Fantastische Veranstaltung. Das muss man einfach bewundern. Eine Netzkonferenz ohne funktionierendes Wifi, ohne ermüdende Talks, wo alle bis nach Mitternacht auf dem Hof feierten und in der glänzenden Atmosphäre in unbekannte Personen stolperten.
@Michael Angele hi hi :-) Ihre Beobachtung ist richtig. Allerdings sind - so denke ich - Journalisten, d.h. auch die Talkmaster hierzulande als Teil der politischen Klasse zu betrachten und im Zwei...
Ich bin so altmodisch, dass ich mehr CDs kaufe als höre. Ich freue mich auch über Privatkopien, die mich dazu bringen noch mehr Musik zu kaufen. Ich habe auch schon Herrn Regener live gehört, das ist mehr als ein Jahrzehnt her. Ich lerne auch gerne auf Youtube das kennen, was ich dann kaufe. Herr Regener verschweigt, dass der Grund für die Krise seiner Branche eine ganz anderer ist.
Es ist doch eine extrem kluge Entscheidung durch einen stark personalisierten Wahlkampf das Ruder rumzureißen (oder unterzugehen). Toi toi toi! "Eine veritable Überraschung bereitete die bis dahin kreuzbrave FDP dem politischen Berlin dann, als sie ihrem Koalitoinspartner plötzlich in den Rücken fiel und Merkel zwang, Joachim Gauck als Bundespräsidenten zu akzeptieren." Das wurde so kolportiert, aber zuvor hiess es, die FDP zicke einen CDU-nahen Kandidaten Gauck zu akzeptieren. Dann überraschte die FDP mit dem Kandidaten Gauck.
Dieser Floh im Ohr des Europas, das "mit einer Stimme" sprechen soll, nicht zu vergessen Kissingers Gerede von der einzigen Telefonnummer Europas, das ist blanker Unsinn. Für externe Verhandlungen ist Indifferenz sogar sehr fruchtbar. Darüber beschweren sich die externen Partner, weil es ihnen zum Nachteil gereicht. Die Vereinigung der Stimmen bedeutet für einen externen Partner immer auch weniger Arbeit bei den Verhandlungen. Wieso sollte man auf Biegen und Brechen ihnen diese Arbeit erleichtern, ihnen Transparenz über die gemeinsame Position schaffen, sich einseitig festlegen? Im transatlantischen ökonomischen Dialog betreibt die EU Kommission zur Zeit reine Erfüllung um sich als Verhandlungspartner zu etablieren. Einfach absurd. Was die Militärbürokratie NATO betrifft, kann man dazu heute dazu eine sehr nüchtern instrumentelle Sicht entwickeln und eine institutionelle Verschlankung und Fortentwicklung der Verteidigungspolitik im europäischen, parlamentarisch besser kontrollierten Rahmen für kosteneffizienter halten. Die Vereinigten Staaten ziehen sich ohnehin mittelfristig vom europäischen Schauplatz zurück und wollen in Asien mehr Präsenz zeigen. Im besten Fall wird die Europäische Union das Vakuum füllen.
Lieber Vincent Knopp, ich kenne die Studie nicht, aber ich kenne den Jargon genau. Wenn ich von "zunehmenden Entleerung" lese, hat das nicht nur eigenartig köstlichen Sprachwitz, sondern mir ist auch...
Ich glaube die liegt daran, dass sich ein Konsens bildet. Auch die Beweglichkeit der Wähler nimmt zu. Die ideologische Durchlässigkeit. Höhere Beteiligung gibt es bei hoher Polarisierung. Wenn jemand nicht weiss, was er wählen will, will er vielleicht überhaupt nicht wählen. Ich halte eine Nichtbeteiligung an der Wahl für unproblematisch. Statistisch perfekte Repräsentation könnte man durch Verlosung erreichen. Das machen wir aber nicht.
Lieber Vincent Knopp, ich kenne die Studie nicht, aber ich kenne den Jargon genau. Wenn ich von "zunehmenden Entleerung" lese, hat das nicht nur eigenartig köstlichen Sprachwitz, sondern mir ist auch...
Nehmen wir mal ein Wahlsystem mit dem Parteien L und R. Wenn ich nicht genau weiss, ob L oder R die bessere Partei ist, entscheide ich nicht, und überlass die Entscheidung den Personen, die stärkere Meinungen für L oder R haben. Das macht das Ergebnis besser. Wie das Publikum bei Jauch. Wenn ich keine Ahnung habe, was die zutreffende Antwort ist, stimme ich besser nicht ab. Heute sind die Wahlprogramme so angenähert, dass es für viele Bürger nicht mehr so schicksalhaft wichtig scheint, ob die eine oder die andere Partei regiert. Die Wähler sind nicht so polarisiert, sondern eigentlich ganz zufrieden (oder eben mit allen unzufrieden).
Lieber Vincent Knopp, ich kenne die Studie nicht, aber ich kenne den Jargon genau. Wenn ich von "zunehmenden Entleerung" lese, hat das nicht nur eigenartig köstlichen Sprachwitz, sondern mir ist auch...
Lieber Herr Knopp, Also, wenn weniger Personen wählen, dann ist das doch gerade Zeichen des Erfolges des Wahlsystems, denn dann ist es für die Menschen gar nicht so wichtig, ob die eine oder die andere Partei die Regierung stellt. Bei Wahlen geht es ja auch immer um die Bestreitbarkeit von politischen Programmen. Und es ist halt die Krux, die Menschen machen immer Feindbilder in ihrer unmittelbaren Lebenswelt aus. Es ist aber auch gar nicht gesagt, dass diese Feindbilder austauschbar sind. Das Argument oben ging ja in die Richtung, da haben sie was gegen die X statt was gegen die Y zu unternehmen. Oder auch, die Zeit die damit verbracht wird die Wogen gegen X zu glätten wäre besser gegen Y aufzubringen. Die Gesetze werden üblicherweise nicht von der Legislative sondern von der Exekutive auf den Weg gebracht. Das übersehen die Kritiker des Wahlsystems oft. Viele Vorhaben werden heute über Brüssel und Strassbourg gespielt. Nur ist das eben gar nicht im nahen Blickfeld, und es wird eine Person, die gesehen wird, verantwortlich gemacht. Die Repräsentanz ist nur dazu da, professionalisierte und plurale Balance auf den Apparat zu bringen.
Lieber Vincent Knopp, ich kenne die Studie nicht, aber ich kenne den Jargon genau. Wenn ich von "zunehmenden Entleerung" lese, hat das nicht nur eigenartig köstlichen Sprachwitz, sondern mir ist auch bekannt, dass die Zunahme nicht empirisch ist, sondern nur behauptet. Ferner lese ich "statt... Systemkritik, die primär Finanzmarktjongleure und Wirtschaftslobbyisten treffen müsste, schießt sich die Mittelschicht auf Langzeitarbeitslose und Muslime ein.". Das klingt so als seien diese beiden Feindkonstrukte Substitute des Möglichen, wo sie doch Ausdruck der gleichen antagonistischen Verkürzung sind. Zwar sind Feindbilder normal aber sie müssen aus einer Lebenswelt gegriffen sein. Feindbilder, die mit dem Fernglas nicht zu erblicken sind, die haben es schwer. Schemenhaft, gespenstisch erzählen sie mehr über denjenigen, von dem sie stammen, als über das Trugbild wovon die Rede ist.
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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