Sehr geehrter Herr Plöger,
soeben habe ich Ihren äußerst interessanten Artikel gelesen, der die Lebensentwürfe jenseits des Kapitalismus, ja gar jenseits aller großer Ideen, seien es nun linke, rechte oder "liberale". So sehr ich Ihnen zustimme, daß diese Entwicklungen zu gutem Teil beeindruckend sind und so sehr ich es begrüße, daß sich dem Kapitalismus irgendwer einfach widersetzt, so sehr greift mir gerade dieser letzte Aspekt der Abwesenheit großer Ideen doch deutlich zu kurz, überhaut finde ich die Kritik am Kapitalismus in ihrer banalen Form oft unglaublich absurd. Da wird beispielsweise regelmäßig auf Konzerne eingedroschen, als ob sie das Schlechteste wären, was jemals erfunden wurde und selbstredend mag das im Einzelfalle auch stimmen und ebenso sind wohl mehr oder minder alle Konzerne schon irgendwie auch Kraken. Andererseits vollbringen sie Wunder, die absolut unglaublich sind, nehmen Sie beispielsweise Intel, die Mini"geräte" von einem Komplexitätsgrad jenseits jeder Vorstellungskraft mit Mitteln erschaffen, die viele Milliarden kosten. Ich stelle mir einfach mal zum Spaß vor, eine Behörde würde das versuchen und das auch noch zu akzeptablen Preisen. Zurück zu den großen Ideen: Die prosperierende Kleinzelle der Gesellschaft ist eine tolle Sache und viele solcher Zellen mögen auch zu interessanten und wichtigen Neuerungen führen, die uns allen nützen werden und doch fehlt etwas. Hier wird eher mit einer Art "Schwarmintelligenz" die Gesellschaft verändert und unbestreitbar haben Schwärme eine nicht zu verachtende Fähigkeit, komplexe Probleme ganz elegant zu lösen und doch hat noch kein Schwarm je irgendein Problem gelöst, welches des gezielten Einsatzes von Brainpower bedarf und die Gesellschaft hat eine Vielzahl an Problemen, die eines solchen bedürfen und dies ist das Feld für große Ideen und wer die rundweg ablehnt und es sich in der Ideologie des Kleinen gemütlich macht, der mag zwar viele Probleme lösen, wird gleichzeitig aber neue schaffen, einige könnte man schon heute benennen, was aber den Platz hier sprengen würde. Mit freundlichen Grüßen, Schall und Rauch
Hallo,
ich hoffe, diese Nachricht kommt an. Ich bin der Nutzer E H, mit Klarnamen Enrico Heitzer, und wollte Kontakt aufnehmen. Zu erreichen bin ich unter heitzer@zzf-pdm.de, ein Zeitgeschichtsinstitut, wo ich lose angebunden bin.
Die Lehrbeauftragten-Geschichte in Potsdam kommt jetzt langsam ins Rollen und wird, so scheint es, immer größer.
Ach ja, gestern fand ich folgendes Jobangebot, bei dem ich das Bedürfnis hatte, den Ausschreibern einen bösen Brief zuzustellen. (Aber was bringt das schon?)
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/chancen/id=4759&count=48&recno=3&type=stellen&sort=datum&order=down
Herzlich,
Enrico
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem mit auf den Weg geben möchte
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