sowas nämlich:


Aber, wie das so ist mit Lebensmitteln und deren Semantik in Deutschland - wennst du "Thüringer Rotwurst" bei der Bildersuche eingibst, dann bekommst du die absonderlichsten Varianten zu sehen.
Wer in fremder Gegend in einer Metzgerei eine Thüringer Rotwurst oder sonst was will, der sollte nie sagen "Ich hätt gern eine Thüringer Rotwurst oder sonst was" sondern er soll schaugen, ob das gewünschte Ding in der Kühltheke und im Fall daß ja einfach drauf zeigen: "Gems mir 150 g von dem da." Da erfährst du dann, wie das Ding ortsüblich heißt, denn die Verkäuferin wird - wie ein gelernter Humanistischer Gesprächspsychotherapeut - rückformulieren: "Hunnädfuchzich Gramm von dä Gränzhäuser Brohlwuaß".

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 22:34
@j-ap
Browiernses mal so, Herr Heinrich:

Aha. Das Problem ist also nicht Google sondern der Herr De Brahe.

Ciao
Wolfram
j-ap schrieb am 28.06.2011 um 23:04
Was mich anlangt, lieber Wolfram, so liegt mit der weiße und auch der Leberpreßsack auch näher als der rote, obwohl ich zu Zeiten auch den mag. Lustigerweise je mehr, je weiter ich von Bayern weg bin.

Das war allerdings schon immer so — richtig »Heimweh« hatte im strengen Sinn hatte ich noch nie und noch nirgendwo, das einzige, was mir bisweilen arg fehlt ist die Kulinarie. Damit meine ich nicht nur (aber schon auch) die Milzwurst, s'Lingerl und an Obazdn, sondern insbesondere auch den von Bayern aus sehr leicht möglichen (und von mir stets bereitwillig getätigten) Zugriff auf die böhmische, österreichische, ungarische und balkanesische Küche.
Tycho schrieb am 29.06.2011 um 01:10
hallo Wolfram, hallo Josef,

nunja, es ist schon so, dass ich den Leberpreßsack (sehr malerische Wortschöpfung) im zarten Alter von sieben Jahren erfunden hatte. Aber nicht ohne Bewunderung für diese schnittfähige Version einer Art Leberwurst.

Da taten auch die darin erfühlten Phantomfingernägel nichts zur Sache und sie diente auf den frühmorgentlichen Schulfahrten neben einer Flasche eiskaltem Kakao, dessen Hersteller Namensstifter für den Spitznamen meines gastronomisch recht erfolgreichen Cousins war, als bevorzugter Brötchenbelag.

Wie groß und mächtig mir damals ein einziges Brötchen erschien!

Im Übrigen darf ich mit Fug und Recht behaupten, ausgerechnet im preußischen Herzen eine neue lukullische Tür aufgestoßen zu haben, die mir bis dato und auf Grund liebloser und amateurhafter Zubereitung verschlossen blieb:

Kaiserschmarren in einer vormaligen Weinhandlung direkt am Gendarmenmarkt. Schweres Silberbesteck, gestärkte Leinenservietten und eine Einweisungsdame am Empfang. Die vorherigen Gänge, die mensch ALS GAST im Restaurant, wirklich genießen konnte, wurden durch diesen Nachtisch, der mit 20 Minuten Wartezeit markiert war, nachhaltig mnemonisch gekrönt. Das war nicht diese laffe Eierpampe mit Korinthen drin, sondern ein kandiertes, duftendes Gedicht.

Ehrlich, da verneige ich mich ganz, ganz tief vor der süddeutschen und östereichischen Nachspeisenküche und muss mich Trottel schimpfen, nicht viel früher mich in die Gelegenheit begeben zu haben, solche Dinge kosten zu können.

Achja, und an die vegetarischen Mitleser hier: Es tut mir schon ein Stück weit leid, euch die Nemesis des gequälten Grauens oben in Form einer Wurst visualisiert zu haben, doch dann...habe ich Faked Leberkäse auch als Grauen kennenlernen müssen. Oder Käseersatz zum Überbacken von Soja-Canneloni. Naja, und wäre ich eine Kuh und dazu noch intellektuell,..ich tät beim Anblick von Frau Roth schon tot umfallen mögen.

salute
tycho.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 10:06
@j-ap
Was mich anlangt, lieber Wolfram, so liegt mit der weiße und auch der Leberpreßsack auch näher als der rote,

Ja mei, wenn keiner den weißen Preßsack mögen täterte, dann gäbs ja keinen.

