ZTG

Zentrum Technik und Gesellschaft

10.12.2009 | 23:01

Solidarische Verantwortungsübernahme für den Klimawandel! Teil 2

In soldiarischer Selbstverantwortung

Viele dieser Initiativen sind als Genossenschaften organisiert. Über die gesellschaftliche Integrations- und Innovationskraft von Genossenschaften gibt es allerdings kaum Informationen. Ihr vorrangiges Ziel ist, durch gemeinschaftliche Anstrengung in solidarischer Selbstverantwortung und Selbstverwaltung Lösungen für Probleme ihrer Mitglieder zu finden. Dies ist eng mit Prinzipien der Mitgliederförderung, Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung verbunden. Aktuell werden überall im Land neue Genossenschaften gegründet. Diese Organisationsform hat in Deutschland und in Europa eine lange Tradition, die Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Häufig entstanden Genossenschaften aus einer Notlage heraus. Vor allem die durch die Industrialisierung gefährdeten Wirtschaftszweige griffen zu dieser Organisationsform, so gründeten beispielsweise Handwerker und Einzelhändler Kreditgenossenschaften oder aber Wohnungssuchende gründeten Wohungs(bau)genossenschaften. So bildeten Genossenschaften lange Zeit eine Möglichkeit, sich gemeinsam unternehmerisch zu betätigen und gleiche oder ähnliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen gemeinsam zu verfolgen. Mit der Einführung eines Europäischen Genossenschaftsgesetzes 2006 und der gleichzeitigen Novelle des Deutschen Genossenschaftsgesetzes wurden außerdem die möglichen Handlungsfelder ausgeweitet: Seitdem steht es eingetragenen Genossenschaften (eG) frei, neben wirtschaftlichen auch soziale oder kulturelle Ziele, einschließlich ökologischer Ziele, zu verfolgen oder gar transnationale Genossenschaften zu gründen.

Klimaschutzgenossenschaften sind die Zukunft

Kürzlich wurden erst Energiegenossenschaften in Stuttgart, Voralb und Teningen/Baden gegründet. Und auch die Diskussion um die Übernahme der Thüga durch Genossenschaftler und Genossenschafterinnen ging vor einigen Monaten quer durch die deutsche Presse.

Seit einigen Jahren wird das genossenschaftliche Modell aber auch verstärkt für Klimaschutz­initiativen entdeckt, so entwickelt die Genova eG in Freiburg seit 1997 das Vauban-Quartier, und seit 2000 sind mehrere Genossenschaften damit befasst, den neuen Stadtteil München/Riem unter anderem nach nachhaltigen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten zu gestalten. Die Möckernkiez-Genossenschaft (i. G.) in Berlin plant in zivilgesellschaftlicher Eigenregie den Bau eines modernen und zugleich nachhaltigen Stadtquartiers am Rand des neu entstehenden Gleisdreieck-Parks.

Es gibt also vielfältige Möglichkeiten, sich gemeinsam für den Klimaschutz zu engagieren. Trotz oder gerade wegen festgefahrener Verhandlungen auf höchsten politischen Ebenen. Gemeinsames Handeln im Zeichen des Klimaschutzes ist eine gute Möglichkeit, un-konventionelle, solidarische Ideen von Ressourcennutzungen und Zusammenleben umzusetzen. Diese können auch in breit wirksamen gesellschaftlichen Veränderungen, hin zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz, münden. Keiner und keine muss das alleine tun!

 

Dr. Heike Walk und Dr. Carolin Schröder arbeiten am Zentrum Technik und Gesellschaft.

 

 
Senden Bookmarken Drucken
ZTG
Das ZTG ist ein zentrales Forschungszentrum TU Berlin. Im Bereich der sozialwissenschaftlichen Technikforschung ist es eines der größten Institute Deutschlands. Hier arbeiten wir unsere wissenschaftlihcen Themen journalistisch auf.
Mitglied seit:
2 Jahre 25 Wochen
Zuletzt aktiv:
10.12.2009
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 2
Kommentare: 0
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
14:27
Hans Springstein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
14:26
Untitled hat gerade einen Kommentar geschrieben.
14:26
goedzak hat gerade einen Kommentar geschrieben.
14:25
Dreizehn hat gerade einen Kommentar geschrieben.
14:23
carsten plaug hat gerade einen Kommentar geschrieben.
David Foster Wallace Das hier ist Wasser Kiepenheuer & Witsch 2012

64 Seiten. Kartoniert.

4,99
 
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Die grüne Guerilla

Ausgabe 22/2012
31.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG