Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

20.12.2011 | 11:13

Was darf ein Ministerpräsident annehmen?

Der Nachrichtensender Bayern 5 beginnt heute jede Viertelstunde die Berichterstattung über den "Fall Wulff" mit dieser Frage: Was darf ein Ministerpräsident annehmen?

Die Antwort ist, so scheint mir, einfach: Vernunft.

 
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Kommentare
DandelionWine schrieb am 20.12.2011 um 11:19
Würdest Du ihm Dein Vernunft abgeben oder wo soll er das Zeug finden?
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 11:42
@DandelionWine
Würdest Du ihm Dein Vernunft abgeben oder wo soll er das Zeug finden?

Ich hab grad so viel Vernunft, daß es für mich selber reicht. Wenn ich ihm ausreichend Vernunft abgäbe, so wäre nachher der Wulff ein schlauer Mensch und ich ein Depp. Ob's nicht einfacher wär, man macherte mich zum Bundespräsidenten? So viel Würde wie der Wulff könnt ich zur Not noch zusammenkratzen und mehr zu lachen gäb's bei mir auch.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 20.12.2011 um 12:06
Nur unter Bedingung, dass ich die Bundeskanzler werde... es wird dann voll lustig in Deutschland. Und aus dem Freitag machen wir eine Hofberichtserstattung-Zeitung.
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 12:22
@DandelionWine
Nur unter Bedingung, dass ich die Bundeskanzler werde...

Diese ewige Pöstchenjägerei.
Also gut: Staatssekretärin im Bundespräsidialamt könnte ich dir anbieten, mehr aber nicht. Und auch das nur unter der Bedingung, daß du mir versprichst, keinen ausländischen Staatsgeist zu beißen.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 20.12.2011 um 12:53
Sachma, haste Deine Vernunft schon abgegeben oder wie kommst Du auf solche absurde Vorschläge? Ich erkläre mich bereit, von dem Posten des lieben Gottes zurückzutreten, um mit Dir hier mal lustig zu regieren... und Du, Du, Du, DUUUUU... grrrrr.... Bayern!!!!
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 13:48
@DandelionWine
Sachma, haste Deine Vernunft schon abgegeben oder wie kommst Du auf solche absurde Vorschläge? Ich erkläre mich bereit, von dem Posten des lieben Gottes zurückzutreten, um mit Dir hier mal lustig zu regieren...

Unter diesen Umständen bleib du mal auf deinem Posten. Wenn ich Präsident bin schicke ich ab und zu den Dienstmann Alois Hingerl damit er für mich eine göttliche Eingebung abholt.


Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 20.12.2011 um 14:06
Zu spät, Herr Bundespräsident. Ich bin fest entschlossen, mich den irdischen Angelegenheiten zu zuwenden.

Himmlische... nee, quatsch... irdische Grüße

Deine Bundeskanzlerin
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 14:38
@DandelionWine
Deine Bundeskanzlerin

Mein Gott, was soll aus Deutschland werden! Obwohl - verglichen mit dem Ist-Zustand...

Ciao
Wolfram
P. S.: Von dem Wiener Feuilletonisten Anton Kuh erzählt eine Anekdote, er sei in den späten dreißiger Jahren von der österreichischen Regierung in irgendeiner Sache um Rat gefragt worden. Als er die Anfrage erhalten habe, habe er seine Koffer gepackt und sei emigriert. Gefragt, warum er das gemacht habe, meinte er: "Um einen Staat, der mich um Rat fragt, muß es schon sehr schlecht bestellt sein." Wenig später kam dann ja auch Hitler.
Baphomed schrieb am 20.12.2011 um 11:21
Hallo Wolfram,

mir geht seid dieser Affäre immer durch den Kopf warum haben wir nicht Jemand wie Herren Papier als Präsident. Seine Nüchtern Kritische Stimme könnte auch ausstrahlen auf die Tagespolitik und die Bürger.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 11:43
@Baphomed
mir geht seid dieser Affäre immer durch den Kopf warum haben wir nicht Jemand wie Herren Papier als Präsident.

Vor der letzten Bundespräsidentenwahl hatte sich Georg Schramm als Kandidat angeboten.
Sag jetzt keiner, ein Kabarettist als Präsident, das geht doch nicht. Der Dramatiker Vaclav Havel war auch Präsident, der isländische Komiker Jón Gnarr ist Bürgermeister von Rejkjavik und Reagan und Schwarzenegger... ja, gut, die letzten beiden sind vielleicht ein nicht so gutes Beispiel.

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 20.12.2011 um 17:48
Zeitleser schrieb am 20.12.2011 um 12:35
Im Mittelalter, in einer Hansestadt, machte man es so: Man wählte drei Bürgermeister, jeweils für ein Jahr. Und man hatte einen Stadtschreiber, der auf Dauer amtierte. Das war der Kanzlist, deshalb ja bis heute auch der Bundeskanzler. In der Schweiz sind diese Regelungen bis heute gültig, ganz oben in der Föderation wie ganz unten in der Gemeinde (auch wenn sie nicht mal 1.000 Einwohner hat).

Aber wie bei allen menschliche Regelungen gab es auch im Mittelalter unschöne Ereignisse: Lübeck verlor gegen Dänemark eine Schlacht und was machte man mit dem Bürgermeister? Man köpfte ihn, obwohl er nur das ausgeführt hatte, was der Rat beschlossen hatte, nämlich den Sund freizukämpfen (die Dänen wollte den Ostseehandel in den Griff bekommen). Ja, ja die Obrigkeit ist nun mal immer böse-unfähig und das Volk ist immer gut und gerecht.
DandelionWine schrieb am 20.12.2011 um 12:42
Ich finde es auch zu hart und überhaupt unsinnig... es war doch nur eine Schlacht! Wenn es Fußballmeisterschaft wäre...
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 13:48
@Zeitleser
Aber wie bei allen menschliche Regelungen gab es auch im Mittelalter unschöne Ereignisse: Lübeck verlor gegen Dänemark eine Schlacht und was machte man mit dem Bürgermeister? Man köpfte ihn, obwohl er nur das ausgeführt hatte, was der Rat beschlossen hatte, nämlich den Sund freizukämpfen (die Dänen wollte den Ostseehandel in den Griff bekommen). Ja, ja die Obrigkeit ist nun mal immer böse-unfähig und das Volk ist immer gut und gerecht.

Wenn man mal überlegt, wieviel Volk schon von Bürgermeistern, Grafen, Königen etc. geköpft wurden, geht das Köpfen eines Bürgermeisters oder Königs durch das Volk schon in Ordnung.
Regierende tragen ja (angeblich) rasend viel Verantwortung, sie sollten wenigstens ausnahmsweise auch mal zur Verantwortung gezogen werden.

Ciao
Wolfram
Zeitleser schrieb am 20.12.2011 um 14:06
Köpfen bzw. geköpft werden war ein Privileg innerhalb des Adels, das behielt man sich vor, das Volk brachte man eigentlich nicht um, man brauchte es als Arbeitstiere. Erst die religiösen kamen auf´s verbrennen oder ersäufen. Eine der Haupterrungenschaften der französischen Revolution war, dass man auch als Volksangehöriger geköpft werden durfte, obwohl es während des terreurs ja meistens auch wiederum Adlige waren.
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 14:42
@Zeitleser
Köpfen bzw. geköpft werden war ein Privileg innerhalb des Adels,

Feinheiten.

...das behielt man sich vor, das Volk brachte man eigentlich nicht um, man brauchte es als Arbeitstiere.

Die Galgen waren jahrhundertelang immer recht gut bestückt.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 20.12.2011 um 12:36
Ein Bundespräsident darf auch Haltung annehmen.
SuzieQ schrieb am 20.12.2011 um 13:29
.... und einen Rat ....
Baphomed schrieb am 20.12.2011 um 13:38
Hallo SuzieQ,

na na na also auch Ratschläge sind Schläge. Du willst doch nicht den EhrenWERTEN Präsidenten schlagen.

Sagen wir lieber er darf einen Tip annehmen ;-)

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 14:59
@SuzieQ
Ein Bundespräsident darf auch Haltung annehmen.

