Alltag

Supermütter | 10.02.2009 08:00 | Rachel Cooke, The Observer

Mami, mach mal Feierabend!

Viele Frauen sind von ihrer Mutterrolle so besessen, dass sie über nichts anderes mehr reden können. Das muss ein Ende haben, fordert Observer-Kolumnistin Rachel Cooke

Wenn Bekannte mich gelegentlich fragen, warum ich im Alter von 39 Jahren immer noch keinen Kinderwunsch verspüre, ist mir instinktiv stets nach einer flapsigen Antwort zumute. Meistens sage ich dann, ich hätte Angst, mir würde nicht genügend Zeit zum Lesen verbleiben. Ich lese für mein Leben gern und so verbirgt sich hinter diesem Scherz keine unehrliche Ausrede. Auch wenn ich mehrere Freundinnen habe, die die Mutterschaft recht erfolgreich mit der Lektüre von Büchern vereinbaren konnten, muss ich doch immer an die vielen lesenswerten Bücher denken, die ich noch nicht gelesen habe und die ich bei der mir aller Wahrscheinlichkeit verbleibenden Lebenszeit auch ohne Kinder nicht alle werde lesen können. Das macht mir Angst.

Das ist freilich nicht die ganze Wahrheit. Ich will aus allen möglichen Gründen keine Kinder. Einige von diesen wiegen sehr schwer (Erderwärmung), einige sind rein praktischer Natur (Könnte ich mir das überhaupt leisten? Was, wenn ich meinen Job verliere?), manche sind durch meine Biographie begründet (Ich habe drei sehr viel jüngere Schwestern, die ich sehr liebe. Vielleicht habe ich meinen Mutterinstinkt also bereits zur Genüge ausleben können?). Andere wiederum sind ziemlich neurotisch (Wo werden die Spielzeuge des Kindes wohnen? Und werden sie alle aus buntem Plastik sein?)

Acht Minuten Geburtsvorbereitungs-Referat

Hauptsächlich allerdings - warum nicht ehrlich sein und es geradeheraus sagen – weigere ich mich Kinder zu haben, weil ein bestimmter Typus von Müttern mir Angst und Schrecken einjagt. Hierbei handelt es sich um Mütter wie die, mit der ich mich neulich auf einer Party unterhielt und die – ohne dass ich sie mit nur einem Wort dazu aufgefordert hätte – ungefähr acht Minuten lang über alle Details ihrer Geburtsvorbereitungskurse referierte. Als sie ihren Monolog beendet hatte, fragte ich sie dann völlig erschlagen, ob sie gerade ihr erstes Baby bekommen habe – wovon ich irgendwie ausgegangen war. „Oh nein, es ist mein zweites“, antwortete sie fröhlich um dann ausführlich zu berichten, wie sehr ihr kleiner Sohn sich auf die bevorstehende Ankunft seines Geschwisterchens gefreut habe.

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Eigentlich hätte man ja erwarten können, dass sich im Zuge der Entwicklung zur Gleichberechtigung der Geschlechter am Arbeitsplatz auch die Kluft zwischen Frauen mit und Frauen ohne Kinder bis zur Bedeutungslosigkeit verkleinern würde. Tatsächlich aber scheint sie immer größer zu werden, zumindest unter den verwöhnten Angehörigen der Mittelschicht westlicher Länder. Es gab einmal eine Zeit, in der gebildete Frauen dafür kämpften, nicht mehr über das Ideal der Mutter definiert zu werden, weil sie wussten, dass sie erst dann wirklich ernst genommen werden würden, wenn diese beiden Dinge getrennt voneinander wahrgenommen werden würden. Und überhaupt: Wer will schon über nur eine einzige Facette der eigenen Existenz definiert werden?

In den letzten zehn Jahren allerdings ist eine steigende Anzahl von Frauen dazu übergegangen, sich ganz im Geiste der fünfziger Jahre primär, lautstark und manchmal sogar ausschließlich über ihr Muttersein zu identifizieren. Sie machen einen Fetisch aus der Geburt und sind in einem Maße von allem besessen, was danach kommt, dass es an Satire grenzt und teils gar darüber hinausgeht.

Ein Beispiel: Als dieser Artikel erst in meinen Gedanken existierte, loggte ich mich bei einer dieser Webseiten ein, die es inzwischen gibt und bei denen sich alles rund ums Kind dreht. Thema der Diskussion des Tages waren lustige Versprecher der lieben Kleinen. Wirklich. Dazu kann ich nur sagen: Liebe neue Mütter, erzählt euren Eltern, einer guten Freundin oder einem guten Freund, wie euer Schatz etwas sagte und es dann wie etwas ganz anderes klang, was zum Schreien komisch und sooo süß war. Aber zügelt euch, plappert es nicht in die ganze Welt hinaus. Denn so bringt ihr alle Welt dazu zu denken, ihr hättet den Verstand verloren – und zwar nicht ganz zu unrecht.

Während ich nur ein unfruchtbares Elend bin

Ich persönlich habe Glück. Die meisten meiner Freundinnen sind mit der Geburt ihrer Kinder erfreulicherweise nicht zu Dummy-Mummies geworden. Letzte Woche habe ich sogar mit einer von ihnen Urlaub gemacht. Ihre drei Kinder blieben zu Hause - ich höre jetzt schon die Rufe nach dem Jugendamt - während sie und ich nach Österreich fuhren. Ob nun aus Zufall oder nicht, handelt es sich gerade bei den Kindern dieser Frau um besonders witzige und schlaue Persönchen, die ich besonders gerne mag. Doch meine Freundin hielt sich sogar zurück, als ich sie auf ihre Kinder ansprach. Sie tat dies teils aus Höflichkeit, vor allem aber weil sie auch einmal über etwas anderes reden wollte: Sie wissen schon, Bücher, Michelle Obama oder Fernsehserien. Die Baby-Verrückten unter den Mamas hingegen zeigen erstaunliches Desinteresse an allem, dass nichts mit Kinderwagen, Stillen, Schlafenszeiten oder Sicherheitsgittern oder dergleichen zu tun hat – und beschließen jedes Gespräch unvermeidlich damit, dass sie einem kundtun, wie erfüllt sie doch sind (während ich nur ein unfruchtbares Elend bin).

Ein anderer Abend, eine andere Feier. Eine Frau kommt auf mich zu, die ich seit vielen Jahren nicht gesehen habe. Wir unterhalten uns, ich frage sie, ob sie einen bestimmten Film gesehen habe. Sie gibt einen Seufzer von sich, der suggeriert, ich sei ein wenig schwer von Begriff und sagt dann mit einem Gaga-Mama-Lächeln: „Ich gucke keine Filme.“ (Womit sie meint: Mit Filmen füllen Leute, die keine Kinder haben, die langweiligen Stunden bis es endlich soweit ist.) „Naja“, fährt sie dann fort: „Was machst du denn so?“ Ich setze auf Dramatik und erzähle, ich sei vor kurzem im Jemen gewesen, der Heimat von al Qaida. „Oh toll!“ lautet die Antwort, „aber weißt du, ich würde ja wirklich nicht Vollzeit arbeiten wollen. Das wäre einfach nicht fair.“

Wann ging es los mit diesem übersteigerten Ich-bin-eine-Mutter-Gewese? Denn ich weiß aus meiner eigenen Kindheit und der Kindheit meiner Schwestern, dass das nicht immer so war. Zum Teil dürfte es sich um ein Phänomen der Wohlstandsgesellschaft des ausgehenden 20. Jahrhunderts handeln.

Wie kann ein Kinderwagen "zu prollig" sein?

Als meine Mutter meine Schwester bekam, gab es ungefähr zwei verschiedene Arten von Kinderwagen: Maclaren und den anderen, dessen Namen ich vergessen habe. Man entschied sich, je nach Geldbeutel, für den einen oder den anderen. Als Statussymbol taugte ein Kinderwagen damals noch nicht. (Wo wir gerade dabei sind: Ich habe einmal gehört, wie ein Freund einen bestimmten Kinderwagen als „zu prollig“ bezeichnete – eine Aussage, die mich damals wie heute stark irritiert.) Der Kapitalismus schafft wirklich ekelhafte Extreme: Während die eine Hälfte der Menschheit verhungert, stopft sich die andere so lange den Bauch voll, bis sie krank wird und während die Hälfte der Kinder auf dieser Welt sträflich vernachlässigt werden, wird die andere Hälfte verwöhnt bis zum Gehtnichtmehr. Da besteht doch eine Verbindung, oder etwa nicht? Ist es nicht möglich, hier einen Ausgleich zu finden?

Meistens trifft man diese Art von Exzess meiner Meinung nach bei Frauen an, die erst sehr spät Mütter werden. Sie empfinden Dankbarkeit, eine Dankbarkeit, die ihnen den Eifer der Konvertiten verleiht. Und ich schätze, eben dieser Eifer schützt sie davor, dass sie irgendwann die Langeweile überkommt, wenn sie die Vor- und Nachteile verschiedener Kindersitze erörtern.

Ihr Eifer bringt sie unter anderem leider auch dazu, sich über Leute wie die frühere französische Justizministerin Rachida Dati herzumachen, weil sie der selbstgerechten Meinung unserer Dummy-Mummies zufolge nach der Geburt ihres Kindes zu schnell wieder angefangenen hatte zu arbeiten. Die Reaktion mancher Geschlechtsgenossinnen war, gelinde gesagt, wenig erbaulich. Sie sah großartig aus. Sie wollte an einem wichtigen Treffen teilnehmen. Was bitte, ist daran verdammt noch mal verwerflich?

Gut. Lassen wir das. Alles, was ich hier sagen will, ist, dass diese überzogene Baby-Fixiertheit auf lange Sicht niemandem wirklich gut tut. Für mich und viele andere Frauen ist es langweilig und egoistisch und enthält indirekt immer eine Wertung darüber, wie wir unser Leben leben. Für viele Männer bestätigt es nur das Vorurteil, dass Frauen sowieso nichts anderes wollen, als Kinder zu kriegen. Warum sollte man sich dann für sie einsetzen, sie ernst nehmen oder sie anständig bezahlen? Und für die Kinder, um die es ja bei der ganzen Sache ja angeblich geht, ist das Ganze letzten Endes erdrückend, auch wenn sie bei Verlassen des Elternhauses stolz von sich behaupten können, noch nie Gemüse gegessen zu haben, das nicht „bio“ war.

Übersetzung: Zilla Hofman / Holger Hutt
 
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Artikelaktionen
Kommentare
Tessa schrieb am 10.02.2009 um 10:28
Und hier der Artikel der Mädchenmannschaft zum Thema: Schluss mit Supermutti.
dk1982 schrieb am 10.02.2009 um 11:49
Zugegeben, einige Mütter übertreiben es wirklich. Gerade bei meiner eigenen (45 Jahre und vor 2 Jahren noch einmal Mutter geworden) fällt es mir natürlich besonders krass auf. Da auch ich vor 1 1/2 Jahren das erste Mal Vater geworden bin, unterhalten wir uns eigentlich nur noch über eines: Kinder. Doch im näheren Umfeld kann ich auch feststellen, dass trotz Elternschaft die jungen Mütter noch andere Themen haben und ja tatsächlich - Bücher lesen. Man muss halt aufpassen die lieben Kleinen nicht über alles zu stellen. Und das betrifft Mütter wie Väter ...
Susanne Lang schrieb am 10.02.2009 um 17:11
@drikkes: Genau darin liegt doch auch ein Problem: Der zunehmende Rechtfertigungsdruck, der automatisch für Nichtmütter entsteht, weil ja auch politisch die Devise ausgegeben ist: Mehr Kinder für Deutschland. Ich zumindest kenne keine Frau und keinen Mann, die heute noch ganz selbstverständlich sagen würden: Nein, wir wollen keine Kinder. Zumindest nicht ohne sofort eine Erklärung nachzuschieben. Weil ja alle Unsicherheiten und Bedenken schön von all den prominenten Role-Model-Frauen in Luft aufgelöst werden, von meiner Lieblingsvorzeigefrau Maria Furtwängler zum Beispiel, die ja auch alles zusammenkriegt, keine Jobangst hat, dafür wunderbare Kinder und einen wunderbaren Mann und dabei auch noch zeitlos gut aussieht. Blöd nur, wenn man nicht Maria Furtwängler ist.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.02.2009 um 12:22
Spannend und gut geschriebener Text. Vor allem, weil er einen - wie mich werdenden - Vater durchaus zu Reaktionen noch während des Lesens herausfordert.
1) Dass man die Angst um die vielen noch zu lesenden Bücher - zumindest als leidenschaftlicher Leser - gut versteht. Schon fühle ich mich aufgefordert, auf dieses Argument zu entgegnen. Nämlich mit Gedankengängen, mit denen ich mich herumschlage, so wie die Geburt sich mit großen Schritten nähert. Dass es nämlich tatsächlich Ereignisse im Leben gibt, die die Fragen nach dem Sinn neu ausjustieren. Die bisher unwiderlegbar geltende Grundsätze schlichtweg UMDREHEN. So in der Art: Für wen lese ich eigentlich, wenn ich für mich lese?
Schon geht es aber weiter in den Argumenten, die uns dieser Text süffisant ausbreitet. Und schon springe ich gedanklich an, angebissen habe ich wie ein Hund, wenn ich die Aufzählung der Argumente dagegen lese...
2) Dass das alles Ausreden seien. Dass sich die Frage, was passiert, wenn ich meinen Job verliere, nur in der Theorie stellt. Weil man - oder ich - eine jeden Zweckoptimismus übersteigende Zukunftsfreude an den Tag legt, Probleme hin oder her. (Und das alles: weil sich irgendwie die Fragen dem SINN neu ausjustiert haben...)
Dann kommt im Text aber alles ganz anders, wie im Leben auch. Und man sagt nur noch: JA!
drikkes schrieb am 10.02.2009 um 14:23
Der Text hinkt leider gewaltig - und das auf mehr als einem Bein. Zumindest an den Stellen, wo es persönlich wird.
Auf der einen Seite wird als Grund, kein Kind zu bekommen, die Angst vor dem Jobverlust vorgeschoben angegeben; andererseits sich über Kinderwägen als Statussymbole mokiert. Wofür braucht man einen gutbezahlten Job, wenn nicht in erster Linie für einen teuren Kinderwagen?
Wenn frau das Kinderkriegen den "Supermuttis" überläßt, dann ist es ja kein Wunder, daß die Autorin sich von solchen umzingelt wähnt. Wo ist das Problem? Die Urlaubsfreundin schafft es doch auch?

Die hier getroffenen allgemeinen Aussagen stimmen sicher, aber die spannendste Frage: "Wann ging es los mit diesem übersteigerten Ich-bin-eine-Mutter-Gewese?" wird nur aufgeworfen, keineswegs zu beantworten versucht beantwortet.

Zurück bleibt der schale Geschmack des Rechtfertigungsversuchs einer Nichtmutter.
banane16 schrieb am 10.02.2009 um 15:42
• "schale Geschmack des Rechtfertigungsversuchs einer Nichtmutter"
@drikkes: Da fragt sich doch, wer eigentlich je in dieser Gesellschaft von den "Nicht-Vätern" eine Rechtfertigung gefordert hat, oder von den biologischen Vätern, die sich da reihenweise aus dem Staub machen, sobald sie für die Früchte ihrer Triebe auch die Verantwortung übernehmen sollen. So lange es ein Kavaliersdelikt ist, sich seiner Unterhaltsverpflichtungen zu entziehen, so lange wird eine nicht unerhebliche Anzahl von Frauen die Mutterschaft (=Armutsfalle #1) mit Recht skeptisch sehen.

Die Frage nach den "Supermuttis" ist dagegen schnell enträtselt: Sie entstehen fast immer in Einverdiener/ 1,2-Verdiener-Partnerschaften sind nichts als die Reaktion von gebildeten Frauen, die erst nach der Geburt entdecken, dass sie sich in eine Falle haben locken lassen, aus der es für Mütter in D kaum ein Entkommen gibt: Nach der Kinderpause hat sich der Bildungsvorsprung für den gemeinen Arbeitgeber verflüchtigt, und die Chancen auf einen interessanten oder wenigstens lohnenden Job allzu oft auch.

Das muss dann natürlich irgendwie kompensiert werden, notfalls mit einem überkommen, unsolidarischen Frauenbild aus den schwärzesten Fünfzigern.