Das war allerdings schon immer so — richtig »Heimweh« hatte im strengen Sinn hatte ich noch nie und noch nirgendwo, das einzige, was mir bisweilen arg fehlt ist die Kulinarie. Damit meine ich nicht nur (aber schon auch) die Milzwurst, s'Lingerl und an Obazdn,

Apropos Obazda. Neulich hat mir mein Sohn einen selbstgekreierten Antipasto vorgesetzt, auf dem sich auch ein nicht näher definierbares rotes Gschlader befand. Auf Nachfrage meinte er, das habe er auf dem Markt gekauft, man habe ihm gesagt, es handele sich um eine Art türkischen Obazdn (also Übüzdn), er sei sehr scharf. Das war er dann auch, aber auch sehr gut.

sondern insbesondere auch den von Bayern aus sehr leicht möglichen (und von mir stets bereitwillig getätigten) Zugriff auf die böhmische, österreichische, ungarische und balkanesische Küche.

Das ist in der Tat ein großer Vorteil des Südens.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 10:09
@Tycho
Kaiserschmarren in einer vormaligen Weinhandlung direkt am Gendarmenmarkt.

Hmnja, Kaiserschmarrn ist was Feines, wenn man es zubereiten kann. Ich kann es nicht so recht, einmal habe ich sogar in meiner namenlosen Wut darüber, daß sich das Ding nicht handlen ließ, den Pfanneninhalt in den Ausguß geworfen...

Ciao
Wolfram
iDog schrieb am 27.06.2011 um 20:33
lieber Wolfram, ich kann das gut nachvollziehen, denn es geht um die Wurst und die hat immer einen merkwürdigen Klang gehabt.

Ich habe "sie" nun schon etwa 25 Jahre nicht mehr gegessen, aber genau aus dieser von dir beschrieben Aversion gegen einen Klang habe ich mich damals lange dem Flönz verweigert, um dann festzustellen, dass es die einzige Art überhaupt ist Blutwurst zu geniessen: Himmel und Äd mit Flönz.
Heute wohne ich so weit weg von Köln, dass ich nicht mal mehr Menschen kennen, die das Wort kennen.
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 11:00
@iDog
lieber Wolfram, ich kann das gut nachvollziehen, denn es geht um die Wurst und die hat immer einen merkwürdigen Klang gehabt.

Das ist mir wurscht. Mahlzeit!

Ciao
Wolfram
nömix schrieb am 28.06.2011 um 11:35
Im Ostmittelbairischen zeigt sich bei der volkstümlichen Benennung von Nahrungsmitteln durchaus eine Neigung zu Pejorativa, etwa die populären Bratwurstspezialitäten Burenwurst: »Burnheidl« (»Heidl«, die [Darm-]Haut als Pars pro toto) oder Käsekrainer: »Eitrige« (weil der zerrinnende Käse optisch an Eiteraustritt erinnert). Oder »bochane Oaschlecha« (»gebackene Rektalöffnungen«) für frittierte Calamari. Ćevapčići werden im Volksmund »Hundstrümmerl« (Canidenfäzes) genannt.

Gruß aus Wien
Wolfram Heinrich schrieb am 28.06.2011 um 12:25
@nömix
Im Ostmittelbairischen zeigt sich bei der volkstümlichen Benennung von Nahrungsmitteln durchaus eine Neigung zu Pejorativa, etwa die populären Bratwurstspezialitäten Burenwurst: »Burnheidl« (»Heidl«, die [Darm-]Haut als Pars pro toto) oder Käsekrainer: »Eitrige« (weil der zerrinnende Käse optisch an Eiteraustritt erinnert). Oder »bochane Oaschlecha« (»gebackene Rektalöffnungen«) für frittierte Calamari. Ćevapčići werden im Volksmund »Hundstrümmerl« (Canidenfäzes) genannt.

