Das stelle man sich mal vor: Es ist kurz vor Weihnachten und dann so etwas! Da muss ein Kollege der taz erleben, dass sein Facebook-Account gelöscht wurde! Einfach so! Kein Login mehr möglich. In einem verzweifelten Sucht-Wut-Bekenntnis fragt er sich ganz zurecht: warum nur? Warum ich? Und stößt in den FAQs, den häufig gestellten Fragen, auf eine Spur: Vielleicht lag es an dem Umstand, dass er sich nicht als Max Büch (unter dem Namen also, der über dem taz-Text steht), registriert hatte, weil ja niemand, schon gar nicht Herr Schäuble wissen muss, wieviel und wann und mit wem er trinkt, sondern als Max Mustermann. Und Facebook erlaubt es den häufig gegebenen Antworten zufolge nicht, sich mit fiktiven Namen anzumelden.
Ein kniffliger Fall
Streng genommen handelt es sich bei „Max Mustermann“ um den Fake-Namen schlechthin, der als Platzhalter nicht nur für den durchschnittlichen Bundesbürger steht, sondern in Anbetracht seines Alters als Relikt aus dem 1.0-Zeitalter bezeichnet werden darf. Bevorzugt ist er auf staatlichen Dokumenten zu finden, zuletzt auf Muster-Personalausweisen, als die nicht mehr in Form von waschlappengroßen Papierblättern ausgestellt wurden, sondern einer Plastikkarte. Neuerdings tummelt er sich auch in diversen Datenbanken. So gesehen ist klar, dass das sowieso allwissende Facebook da einschreiten muss! Wer weiß schon so genau, ob hinter einem Mustermann Max-Account nicht eine Behörde stecken könnte, die einen absoluten Durschnittsbürger ins Spionage-Rennen schickt?
Nicht nur Herr Büch hat gute Gründe, Angst vor Herrn Schäuble zu haben, sondern auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Bei Facebook liest nur Facebook mit, das ist der Deal. Und Google ein bisschen. Aber das dient anderen Zwecken, den guten des 2.0 Zeitalters: den ökonomischen. Denn Facebook kennt keine Bürger, sondern Freunde, also Kunden. Vielleicht sollte es Max Büch mal mit einem konsequenteren Pseudonym versuchen: Otto Normalverbraucher.
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