Dieser Blogbeitrag ist Teil eines Projekts: Wir lesen gemeinsam "Die Liebeshandlung" von Jeffrey Eugenides.
Der Frauentag ist gerade vorbei gegangen. Die BILD-Zeitung feiert sich als neue Kämpferin für die gute Sache, weil sie die Tittenm&au...>> mehr
Dieser Blogeintrag ist Teil eines Projekts: Wir lesen gemeinsam "Die Liebeshandlung" von Jeffrey Eugenides (und ich hänge hinterher, jaja.)
Es ist mein Lebensziel, zu einem Adjektiv zu werden. lässt Jeffrey Eugenides seinen Protagonisten Le...>> mehr
@poor on ruhr - anscheinend ist Eugenides aber überzeugt davon, es beweisen zu können. Zumindest deutet der Duktus dieses Romans an, dass der Autor sich seiner Sache sehr sicher ist. @Maike Hank: Ja, so ein Leonard-Fanclub erscheint sinnvoll. Mein Unterbewusstsein scheint den schon gegründet zu haben, denn in der Kopfkinosynchronisation des Buches sieht Herr Bankhead einem gewissen Heath Ledger nicht unähnlich. (Ein wehmütig-trauriges Hach unterdrückend.) Und Leonard ist bis zur Mitte des Buches die einzige Figur, deren Schicksal mich in selbigem hält. Alles andere plaudert irgendwie so beliebig vor sich hin.
Liebe Magda, ich hechel mit dem Schreiben hinterher, obwohl ich mit dem Lesen aufzuschließen hoffe. Die Erinnerungsfetzen, die Eugenides immer wieder hie wie da scheinbar anlasslos einwirft, sind mitunter ermüdend. In diesem Fall ist es wohl das Phänomen, der "hinterherlebenden" kleinen Schwester in einer Geschwisterbeziehung. Sie erinnert sich an eine Zeit, als sie vierzehnjährig ihre große Schwester als die Mutige, die Starke, die Provokante und die Selbstbewusste sah, die ein bisschen verrückt war und immer alles ein bisschen schräg und unkonventionell sah. Und dann kontrastriert er es ganz offen und explizit mit dem desillusionierten Blick einer Twentysomething: "Aber als Madeleine selbst in das Alter kam, in dem Alwyn damals gewesen war, wurde ihr bewusst, dass der bilderstürmerische und freiheitskämpferische Eifer ihrer Schwester nur im Trend gelegen hatte." (290) Und "In dieser Zeit hatte Alwyn vie, wenn nicht alles von dem Reiz verloren, den sie in den Augen ihrer kleinen Schwester einmal gehabt hatte." Es klingt wie ein Aufwachen, diese blöde Nebenwirkung des Erwachsenwerdens, die aus den bunten und leuchtenden Figuren im Leben irgendwie doch Menschen mit vielen Abers, Eigentlichs und Najas macht. Ich habe beim Lesen im Hinterkopf, dass sich Eugenides ja irgendwie an der These versucht, dass der große Roman aus der viktorianischen Zeit tot ist, weil die Ehe ihren Wert und damit die Liebe ihre Bestimmtheit verloren hat. Es ist, als würde Eugenides mit seinen Haupt- und Nebenfiguren erstmal alle denkbaren unglücklichen oder unheilvollen Konstellationen durchdeklinieren, mit denen er das Gegenteil zur "Der Liebesroman ist tot"-These beweisen kann.
"Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge.
Sicherheit ist nirgends.
Wir wissen nichts von anderen, nichts von uns.
Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug."
[arthur schnitzler]
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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