Man dankt für diese luzide Ergänzung meiner Ausführungen. Vor allem die "Eitrige" und die "Hundstrümmerl" (1) zeigen die Problematik von Gourmet und Semantik überdeutlich auf. Und damit in die zuzeiten unappetitliche Diskussion über die Würschtl (schon wieder so ein Diminuitiv) etwas Format kommt, verweise ich auf einen Diskussionsbeitrag in klassischem Versmaß:
www.youtube.com/watch?v=t7KTPW3GHOM&feature=related

Ciao
Wolfram
(1) Das Wort habe ich beim Travnicek (alias Qualtinger) kennengelernt - "Wamme des Reisebüro net vermittelt hätt'..." Dort habe ich auch gelernt, daß die Bullabeißää, die berühmte Fischsuppe aus Marseilles, a gschdingads Gschloda is.
miauxx schrieb am 28.06.2011 um 22:54
Kürzlich kehrte ich zum Feierabend in eine Fleischerei mit Imbißangebot ein. Das war im Berliner Bezirk Friedrichshain, in einer Ecke, wo neben dem obligatorischen Übergewicht an türkischen, arabischen oder Pizzaimbissen (mitnichten von Italienern betrieben) nun auch vegane Döner ("Vöner") oder vegane Saucen zum Falafel bestellt werden können. Das ist eine marktwirtschaftlich nachvollziehbare Reaktion auf eine ernährungstechnische Signifikanz bei der anwohnenden Klientel.
Benannte Fleischerei mit 'deutscher Küche' ist da also was besonderes; längst nicht mehr selbstverständlich.
Während ich dort mein Kassler mit Sauerkraut verzehrte, hörte ich hinter mir am Tresen einen sehr jungen Menschen bestellen. Ich meinte, das Wort "Blutwurst" vernommen zu haben. Das setzte sich dann fort: Wirklich mehrmals vernahm ich Bestellungen von "Blutwurst" sowie "Tote Oma" (Synonym zu Blutwurst).
Was mich daran so aufhorchen ließ, war meine Überzeugung, dass dieses nicht nur phonetisch, sondern auch optisch recht abstoßende Gericht, für mich bereits einen Anachronismus darstellte. Verbinde ich damit doch irgendwie ärmliche Rustikalität, Arbeiterspeise, ästhetische Unempfindlichkeit, Pragmatismus in der Nahrungsaufnahme. Kurz: Alles andere, als was eine Beziehung zur Sozialstruktur eines hippen Berliner Stadbezirkes herstellen könnte.
Für mich war das ein Aufmerken ob Unerwartetem im Alltag. Und irgendwie fand ich es sympathisch ...
Würde trotzdem keine "Tote Oma" essen.
Don Quijote schrieb am 28.06.2011 um 23:04
@miauxx
Würde trotzdem keine "Tote Oma" essen.

Unfairer Einwurf: wenn man hungert ißt man was man kriegen kann.

Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 09:58
@miauxx
Würde trotzdem keine "Tote Oma" essen.

Dann versuche es halt erstmal mit Blutwurst.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 29.06.2011 um 10:05
@Don Quijote
"Würde trotzdem keine "Tote Oma" essen."
Unfairer Einwurf: wenn man hungert ißt man was man kriegen kann.


Selber unfair. Not kennt kein Gebot, klar. Aber nach dem, was man in letzter Not halt doch tun würde, schnitzt man sich keine Verhaltensregeln.

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 30.06.2011 um 20:34
Das heißt also: Verantwortungsbewusste Eltern rauchen, trinken und benutzen keine Kondome!
Wolfram Heinrich schrieb am 30.06.2011 um 23:25
@merdeister
Das heißt also: Verantwortungsbewusste Eltern rauchen, trinken und benutzen keine Kondome!

Worauf bezieht sich das "also"? Ich kann der Argumentation nicht folgen, ja, ich sehe sie nicht mal.

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 01.07.2011 um 07:03
Entschuldigung, ich habe den Wort vergessen...
Wolfram Heinrich schrieb am 01.07.2011 um 11:56
@merdeister
Entschuldigung, ich habe den (Smiley) vergessen...

Ja schon, aber verstehen tu ich deine Anmerkung immer noch nicht.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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