Zenodot

zeitgemaess unzeitgemaess

03.03.2009 | 21:03

Nicht immer auf die Reichen schimpfen

...und bitte auch nicht immer nur die Systemfrage stellen. Denn es sind die Reichen und Mächtigen, die "das System" umgestalten werden. Oder sich zumindest anschicken, die Lebensbedingungen im bestehenden System verbessern. Wie wäre es, wenn wir einmal einen menschlichen Zug angemessen berücksichtigen, der mindestens genau so tief verwurzelt ist, wie Gier und Egoismus?

Durch die Ansammlung unvorstellbaren Reichtums entsteht ein neuer Menschentypus: Der Berufsphilantrop. Milliardäre wie Warren Buffett und Bill Gates machen es vor. Die Umsetzung des Grundsatzes "Eigentum verpflichtet" findet auf freiwilliger Basis statt. Niemand kann die Vermögenshöhen der genannten über den Geldfetisch hinaus als an sich wertvoll erachten. Das Kapital sucht durchaus nach Sinn, sobald genug davon zusammen gekommen ist. Ihre Eigentümer gründen Stiftungen und setzen sich Ziele, die über monetären Profit hinaus gehen. Es geht darum, Menschen zu helfen.

Bill Gates, großer Profiteur des Marktprinzips, sieht durchaus ein, dass es etwas wie Marktversagen gibt: "There are some very important problems, that don't get worked on naturally, that is, the market does not drive the scientists, the communicators, the thinkers, the government to do the right things." (Bill Gates 2009)

Offenbar versagt die Gesellschaft in bestimmten Bereichen, da sich Politik und Staat den größten Problemen nur unzureichend annehmen können. Die "Bill & Melinda Gates Foundation" setzt sich zum Ziel, besonders in den Bereichen Gesundheit und Bildung für bessere Lebensbedingungen zu sorgen.

Neben der Entwicklungshilfe für arme Länder ist es dringend nötig, vor der eigenen Haustür zu kehren: "If you're low income in the United States, you have a higher chance of going to jail than you do of getting your four year degree ." (Bill Gates 2009)

Hoffen wir, dass Gates exemplarisch auch auf seinem selbst gewählten Aufgabengebiet erfolgreich sein wird. Und dass andere mutig seinem Beispiel folgen werden.
 
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Kommentare
merdeister schrieb am 04.03.2009 um 09:52
1. Wer ein Betriebssystem wie "Windows" erfunden und die Menschheit damit "beglückt" hat, möchte ganz sicher auch mal etwas GUTES tun.
2. Herr Gates in allen Ehren, doch ich bezweifle, dass sich die Anzahl der Philantropen unter den Milliardären durch ihn steigert.
3.Wenn man erst Milliarden anhäufen muss, um sich seiner Verantwortung für andere bewusst zu werden, dann hoffe ich lieber auf eine kräftige Inflation.
4. Einzelfälle können dazu dienen Hoffnung zu schüren, als Fundament für Wandel sind aber ziemlich wackelig.
Zenodot
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Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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