Entsetzen herrscht in der Republik über einen der verheerendsten Luftangriffe im schmutzigen Krieg am Hindukusch. Befohlen von einem Oberst der Bundeswehr, exekutiert von einem Jagdbomberpiloten der US Air Force. Blitzschnell, präzise und mörderisch hat sie funktioniert, die High-Tech-Kriegsmaschinerie der NATO. Kaum eine Stunde war vergangen, nachdem der Gegner die Tanklastwagen der ISAF erbeutet hatte, da hatten die fliegenden AWACS-Gefechtsstände die waffenstarrende Kampfmaschine zu ihrem Ziel dirigiert. Was folgte, waren eine gigantische Explosion und ein flammendes Inferno. Übrig blieben die qualmenden Stahlskelette zweier Tanklastzüge und Dutzende, wenn nicht über hundert verkohlte Menschenleiber. Was wohl angesichts dieser Bilder in den Köpfen jener, wie Kurt Tucholsky sie nennen würde, „Schlachtendirektoren“, vorgehen mag, die in der »Chain of Command« ihre Befehlsgewalt ausübten?
Höchst fragwürdiges Vorgehen
In jener Nacht jedenfalls scheint kalte Militärlogik Regie geführt zu haben. Der Feind hatte zwei Fahrzeuge erbeutet, die Treibstoff für die Besatzungstruppen transportierten. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sollte ihm die Nutzung dieser wertvollen Ressource verwehrt werden. Vielleicht wollten die Taliban die Tanklaster aber auch als rollende Benzinbomben für Selbstmordattentate nutzen. Unverzügliche Reaktion schien geboten. Am schnellsten konnte diese die Luftwaffe leisten. Das Risiko schien begrenzt, schließlich fuhren die Lastzüge mitten in der Nacht über einsame Pisten. Das Ziel sollte für die Jagdbomberbesatzung leicht identifizierbar sein. Getroffen werden konnten ja nur die feindlichen Kämpfer, die die Tanklaster geraubt hatten. Kollateralschäden waren in dieser Situation zu nächtlicher Stunde kaum zu erwarten.
Doch bei genauerem Hinsehen erscheint das Vorgehen weit weniger durchdacht, sondern im Gegenteil in höchstem Maße fragwürdig. Der Wert der beiden Tanklaster war in Wirklichkeit marginal; den Krieg konnten die Taliban mit ihnen jedenfalls nicht gewinnen. Und selbst wenn die Theorie vom Selbstmordanschlag stimmen sollte – die Laster konnten doch nur auf befestigten Pisten oder Straßen fahren. Die aber waren mit infanteristischen Kräften jederzeit zu überwachen. Und schon mit einer simplen, über die Straße gespannten Nagelkette läßt sich jedes bereifte Fahrzeug stoppen.
Warum die Eile?
Jeder Offizieranwärter lernt in der Ausbildung, wie er Sicherungskräfte, die mit Maschinengewehren, Panzerfäusten, Handgranaten und anderem Rüstzeug ausgestattet sind, zum Schutz eigener Positionen einsetzen kann. Die Bundeswehrtruppe am Hindukusch verfügt über all diese Waffen und noch mehr. Warum also diese Eile und dieses Übermaß? Hatte nicht der neulich ins Amt gekommene ISAF-Kommandeur McChrystal größte Zurückhaltung im Hinblick auf die Anforderung und den Einsatz von Luftnahunterstützung angeordnet? Wollte da ein Kommandeur beweisen, daß die im vermeintlich ruhigen Nord-Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten eben nicht die „Drückeberger“ und „Weicheier“ waren, als die sie von ihren alliierten Kameraden mitunter verspottet wurden? Sollte die Welt erkennen, daß „die Deutschen wieder gelernt hatten zu töten“, wie vor Jahren schon der Spiegel getitelt hatte? Die harschen Reaktionen in der Europäischen Union und in der NATO zeigen, daß solche Fragen sich nicht einfach vom Tisch werden wischen lassen. Die bislang völlig kopflos reagierende Bundesregierung wird Rede und Antwort stehen müssen, und zwar über jene Desinformationssprechblasen hinaus, die bislang aus Berlin ertönen.
Eines aber sollte das nächtliche Drama im afghanischen Flußbett auch dem letzten Traumtänzer hierzulande klargemacht haben, und das ist, was die von früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Aplomb verkündete „Enttabuisierung des Militärischen“ in der Realität bedeutet: Nämlich massenhaft Tod, Verwundung und Verstümmelung von Menschen. Es ist an der Zeit, einzugestehen, dass sich mit solchen Mitteln Menschenrechte, Freiheit und Demokratie nie werden gewinnen lassen – weder für die Menschen in Afghanistan noch sonstwo auf der Welt. Für die demnächst neu gewählte Bundesregierung kann daher nur eine Devise gelten, und die lautet: Bring our Boys back Home!
Dipl. Päd. Jürgen Rose ist Oberstleutnant der Bundeswehr und aus disziplinarrechtlichen Gründen gezwungen, darauf hinzuweisen, dass er in diesem Beitrag nur seine persönlichen Auffassungen vertritt.
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bekommt der gute mann für so ne texte eigtl. irgend ne form von ärger? also hier mal ne beförderung weg und dort mal nen schrottjob?
kann nach meiner zeit beim bund nun nicht behaupten, dass es da so liberal, also ungestraft, zuging wie es hier den anschein hat. :P mfg mh |
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lieber mh, deine frage wird hier und anderswo wohl niemand zu deiner zufriedenheit beantworten. herrschaft hatte schon immer ein sehr gebrochenes verhältnis zur wahrheit, besonders, wenn die in die öffentlichkeit getragen wurde.
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in einer demokratie reicht es manchmal schon die fragen zu stellen..
mfg mh |
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schrieb am
20.09.2009 um 17:50
Das Gegenteil ist der Fall. Man kann für krank erklärt werden oder Beförderungsverbot bekommen (ich wurde nach meiner Kritik am Irakkrieg in die Psychiatrie eingewiesen und habe wegen schriftlicher Kritik - das Buch ist im Buchladen erhältlich - noch immer ein Beförderungsverbot wegen angeblich üblen Charakters).
Leute, die den Irakkrieg fördern und Gewaltexzesse entschuldigen, haben es leider etwas einfacher! Siehe Eintrag zu "Florian Pfaff" in Wikipedia. |
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Einige taktische Fragen, die mich interessieren.
1. Wenn ein Vorgesetzter der Bundeswehr um Gefechtsunterstützung ersucht, wie lautete dann die Gefechtsaufgabe, wer stellte sie? Ist das schon veröffentlicht worden? Nein! 2. Wenn ein Gegner bekämpft werden soll, kann die Aufgabe sowohl in Vernichtung als auch in Zielaufgabe seitens des Gegners lauten. In letzterem Fall hätte es bedeutet, die Entleerung der Tanklastzüge zu unterbinden, bis die Bergung der Fahrzeuge einsetzt. Oder ist von Anfang an das Aufgeben der Fahrzeuge seitens der Bundeswehr einkalkuliert worden? 3. Es heißt in den Medien, einige Männer hätten die Fahrzeuge überwältigt....Nichts genaues weiß man nicht...Wenn der Bundesverteidigungsminister darauf abstellt, dass Kraftstoff in falschen Händen ähnliche Wirkung entfaltet wie Sprengstoff, welchen Begleitschutz hatten die Tanklastzüge zur Unterstützung? Oder fahren auch Sprenstoff- und Waffentransporte ohne Begleitschutz? Vermutung: Man wird wohl in der nächsten Zeit dazu jede Menge Legenden aufgetischt bekommen.Auf jeden Fall hat sich der Verdacht bestärkt, dass auch für die Bundeswehr die afghanische Bevölkerung nur Ballast darstellt. |
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Es gibt Situationen wo es notwendig ist einen Tankwagen bei Nacht durch ein Kriegsgebiet zu fahren, so z.B. wurden nur Nachts Tankwagen den Berg Igman runter ins Dorf Iliza bei Sarajevo gefahren, weil die Nachsichtgeräte für Angreifer verräterisch geworden wären. Gefährlich war es trotzdem. Eine Chauffeur, der bereit war die Sniperpiste runter zu fahren bekam 25.000 DMark. Noch heute liegen da ausgebrannte LKWs herum weil da auch Minen liegen. Auf jeden Fall, finde ich es interessant da in Afghanistan Nachts solch wertvolle Fracht der ISAF ungeschützt herumkutschiert wird. Wahrscheinlich wird geglaubt die Bundeswehr sei tatsächlich nicht im Krieg, sondern auf einer Stabilisierungsmassnahmenreise. Die Treibstoffpreise sind in Afghanistan so hoch wir hier. Nur dort wird eben auch viel in den unzähligen Stromgeneratoren verbraucht. Es gibt einen regelrechten Treibstoffschwarzmarkt, nein, der wird NICHT NUR von den Talibs betrieben. Womit wir 'mal wieder beim Anfang sind: wer hat eigentlich solch einen Leichtsinn, begehrenswertes Gut bei Nacht durch das Kriegsgebiet zu transportieren, zu verantworten?
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Lieber Jürgen Rose,
Sie können wenigsten noch als Staatsbüger in Uniform Ihre persönliche Meinnung äußern Ihren Kameraden/innen der Bundeswehr ist das in Afghanistan bereits untersagt.(s. u. a. Jürgen Todenhöfer Heute bei busch.nv belegte..( www.n-tv.de/busch/Letzter-Ausweg-Abzug-article497595.html ) Mich erinnert das ganze Horror- Szenario der explodierenden Tankwagen in Afghanistan sehr an den Roman von Stefan Heym „Crusader“, in dem er die Korruption, das organisierte Verbrechen unter den GIs während des Zweiten Wetlkrieges u. a. im Bunde mit der italienischen Mafia beleuchtet. Sollten per überdimesioniert asymmetrischem Bombardement der Tankwagen bei Kundus in Afghanistan Spuren, samt Zeugen/innen von Korruption, Verschiebung von Oel aus Beständen der NATO- Verbände an die Taliban vernichtet werden? JP |
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schrieb am
10.09.2009 um 22:18
@MH120480
Jürgen Rose hat richtig Ärger. Er wurde sogar von Offizierskollegen bedroht, aber lesen sie selbst: de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Rose_(Publizist) |
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hach wie schön dass es wiki gibt. danke für den hinweis.
umso schöner dass er seine meinung schreibt, auch wenn ich da nicht vollends auf seiner linie bin. unterstützenswert ist das. mfg mh |
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Hallo Joss Fritz,
vielen Dank für den Hinweis, s. u.: de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Rose_(Publizist) Jürgen Rose (Publizist) aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche Jürgen Rose (* 18. Juli 1958 in Worms) ist Diplom-Pädagoge, Oberstleutnant der Bundeswehr und Publizist. Er lebt in München und ist seit 1982 verheiratet. Öffentliche Aufmerksamkeit erregte Anfang 2007 sein Ersuchen, aus Gewissensgründen von seinen dienstlichen Aufgaben hinsichtlich des Einsatzes von Tornados in Afghanistan entbunden zu werden. Militärischer Werdegang [Bearbeiten] Nach seiner militärischen Ausbildung, unter anderem in Fort Bliss in Texas/U.S.A., war Rose von 1988 bis 1991 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Waldbröl im Forschungsbereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Während dieser Zeit war er Ausbildungsleiter für die interaktive Simulation Politik und Internationale Sicherheit (POL&IS). Von 1991 bis 1995 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehrrecht und Völkerrecht an der Universität der Bundeswehr München. Danach war er von 1995 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und External Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Seit Januar 2003 ist er Angehöriger des Wehrbereichskommandos IV in München. Am 15. März 2007 bat Rose aus Gewissensgründen um Entbindung von allen Aufträgen, die seine Mitarbeit an allen Unterstützungsleistungen, die den beabsichtigten Einsatz von Tornado-Jets zur Kampfunterstützung in Afghanistan sowie generell die von ihm als völkerrechtswidrig erachtete "Operation Enduring Freedom" betreffen. Daraufhin wurde er "gewissensschonend" in eine andere Abteilung versetzt. Rose unterstützt seitdem den Kasernenkommandanten der Bayern-Kaserne in München. Rose ist seit November 2006 Mitglied im Vorstand des Arbeitskreises Darmstädter Signal. Themenfelder [Bearbeiten] Rose beschäftigt sich mit den Themen Internationale Sicherheitspolitik und Völkerrecht, Verteidigungspolitik, Theorie und Praxis der Inneren Führung in der Bundeswehr, Allgemeine Wehrpflicht und Auswirkungen strategischer Raketenabwehr auf die Internationalen Beziehungen. Rose hat an einer Reihe von Institutionen Vorträge gehalten, unter anderem an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Universität der Bundeswehr München, der Universität Oldenburg, der University of Birmingham, der Wirtschaftsuniversität Budapest, der Universität Kassel, am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH), an der österreichischen Landesverteidigungsakademie, an den Evangelischen Akademien Tutzing, Arnoldshain, Iserlohn und an der SPD-eigenen Georg-von-Vollmar-Akademie. Rose war auch bereits bei der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, am Centre for the Democratic Control of Armed Forces Geneva (DCAF), sowie bei der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) als Vortragender tätig. Publizistische Tätigkeit [Bearbeiten] Rose veröffentlichte circa 400 Publikationen zu Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, des Völkerrechts sowie der Inneren Führung. So zum Beispiel in wissenschaftlichen Fachbüchern und Fachzeitschriften (Blätter für deutsche und internationale Politik, W&F – Wissenschaft und Frieden, Forum Wissenschaft, S+F Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden), in militärischen Fachzeitschriften (Truppenpraxis, Österreichische Militärische Zeitschrift, Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift), sicherheits- und friedenspolitischen Fachzeitschriften (Europäische Sicherheit, Forum Pazifismus – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Gewaltfreiheit, zivil – Zeitschrift für Frieden und Gewaltfreiheit) im In- und Ausland. Darüber hinaus schreibt er Artikel in in- und ausländischen Zeitungen und Magazinen, unter anderem: Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Current Concerns, WOZ, junge welt. Rose ist außerdem langjähriger Autor für die vom Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlte Sendereihe »Streitkräfte und Strategien«, die Wochenzeitung Freitag sowie die Zweiwochenschrift Ossietzky. Ersuch vom Tornado-Einsatz entbunden zu werden [Bearbeiten] Oberstleutnant Jürgen Rose erklärte am 15. März 2007 gegenüber seinem Vorgesetzten, dass der Tornado-Einsatz in Afghanistan nicht mit seinem Gewissen zu vereinbaren ist. Auszug des Briefes: „Im Hinblick auf die von der Bundesregierung getroffene Entscheidung, Waffensysteme TORNADO der Bundesluftwaffe zum Einsatz nach Afghanistan zu entsenden (Antrag der Bundesregierung vom 8. Februar 2007 – BT-Drs. 16/4298), den daraufhin am 9. März 2007 erfolgten Zustimmungsbeschluss des Deutschen Bundestages sowie die mittlerweile ergangene Befehlsgebung des Streitkräfteunterstützungskommandos zur Umsetzung dieser Entscheidung erkläre ich hiermit, dass ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, den Einsatz von TORNADO-Waffensystemen in Afghanistan in irgendeiner Form zu unterstützen, da meiner Auffassung nach nicht auszuschließen ist, dass ich hierdurch kraft aktiven eigenen Handelns zu einem Bundeswehreinsatz beitrage, gegen den gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche, strafrechtliche sowie völkerstrafrechtliche Bedenken bestehen. Zugleich beantrage ich hiermit, auch von allen weiteren Aufträgen, die im Zusammenhang mit der „Operation Enduring Freedom“ im allgemeinen und mit der Entsendung der Waffensysteme TORNADO nach Afghanistan im besonderen stehen, entbunden zu werden.“ [1] Kritik und Disziplinarmaßnahmen [Bearbeiten] Rose wurde durch den SPD-Wehrexperten Rainer Arnold aufgefordert, angesichts seiner massiven Vorbehalte den Dienst mit der Waffe zu quittieren und aus der Bundeswehr auszuscheiden[2]. Ein Offizier der Bundeswehr-Elitetruppe KSK bezeichnete den kritischen Offizier Rose wegen der Ablehnung unter anderem als „Feind im Inneren“ und drohte ihm mit den Worten: „Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.“ Für die Drohung vom Juli 2007 an die E-Mail-Adresse von Rose wurde gegen den Hauptmann des Kommandos Spezialkräfte in Calw (Baden-Württemberg) eine einfache Disziplinarmaßnahme (Verweis) erlassen, der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe sah die Strafe jedoch als unangemessen gering an.[3] Seitens der Bundeswehr wurde auf eine als beleidigend empfundene Äußerung (Kloake gegenüber dem KSK nach der Drohung des KSK-Offiziers) Roses mit einer Geldbuße von 3.000 € reagiert[4]. Einzelnachweise [Bearbeiten] 1. ↑ zitiert aus Freitag 12, 23. März 2007 2. ↑ AFGHANISTAN Erster deutscher Soldat verweigert erfolgreich Tornado-Einsatz, Der Spiegel, 16. März 2007 3. ↑ SZ-Artikel "Mobbing in der Bundeswehr" 26. März 2008 4. ↑ DER SPIEGEL 25/2008 vom 16.06.2008, Seite 22 BUNDESWEHR Disziplinarbuße für KSK-Kritiker |
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vielen Dank für den Hinweis,s. u.:
de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Rose_(Publizist) Jürgen Rose (Publizist) aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche Jürgen Rose (* 18. Juli 1958 in Worms) ist Diplom-Pädagoge, Oberstleutnant der Bundeswehr und Publizist. Er lebt in München und ist seit 1982 verheiratet. Öffentliche Aufmerksamkeit erregte Anfang 2007 sein Ersuchen, aus Gewissensgründen von seinen dienstlichen Aufgaben hinsichtlich des Einsatzes von Tornados in Afghanistan entbunden zu werden. Militärischer Werdegang [Bearbeiten] Nach seiner militärischen Ausbildung, unter anderem in Fort Bliss in Texas/U.S.A., war Rose von 1988 bis 1991 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Waldbröl im Forschungsbereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Während dieser Zeit war er Ausbildungsleiter für die interaktive Simulation Politik und Internationale Sicherheit (POL&IS). Von 1991 bis 1995 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehrrecht und Völkerrecht an der Universität der Bundeswehr München. Danach war er von 1995 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und External Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Seit Januar 2003 ist er Angehöriger des Wehrbereichskommandos IV in München. Am 15. März 2007 bat Rose aus Gewissensgründen um Entbindung von allen Aufträgen, die seine Mitarbeit an allen Unterstützungsleistungen, die den beabsichtigten Einsatz von Tornado-Jets zur Kampfunterstützung in Afghanistan sowie generell die von ihm als völkerrechtswidrig erachtete "Operation Enduring Freedom" betreffen. Daraufhin wurde er "gewissensschonend" in eine andere Abteilung versetzt. Rose unterstützt seitdem den Kasernenkommandanten der Bayern-Kaserne in München. Rose ist seit November 2006 Mitglied im Vorstand des Arbeitskreises Darmstädter Signal. Themenfelder [Bearbeiten] Rose beschäftigt sich mit den Themen Internationale Sicherheitspolitik und Völkerrecht, Verteidigungspolitik, Theorie und Praxis der Inneren Führung in der Bundeswehr, Allgemeine Wehrpflicht und Auswirkungen strategischer Raketenabwehr auf die Internationalen Beziehungen. Rose hat an einer Reihe von Institutionen Vorträge gehalten, unter anderem an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Universität der Bundeswehr München, der Universität Oldenburg, der University of Birmingham, der Wirtschaftsuniversität Budapest, der Universität Kassel, am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH), an der österreichischen Landesverteidigungsakademie, an den Evangelischen Akademien Tutzing, Arnoldshain, Iserlohn und an der SPD-eigenen Georg-von-Vollmar-Akademie. Rose war auch bereits bei der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, am Centre for the Democratic Control of Armed Forces Geneva (DCAF), sowie bei der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) als Vortragender tätig. Publizistische Tätigkeit [Bearbeiten] Rose veröffentlichte circa 400 Publikationen zu Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, des Völkerrechts sowie der Inneren Führung. So zum Beispiel in wissenschaftlichen Fachbüchern und Fachzeitschriften (Blätter für deutsche und internationale Politik, W&F – Wissenschaft und Frieden, Forum Wissenschaft, S+F Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden), in militärischen Fachzeitschriften (Truppenpraxis, Österreichische Militärische Zeitschrift, Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift), sicherheits- und friedenspolitischen Fachzeitschriften (Europäische Sicherheit, Forum Pazifismus – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Gewaltfreiheit, zivil – Zeitschrift für Frieden und Gewaltfreiheit) im In- und Ausland. Darüber hinaus schreibt er Artikel in in- und ausländischen Zeitungen und Magazinen, unter anderem: Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Current Concerns, WOZ, junge welt. Rose ist außerdem langjähriger Autor für die vom Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlte Sendereihe »Streitkräfte und Strategien«, die Wochenzeitung Freitag sowie die Zweiwochenschrift Ossietzky. Ersuch vom Tornado-Einsatz entbunden zu werden [Bearbeiten] Oberstleutnant Jürgen Rose erklärte am 15. März 2007 gegenüber seinem Vorgesetzten, dass der Tornado-Einsatz in Afghanistan nicht mit seinem Gewissen zu vereinbaren ist. Auszug des Briefes: „Im Hinblick auf die von der Bundesregierung getroffene Entscheidung, Waffensysteme TORNADO der Bundesluftwaffe zum Einsatz nach Afghanistan zu entsenden (Antrag der Bundesregierung vom 8. Februar 2007 – BT-Drs. 16/4298), den daraufhin am 9. März 2007 erfolgten Zustimmungsbeschluss des Deutschen Bundestages sowie die mittlerweile ergangene Befehlsgebung des Streitkräfteunterstützungskommandos zur Umsetzung dieser Entscheidung erkläre ich hiermit, dass ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, den Einsatz von TORNADO-Waffensystemen in Afghanistan in irgendeiner Form zu unterstützen, da meiner Auffassung nach nicht auszuschließen ist, dass ich hierdurch kraft aktiven eigenen Handelns zu einem Bundeswehreinsatz beitrage, gegen den gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche, strafrechtliche sowie völkerstrafrechtliche Bedenken bestehen. Zugleich beantrage ich hiermit, auch von allen weiteren Aufträgen, die im Zusammenhang mit der „Operation Enduring Freedom“ im allgemeinen und mit der Entsendung der Waffensysteme TORNADO nach Afghanistan im besonderen stehen, entbunden zu werden.“ [1] Kritik und Disziplinarmaßnahmen [Bearbeiten] Rose wurde durch den SPD-Wehrexperten Rainer Arnold aufgefordert, angesichts seiner massiven Vorbehalte den Dienst mit der Waffe zu quittieren und aus der Bundeswehr auszuscheiden[2]. Ein Offizier der Bundeswehr-Elitetruppe KSK bezeichnete den kritischen Offizier Rose wegen der Ablehnung unter anderem als „Feind im Inneren“ und drohte ihm mit den Worten: „Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.“ Für die Drohung vom Juli 2007 an die E-Mail-Adresse von Rose wurde gegen den Hauptmann des Kommandos Spezialkräfte in Calw (Baden-Württemberg) eine einfache Disziplinarmaßnahme (Verweis) erlassen, der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe sah die Strafe jedoch als unangemessen gering an.[3] Seitens der Bundeswehr wurde auf eine als beleidigend empfundene Äußerung (Kloake gegenüber dem KSK nach der Drohung des KSK-Offiziers) Roses mit einer Geldbuße von 3.000 € reagiert[4]. |
Ausgabe 07/12
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