Mir klingt "Haltung annehmen" zu sehr nach Militär.
1906 hat Wilhelm II. zusammen mit Prinz Ludwig von Bayern ein Manöver bei Kelheim in Niederbayern besucht. Danach ist im "Simplicissimus" diese Karikatur erschienen:

Daraufhin erhob die Staatsanwaltschaft (anscheinend auf Anweisung aus Berlin) Anklage wegen Beleidigung des bayerischen Thronfolgers. Während nämlich Wilhelm in tadelloser Schockstarrehaltung und in knitterfreier Uniform abgebildet sei, stehe Prinz Ludwig in sich zusammengesunken da, mit labbrigem Rock und noch labbrigerer Hose da. Da der "Simplicissimus" aber in München erschien, stand die Zeitschrift unter dem Schutz königlich-bayerischer Gelassenheit. Das sei schon in Ordnung, so sei er halt, der Prinz.

Ciao
Wolfram
Baphomed schrieb am 20.12.2011 um 12:46
also in der Aktuellen Situation am Besten einen Sündenbock, das würde so einiges an Problemen aus der Welt bringen ;-)

Liebe Grüße
Baphomed
Magda schrieb am 20.12.2011 um 13:45
Was darf der Wulff annehmen:
Er darf annehmen, dass morgen schönes Wetter ist
Er darf annehmen, dass er bald ne Auslandsreise macht
Er darf annehmen, dass seine Schutzbefohlenen ihn lieben.
Er darf annehmen, er sei schlau

Das darf er alles.
Magda schrieb am 20.12.2011 um 22:02
Noch eine semantische Frage: Heißen die Dinge, die ein Mensch annimmt, Annehmlichkeiten?
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 22:16
@Magda
Noch eine semantische Frage: Heißen die Dinge, die ein Mensch annimmt, Annehmlichkeiten?

Das nehme ich doch an.

Ciao
Wolfram
Phineas Freek schrieb am 20.12.2011 um 23:08
Wem überhaupt solch eine unverschämte Journalistenfrage ein Bedürfnis ist und nicht Anlass empörter Zurückweisung oder einfach nur ein Achselzucken, dem wird hier wohl genau der Fraß serviert, von dem sich das belämmerte Publikum offenbar seit Tagen und das pausenlos, nicht genug ins untertänige Maul stopfen kann.
Womit wir dann auch schon mitten in der Abteilung (staatsbürgerlicher) Vernunft angekommen sind:
wer sich so über Amtsträger echauffieren kann, wie auch in den vielen todtraurigen Blogs hier im Freitag, der will auch offenbar und wirklich rein GARNICHTS auf das heilige Staatsamt, seine Aufgaben und Zwecke kommen lassen!
Wolfram Heinrich schrieb am 21.12.2011 um 10:11
@Phineas Freek
wer sich so über Amtsträger echauffieren kann, wie auch in den vielen todtraurigen Blogs hier im Freitag, der will auch offenbar und wirklich rein GARNICHTS auf das heilige Staatsamt, seine Aufgaben und Zwecke kommen lassen!

Boah ey, echt geile politische Analyse.

Ciao
Wolfram
Phineas Freek schrieb am 21.12.2011 um 14:24
„Boah ey, echt geile politische Analyse.“

Weder ist dieser offenkundig ins Auge springende traurige Befund „echt geil“ noch ist er irgendeine „Analyse“ über ein bestimmtes Staatsamt und seinen Amtsträger inklusive seinen ideellen „Kritikern“ und Verteidigern.

Die würde auch da erst ihren sachlichen Ausgangspunkt finden.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.12.2011 um 01:04
@Phineas Freek
Weder ist dieser offenkundig ins Auge springende traurige Befund „echt geil“ noch ist er irgendeine „Analyse“ über ein bestimmtes Staatsamt und seinen Amtsträger inklusive seinen ideellen „Kritikern“ und Verteidigern.

Ich gebe zu, mein Kommentar war nicht sonderlich ausführlich. Ich hole also nach, was ich versäumt habe. Ich habe nicht den Eindruck, als würden sich die meisten der hier Kommentierenden große Sorgen um das Heilige Staatsamt machen. Es ist halt eine Erfahrung, daß man den Großen Herren (und Damen) über ihre Politik nur schwer an den Karren fahren kann, die werden immer wieder gewählt (mit Ausnahmen, aber wahrscheinlich ist auch die FDP übers Jahr wieder bundesweit über den 5 Prozent). Also hängt man sich an irgendwelche Affären, um den einen oder anderen Blähschädel wieder auf Menschenmaß schrumpfen zu lassen.
Was Wulff betrifft, so ist seine Annahme von Gefälligkeiten ein Fall von Korruption, letztlich also doch wieder hochpolitisch.

Ciao
Wolfram
Phineas Freek schrieb am 04.01.2012 um 16:30
@Wolfram Heinrich

…habe die Antwort erst jetzt gelesen – deswegen auch erst jetzt meine kurze Antwort auf Deine Worte, die leider nur das von mir Kritisierte zu bestätigen scheinen.
Wer den „Großen Herren und Damen“ ausgerechnet deren Verfehlungen und Verstöße gegen ihr eigenes (auch moralisches) Regelwerk unter die Nase reibt - auch mit der (verständlichen) Motivation einen dieser aufgeblasenen Affen mal die abgestandene Luft raus zu lassen – „handelt“ da trotzdem immer affirmativ und antikritisch.

Denn nur die Akzeptanz und Übernahme der Maßstäbe dieses amtlichen Regelwerkes als das allgemeingültig Gute könnte da Empörung und Echauffierung auslösen. Und diesen Fehler folgend, wäre eben auch die konstruktiv konnotierte Reaktion ebenso verkehrt: weil sie doch tatsächlich ihre eigenen Ideale nicht befolgen, “ benehmen sich die „Großen Herren und Damen“ unverschämt und unwertig.

Die für die meisten Menschen „ungemütlichen“ Aufgaben und Zwecke von „Amt und Regelwerk“ kommen dann mit dieser unkritischen Verfahrensweise auch noch ganz ohne Prüfung und Kritik in die Welt (vermutlich als ein Naturereignis) – und sind dann „gegessen“.
Und was neben aller Wissenshuberei und kritischer Distanz den allermeisten Menschen auch die Erfahrung lehren könnte ist: die Korruptesten und den „schönen Dingen des Lebens zugeneigten“ Staatsmänner und Herrschaften, waren meistens auch die unblutigsten und „verträglichsten“, was den Umgang mit ihren Staatsvolk anbelangte!

„Was Wulff betrifft“ interessiert da doch viel eher, warum überhaupt jetzt diese Hetzkampagne bestimmter „elitärer und herrschaftlicher Kreise“ (teilweise dieselben die Wulf lange Zeit protegierten!) mit solch einer Hartnäckigkeit und Penetranz durchexerziert wird, um ihn letztendlich zu stürzen.
Was stört diese Leute denn wirklich an einen (ehemaligen) ihrer eigenen „Seilschaften“?
Es ist doch nicht das ganz normale mal mehr oder weniger und überall vorkommende Korrumpel- und Gefälligkeitswesen, ohne die „vertikale Gesellschaften“ überhaupt nicht existieren könnten!

Genau diese Fragen gehen aber zielgerichtet unter, wenn das Einfordern einer keimfreien Moral beim Herrschaftspersonal mit Kritik verwechselt wird.
Wolfram Heinrich schrieb am 05.01.2012 um 00:43
@Phineas Freek
Wer den „Großen Herren und Damen“ ausgerechnet deren Verfehlungen und Verstöße gegen ihr eigenes (auch moralisches) Regelwerk unter die Nase reibt - auch mit der (verständlichen) Motivation einen dieser aufgeblasenen Affen mal die abgestandene Luft raus zu lassen – „handelt“ da trotzdem immer affirmativ und antikritisch.

Es geht mir nicht um Moral. Das Ärgerliche ist, daß in den Medien im Regelfall genau diese Moralfrage gestellt wird. Ich will mich hier nicht wiederholen, ich habe an anderer Stelle schon ausführlicher Stellung bezogen:
www.freitag.de/community/blogs/magda/eine-andere-sau-durchs-dorf#comment-348435

Und was neben aller Wissenshuberei und kritischer Distanz den allermeisten Menschen auch die Erfahrung lehren könnte ist: die Korruptesten und den „schönen Dingen des Lebens zugeneigten“ Staatsmänner und Herrschaften, waren meistens auch die unblutigsten und „verträglichsten“, was den Umgang mit ihren Staatsvolk anbelangte!

