Es geht um die Zukunft des Planeten Erde, es geht um das Schicksal der Menschheit. Die Wissenschaft hat viel geleistet, um Ursachen und Folgen des Klimawandels zu verstehen: Naturwissenschaftler haben mit Computermodellen die ökonomisch-ökologischen Systemzusammenhänge erforscht und Sozialwissenschaftler Konzepte entwickelt, um Maßnahmen und Ziele im Umgang mit diesem Phänomen in Einklang zu bringen. Nobelpreisträger ermahnen, auf dem Klimagipfel in Kopenhagen ein tragfähiges Abkommen zu schließen. Die Vorstellungen darüber, was unbedingt getan werden muss, um einen Kollaps des Klimasystems zu verhindern, sind konkretisiert worden.
Man weiß alles über den Umfang der notwendigen Treibhausgasreduzierung, über das Zeitfenster für die Trendumkehr, über die nationalen und regionalen Emissionsbudgets, die nicht überschritten werden sollten. Auch über die Lösungsstrategien wurde im Wesentlichen Einvernehmen erzielt, über Mengen- und Preislösungen, über den Umbau der Wirtschaft mit Hilfe von Zertifikaten von Verschmutzungsrechten und Ökosteuern, über eine Energiewende und den notwendigen Übergang der Gesellschaft zu nachhaltigen Konsum- und Lebensstilen.
Große globale Vision
Vor Kopenhagen kam eine Klimapolitik der „gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung“ in den Blick: Für die Stabilisierung des Klimasystems sind alle Staaten und alle Erdenbürger zuständig, doch die Anstrengungen, die dafür notwendig, und die Lasten, die dabei zu tragen sind, müssen gerecht verteilt werden. Es gilt das Verursacherprinzip, wonach die Kosten für einen Abbau der Emissionen und die Anpassung an den Klimawandel unterschiedlich aufgeteilt werden müssen. Zeitweise leuchtete dazu gar eine große globale Vision auf: So wie nach der UN-Charta alle Menschen gleiche Rechte haben, so sollten auch die Rechte auf die Nutzung der Ökosysteme, die Emissionsrechte, pro Kopf gleich sein – eine revolutionäre Idee für eine Welt, in der bisher die einen jährlich mehr als 20 Tonnen, die anderen weniger als eine Tonne an Treibhausgas verursachen.
Die Diskussion über den internationalen Klimaschutz, die 1992 begann und nach 1997 mit dem Kyoto-Protokoll vertieft wurde, fand zunächst dort statt, wo sie hingehört – in den Vereinten Nationen. Es ging um multilaterale Politik als Antwort auf das globale Klimaproblem. Wissenschaftliche Erkenntnis und die politische Vernunft sollten eine globale Politik formulieren und die Umsetzung vorantreiben. Wenn es gelegentlich Zweifel gab über die Dramatik des Klimawandels, wurden sie durch einen klugen Diskurs überwunden, um den sich besonders der Weltklimarat mit seinen Berichten verdient machte. Auch die ökonomische Analyse des Klimaproblems wurde verfeinert. Dank des Stern-Reports gibt es klare Aussagen über die enormen Kosten des Nichtstuns und die relativ geringen Kosten, die durch aktives klimapolitisches Handeln entstehen. Die politische Vernunft sollte ökonomisch untermauert werden, damit die Ziele eines Nachfolgevertrages zum Kyoto-Protokoll festgelegt, der Instrumentenkasten erweitert und die institutionellen Mechanismen verbessert werden konnten.
Unter die Räder gekommen
Doch dieser vernünftige Ansatz geriet immer mehr unter die Räder partikularer Interessen. Aus dem multilateralen Politikansatz wurden vielfach minilaterale Interessenverbindungen, besonders durch die Auslagerung der politischen Zuständigkeit der UN in die Interessenkartelle der G8, der G20 und der APEC-Staaten. Statt eines Wettbewerbs um möglichst viel Klimaschutz entstand ein Wettbewerb über die Verlagerung der damit verbundenen Kosten. Statt der Vereinbarung von neuen Verteilungsmechanismen entstand Streit um Geldsummen. Der Umgang mit der Klimakrise wurde von mentaler Zukunftsblindheit überlagert: Kurzfristige Bankenrettung war wichtiger als langfristige Klimarettung. Und selbst die Klimaverhandlungen der UNO wurden Teil des Problems: zu viel Aktivismus, zu wenig Arbeit an Lösungen. Nun sind es nur noch wenige Tage, bis in Kopenhagen der Klimagipfel beginnt, und noch immer liegt kein Vertragsentwurf vor, der das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ersetzen könnte.
Schon mehren sich die üblichen Ausweichmanöver, die immer dann ins Spiel kommen, wenn ein Thema vergeigt wurde. Da gibt es die Frohnaturen, die noch eine Lösung in allerletzter Minute erwarten. Da gibt es die Vertröster, die sagen, man brauche mehr Zeit, es könne ja immer noch nachverhandelt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass vor, in und nach Kopenhagen noch eine Lösung zustandekommt, die das globale Klimasystem wenigstens in einem Korridor hält, der noch als verträglich erscheint. Wenn aber der Klima-Gipfel scheitert, wenn aus dem Zwei-Grad-Ziel der internationalen Klimapolitik reale vier Grad Erderwärmung werden, dann wird die Welt nicht mehr so sein, wie wir sie kennen – dann entstehen enorm hohe Kosten und unendlich viel menschliches Leid. Es ist kein Trost zu wissen, dass davon auch jene betroffen sein werden, die heute noch im Klima-Casino zocken.
|
|
Diese unsägliche Klimadiskussion dreht sich doch komplett im Kreis.
Wenn ich mal davon ausgehe, das es eine Tendenz der Klimaveränderung mit einer athropogenen Komponente gibt, nicht unbestreitbar, aber als Prämisse akzeptabel. Wer glaubt denn da jetzt aber eigentlich im Ernst, das ein global-kapitalistisches System, in dem Regierende sich durch die Versprechung von Wachstum und neuen Besitzständen für die Bevölkerung in ihrer Macht bestätigen resp. wählen lassen, irgendeinen Handlungsspielraum in Bezug auf Dinge wie die Menge der Kohlenstoffverbrennung hat ? Die Menschheit an sich ist doch eigentlich erdgeschichtlich, im geologischen Zeitmassstab dafür da, jeglichen oxydierbaren Kohlenstoff in die Atmosphäre zurückzuführen, um dann in der nächsten Zwischenwarmzeit als Leitfossil zu dienen. |
|
|
schrieb am
26.11.2009 um 16:20
-----------------------------------------------------
Wer glaubt denn da jetzt aber eigentlich im Ernst, das ein global-kapitalistisches System, in dem Regierende sich durch die Versprechung von Wachstum und neuen Besitzständen für die Bevölkerung in ihrer Macht bestätigen resp. wählen lassen, irgendeinen Handlungsspielraum in Bezug auf Dinge wie die Menge der Kohlenstoffverbrennung hat? ----------------------------------------------------- Treffer, versenkt. |
|
|
schrieb am
26.11.2009 um 16:39
@SteinMain: Einerseits stimme ich zu, dass es offensichtlich ist, dass das Ziel einer Reduktion der Kohlenstoffemissionen in diesem (d.h. dem kapitalistischen und damit wachsenden) Gesellschaftssystem völlig illusorisch ist.
Andererseits ist es aber doch ziemlich zynisch, daraus zu schlussfolgern, dass die Menschheit eh verloren ist. Natürlich kann man die Meinung vertreten aber meines Erachtens verabschiedet man sich damit aus der gesellschaftlichen Linken, die an die Möglichkeit der Rettung der Menschheit glauben muss. Statt dessen sollte man sich doch mal die Frage stellen, warum diese Wahrheit, dass sich nämlich diese Gesellschaft angesichts der Ressourcenbegrenzung und des Klimawandels in ihren Grundfesten verändern *muss*, kaum gestellt wird! Oder noch mehr auf den Punkt gebracht: Warum hältst du es (wie viele) für wahrscheinlicher, dass die Menschheit zugrunde geht, als dass sich die gesellschaftliche Organisation verändert?? Das ist unser eigentliches Problem. |
|
|
@Zacrydingends,ich denke mal das z.B. der Sozialismus in Deutschland für einen gebrauchten OPEL verkauft wurde, und zwar gern und ohne irgendwelche Gedanken dabei. In der nächsten Zwischenwarmzeit wird sich eine intelligentere Kultur entwickeln, vieleicht bin ich dabei.
|
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 08:10
Ok, ich bin dabei! :)
|
|
|
Hier hat wohl noch niemand davon gehört, dass es seit 11 Jahren nicht mehr wärmer wird,auch nicht vom aktuellen CLIMATEGATE. Sehr bedauerlich.
|
|
|
Bedauerlich ist wohl eher, daß Sie in Ihrem Beitrag nicht zwischen Wetter und Klima unterscheiden und deshalb der nette polemische Versuch mißlingt.
Selbst wenn es so sein sollte, wie Sie behaupten - könnten Sie einen Beleg beifügen, bitte? - handelt es sich hier um ein "Wetterphänomen". Unter Klima hingegen werden langfristige Veränderungen verstanden. |
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 08:14
Dass manche (!) der Klimaforscher sagen, es habe in den letzten 10 Jahren keine globale Erwärmung gegeben, habe ich auch gelesen (ein Zeitraum von 10 Jahren muss man durchaus als Klima bezeichnen, nicht als Wetter).
Nur, erstens: Das sagen nicht alle und diese Diskussion um die angebliche Unredlichkeit einiger Wissenschaftler ist einfach schwachsinn. Es gibt halt in der ganzen Geschichte auch Messunsicherheiten, z.B. sind die Messstationen ungleich über die Welt verteilt. Und zweitens, noch wichtiger: Auch jene, die sagen, dass es keine Erwärmung gab, geben deshalb keine Entwarnung. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Sonnenfleckenaktivität zurückging. Das sind Schwankungen, die in den Klimamodellen nicht enthalten sind und es kann deshalb genauso sein, dass es dann in den folgenden 10 Jahren umso schneller geht. |
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 08:50
Zu der Auseinandersetzung, die du ansprichst, bei der es um die Frage der Erwärmung in Neuseeland geht, sind zwei Dinge zu sagen:
1.) Es geht hier um Neuseeland. Entscheidend für die Frage der Erderwärmung sind die globalen Schwankungen, niemand bestreitet, dass es regionale Unterschiede geben kann und in manchen Gebieten sogar die Temperatur konstant bleibt. 2.) Es gibt inzwischen eine Antwort der angegriffenen Klimawissenschaftler, in der sie begründen, wie es zu den Unterschieden in der Darstellung kommen kann. Der Grund ist, dass eine Temperaturmessstation versucht wurde, das entsprechend anzupassen. Doch jeder überzeuge sich selbst, hier die Anschulding: nzclimatescience.net/images/PDFs/global_warming_nz2.pdf Und hier die Verteidigung: www.niwa.co.nz/news-and-publications/news/all/niwa-confirms-temperature-rise |
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 08:52
"Eine Temperaturmessstation *verlegt* wurde und deshalb versucht wurde, das entsprechend anzupassen" wollte ich schreiben...
|
|
|
Ok. Zum Nachprüfen. Circa 1945-75 Abkühlung bei stark steigendem Co2-Ausstoß. Dann Erwärmung bis 1998. Seitdem leichte Abkühlung (immerhin schon elf Jahre falsches "Wetter"). Im Mittelalter eine lange Warmphase stärker als diejenige auf die "Kleine Eiszeit" von 1650-1850 folgend bis heute. Warmzeit auch im Alten Rom, wohl wegen der Lagerfeuer der Legionäre. Denken Sie mal an die Sonne, die Ozeane, Wasserdampf, Rückkopplungseffekte, CO2 als Pflanzendünger uvm. Machen Sie sich kundig. Recherchieren Sie zumal "Climategate"...
|
|
|
ja, nicht schlecht, so ´70 rum muss es ja eine grossangelegte propagandistische Klimakampagne in umgekehrter Richtung gegeben haben, nämlich: "Droht die nächste Eiszeit", man machte sich damals bereits Gedanken ob nicht vieleicht diese bösen, 3 meter grossen Sowjet-Russen auf sowas viel besser vorbereitet wären, durch ihre Sibirien-Erfahrung, als die verwöhnten Kapitalistischen Mitbürger im Paradies des sonnigen Südeuropa, Florida und Kalifornien.
Was ham wir gelacht, damals. |
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 08:30
Ja genau, eine propagandistische Klimakampagne, wahrscheinlich von dunklen Mächten gesteuert, oder wie?
In den 1970ern waren die Klimamodelle noch wesentlich unsicherer als heute. Soweit ich weiß, sagte aber schon damals die Mehrheit der Klimaforscher eine Erwärmung voraus, tatsächlich gab es aber ein paar, die eine kommende Eiszeit vermuteten. Diese Meldungen wurden, das stimmt, von der US-amerikanischen Presse deutlich stärker aufgegriffen, so dass in der Öffentlichkeit teilweise der Eindruck vermittelt wurde, es drohe eine neue Eiszeit. Als Grund dafür vermute ich aber, dass letzteres einfach eine aufregendere Story ist. Man muss sagen und das wird auch kein Klimaforscher bestreiten: Niemand kann sicher sagen, wie das Klima in 50 Jahren aussehen wird. So ist das bei Modellen. Genauso wie bei der Wettervorhersage: Wenn die Meteorologen in drei Tagen Regen voraussagen, dann stimmt das wahrscheinlich aber eben nicht sicher. Hinsichtlich des landwirtschaftlichen Ertrags gibt es z.B. den CO2-Düngeeffekt: Wenn mehr CO2 in der Atmosphäre ist, wachsen die Pflanzen schneller und es kann deshalb sein, dass diese mehr Ertrag bringen. Das allerdings wiederum nur, wenn das Wasser nicht limitierend wirkt. Wenn also gleichzeitig mehr Trockenheit herrscht, bringt das unter Umständen gar nichts. Das Problem der Klimaskeptiker ist nun, dass sie diese Unsicherheit (die eben niemand bestreitet) dazu nutzen, um die Warnungen ganz zu diskreditieren. Tatsache ist aber, dass es nach dem, was wir bis jetzt wissen, wahrscheinlich ist, dass der Klimawandel die Umweltbedingungen verschlechtert, übrigens vermutlich eher die ärmeren treffend. Es ist also einfach ein krasses Risiko, das eingegangen wird. Wenn wir Glück haben, wird's aber gar nicht so schlimm. Und zuletzt noch: Das an die Wand malen von Katastrophenszenarien (wie z.B. in dem neuen Film "The Age of Dumb") halte ich nicht für hilfreich, so wird sich das nämlich in keinem Fall abspielen. Für mich denkbare Negativ-Szenarien sehen anders aus, z.B. so, dass im armen Süden der Anteil Hungernder und Unterernährter deutlich zunimmt, während der reiche Norden sich durch die Verfügbarkeit von Technologie und Ressourcen an den Klimawandel irgendwie anpasst (vielleicht innerhalb einer Art Kriegswirtschaft). Vielleicht, vielleicht kommt aber alles anders und die Auswirkungen sind gar nicht negativ, sondern sogar positiv. Zu 100% ausschließen kann das niemand aber mit großer Wahrscheinlichkeit. Die Frage ist, ob wir dieses russisch Roulette spielen möchten. |
