Wolfram Heinrich

Der Franze hat gsagt

03.01.2011 | 00:37

Zur Philosophie der Vermehrung

"Die Kunst aller Verführerinnen", so sagte man mir einmal in einer Internet-Diskussion, "liegt darin, den Mann glauben zu machen, er sei einzigartig."

Sag nicht, das sei Unfug. Das braucht's vielmehr, das ist der übliche Schmäh, den man in solchen Situationen absondert. Jeder weiß zwar, daß es 1 Schmäh ist, aber wenn man ihn nicht absondert ist es auch nicht recht. Weil?

Weil, wenn es aus ist und er/sie dir zuvor süßen Unfug ins Öhrli geflüstert hat, dann kannst du losschreien und ihr/ihm all die gebrochenen Versprechungen vorwerfen. Das erzeugt dann jenes wunderbar schlechte Gewissen, über das sich der Psychotherapeut so freut, weil es ihm das Ein- und Auskommen sichert.

Wenn er dagegen sagt: "Hömma, Ilse, ich fänd es rasend nett, wenn ich eine Frau hätt. Du wärst nicht die schlechteste, nö. Ich schlag also vor, wir fangen uns was an, schaumermal, obs hält und wenn ja, wie lange..."

Mit so einem Spruch machst du bei Ilse keinen Stich, denn Ilse denkt an die Zukunft. Weil, wenns aus ist, kann sie dir - wie gesagt - nix vorwerfen. So was ist doch nicht seriös, so was.

 
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Kommentare
Fro schrieb am 03.01.2011 um 03:08
Ich verstehe dich so gut Wolfram – für Leute, die auch jenseits von Zeit und Raum zu Hause sind, führt Ehrlichkeit oft zu Missverständnissen. Da kann ich dir leider auch keinen Tipp geben – sei einfach der unwiderstehliche galaktische Prinz und erkläre den Damen, dass jede Sekunde mit dir ein großartiger Gewinn ihres Lebens wäre - oder irgendetwas in der Art.;-)
Fro schrieb am 03.01.2011 um 03:15
Für diese Masche kann ich dir z.Z. leider auch keine hoffnungsvollen empirischen Forschungsergebnisse liefern – würde mich aber für einen konstruktiven Erfahrungsaustausch interessieren.;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 05.01.2011 um 06:43
@Fro
...sei einfach der unwiderstehliche galaktische Prinz und erkläre den Damen, dass jede Sekunde mit dir ein großartiger Gewinn ihres Lebens wäre - oder irgendetwas in der Art. ;-)

Ach, das wäre dann schon wieder der übliche Geschlechts-Schmäh.

Ciao
Wolfram
hardob schrieb am 03.01.2011 um 10:19
Ja, jeder Anfang birgt sein Ende und es ist immer gut zu wissen, wie man sich wiedervrausreden kann.
Wolfram Heinrich schrieb am 03.01.2011 um 10:36
@hardob
Ja, jeder Anfang birgt sein Ende und es ist immer gut zu wissen, wie man sich wiedervrausreden kann.

Das Haben bzw. Sich-Erfinden einer guten Ausrede ist sowieso das A und O der Lebenskunst.
www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/gefaehrliche-ausreden

Ciao
Wolfram
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.01.2011 um 14:49
zur illustration von "einzigartigartigkeiten" ausm "paternoster" :
"...
Der Metz schaut auf. Langsam nimmt das Bauwerk Gestalt an. Der Kiesel drückt , als wär er aus Granit. „Ich habe kein Granit hier verbaut!“ - „Na und!“ Eine kräftige Gestalt schiebt sich gemächlich an seinem Körper vorbei. „Der Paternoster klemmt. Wir messen unsere Kräfte und rauchen Menthol immermal. Kommt schon los wieder, das Ding, wird schon!“
Ja, loskommen. Nein, keine Suche nach … Auskünfte um... . Nein! Was soll ich hier noch?
Der Metz rappelt sich auf und wackelt, mit beiden Händen wandgestützt die Stufen hinab wieder. Hinaus und weg! Raus und weg! „Weg!“

---

Der Weg ist lang, der Aufstieg mühselig. Alle zwei Meter tritt der Richter aus, nimmt den nächstliegenden Baum und flutet dessen Wurzeln. „Es war zuviel, Metze.“ Die Frau nickt nur. Welch große Blase dieser Kerl hat. Noch nie hatte ich einen Mann mit derart großer Blase. Mannsbild, so vollkommen. „Wie kommst du nur auf die Idee, ich ginge Zigarettenholen? Schau, dieser starke Strahl, meinst du , ich hätte je jemanden so kraftvoll sich erleichtern gesehen? Meinst du, irgendwer könnte derart viel Flüssigkeit in sich aufnehmen? Da, der nächste Baum. Schau nicht weg. Das ist nichts, wofür man sich zu schämen hätte, schau hin, Richter... wie kraftvoll dieser Strahl! Es ist etwas, worauf man stolz sein kann, also erhebe dein Haupt und sei mein Mann!“

---

Diese Metze, diese verdammte Metze.
Sie hatte ihn immer gelobt, ja ihn angehimmelt für seinen Durchmarsch. „So schnell kommt sonst niemand vom Pott wie du Metz, glaubs mir. Das schafft keiner!“ Und dann hatte sie ihm den Hintern getätschelt, ihm Kosenamen gegeben, ihn „Po“ und „Hinterteil“ und mit ihren wandernden Finger auch „Pöter“ genannt. Diese Metze. ..."

liebgrüß
Wolfram Heinrich
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt er, der hätt sich totgelacht.
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