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Bald ist es wieder soweit. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wird für 4 Wochen wieder den Rhythmus des deutschen Lebens bestimmen. Schon jetzt finden sich überall im Supermarkt statt Sonderangeboten nur noch „Fanpakete“. Und so rüsten sich auch bereits allerorten die Kneipen und Städte für das Phänomen Public Viewing, also öffentliches Geglotze.
Public Viewing, diese Marketing-Strategie mit unfeinem angliziertem Namen, hat in Deutschland zumindest eines geschafft. Sie bringt alle 2 Jahre Menschen zusammen, die vorher unvereinbar schienen, sprich Fußballfans und Partymenschen. Und wie in den letzten Jahren werden auch dieses Mal wieder einige Fans, die sich nicht nur in einem 2-Jahres-Rhythmus für Fußball interessieren, sondern auch sonst regelmäßig in der Kurve ihres Vereins mitzittern und –fiebern, den Kopf schütteln über das, was zu Zeiten dieser großen Events (ein weiterer „Igitt-Anglizismus“ für Fans) aus Fußball gemacht wird.
Selbstverständlich ist jeder Neuzugang in der Familie der Fußballinteressierten jederzeit herzlich willkommen, nur passiert es eben in den Sommern gerader Jahreszahlen allzu häufig, dass sich die Zahl der Neuankömmlinge in Kategorien bewegt, die ein gepflegtes Fußballschauen und –zelebrieren unmöglich werden lassen, da plötzlich die Mehrzahl der Anwesenden mit der Fußballkultur gar nicht vertraut ist.
Was also ist zu beachten?
Es bleibt für jeden zu bedenken, ob Public Viewing die richtige Wahl ist. Ich habe meine Konsequenz aus den letzten Jahren gezogen und werde nur mit Freunden, über deren Verhältnis zum Fußball ich bestens informiert bin, ein privates „Unpublic Viewing“ machen.
Und all jenen, die sich doch pro PV entscheiden und den Schritt bald bereuen sollten, sei gesagt: Im August ist wieder Bundesliga! Dann stehen wir wieder alle in unseren Kurven, bei unseren Vereinen, die eh viel besser sind als alles andere, und singen wieder unsere Lieder!
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Hätte ich nicht eine tiefsitzende abneigung gegen ansammlungen von menschen die sich hoheitsabzeichen ins gesicht malen um sich mit einer macht zu identifiezieren die ihre eigene ohnmacht kompensieren soll, so würde ich liebend gern zu diesen PV-EVENTS gehen. Nicht das mich fussball interessiert aber für ne gute party mit attraktiven zugänglichen wesen hab ich nix aber rein garnix einzuwenden. Trotzdem viel FUN wünsch ich dir und möge deine "topnation" welche das auch immer sein mag ein gutes spiel liefern.
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Ausgabe 22/2012
31.05.2012
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