|
|
@zackozyptoris
Weisde, du gibst doch aber auch zu, das es auf der Erde mittlerweile fast 1 Milliarde Menschen gibt, die morgends nicht wissen was sie abends fressen sollen, 1/6 der Weltbevölkerung. Und das liegt garantiert nicht an einem armen Klima-Scheiss, das liegt einfach daran, das die reichen Schweine auch noch mit dem Weizen, Reis und Mais der armen Leute ein Geschäft machen dürfen, ohne dafür an die Wand genagelt zu werden, .... ach weisde, es ist einfach widerlich. |
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 11:25
Ich bin da ja mit dir ganz einverstanden (war ich ja eigentlich schon mit deinem ersten Kommentar, das müsste viel öfter gesagt werden)! Ich wäre auch ganz einverstanden, dass man sich die Klimadebatte sehr kritisch anschauen sollte. Nur ist es ja auch nicht so, dass wir uns zwischen weniger Hungernden und der Eindämmung des Klimawandels entscheiden müssten. Auch ohne den jetzigen Einsatz von Fossilenergie wäre genug für alle da.
|
|
|
oder so. www.sinn-frei.com/loituma_3002.htm
|
|
|
schrieb am
27.11.2009 um 17:15
@Magnus Göller
also mal nachgeprüft: - Sie schreiben es gäbe die letzten 10 Jahre keine globale Erwärmung. Die Daten der NASA sagen das Gegenteil data.giss.nasa.gov/gistemp/graphs/Fig.A2.lrg.gif - sie schreiben das es zwischen 45 und 75 eine Abkühlung gegeben habe, ungeachtet der steigenden CO2-Konzentration. Korrekt. Nur: So What? Der Vorgang ist seit zumindest einem Jahrzehnt geklärt. Und hat mit der drastischen Erhöhung (und anschliessenden Absenkung) der Konzentration der Staubteilchen in der Athmosphäre zu tun. Und btw. NIEMAND behauptet, der Klimawandel sei allein vom Mensch verursacht. Zum angeblichen Climategate nur ein paar Anmerkungen: Der angebliche Skandal ist kaum mehr als ein laues Lüftchen. Relevanz gegen Null. ein paar Beispiel gefällig? Die angebliche "Manipulation" ("Trick") von Mann besteht im Hinzufügen einer weiteren Kurve (beschriftet etc. pp.), in der die aktuellen Temperaturen zum Vergleich dargestellt werden. Hier das betreffende Diagramm von Mann www.ipcc.ch/graphics/ar4-wg1/jpg/fig-6-10.jpg Niemand auf Skekptikerseite konnte mair bisher erklären, was daran skandalös sei. Das dies in den gehackten Files überhaupt auftaucht, liegt vermutlich daran, das die Kerls erst den Kram veröfentlicht, und dann recherchiert haben. Die Ursache für die - hochnotpeinlichen Statements - der Skeptikergemeinde zum Weglassen von Daten (ab 1960) durch Briffa beruhen auf der simplen Tatsache, das es eine - seit 20 Jahren bekannte und allgemein anerkannte Entkopplung der Korrelation der Dendro-Daten von der Temperatur seit den 50ern des letzten Jahrhunderts gibt. Die wird übrigens auch von McIntyre gar nicht bestritten. Was ihn - peinlicherweise - aber weder davon abgehalten hat, die entsprechende Korrelation durchzuführen, noch davon aus dem Weglassen der Daten einen Skandal zu machen (zu finden auf www.climateaudit.org) |
|
|
Guten Tag, Herr Göllner,
danke für die Hinweise - Sie sind vom Trollverdacht befreit:-) Persönlich glaube ich, daß das Thema "Klima" politisch aufgeladen ist und daß interessierte Kreise versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Gerne auch mit Skandalhistörchen a la Climategate - das kommt immer gut an. Meinen Sie nicht auch, z. B. Hersteller von Prestigeautos, energieintensive Industrien, selbst große Agrokonzerne hätten großes Interesse, den Status quo aufrechtzuerhalten bzw. mit einigen kosmetischen Korrekturen ihrer Handlungsweise davonzukommen? Wenn Sie bereit sind, noch einen Schritt weiter zu denken: was würde es für das Credo immerwährenden Wachstums bedeuten, müßte man akzeptieren, daß menschengemachter Raubbau an natürlichen Ressourcen in eine Katastrophe führt, die mit großer Wahrscheinlichkeit unumkehrbar ist? Vielleicht machen Sie sich das Vergnügen und stellen sich einfach einmal unser politisches Personal vor, das solche Wahrheiten und die daraus zu ziehenden Konsequenzen den Wählern erklären müßten... Sehe ich da jetzt ein Schmunzeln? Grüße Eselsmöhre |
|
|
Ich glaub, ne "Polka" ist das. Mit Suchtfaktor.
|
|
|
Liebe(r) Eselsmöhre,
ich sehe auch nicht, weshalb hier jeder mit einem unsinnigen Riesenmobil durch die Gegend brettern sollte und lebe selbst so "grün", wie dies meine Möglichkeiten zulassen. Im Zusammenhang mit der CO2-Mache geht es mir einmal darum, dass hiermit meines Erachtens schlicht eine ganz üble Angstmacher-Profit-Weltkontrolle-Bilderbergerei abgezogen wird und damit von wesentlichen Problemen auch noch abgelenkt bzw. Mittel zu deren Angang zusätzlich fehlgelenkt werden. Themen wie Hanf statt Baumwolle, Wälderzerstörung für sogenannten Biosprit in Brasilien und Indonesien, zusätzliche Verknappung von Lebensmitteln durch Verschüren von Mais und Raps aus unseren Breitengraden, nachhaltige Waldnutzung sowie Wasserwirtschaft usw. werden durch diesen Sch... entweder völlig an den Rand gedrängt oder gar noch völlig auf den Kopf gestellt pervertiert, so dass dies allen (außer den Wenigen), zumal den hungernden Ärmsten, nur schadet. Ich lasse mich auch schlicht gesagt nicht gerne einfach so belügen, zumal wenn ich sehe, dass das nicht nur zum Spaß geschieht, sondern sehr gut organisiert und groß von jenen angelegt, die mir auch ihre Kriege und ihren gigantischen Weltfinanzbetrug als notwendig verkaufen wollen. Und es sind dieselben Leute. Merkwürdigerweise fressen viele diesen selben was die Klimagschichte anlangt jetzt aus der Hand gleich verhungernden Lämmern. |
|
|
Guten Tag, Herr Göller,
danke für Ihre ausführlichen Antworten! Ein paar Bemerkungen: ... "CO2-Mache" als schädliche Aktivitäten... Sie befürchten, daß die jetzigen Aktivitäten letztlich benutzt werden, um wirkliche Probleme - Sie haben einige genannt - aus dem Blick zu halten. Natürlich weiß ich es nicht genau, neige aber nicht dazu, Ihren Vermutungen zu widersprechen. Was mir in dem Zusammenhang immer wieder auffällt, ist das Credo, daß Ökonomie und Ökologie versöhnt werden müssen und keine Gegenpole bilden dürfen. So verständlich mir ist, warum das gesagt wird - es gibt Tatsachen, an denen man nur schwer vorbeikommt, nicht wahr? - so wenig kann ich an die Möglichkeit einer solchen Versöhnung glauben. Ein paar Beispiele aus dem Handgelenk: Windparks zu Wasser und zu Lande verschandeln die Landschaft und werden irgendwann zu nutzlosen Ruinen - die Auswirkungen auf das Ökosystem sind nicht langfristig untersucht, die Projekte aber sind längst realisiert. Bei Desertec - ein wahres Hybris-Projekt, nicht wahr? - steht zu befürchten, daß die Lebensgrundlagen der dort lebenden Nomaden stark beeinträchtigt werden. Aus diesem Grunde bin ich der Ansicht, daß Verhandlungen über Klimaschutz in Wirklichkeit nichts als hochkomplizierte Eiertänze mit dem Ziel sind, den Interessen der eigenen Wirtschaft möglichst gut zu dienen. Altruistische Motive oder etwas wie globale Solidarität wird es dort vermutlich nicht geben. Vielleicht irre ich mich ja - es würde mich sogar freuen... Freundliche Grüße Eselsmöhre |
|
|
Nachtrag an Eselsmöhre
Es mag Ihnen schon das "verschwörungstheoretisch" vorkommen, aber ich bin völlig davon überzeugt, dass wir selbst mit den heutigen Mitteln binnen weniger Jahre aus dem Schlamassel weitestgehend herauskommen könnten (wie gesagt, vor dem Pflanzennährstoff CO2 habe ich dabei am wenigsten Angst). Dafür sind Gestalten wie Al Gore, Barack Hussein Obama, Alan Greenspan usw. allerdings kaum zu gebrauchen; mein Schmunzeln (ein Kopfschüttelndes allerdings) liegt darin, dass eher noch ich als "Troll" gelte, denn dass man zielführenderweise derlei Leute zum Unkrautjäten auf Biobauernhöfen verbrächte, um statt Uranmunition herzustellen und zu verschießen, blühende geistige und physische Gärten zu kultivieren. |
|
|
Schön, daß es mit dem Schmunzeln geklappt hat!
Ich würde mich über Hinweise freuen, die einen Weg aus dem Dilemma bieten - Optimismus in therapeutischer Dosis, bitte. Was den Pflanzennährstoff angeht - in Anbetracht des nahenden Nikolausfestes übernehme ich jetzt den Ruprecht-Part und versuche, Ihnen doch ein bißchen Angst zu machen: 1. Frei nach Paracelsus: auf die Dosis kommt es an. Viel CO2 braucht viele Pflanzen, die es speichern; am besten solche, die recht alt werden, z. B. Bäume. Ein Blick in die Wirklichkeit zeigt, daß es eher weniger als mehr Pflanzen gibt - Sie erwähnten die massiven Rodungen der Regenwälder. Hierzulande gilt Grün im Zweifelsfall wohl auch als disponibel - so sind gerade erst dieses Jahr einschlägige Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes wirtschaftsfreundlich gelockert worden. (www.landnutzungsstrategie.de/.../09-07_Stellungnahme_Novelle_BNatSchG _Michler.pdf) 2. Die Fleischerzeugung - Aufzucht der Tiere und Bereitstellung des nötigen Futters - ist klimarelevant. Zwar geht es in der Rinderhaltung um CO2-Äquivalente, aber das kann man vielleicht großzügig übersehen. Verständlich dargestellt wird das Problem von Jens Holm, einem ehemaligen schwedischen EU-Abgeordneten mit einem Ko-Autor in www.jensholm.se/wp-content/uploads/2008/03/meat_climate_report.pdf Aber andererseits gilt das gesunderhaltende Kölner Motto "Et hät no emmer jot jejange" (Letztlich hat noch immer alles funktioniert). In diesem Sinne Eselsmöhre |
|
|
Liebe(r) Eselsmöhre,
zunächst mal wachsen ALLE Pflanzen schneller, nehmen es damit natürlich auch auf, wenn sie mehr CO2 bekommen (bis zu welchem Optimum weiß ich nicht, aber wir sind wohl noch weit davon entfernt), es sei denn Licht, Wasser, Stickstoff, Phosphor, selbst verfügbare Spurenelemente (vom Kupfer bis zum Selen) werden dabei zum Mangelfaktor. Ansonsten, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, habe ich das Gefühl, dass Sie mich nur ein wenig kitzeln wollen und ansonsten selbst recht gut bescheid wissen. Gleichwohl als homöopathische Optimimismus-Dosis: Mehr Wärme - die wir, leider? die letzten Jahre nicht bekamen - bedeutet normalerweise auch mehr Niederschläge (natürlich nicht überall), denn die Erdoberfläche besteht nunmal zu 70% aus Wasser, das sich im Auftrage Al Gores gegen das Verdunsten und wieder Abregnen wehren kann, so viel es will. Wenn Sie, mein lieber Knecht Ruprecht, jedoch über ein Mittel verfügen, um dass diese Niederschläge von allen Landmassen ferngehalten würden, so beuge ich mich recht vorweihnachtlich unter Ihrer gestrengen Rute. Mfg Ihr MG P.S.: Noch nicht einmal die Sache mit dem steigenden Meeresspiegel bei höherer Erdtemperatur scheint klar; siehe zum einen das Wärmeoptimum im Mittelalter, ohne dass Amsterdam versank; wenn es wärmer wird, kann nämlich die Antarktis (wo es trotzdem nicht über Null geht), über viel mehr Schneefall entsprechend mehr Süßwasser aufnehmen, welches in der Arktis vielleicht abtauen mag. Aber auch darüber, wie über die Urbanisierungserwärmung vieler Meßstationen in den letzten fünfzig Jahren, die zu (im Sinne von wärmer) verzerrten Ergebnissen geführt haben könnte, findet sich in den Schafsmedien kein Wort. Es gibt noch mehr, aber den vermeintlichen Hampel habe ich hier jetzt vorläufig genug gemacht. |
|
|
Guten Tag, Herr Göller,
eine Menge neuer Aspekte... CO2 als limitierender Faktor, Schnee jenseits der Polarkreise, der den Anstieg der Meeresspiegel verhindert - ich hoffe, ich habe das alles richtig verstanden. First of all möchte ich klarstellen, daß meine Beiträge nicht den Zweck verfolgen, Sie oder irgendjemand zu - wie sagten Sie? - kitzeln. Persönlich meine ich, daß ein konfrontativer Diskussionsstil im Web noch ungeeigneter ist als in traditionellen Gesprächssituationen, zumindest, wenn komplexe Themen exploriert werden sollen. So oft reibt man sich an diesen neuen Medien wund... Zurück zu den Pflanzen: Ich will gar nicht bestreiten, daß höhere Temperaturen ein üppigeres Wachstum ermöglichen. Die Betrachtung scheint mir etwas allgemein: schon geringe Klimaschwankungen reichen aus, um das ökologische Gleichgewicht empfindlich zu stören. Wir können erste Anzeichen bei uns längst beobachten: Zugvögel, die seit einigen Jahren hier überwintern, Einwandern von Tier- und Pflanzenarten, die bisher nur im Mittelmeerraum vorkamen, hingegen Probleme bei Lebewesen, die in alpinen Regionen heimisch sind. Die Schwächung von Schmetterlingspopulationen (Distelfalter?), deren Nahrungspflanzen seit einiger Zeit ihre Blütezeit verschoben haben und die deshalb nach einer anstrengenden Wanderung (ver-)hungern müssen, ist ein weiteres trauriges Beispiel. Conclusio: die Lage ist kompliziert. Zu kompliziert, um ihr mithilfe einfacher Ursache-Wirkungs-Betrachtungen zu begegnen. Zu den langfristigen Klimaschwankungen: Die These wird gerne benutzt, um die jetzige Entwicklung als quasi natürlich und damit nicht anthropogen zu erklären. Soweit ich weiß, sinkt die Zahl der Verfechter aber ziemlich rasch. Ich neige zu der Einstellung, daß die Veränderung sehr wohl menschlichem Einfluß geschuldet ist - nicht nur, weil es in der Zeitung steht, sondern weil es schlicht außerhalb meiner Vorstellung liegt, daß das Ausmaß an Raubbau an der Natur und die exorbitante Zunahme der Weltbevölkerung keinen Einfluß auf unsere Umwelt haben kann. Ich fröne meinem Sinn für Pathos: Gäa ächzt. Die Veränderungen sind derart dramatisch, daß die Zeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts von manchen auch als "Anthropozän" bezeichnet wird, um deutlich zu machen, daß sich der Mensch endgültig von der Natur emanzipiert hat. Danke trotzdem für die Dosis Optimismus - allein, mir fehlt der Glaube. EOT? Freundliche Grüße Eselsmöhre |
|
|
Sorry, ich vergaß zum Besserwachstum noch, dass Pflanzen neben dem erwähnten Rest auch Wärme brauchen, wobei das Optimum (bis auf bei einigen wenig ernährungsrelevanten Flechten, Moosen usw.)in der Regel bei 28 Grad Celsius liegt (Jahresmittel in Mainz 10,5 Grad, in Hammelburg vielleicht 8,5).
|
|
|
Liebe(r) Eselsmöhre,
zunächst freut mich, dass Sie auf die Diskussion jetzt sachlich eingestiegen sind und offenkundig auch einiges an Kenntnissen mitbringen, alswelches ich ja vermutet hatte. Allerdings ist Ihre Aussage, dass menschlicher Einfluss wohl kaum keinen Einfluss auf die Erdentwicklung haben könne, ein blanker, bescheidener, unspezifizierter, sich nicht aufs Kernthema beziehender und von mir gerne unterschriebener Allgemeinplatz. Jeder, der etwas macht, richtet auch etwas an. Das weiß ich auch ohne dass eine Mohrrübe zu Boden fiele und vielleicht ein Laus träfe. Sie wollen sich aber einfach nicht auf den Kern einlassen: Haben diese Treibhausgasler recht, uns derart herzunehmen, wie sie es versuchen, oder haben sie dieses nicht? Ich bitte um konkrete Antwort, das heißt, Ja, Nein, oder Vielleicht, im Falle von Ja bitte auf den Punkt. MfG Ihr MG |
|
|
Guten Tag, Herr Göller,
Sie finden mich einigermaßen fassungslos ob der Tatsache, daß Sie meine Beiträge nicht als sachlich erkennen konnten. Zum jetzigen Moment: sei's drum. [...Ihre Aussage, dass menschlicher Einfluss wohl kaum keinen Einfluss auf die Erdentwicklung haben könne...] Fürs Protokoll: so allgemein habe ich mich nicht ausgedrückt. Ich zitiere mich selbst: "...daß das Ausmaß an Raubbau an der Natur und die exorbitante Zunahme der Weltbevölkerung keinen Einfluß auf unsere Umwelt haben...". Darin stecken zwei dezidierte Wertungen, nicht? "Raubbau" und "exorbitante Zunahme". [...Sie wollen sich aber einfach nicht auf den Kern einlassen: Haben diese Treibhausgasler recht, uns derart herzunehmen, wie sie es versuchen, oder haben sie dieses nicht?...] Sie haben völlig Recht, Herr Göller. Zu dieser Frage werde ich mich nicht abschließend äußern. Ich betrachte sie allerdings auch nicht als Kern der Sache. Als interessierte und einigermaßen informierte Laiin maße ich mir nicht an zu glauben, über genügend Informationen zu verfügen, die mir ein endgültiges Urteil ermöglichen. Ich plädiere äußerst dringend für intellektuelle Bescheidenheit statt forscher Meinungsfreudigkeit, die möglicherweise im nachhinein von intellektueller Beschränktheit zeugt. Kernthema und Motivation ist für mich, in einer Peer-Situation Meinungen auszutauschen und dadurch ein umfassenderes Verständnis für einige Probleme zu gewinnen. In unserer Diskussion ist mir das gelungen, Ihnen sei herzlich gedankt. Mit freundlichen Grüßen Eselsmöhre |
|
|
Liebe Eselsmöhre,
Ihnen sei auch herzlich gedankt, denn Sie haben mich sehr intelligent herausgefordert, und vielleicht hat unser Disput dadurch auch für andere hier Lesende interessante Aspekte zutage gefördert. Meine zwischenzeitlich etwas giftige Haltung bitte ich zu verzeihen. Gleichwohl meine ich, der ich selbstverständlich keinen Beweis dafür habe, dass die CO2-Emission durch den Menschen klimatechnisch irrelevant sei, aber auch keinerlei tragfähige umgekehrte Beweise vorliegen, weshalb ich eben bei meiner Position bleibe, hier unseriöse, allerdings sehr bedeutende und gezielte Machenschaften am Werke zu sehen. Angstmachen ist der entscheidende Machtfaktor deplazierter Mächtiger. Mit freundlichen Grüßen Magnus Göller |
|
|
Nur eine Randbemerkung von einem Nichtfachmann:
Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Irrationalen. Anders jedenfalls konnte ich mir bisher die letzten Ursachen der großen >Schlachtfeste<, das letzte große liegt gerade mal etwas mehr als sechzig Jahre zurück, die vielen kleinen aktuellen erleben wir jeden Tag auf der Mattscheibe, nicht erklären. (Bitte beachten, dass von >letzten< Ursachen die Rede ist, nicht von simplen Kausalitätsketten) In Anbetracht dessen: Leisten wir uns einfach auch mal die scheinbare Irrationalität einer >Schlacht< um den Erhalt unseres so wunderschönen Planeten, auch wenn noch nicht der letzte Beweis für die Ursachen der Erwärmung und die Wirksamkeit der Maßnahmen erbracht werden konnten. Der Weg ist auch ein Ziel und wird eine Fülle von nützlichen, nicht nur wissenschaftlichen und technischen Innovationen und Erkenntnissen mit sich bringen. |
|
|
Empfehlung: Ein Artikel, der gerade in der Jungle World erschien. jungle-world.com/artikel/2009/49/39907.html
Insbesondere folgenden Satz halte ich für sehr wichtig: "Jeder, vom Talkshowpolitclown über den Gärtner im Palais Schaumburg bis zu Liz Mohn, will das Klima retten. Interessant ist mittlerweile eigentlich nur noch die Frage, ob es dabei verfahrenstechnisch so zugeht wie beim Kampf gegen den Hunger. Vieles spricht zurzeit dafür." Das Problem ist, dass sämtliche Leute, die in diesem Feld etwas zu sagen haben, einschließlich dem Menschen, der obigen Artikel geschrieben hat, nicht weit genug in ihrer Gesellschaftskritik gehen. Wahrscheinlich wären sie ansonsten auch nicht in ihrer gesellschaftlichen Positionen. Wer zum Beispiel keine Tomaten vor den Augen hat, wird wohl erkennen, dass der Kampf zwischen "partikularen Interessen", die in obigem Artikel in eher moralistischer Weise kritisiert wird, in diese Gesellschaft eingeschrieben ist. Der Stern-Report wiederum wurde auf Basis einer Wirtschaftstheorie erstellt (Neoklassik), die mit der Wirklichkeit ziemlich wenig am Hut hat. Nur so kann man zum Schluss kommen, dass der Umstieg auf Erneuerbare für dieses wirtschaftliche System an sich überhaupt kein Problem sei. Wer vom Klimawandel spricht, kann vom Kapitalismus nicht schweigen. |
|
|
Guten Abend, Zacryptocerus,
danke für Ihren Hinweis auf den Jungle-World-Artikel. Ist es Ihrer Meinung nach erforderlich, den Kapitalismus abzuschaffen, um klimapolitische Fortschritte zu machen, oder habe ich Ihnen da jetzt etwas in den Mund gelegt? Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang denn die Einlassungen der Entwicklungsländer, die ihr Recht auf Entwicklung durch restriktive Klimabeschlüsse gefährdet sehen? Dazu ein Artikel aus Le Monde diplomatique: www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-reichen-zuerst/ Obwohl saftiger Kapitalismuskritik herzlich zugetan, frage ich mich mehr und mehr, ob hier die Grenze nicht eher zwischen Wachstumsbefürwortern und Wachstumsskeptikern verläuft. Freundliche Grüße Eselsmöhre |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen