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Der Spiegel-Autor Konrad Lischka will eine Verschönerung das deutschen Internet mittels staatlicher Regulierung von Netzinhalten und eines Zensursystems. In einem Spiegelartikel verlangt er Geldstrafen für Rechtschreibfehler.
Das Deutschlandnetz soll schöner werden. Das liegt dem Journalisten Konrad Lischka zutiefst am deutschen Herzen, deswegen hat er einen Plan entworfen, der das sogenannte Deutschlandnetz verbessern soll.
Besten Wissens erklärt er den Lesern den Zusammenhang von Qualität und Quantität: „Das Problem am Internet ist ja, dass die Nutzer nicht wissen, was Qualität ist. Bei Zeitungen konnte man das praktischerweise schon am Format erkennen (je größer die Seiten, desto besser die Inhalte), im Internet sind alle Seiten gleich groß.“
Je größer, desto besser also. Der kluge Verbraucher geht demnach also ins Geschäft und verlangt die größte vorrätige Tageszeitung, wenn er Qualität will.
Durchsetzen ließe sich diese Ideologie mit einer staatlichen Bewertungsstelle, die den „unwissenden Nutzer“ das Richtige aussucht. Damit aber nicht genug. Lischka träumt zusätzlich noch von einer Qualitätsermöglichungs-Zentrale (QEZ), die dafür sorgt das niemand sprachlich über die Stränge schlägt.
Wer Rechtschreibfehler macht soll an diese Zentrale Geld abdrücken. Niemand soll ungestraft die deutsche Sprache verletzen: „Ein Cent pro Fehler über der zulässigen Grenze dürften ein Anreiz sein, sich aktiv um Sprachqualität zu bemühen und anonymes Gepöbel-Gestammel zu unterbinden“.
Geblecht werden soll auch für zu viele Bilder. Für lange Texte soll es Belohnungen geben, weil lang wie gesagt gleich gut ist.
Fast symphatisch machen ihn in diesem Zusammenhang die eigenen Fehler.Und das gleich im ersten Satz: „Im deutschen Internet gibt es zu viel Katzenvideos, Rechtschreibfehler und Intellektuellenhetze.“
Auch das Recht auf Anonymität sollte abgeschafft werden: „Öffentliche Kommentare sollten nach einer Übergangsfrist nur nach erfolgreicher Identifizierung per Biometrie-Personalausweis abgegeben werden dürfen.“
Vielleicht sollten auch die geheimen Wahlen abgeschafft werden? Wundert es doch, dass hier nicht noch mit dem Entstehen neuer Arbeitsplätze argumentiert wurde. Stattdessen kommt gegen Ende:
„Lustig gemeinte Beiträge sollten im Deutschlandnetz klar als solche gekennzeichnet sein. Ein von der Bewertungsstelle für Digitales betreutes, humoristisches Logo (schwarz-rot-gelber Smiley?) könnte auf freiwilliger Basis von Autoren eingebunden werden.“
Diese letzte Forderung im Lischka-Geschwurbel klingt selbst wie ein Scherz, aber wäre es so, würden sich entsprechenden Kennzeichnung vorfinden. Genauso gut könnte man Erklärungspflicht für Witze fordern.
Lischka- selbsternannter Intellektueller mit Katzenallergie und Kontrollbedürfnis-ich bin mir sicher: Du bist Deutschland!
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Hat Lischka das wirklich ernst gemeint oder ist das eine verkappte Glosse?
Für mehr Catcontent und Rechtschreibfehler!!! |
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Es muss eine verkappte Glosse sein, denn ich hab noch nie ein Katzenvideo im Netz gesehen!
Und aus Felern lernt man...! |
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Hmm...
Der zitierte SPON-Artikel endet mit den Sätzen: "Dieser Artikel würde in einem solcherart aufgewerteten Qualitätsnetz also aufgrund des signifikant satirischen Gehaltes als "wertvoll" klassifiziert. Abstriche gebe es wegen mangelnder Länge (nur rund 6650 Zeichen) und Fremdwort-Dichte, punkten könnte er aber wegen des erfrischenden Bildermangels (Pluspunkte in der B-Note). " Wurde dieser Absatz erst nachträglich eingefügt (und von SPON nicht gekennzeichnet) oder können wir Satire etwa schon nicht mehr erkennen, wenn's nicht deutlich oben drüber steht? ...fragt Friedland... |
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Zweiteres ist der Fall!
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Der Text von Karl Lischka ist eine Satire. Aber nach Adam Soboczynski, Susanne Gaschke & Cos. sind wir so sehr durch Realsatiere abgestumpft, daß man den Unterschied wohl nicht so leicht mehr merkt.
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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