Das ist mir auch schon aufgefallen: derfranzehatgsagt.blogspot.com/2008/10/lob-der-korruption.html

Ciao
Wolfram
Michael Jäger schrieb am 27.12.2011 um 23:27
Lieber Wolfram, in der Tat, er hätte Vernunft annehmen können. Und auch ein Sigmar Gabriel könnte Vernunft annehmen, was er bestimmt dann nicht tut - um auf die jüngste Entwicklung einzugehen -, wenn er von Wulffs Verbleiben im Amt öffentlich behauptet, es sei s y s t e m r e l e v a n t ! Wie eine vollverblödete Bank, die man am Leben halten muß, weil ohne sie alles zusammenbricht! Als ob nicht würdigere Bundespräsidenten möglich wären und bei gutem Willen sofort gewählt werden könnten! Die Union könnte Schäuble, die SPD Käßmann nominieren. Das sind würdige Menschen. Es ist nicht so, daß von solchen überhaupt niemand mehr in der Bundesrpublik existierte.

Dank übrigens für die lange Reihe deiner tollen Kommentare unter einigen Blogeinträgen von mir. Ich fand das immer so großartig, daß mir da nichts zu sagen übrig blieb. Du weißt ja, auch Winnetou und Old Shatterhand haben kaum jemals ein Wort miteinander gewechselt... Ein guten Rutsch wünsche ich dir.
Wolfram Heinrich schrieb am 28.12.2011 um 10:42
@Michael Jäger
Lieber Wolfram, in der Tat, er hätte Vernunft annehmen können. Und auch ein Sigmar Gabriel könnte Vernunft annehmen, was er bestimmt dann nicht tut - um auf die jüngste Entwicklung einzugehen -, wenn er von Wulffs Verbleiben im Amt öffentlich behauptet, es sei systemrelevant !

Das war in der Tat eine äußerst bemerkenswerte Äußerung. Normalerweise ist es ja so, daß die Partei X jede Chance wahrnimmt, einen ins Straucheln gekommenen Vertreter von Partei Y endgültig fertigzumachen, und damit auch der Partei Y einen Schaden zuzufügen. Bei Wulff haben wir das Phänomen, daß die Opposition (auch die Grünen) äußerst pfleglich mit Wulff umgeht, während die BILD-Zeitung, ansonsten treuer Verbündeter der CDU, immer neue Geschichten aufdeckt.
Ich verstehe das Ganze noch nicht recht, ich habe noch Nachholbedarf in puncto Information.

Wie eine vollverblödete Bank, die man am Leben halten muß, weil ohne sie alles zusammenbricht!

Daß man eine große Bank am Leben erhält, kann ich ja noch verstehen. Das Verständnis setzt bei mir aus, wenn es darum geht, auch das verantwortliche Personal dieser Bank am - ökonomischen - Leben zu erhalten. Wenn eine besoffener Taxifahrer einen Unfall verursacht, wird man auch nicht das gesamte Taxiunternehmen abwickeln, man braucht die Taxis ja, aber dieser eine Taxifahrer wird so bald nicht wieder Taxi fahren dürfen.

Als ob nicht würdigere Bundespräsidenten möglich wären und bei gutem Willen sofort gewählt werden könnten! Die Union könnte Schäuble, die SPD Käßmann nominieren. Das sind würdige Menschen. Es ist nicht so, daß von solchen überhaupt niemand mehr in der Bundesrpublik existierte.

Nun mag ich den Schäuble ja nicht besonders, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß Schäuble, einmal befreit von den Rücksichten, die ein Ministeramt mit sich bringt, Sätze formuliert, die den seinen nicht gefallen würden. Von Käßmann ganz zu schweigen. Deswegen wählt man sich solche Leute nicht gerne zu Bundespräsidenten.
In den fünfziger Jahren, die Bundeswehr war gerade neu gegründet worden, mußte Theodor Heuss ein Manöver der Bundeswehr besuchen und mit präsidialen Worten eröffnen. Er schloß seine Rede mit den Worten "Na, nun siegt mal schön". Harmlose Worte, könnte man denken, aber sie waren im Kontext der Zeit eine Ohrfeige für das militärische Pathos. Frecher und respektloser hätte sich auch Fritz Teufel nicht äußern können.

Du weißt ja, auch Winnetou und Old Shatterhand haben kaum jemals ein Wort miteinander gewechselt... Ein guten Rutsch wünsche ich dir.

Dir auch einen guten Rutsch.

Hugh, ich habe gesprochen
Wo... Winnetou
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.12.2011 um 14:30
Lieber Mich@el!

www.youtube.com/watch?v=9Z83Mcm5-Ks&feature=related

Du weißt ja, auch Winnetou und Old Shatterhand haben kaum jemals ein Wort miteinander gewechselt...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.12.2011 um 14:51
Nein, mein lieber, alter Häuptling Wolfram, da bin ich ganz und gar nicht Deiner Meinung!

Ich denke da nur an die Kohl-CDU-Spendenaffäre, da hat Schäuble so eine ganz bestimmte Rolle gespielt, die immerhin "Angie" an die Spitze der Bewegung gehievt hat. Dann seine Position als deutscher Innenminister, als er ganz bewusst die Stärkung des Europäischen Statistikamtes hintertrieben hat, also der Behörde, die knallhart über die Zahlen der EU-Länder und ihrer Haushalte informieren sollte.

Ich habe an anderer Stelle gesagt, das Bundespräsidentenamt habe so eine Art „Winkonkelfunktion“. Das stimmt natürlich nicht, da der „BP ja“ Gesetze gegenzeichnet und auch Minister nach Vorschlag ernennt und entlässt. Trotzdem war es immer eine Art Abschiedsgeschenk an Altgediente, ob die nun mal in der NSDAP waren (z.B. Carsten), Volksängerqualitäten (Scheel) oder ihren Karrierestart hatten mit dem Raushauen des eigenen Vaters beim Nürnberger Prozess (von Weizäcker).

Bei Wulf lag die Sache von Anfang an anders. Den wollte Frau Merkel ruhigstellen, und das ging nicht zum Nulltarif. Anders verhält es sich jetzt mit seinem Häuslekredit. Da wurde der Bogen überspannt als die Bank ihn zum Großkunden mit Anrecht auf besondere Konditionen stilisierte. Mich würde mal interessieren, wer da den Kontakt hergestellt hat.

Mich würde auch einmal interessieren, wie viel Geld in die Kassen zurückgeflossen ist von Hartz IV Empfängern, die brav Sach- oder Geldgeschenke auswiesen, die sie zum Geburtstag für sich oder ihre Kinder erhielten, bevor Gerichte dem Gesetzgeber hier Einhalt geboten haben.

Zum Abschluss darf ein Liedchen nicht fehlen
www.youtube.com/watch?v=2i8_8qwKDi8&feature=related
auch sehr süß: www.youtube.com/watch?v=Y6Gm3acD0V4&feature=related

Salut
Helena

Ich kann mich so schwer entscheiden: www.youtube.com/watch?v=u8h8ca5zn5Y
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.12.2011 um 15:09
KORRRRRRRRRRRRRRRRRektur

richtiges Video für echte Jungs!

www.youtube.com/watch?v=zHiEKkkDMLQ&feature=relmfu

Salut
Helena
Ehemaliger Nutzer schrieb am 28.12.2011 um 15:10
für Michael
Michael Jäger schrieb am 28.12.2011 um 23:48
Danke Helena, das war jetzt genau das Richtige für mich...
Michael Jäger schrieb am 29.12.2011 um 00:38
@ Wolfram

Irgendein CDU-Politiker hat ja laut FAZ die Einschätzung geäußert, Gabriel wolle die Union „vor sich her treiben“ und brauche dafür den angeschlagenen Bundespräsidenten im Amt. Meine Einschätzung wäre etwas anders: Die SPD bereitet sich auf die Große Koalition vor, auch Gabriel, obwohl er das Gegenteil behauptet. Natürlich würde sie diese Koalition gern anführen und hat deshalb tatsächlich Grund, auch in dieser Konstellation wie sonst sowieso, die Union möglichst zu schwächen. Das Wesentliche an Gabrils Äußerung ist aber, daß er das Wort „Staatskrise“ fallen ließ. Das ist aus dem Grund fast unglaublich, weil die EU und somit auch unser Land tatsächlich in einer ziemlich harschen Krise sich befinden, wo man also normalerweise erwarten würde, daß die Politiker das leugnen und schönreden, um „nicht Verwirrung zu stiften“. Was reitet also Gabriel, offen auszusprechen, was tatsächlich ganz nah an der Wirklichkeit ist? Und nicht etwa wegen Wulff! Wulff hin oder her, aber die Sache mit der Staatskrise ist ernst. Also ich nehme an, er m e i n t das auch ernst und spricht es aus, damit allmählich ein Klima entsteht, in dem man es für ganz natürlich hält, daß die SPD mit der Union zusammen eine Art Notstandsregierung bildet.

Was die Bildzeitung angeht, so muß die sich ja fragen, was ihren LeserInnen zumutbar ist, die auch gern verbilligte Kredite hätten. Analog wird sich freilich auch die Notstandsregierung fragen müssen, wie es angeht, daß man einerseits die gewöhnlichen Bürger die Zeche der Bankenrettungen usw. zahlen läßt und andererseits einen Bundespräsidenten hat, der es a l s E n t l a s t u n g s g r u n d anführt, daß er ja sowieso praktisch jedes Jahr mit Unternehmern seinen Urlaub verbringe.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.12.2011 um 01:16
@Helena Neumann
Nein, mein lieber, alter Häuptling Wolfram, da bin ich ganz und gar nicht Deiner Meinung!
Ich denke da nur an die Kohl-CDU-Spendenaffäre, da hat Schäuble so eine ganz bestimmte Rolle gespielt, die immerhin "Angie" an die Spitze der Bewegung gehievt hat.


Ich sag ja, ich mag den Schäuble nicht besonders. Ich meinte ja nur, daß Schäuble manchmal recht eigensinnig sein kann und wenn er dann keine parteipolitischen Verpflichtungen mehr hat, dann könnte es sein, daß er Sätze absondert, die denen, die ihn gewählt hätten, nicht gefallen würde.

Ciao
Wolfram
P. S.: Ich bin kein Häuptling. Es gibt eh schon zu viele Häuptlinge und zu wenig Indianer.
Wolfram Heinrich schrieb am 29.12.2011 um 01:25
@Michael Jäger
Die SPD bereitet sich auf die Große Koalition vor, auch Gabriel, obwohl er das Gegenteil behauptet.

Jetzt warten wir mal ab, ob nach den nächsten Bundestagswahlen Schwarz-Rot noch eine große Koalition wäre.

Also ich nehme an, er m e i n t das auch ernst und spricht es aus, damit allmählich ein Klima entsteht, in dem man es für ganz natürlich hält, daß die SPD mit der Union zusammen eine Art Notstandsregierung bildet.

Ob diese Koalition nicht erst den Notstand auslöst, den sie zu bekämpfen vorgibt?

...und andererseits einen Bundespräsidenten hat, der es als Entlastungsgrund anführt, daß er ja sowieso praktisch jedes Jahr mit Unternehmern seinen Urlaub verbringe.

Daß er diesen Urlaub mit Unternehmern verbringt, das geht ja noch in Ordnung. Auch ein Präsident hat persönliche Freunde. Der Skandal ist, daß er sich von diesen Unternehmern den Urlaub bezahlen läßt und damit in puncto Gefälligkeiten denen gegenüber selber in der Schuld steht.

Ciao
Wolfram
Michael Jäger schrieb am 29.12.2011 um 04:54
Zum Urlaub mit Unternehmern: Du hast natürlich recht. Aber selbst wenn man vom Bezahlen abstrahirt, darf man die Frage stellen, wie es denn kommt, daß jemand, der kein Unternehmer ist, ausrechnet so viele Unternehmer zu Freunden hat. Oder umgekehrt, weshalb so viele Unternehmer die Freundschaft von jemandem suchen, der kein Unternehmer ist. Welcher Beschäftigte dieser Unternehmer, welcher bloße Konsument der von ihnen produzierten Waren könnte sich dessen rühmen? Man fragt sich doch, ob es etwa damit zusammenhängt, daß der Mann politischer Entscheidungsträger ist. Wenn nicht damit, womit denn sonst?
claudia schrieb am 29.12.2011 um 09:33
Ja eben.
Der Eine hält sich seine Kühe, der Andere hält sich seine Entscheidungsträger.
Die Kühe muss man ja auch füttern, wenn sie Milch geben sollen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.12.2011 um 13:21
"Analog wird sich freilich auch die Notstandsregierung fragen müssen, wie es angeht, daß man einerseits die gewöhnlichen Bürger die Zeche der Bankenrettungen usw. zahlen läßt "

Auf eine Notstandsregierung, ein übrigens äußerst problematischer Ausdruck, braucht man nicht zu warten!
In Bayern fordert der schneidige Finanzminister Söder, dass die Sparkassen nun mit an der Schuldensause beteiligt werden, die die Landesbanken resp. bayerische CSU-Politiker durch Dilettantismus und Größenwahn, Rechtsbruch (?) mitverursacht haben und zwar zu einem Zeitpunkt als das Sparkassen oder Genossenschaftsbanken als Auslaufmodelle heruntergeredet wurde.
Was heißt Söders Vorstoss im Klartext: Während sich deutsche Finanzinstitute bei der EZB zum Lächerlichzins Geld besorgen können, dies einbunkern, zahlt z.B. ein Sparkassenkunde bereits round about zwischen 13 – 14 % Dispokredit (boykottieren - Finger weg!). Das nenne ich dann mal Systemerhalt bzw. Zuspitzung bei gleichzeitiger Umverteilung!
www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Soeder-macht-Druck-auf-Sparkassen-id17757516.html
www.sueddeutsche.de/bayern/bayernlb-bayern-fordert-landesbank-milliarden-1.1223162
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-bayernlb-eu-droht-bayerischen-sparkassen-1.1235438 Ganz dreist auch das Verhalten der EU zu diesem Thema
www.fw-landtag.de/pm-landtagsfraktion/2011/soeder-muss-sich-vor-sparkassen-stellen/
milliardengrab-landesbank.de/tag/soder/
www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2011232011

Übrigens, schon allein wegen solcher Meldungen bedarf es einer guten Tageszeitung! Und das sind sicherlich weder die bei dFreitag permanent zitierte FAZ noch die von der Springerpresse herausgegebenen Blätter. Hier lohnt sich einmal mehr google.n. Politikerpersönlichkeiten à la Söder werden bei der FAZ unter dem Stichwort „Exekutor“ oder „Mann im Aufwind“ verhandeln, halt sprachlich so, das zum rechten Zeitpunkt, die rechte Meinung formuliert werden kann. BILD oder dWELT, die andere Tagespresse von Springer halten sich hinsichtlich der Sozialisierung von Schulden wie immer im Hintergrund.

Ich habe schon an anderer Stelle z.B. in FB gesagt es ist die story hinter der story des Bundespräsidenten, die den Fall so "unappetitlich" aber auch so einsehbar macht.
All die Freunde und dann die Freunden der Freunde. Wenn man allein die „Maschmeyergang“ anschaut, dann hat sich da längst eine Koalition eingefunden von A=Anda (war mal stellvertretender Regierungssprecher unter Schröder) R= Rürup, S= Schröder und last but not least W= Wulf.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.12.2011 um 13:27
das geht an Michael - Sorry: habe den unkorrigierten Text eingestellt:
-als die Sparkassen oder Genossenschaftsbanken als Auslaufmodelle heruntergeredet wurden.
- verhandelt
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.12.2011 um 13:29
Schöne Grüße müssen auch noch sein!
Im alten Jahr ende ich wohl so wie ich im neuen beginne - als Schussel!
Wolfram Heinrich schrieb am 29.12.2011 um 19:34
@Michael Jäger
Man fragt sich doch, ob es etwa damit zusammenhängt, daß der Mann politischer Entscheidungsträger ist. Wenn nicht damit, womit denn sonst?

Wahrscheinlich ist es der unwiderstehliche Charme von Wulff.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 29.12.2011 um 19:34
@claudia
Der Eine hält sich seine Kühe, der Andere hält sich seine Entscheidungsträger.

Manchmal rutscht einem Lobbyisten aus Versehen die Wahrheit heraus:


Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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