Yacop Rakete

Blog von Yacop Rakete

11.07.2011 | 11:45

Das Verschaffen von Dingen

Drei­mal um­zie­hen ist wie ein­mal ab­bren­nen, plap­pert der Volks­mund gern, aber ich glau­be, dass dies mit einem rich­ti­gen Ver­bren­nen von Hab und Gut nicht ver­gleich­bar ist. Wenn alle meine Pa­pie­re: Pass, Ar­beits­zeug­nis­se, Bil­dungs­nach­wei­se und der ganze Kack sich in Rauch auf­lö­sen wür­den, wäre ich nicht nur ziem­lich auf­ge­schmis­sen, son­dern von Amts­we­gen auch gar nicht rich­tig da. Denn alles was nicht of­fi­zi­ell ab­ge­stem­pelt ist erst­mal frag­lich. Sie sind sind Herr R.? DER Herr R.? Da kön­nen sie mir ja viel er­zäh­len? Hoch­schul­ab­schluss? Zei­gen sie mal den Wisch! Da ist nich viel zu ma­chen ohne Ab­ge­hef­te­tes!
Das Be­wusst­sein der Be­hör­den be­stimmt eben nun mal das ei­ge­ne an­ge­seng­te Sein. Huch, hab ich jetzt ge­ra­de Phi­lo­so­phie­ge­schich­te ge­schrie­ben?
Um­zie­hen ist kein Ab­bren­nen, son­dern ein Ver­schaf­fen von Din­gen! Dar­auf möch­te ich den Vor­gang auch re­du­ziert wis­sen. An­sons­ten geht es wie immer im Leben um Ge­füh­le (bitte ge­dehnt aus­spre­chen!) und die sehen so aus, dass sich der Selbst­schlep­per da­nach wie eine ab­ge­grif­fe­ne Avo­ca­do im Frei­tag abend­li­chen Su­per­markt fühlt-​ die wohl am hef­tigs­ten ge­drück­te Gast­frucht des Abend­lan­des.
Der ei­ge­ne Umzug fin­det meist zu einer Zeit statt, wo der Groß­teil des Freun­des-​ und Be­kann­ten­krei­ses schreck­lich viel zu tun hat, wäh­rend sie sich zur Ein­wei­hungs­fei­ern alle noch ein Zeit­fens­ter raus­bo­xen kön­nen um einem das frisch be­zo­ge­ne quar­tier schmut­zig zu tram­peln. Zeit­fens­ter! Wer hat die­ses Blen­der­wort ei­gent­lich er­fun­den? Bill Gates?
Das wohl häu­figs­te Wort bei Um­zü­gen ist: Geht’s? Da ra­ckern sich zwei an einem Ei­chen­schrank ab, das scharf­kan­ti­ge Holz bohrt sich in die Han­din­nen­flä­chen, Split­ter ste­cken in zar­ter Haut, es ächzt und stöhnt wie beim Py­ra­mi­den­bau und da kommt eine leicht­fü­ßi­ge, am bes­ten nur mit einem Pa­pier­lam­pen­schirm be­la­de­ne, Per­son daher und fragt: Geht’s?
Das macht die Sache nicht leich­ter und wenn dann die Schrank­tü­ren auf­ge­hen, weil das Gaffa reißt und eine Samm­lung von Hüh­ner­göt­tern die Stu­fen run­ter­pur­zelt, dann kann sich Frau oder Herr „Geht’s“ ja mal nütz­lich ma­chen.
Ab­so­lu­tes Muss nach so einer Ak­ti­on ist der Satz: Da wisst ihr heute Abend was ihr getan habt!Da

 
Senden Bookmarken Drucken
Yacop Rakete
Blog!
Mitglied seit:
3 Jahre 10 Wochen
Zuletzt aktiv:
11.07.2011
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 1
Kommentare: 0
Logbuch
07:08
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:06
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:59
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:52
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:48
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG