Die Einrichtung des englischen Werkhauses stützt sich vorzüglich auf die Abschreckungstheorie. Sie ist darauf berechnet, von der Inanspruchnahme öffentlicher Hilfe möglichst abzuschrecken und durch eignen Erwerb die Aufnahme in A. zu vermeiden.“ So steht es in Meyers Konversationslexikon von 1890 unter „Arbeitshäuser“.
Der Geist dieser Zeilen hat die Zeit überdauert und findet sich heute unter anderem im Abschlussbericht des Projekts 53/07, für das Forscher im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die „Umsetzung des Workfare-Ansatzes im BMWi-Modell für eine existenzsichernde Beschäftigung“ untersucht haben. Das Papier liegt bereits seit Mai des vergangenen Jahres in den Schubladen des CSU-geführten Ressorts – und die Vorschläge darin sind eindeutig: Es geht um Arbeitsangebote, bei denen eine produktive Tätigkeit nur von „nachrangiger Bedeutung“ ist und „der ‚abschreckende’ Effekt im Vordergrund steht“.
Vision für die Zukunft?
Vorgeschlagen wird hier nichts anderes als eine Art Zwangsarbeit für Langzeiterwerbslose. Was aus den Überlegungen werden soll, darüber will das Wirtschaftsministerium auf Anfrage keine Auskunft geben. Das Modell könnte demnächst aber in den Ländern Schule machen. Das jedenfalls sehen die kürzlich vorgestellten Ergebnisse so genannter Zukunftskommissionen in Nordrhein-Westfalen und Bayern vor.
„Der entstehende Anreiz, anstelle einer staatlicherseits angebotenen gemeinnützigen Ganztagstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auch solche Angebote anzunehmen, die gegenwärtig in rationaler Entscheidung zumeist kaum in Betracht gezogen werden, kann ein erhebliches Beschäftigungspotenzial bei einer gleichzeitigen massiven Haushaltsentlastung mobilisieren“, heißt es im Zukunftsbericht aus dem Hause von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vom April diesen Jahres. Und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) präsentierte Mitte Juli den Abschlussbericht seiner Kommission „Zukunft Soziale Marktwirtschaft“, in dem eine „intensivere Einforderung von Gegenleistung“ für staatliche Transferzahlungen gefordert wird.
Im Klartext: Künftig sollen Arbeitslose als Abschreckung für eine Entlohnung auf Sozialhilfeniveau mindestens 30 Stunden pro Woche arbeiten. Man kann das für wenig überraschend halten, wenn man die Namen mancher Mitglieder der Kommissionen kennt: Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut in München und Klaus F. Zimmermann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin lieferten schon in der Vergangenheit immer wieder das ideologische Rüstzeug für die Arbeitgeberseite. Zimmermann ist auch Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, das für das Wirtschaftsministerium den Projektbericht 53/07 verfasst hat.
Aber was heißt Zukunft? In Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt werden längst Modelle erprobt, die in diese Richtung gehen. Mal heißen sie „Job-Perspektive Plus“, mal „Bürgerarbeit“. Am längsten läuft ein derartiges Projekt in dem Städtchen Bad Schmiedeberg bei Wittenberg. Dort kann man zwar noch zu 100 Prozent von „Workfare“, die Umsetzung weise aber eine „hohe Affinität“ dazu auf, wie es im Abschlussbericht zum „Projekt 53/07“ heißt.
Dabei werden Erwerbslose in Gruppen mit unterschiedlichen Chancen am Arbeitsmarkt sortiert – am Ende des Ausleseprozesses finden sich jene wieder, die „auf absehbare Zeit keine Chance haben, eine Tätigkeit am ersten Arbeitsmarkt aufzunehmen“. Sie sollen zusätzlich geschaffene Arbeitsplätze bei Vereinen, Kirchen und Kommunen annehmen, um etwa eine Vereinschronik zu schreiben oder Unkraut zu jäten. Der durchschnittliche Bruttolohn für diese Tätigkeiten (30-Stunden-Woche) liegt bei rund 810 Euro, abzüglich Sozialversicherung und Steuern. In die Arbeitslosenversicherung wird nicht eingezahlt, da sonst Ansprüche entstünden. Finanziert werden die Jobs durch die Arbeitsagenturen.
Kosmetik für die Statistik
Die ersten Erfolgsmeldungen nach Einführung der Bürgerarbeit im Herbst 2006 klangen phantastisch: Innerhalb von drei Monaten war die Arbeitslosenquote in Bad Schmiedeberg von knapp 15,6 Prozent auf 6,3 Prozent zurückgegangen. Freilich handelt es sich hier vor allem um statistische Kosmetik. „Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit gingen weit überwiegend in öffentlich geförderte Beschäftigung, während die Abgangsraten in Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt und in Nichterwerbstätigkeit kaum positiv beeinflusst wurden“, urteilte später das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Bürgerarbeit hat anders als Workfare noch eine soziale Komponente: Erwerbslosen ohne andere Chance wird eine noch irgendwie als sinnvoll zu begreifende Beschäftigung angeboten, die Betroffenen empfinden diese Tätigkeiten in der Regel auch nicht als negativ – fast alles ist besser, als nur zu Hause herumzusitzen.
Bei den Workfare-Hardlinern hingegen geht es dagegen vor allem um die Abschreckung – die Zwangsarbeit soll Menschen ohne Job aus dem Bezug von Arbeitslosengeld hinaustreiben. „Das Prinzip des Workfare zielt darauf ab … möglichst viele Transferbezieher dazu zu bringen, eine unsubventionierte Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt anzunehmen“, heißt es in dem Projektbericht des Wirtschaftsministeriums. Qualifizierung spielt dabei keine Rolle, die Leute sollen nur dazu gebracht werden, auch für Löhne nur knapp über dem Niveau von Hartz IV zu arbeiten: „Die Androhung von Workfare-Jobs führt … dazu, dass die Akzeptanz von gering entlohnten Jobs im regulären Arbeitsmarkt steigt.“ Um diesen Zweck zu erreichen, bedarf es nicht einmal einer ausreichenden Zahl solcher Jobs für Millionen Erwerbslose – was ohnehin schwierig wäre. Vielmehr soll genügen „dass allen Arbeitslosen signalisiert wird, dass sie in letzter Konsequenz mit Workfare zu rechnen haben“.
Es ist dies eine modernisierte Variante des Arbeitshaus-Gedankens aus dem 19. Jahrhundert. Doch schon die vorausgehende Annahme, nur mit Daumenschrauben könnten Erwerbslose zum Arbeiten gebracht werden, ist zynisch – und haltlos. Wenn es etwa bei dem Versuch in Bad Schmiedeberg trotz intensiver Betreuung der „Kunden“ kaum zu Vermittlungserfolgen kam, dann war nach Meinung des IAB nicht etwa „mangelnde Aktivierung der Arbeitslosen“ der Hauptgrund. Sondern fehlende Stellen und mangelnde Qualifikationen.
Workfare stammt aus den USA und wird seit den neunziger Jahren von konservativer Politik als Blaupause für eine Verschärfung der Sozialgesetzgebung benutzt. Wie die Armut in den Vereinigten Staaten durch diese Politik weiter verschärft wurde, hat die Wissenschaftlerin Britta Grell bereits vergangenen November in einer Studie dargelegt – der Titel: Das Elend der US-amerikanischen Sozialhilfepolitik.
Mehr prekäre Jobs, höheres Armutsrisiko
In der Bundesrepublik sind befristete Arbeitsverträge, schlecht bezahlte Teilzeitjobs und Leiharbeit immer stärker auf dem Vormarsch. Der Anteil der klassischen „Normalbeschäftigung“ geht dagegen immer weiter zurück. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor: Hatten vor zehn Jahren noch über 72 Prozent der Erwerbstätigen eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Stelle mit mehr als 20 Stunden pro Woche, waren es 2008 nur noch 66 Prozent. Knapp ein Viertel aller Arbeitnehmer muss mit prekären Beschäftigungsformen leben, rund elf Prozent sind als Selbstständige gemeldet – wobei die Hälfte von ihnen keine Mitarbeiter hat. Stand: vor der Krise.
Die Konditionen, unter denen Beschäftigte angestellt sind, wirken sich direkt auf das Armutsrisiko aus. Auf Grundlage der EU-Definition, nach der als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat, waren 3,2 Prozent der Erwerbstätigen mit einem normalen Arbeitsvertrag von Armut bedroht. Bei Zeitarbeitern lag der Anteil bereits bei 8,5 Prozent, bei Teilzeitbeschäftigten waren es sogar über 15 Prozent. Insgesamt hat sich das Armutsrisiko bundesweit in den vergangenen zehn Jahren von 4,6 Prozent auf 6,2 Prozent erhöht.
Besonders gefährdet sind weiterhin die Menschen im Osten Deutschlands und in Berlin, wo das Risiko, arm zu werden, mit zehn Prozent fast doppelt so hoch ist wie im Westen (5,3 Prozent). An der Spitze der Negativrangliste steht Mecklenburg-Vorpommern, wo dies über 12 Prozent der Erwerbstätigen betrifft, am Ende der Skala liegt Bayern mit 4 Prozent.
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"Was die neue soziale Frage angeht, liegt auf der Hand, dass eine Rückkehr zu den Fehlern der Vergangenheit nicht deren Lösung bringen wird." (Peter Sloterdjik)
Das haben offensichtlich noch nicht alle begriffen. |
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Wieso muss es ausgerechnet Peter Sloterdijk sein, der kürzlich den „fiskalischen Bürgerkrieg“ (FAZ vom 10.6.2009) ausgerufen hat!
Er erklärt dort eine „Handvoll Leistungsträger“ zu den „Produktiven“ und den großen Rest zu „Unproduktiven“, die „mittelbar auf Kosten der Produktiven“ leben. Ach ja,„Abschaffung der Zwangssteuern“ fordert der Mann natürlich auch, was übersetzt soviel heißt wie: gesellschaftliche Solidarität ist Mist. www.freitag.de/politik/0924-sloterdijk-steuerstaat-buergerprotest www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E3E570BE344824089B6549A8283A0933B~ATpl~Ecommon~Scontent.html S. taugt als Kronzeuge für notwendige gesellschaftliche, politische oder sonstige Veränderungen überhaupt nicht. |
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Dass Sloterdijk kein grosser Anhänger der kommunistischen Revolution ist, sondern mehr ein Anhänger anarcho-liberalen Gedankengutes, in dessen Zentrum die unsichtbare Hand steht, ist mir schon klar.
Doch das von mir aufgeführte Zitat lässt sich trotzdem sehr gut in diesem Zusammenhang verwenden. Dass Sloterdijk zum fiskalischen Bürgerkrieg aufgerufen hat, und die selbstdefinierten Leistungseliten von allem entlasten will, was auch nur schon im Entferntesten nach Gemeinsinn und sozialer Verantwortung riecht, wusste ich nicht. Die Anarcho-Liberalen und auch die Neoliberalen sind für mich ohnehin nur noch lächerlich: Der schon fast fatalistisch zu nennende Glaube an die Kräfte des freien Marktes oder an irgendeine unsichtbare Hand, die keinerlei Steuerung bedarf- und schon gar nicht staatlicher- das ist in etwa so, wie ein Autofahrer, der das Steuer loslässt und meint: "Das regelt sich schon irgendwie von selbst. |
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Eigentlich erinnert einen das an die Zeit, als in England und Irland im Zuge der Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion vom Ackerbau zur Schafzucht (Wolle) hunderttausende von Bauern enteignet wurden, was unzählige Familien um Brot und Existenz brachte. Danach wurde die Landstreicherei strafbar gemacht...
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Probleme sehe ich bei der Benennung! "53/07" ist zu sperrig, Hartz geht auch nicht mehr, Reichsarbeitsdienst geht noch nicht wieder - ja wie soll der Dienst an der Gemeinschaft dann heißen?
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Sollte das von den "zukunftskommissionen" ersonnene projekt in gestalt der "jobperspektive plus" noch nicht euphemistisch genug sein, könnte man das ganze auch "dienst an der sache" oder "... am volke" nennen, und wenn das zu völkisch klingt, "zukunftsdienst" oder "-arbeit". Die ist dann wohl nicht zukunftslos. Wie sagt doch Merkel immer: "Sozial ist, was Arbeit schafft", sie wird das wohl wissen, und aus der ferne grüßt "1984" ...
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Ich bin für "Individueller Nachhaltigkeitsbeitrag" (INB)...
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"Soziale Freizeitgestaltung" wäre nicht schlecht, find ich.
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Spätestens nach der Wahl werden tausende Stellen ersatzlos gestrichen. Dann läuft die vereinbarte Schonfrist aus. Tausende Erwerbslose mehr und noch weniger Jobangebote. Wenn dann die Zwangsarbeit flächendeckend kommt, gute Nacht! Die Manager, Vorstände, Unternehmer etc. verdienen sich dumm und dämlich und der kleine Bürger schuftet Tag für Tag für einen Hungerlohn, der vorne und hinten nicht zum Überleben reicht.
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Hier zeigt sich wieder einmal mehr, dass unsere Staats und Wirtschaftslenker nicht mehr wissen was sie mit den „marktwirtschaftlich Überflüssigen“ machen sollen. Eingesperrt in ihrer systemimmanenten Finanzierungslogik stellen sie sich die Frage was tun mit diesen unnützen Kostenfaktoren. Somit kommt es zur Umdeutung von Ursache und Wirkung. Ausgangspunkt jener Verdrehung ist die geistige Grundhaltung jener Autoren die solche Konzepte propagieren.
„Der Mensch ist von Natur aus faul und muss zu seinem Wohle beschäftigt werden“. Diese bürgerliche Geisteshaltung zieht sich durch die gesamte kapitalistische Epoche und förderte eine gesellschaftliche Akzeptanz zu Tage, die die Einpeitschung der „ notwendigen kapitalistischen Arbeitsdisziplin“ als höchstes Glück für die Nation pries (ein Schelm wer da an „Du bist Deutschland“ denkt). Die heutigen Vertreter dieser „Notwendigkeiten“ finden sich über die Parteigrenzen hinweg. „Es gibt kein Recht auf Faulheit“ (Schröder); „Wer nicht arbeitet, darf auch nicht essen“ (Müntefering), dienten als verbale Keulen für die Durchsetzung der Agenda 2010. Hier wird versucht die Missstände die der Kapitalismus aufgrund seiner inneren widersprüchlichen Logik produziert, zu personalisieren und den Menschen in die Schuhe zu schieben. Genau jenen Menschen die gezwungen sind, aufgrund fehlenden Besitzes, sich verkaufen zu müssen, obwohl das Angebot an Arbeitsplätzen, die auch Nachfrage generieren, immer mehr zurück geht. Widerstand kann nur erfolgen wenn diese Menschen begreifen dass nicht sie schuldig sind, sondern jene kapitalistische Logik, die konkurrenzvermittelt ihre Wertsubtanz der abstrakten Arbeit (Marx) untergräbt und sich somit langsam aber sicher ihre eigenen Glieder abschneidet. Widerstand kann es nur jenseits von Markt, Staat, Geld usw. geben, ein Ansatzpunkt bietet die Wertabspaltungstheorie der Gruppe Exit. |
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schrieb am
04.09.2009 um 14:25
@Aegal
"Genau jenen Menschen die gezwungen sind, aufgrund fehlenden Besitzes, sich verkaufen zu müssen, obwohl das Angebot an Arbeitsplätzen, die auch Nachfrage generieren, immer mehr zurück geht." Nicht der fehlende Besitz ist das Problem, sondern das fehlende Eigentum. Die beiden werden sehr oft miteinander verwechselt. Daher werde ich immer skeptisch, wenn ich von "Enteignug" höre: In den meisten historischen Fällen hat der bewirtschaftete Grund und Boden den Nutzern eben nicht gehört, sondern durfte nur von ihnen bewirtschaftet werden. Eigentum ist ein Rechtstitel, der unabhängig von dessen ökonomischer Nutzung zu sehen ist. Dieser Rechtstitel ermöglicht aber erst eine bestimmte Nutzung: Verpfändung und Belastung durch Hypothek. Mit reinem Besitz geht das nicht, zumindest nicht legal;) |
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Macht Arbeit frei?
Der Mensch getrimmt durchs Arbeitsethos „Die Arbeit sei des Lebens Zier“ den Zwang verkannt und umgedeutet fleht manche Kreatur nach ihr Gar bettelnd drängen sie zu Markte der sie vom eigenen Willen trennt durch eingefolterte „Notwendigkeiten“ erscheint die Arbeit als Chance zur Existenz „Lasst uns faul in allen Sachen Nur nicht faul zu Lieb und Wein Nur nicht faul zur Faulheit sein“* Sie schreien, sie schreien, Arbeit über alles!!!!!!! Doch, mach Arbeit frei….??????????? opfert euch weiter eurem Arbeitsgötzen jagt weiter dieses scheintote Phantom so werdet ihr euch weiter an ihr laben der Illusion vom „gerechten Lohn“ Sein Leben bewusst erhalten heißt Bedürfnisse, in echter Freiheit, ohne Zwang in Selbstbestimmung zu gestalten doch durch den Zwang sich zu verkaufen wird Selbstbestimmung drangsaliert Bedürfnisse kaputt geschlagen denn Profit wird nur durch Ausbeutung generiert. *G.E. Lessing |
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Den Arbeitszwang im Gegenzug für soziale Leistungen haben doch schon RotGrün mit ihren Hartz-Gesetzen (Ein-Euro-Jobs) eingeführt. Wer dem Arbeitszwang nicht nachkommt, dem werden die sozialen Leistungen schnell wieder gestrichen. Die im Artikel gefürchtete Zukunft ist längst Gegenwart!
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Ich musste mich Anfang des Jahres bei der sog. "Werkstatt Frankfurt" vorstellen für einen 1,50 EUR-Job, einem angeblich gemeinnützigen Verein der sich unter anderem dem Recycling von Elektronikschrott widmet, klar das ich da mit einem Elektrotechnik-Diplom prädestiniert bin, mit einem Plastikhämmerchen 5 Stunden am Tag Schrottgeräte zu zerlegen und in Wertstoffcontainer zu sortieren, ich konnte mich aus dem Ding auch ohne Leistungskürzung gerade noch herauswinden. Was mich an einem dort bei der Info-Veranstaltung ausgegebenen Flyer wirklich beeindruckt hat, war das dort sogar die Küchenhilfen auf ein-EUR-Basis beschäftigt sind. Ich kann mich noch an die 70ger/80ger erinnern, damals machte man solche Jobs als Schüler oder Student oder generell als Looser mit Geldbedarf noch für "Zehn Mark die Stunde auf die Hand". Nach 1998 haben anscheinend die Geldbonzen durch ihre bezahlten Rot-Grünen Klinkenputzer eine Möglichkeit geschaffen, sogar diese Rückzugsmöglichkeit des Menschen im Kapitalismus unter staatliche Kontrolle zu stellen, mit dem netten Nebeneffekt der Schönung der Arbeitslosenstatistik.
Alles in Allem: Wenn Oskar Kanzler wird, suche ich mir wieder Arbeit und zahle Steuern, wenn ich zur Zeit einen Mist wie Ackergeier oder die "Abfuckprämie" mitfinanzieren müsste, würde ich mich schwarzärgern. |
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schrieb am
14.09.2009 um 17:36
Apropos "Recycling von Elektronikschrott" mit 1-€-Jobbern. Bei solchen Methoden stehen mir die Kammhaare zu berge. Bei der Ausschlachtung von Elektronikschrott geht es um die Metalle, da sind für die Betreiber jährlich Millionerträge drin.
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Ausgabe 11/10
18.03.2010
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