Yann Döhner

ExilHeiner

10.04.2011 | 02:39

polizei.gewalt.ich.lieb.haben

 

der erste mai steht vor der tür, naja fast, 10. april, aber ich wollte es als erster gesagt haben. und spätestens am dienstag nach ostern, dem 26. april, da wird der countdown gestartet. und die berliner presse wird aufmachen, mit bildern von brennenden mülleimern, die uns fragen: wie krawallig wird der erste mai denn dieses jahr? der aufstand wird auch dieses jahr nicht kommen. oder doch? tunesien, ägypten, kreuzberg. warum nicht? es ist eine strategische frage: was können wir von den aufständen im maghreb lernen? und es liegt praktisch auf der hand. gelingt es, bewaffnete exekutive auf seine seite zu ziehen, geht es relativ schnell, siehe ägypten. gelingt dies nicht, wird es kompliziert, siehe libyen.

zugegeben, eine etwas verkürzte schlussfolgerung. über libyen darf mensch gar nicht anfangen nachzudenken, wer nicht vollkommen vom thema abschweifen will. in ägypten weiss kein mensch, wie das militär jetzt mit der macht weiter umgehen wird. so ist das eben mit ihr, kaum bekommt mensch eine machtposition, gerät er auch schon in versuchung, sie zu missbrauchen. womit wir zurück sind, kreuzberg, erster mai, polizeigewalt.

übertragen wir die erfolgreiche ägyptische strategie, müssen wir jetzt, hier am ersten mai anfangen, die polizei zu umarmen. wir, damit meine ich alle, die mit dem ersten mai einen kampftag für internationale solidarität verbinden. wir müssen also mittelfristig die polizei auf unsere seite ziehen, weil die bundeswehr als elitearmee wohl noch leichter zu benutzen sein wird, um kapitalinteressen zu verteidigen. also lasst es uns jetzt starten, lasst uns zu den polizistInnen hingehen, sie streicheln, ihnen liebe schenken, ein küsschen geben, wenn sie wollen. wir werden uns nicht mehr provozieren lassen, auch wenn sie noch so sinnfrei schikanös versuchen, unser recht zu demonstrieren und auf freie meinungsäußerung zu beschneiden.

kein stein, keine flasche, kein knaller wird unsere hände fliegend verlassen. wir gehen offen auf unsere schwestern und brüder in grün zu und umarmen sie zur begrüßung. wir sagen ihnen, dass sie keine angst mehr haben müssen und ihre waffen und schutzpanzer ablegen können. wir sind nicht wegen ihnen da. und in einer konfrontation können wir ihnen auch viel schlechter erklären, dass sie hier missbraucht werden, zum schutz der besitzstände einer elitären minderheit.

es spricht doch vieles dafür, jetzt das liebhaben der polizei einzuüben. es wird sowieso ein schwieriger, langwieriger prozess, alleine diese ganzen gedanklichen barrikaden, die in der vergangenheit errichtet wurden. besser gleich damit beginnen.

lasst uns am ersten mai die polizei gewaltig lieb haben.

außer bei übergriffen, da dürfen wir zurückschlagen. ist unser recht, sagt auch die berliner staatsanwaltschaft*, zu recht. und aus aus rechten erwächst schliesslich immer auch eine pflicht.

friede.

 

* www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/rueckschlag-fuer-die-polizei/

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.04.2011 um 04:08
Lieb haben:

www.anschauenoderauch.net/watch/?v=vDBSk_KKisU

www.anschauenoderauch.net/watch/?v=k_3cxOvNyHc

www.youtube.com/watch?v=pYKyaOWL55k

Macht die Polizei nicht zu Prügelknaben. Es ist richtig, niemand führt einfach nur Befehle aus, doch einige wenige geben Sie. Mappus ist weg - lol, voll geil. Herr schmeiß Hirn ra, Humor und Vertrauen und keine Gewalt.

L.G.,

aus Ba-Wü (der Bahnhof ist mir egal, abgesehen davon, dass er immer teurer wird).
nil schrieb am 10.04.2011 um 07:08
Ja, ich habe sie lieb die Polizisten. Du schreibst wahre Worte. Ich hatte aber in der TAZ vor einigen Wochen gelesen, daß es in den letzten Jahren auch nur noch Spitzel waren die gehetzt und gepöbelt haben um die Hausbesetzter Szene zu diskreditieren. Die sind nämlich schon seit längerem friedlich. Dann kam es auch zu Verurteilungen der Spitzel, wenn ich recht erinnere. Da war ich vielleicht baff! Wow! Für was fürn Dreck sich Leute hergeben :-
Yann Döhner
endlich wieder im Exil...
Mitglied seit:
1 Jahr 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
05.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 9
Kommentare: 40
Mein Projekt:
Logbuch
07:08
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:06
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:59
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:52
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:48
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG