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Blog von zelotti

06.09.2011 | 02:30

Die Unfähigkeit der Presse gegen Wilders

Die unsägliche Wahlkampfveranstaltung der bürgerrechten Partei DIE FREIHEIT mit dem Wahlprogramm aus Islamkritik und Europakritik hätte niemand bemerkt, wenn nicht mit Wilders ein wortgewaltiger Politiker aus den Niederlanden gekommen wäre, der sein Öl ins Feuer der Islamkritik streute und nicht schon im letzten Jahr SPD-Banker Sarrazin den Boden für die bürgerliche Islamangst in der Mitte der Gesellschaft gelegt hätte. Verwundernd die Berichterstattung, die den Neurechten nicht nur Öffentlichkeit sondern auch das Gefühl innerer Überlegenheit, des Geistes des Sarrazinimus, liefern muss. Denn die meisten Berichte über die Veranstaltung der rechten Partei (mit demonstrativen Prosemitismus und bürgerlichem, entbräunten Gepränge) waren unnötig unfair.

So versteigt sich die FAZ in die Vorstellung es sei Aufgabe von Wilders sich vollständig zu distanzieren von Anwürfen eines Journalisten.

"Als der Journalist Hans Hütt während der Pressekonferenz den Vorwurf erhebt, die Rede von Wilders weise eine geradezu vollständige inhaltliche Kongruenz mit dem kruden Gedankengut von Anders Breivik auf, scheint dies Wilders nicht im Geringsten zu erschüttern. Er distanziere sich von jedem, der Gewalt benutzt, sagt Wilders freundlich lächelnd.Weder weist er die Behauptung von Hütt als falsch zurück, noch lässt er mit einer einzigen Silbe erkennen, dass er den Vorwurf überhaupt als solchen empfindet. Einen Anlass, sich vom Gedankengut des norwegischen Massenmörders zu distanzieren, sieht Geert Wilders offenbar nicht."

Die Berliner Zeitung ruft Autobahn:

Mit rechtsradikalen Parteien will Wilders nichts zu tun haben, obwohl es inhaltliche Überschneidungen gibt. Aber dann sagt er: "Unsere westliche Kultur ist anderen Kulturen weit überlegen." So haben die Nationalsozialisten auch geredet.

Die WELT rückt den Juden Wilders in antisemitische Gefilde:

Und das ebenfalls mit Unterstützung der Wilders-Partei durchgesetzte Schächtverbot, das von den niederländischen Rabbinern als antisemitisch gebrandmarkt wurde, erwähnt er nicht.)

Diese Mechanismen erinnert an den Medienhatz auf linke und progressive Kräfte, wo sich Demokraten als hämische Untertanen entpuppen. Nur die Taz gibt sich lässig, denn sie weiss, dass man diese Leute nicht hochschreiben muss. Was die Partei DIE FREIHEIT um den ehemaligen CDU-Mann Herr Stadtkewitz so gefährlich macht, ist nicht ihr Populismus, sondern wie gezielt die Regelüberschreitungen anderer ihnen (wie schon Thilo Sarrazin) die notwendige mediale Aufmerksamkeit verschaffen. Das erzeugt einen Gruppengeist um eine Partei, die nicht als demokratisch in ihrer inneren Organisation erkenntlich ist, sondern mehr wie eine Werbekampagne geführt wird, die ein europaweit existierendes Nichtwählerpotenzial abgreift bzw. mit Veranstaltungen Kasse macht.

Was mich dann noch wundert ist, wie der Begriff des Kruden den Eingang in den FAZ Jargon findet. Das stimmt eigentlich positiv. "Krude" ist der rechte Begriff. Gerade in der Kommunalpolitik will mir nicht in den Kopf wie der Islam ein vordringliches Problem einer Stadt mit 59 Milliarden Schulden sein soll oder Europakritik Berlins Schulden mindern kann. Kein Thema einer Volkspartei in Zeichen wirtschaftlicher Umbrüche.

 
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