Schade, dass bei einem solch rückwärtsgewandten Ansatz auch die Chance auf eine partnerschaftliche Familie vertan wird – denn auch der Mann bleibt bei "Supermutti" oft genug im "Ernährer"-Gefängnis und einer Rolle stecken, die er in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit nicht selten gar nicht mehr ausfüllen kann.
drikkes schrieb am 17.02.2009 um 14:46
@banane16: Mir ist schon klar, daß man das Problem nicht auf den weiblichen Aspekt beschränken kann, wenn man ein umfassendes Bild der Problematik zeichnen will. Der Artikel tut aber eben genau dies, will ja auch absichtlich einen bestimmten Blickwinkel einnehmen. Und genau darauf habe ich mich in meinem Kommentar auch bezogen, insofern weiß ich nicht, warum mich Dein an mich gerichteter Einwurf ansprechen sollte.
Hanna schrieb am 10.02.2009 um 15:47
Der Artikel spricht mir aus der Seele. Ich beobachte in meinem Umfeld immer öfters, wie aus jungen, intellektuellen und souveränen Frauen 50er-Jahre-Muttis werden. Es scheint so, als hätten sie nur darauf gewartet, den Universitätsabschluss wegzuheften und es sich zwischen Stillen, Kochen und Handarbeit bequem zu machen. Ich finde es schlimm, zu sehen, wie schnell und bereitwillig interessante und kluge Frauen abbauen. Natürlich ist es ihre freie Entscheidung und sie machen es gerne, aber warum ausgerechnet sie in diese Rolle rutschen und nicht der Vater des Kindes... das ist dann plötzlich vollkommen unwichtig. Für mich ist so etwas ein Schreckensszenario, ich glaube, ich würde jede Selbstachtung verlieren, würde ich mich in so einer Situation wieder finden. Die Angst vor mir selbst hält mich mit zunehmenden Alter massiv davon ab, Kinder zu wollen.
kukidenta schrieb am 11.02.2009 um 11:14
Ein sehr provokativer Artikel. Mehr davon.
Als Vater stosse ich auch oft auf diese Super-Mütter. Ich gehe ihnen immer aus dem Wege. Nicht weil sie mir Angst machen, sondern weil ich sehr gern provoziere, aber diesen Wesenszug vor meiner Tochter noch etwas verbergen will.
Meine Tochter hingegen mag diese Frauen, weil sie auf dem Spielplatz immer Kekse, Obst oder etwas anderes zu Essen dabei haben und ich nur meinen Laptop plus Wasserflasche und Kaugummis. Natürlich geben die Muttis gern etwas ab, wenn mein Kind einen auf halb verhungert macht und würdigen mich dabei keines Blickes.

Die Entwicklung zu einer Baby Fixiertheit, wie sie in diesem Artikel sehr anschaulich beschrieben wird und die damit einhergehende Spaltung in Frauen mit Kinder und Frauen ohne Kinder tut der Gesellschaft wirklich nicht gut. Mein Respekt gilt daher beiden Gruppen zu gleichen Teilen. Das Motto "Deutschland braucht mehr Kinder" finde ich in gewissen Sinne bereits frauenfeindlich, weil man jeder Frau suggeriert "Du musst Mutter sein".
drikkes schrieb am 18.02.2009 um 12:43
Frau Lang, entschuldigen Sie, daß ich erst jetzt antworte, aber da Sie, obwohl Sie mich ansprechen, nicht den ganzen Artikel oder speziell meinen Kommentar, sondern den von "dk1982" kommentiert haben, ist mir Ihr Beitrag auch nur zufällig und geradeeben erst aufgefallen. Das ist Problem ist sicher nicht der gesellschaftliche Allgemeinfortpflanzungswunsch. Das Problem ist doch eher, daß man - wie ein anderer hier hart aber richtig geschrieben hat - "in die Falle gelockt" wird. Einerseits wirbt der Staat für Kinder, andererseits tut er zuwenig für eine (vor allem berufliche) echte Gleichstellung der Frau. Wo verorten Sie denn den Rechtfertigungszwang? In erster Linie aufoktroyiert oder mittlerweile schon eher verinnerlicht?Und zu Frau Furtwängler: Über die Wunderbarigkeit von Herrn Burda läßt sich streiten, aber ich denke nicht, daß Multimillionärinnen hier in dieser Debatte als Role Model dienen können.


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