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In unserem Buchshop finden Sie alle verfügbaren Titel der Edition Freitag sowie eine Auswahl von Titeln unseres Kooperationspartners, dem Verlag Rogner & Bernhard.
Im Jahr 2005 trafen der Autor Ingo Niermann und die Fotografin Antje Majewski in Peking neunzehn Menschen, die auf eigenes Risiko in einer Diktatur ihr Glück suchen. Zwei Jahre später kehrten sie zurück, um herauszufinden, wie rasant sich deren Leben in der Zwischenzeit entwickelt hat. So unterschiedliche Lebensgeschichten wie die des letzten DDR-Militärattachés in China oder die eines texanischen Ehepaars auf der Flucht vor dem FBI fügen sich dabei zu einem modernen Epos. Für die vorliegende Ausgabe begab sich Ingo Niermann im Sommer 2009 erneut auf die Spuren seiner Gesprächspartner.
Welche Faszination von Bäumen auszugehen vermag, zeigen Helmut Schreiers kenntnisreiche Texte über die größte und älteste Pflanze der Erde. Es gelingt ihm, den Blick zu öffnen für die Einzigartigkeit der Bäume und damit für einen anderen Umgang mit Natur. So wird etwa das fantastische Wurzelwerk der Aspen vorgestellt, das seit Jahrtausenden unterirdisch die Rocky Mountains durchwandert und immer neue Klone bildet. Oder der Niimbaum, der von den Menschen in Ostafrika als lebende Apotheke verehrt wird.
Oft stand die Betrachtung alltäglicher Dinge am Anfang großer philosophischer Theorien. So hat Karl Marx an einem hölzernen Tisch den Fetischcharakter der Ware enthüllt, und Sigmund Freud veranschaulichte mit Hilfe einer Holzspule seine Idee des Todestriebs. Immer wieder war es die Verwunderung über scheinbar normale Dinge, die den Anstoß zu theoretischen Systemen gab. In acht Einzelstudien entfaltet Manfred Geier ein Panorama widerspenstiger Gegenstände und wirft einen Blick in die Wohn- und Werkstätten großer Denker. "Die kleinen Dinge der großen Philosophen" ist eine originelle Einführung in die Traditionen der modernen Geistesgeschichte und der Beweis dafür, dass alle Philosophie mit dem Staunen beginnt.
Eine konsumkritische Haltung gehört heute zum guten Ton. Immer mehr Menschen verpönen die Global Player und lehnen all den Verpackungs- und Reklamerummel ab. Die Konsequenz: Bioprodukte boomen, Modelabels, die sich von industrieller Massenfertigung abwenden, feiern Triumphe, und populärwissenschaftliche Gesellschaftskritiken halten sich wochenlang auf den Bestsellerlisten. Das Geschäft mit der Konsumkritik läuft also gut. Und so scheint die vielbeschworene Gegenkultur schon lange nicht mehr revolutionär, sondern purer Mainstream zu sein. Konsumrebellen - Ein scharfsinniges Buch über Scheinrebellion, falsch verstandenen Individualismus und die Rückkehr zum politischen Handeln.
Mit der Frage nach der Zukunft des Kapitalismus hat „der Freitag“ eine Debatte angestoßen, die über die engen Grenzen der Regierungskonzepte hinausweist. Einige Autoren entwerfen eine alternative postkapitalistische Gesellschaft, rufen zur Erfindung neuer Institutionen auf und schlagen vor, Marx’ „Kapital“ neu zu lesen. Andere radikalisieren die Vorstellung dessen, was jetzt schon möglich wäre, zum Beispiel ein Wachstum des Sektors der alternativen Ökonomie. Mit Beiträgen von Daniela Dahn, Georg Fülberth, Joachim Hirsch, Michael Jäger, Sabine Kebir, Michael R. Krätke, Rainer Land, Mohssen Massarrat, Thomas Rothschild, Tom Strohschneider, Hans Thie, Hans-Peter Waldrich, Raul Zelik und der Gruppe „links-netz“
Es gab nur wenige Jahre im Laufe der Geschichte, in denen die Menschheit mit einer solch großen Gewissheit auf eine Katastrophe zusteuerte wie 1939. Der Krieg war kaum zu verhindern, sondern nur mit fatalistischem Gleichmut zu erwarten. Dabei spielte die Presse eine wichtige Rolle. In dem „Nervenkrieg“, wie ihn die Nationalsozialisten nannten, galt es, die Vorherrschaft über die öffentliche Meinung zu gewinnen. In „Angriff auf den Frieden“ untersuchen Autoren des „Freitag“, wie die Presse die Vorgeschichte des Krieges interpretiert hat. Die Analysen werden durch internationale Zeitungsartikel aus dem Jahr 1939 ergänzt.
Wie kam es, dass sie sich oft bedingungslos für Gewalt und Kampf entschieden? Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Brigitte Mohnhaupt, Inge Vieth, Margrit Schiller, Monika Berberich und Birgit Hogefeld waren die prominentesten unter ihnen, doch es gab noch viele mehr. Was trieb sie an? Auf diese Frage gibt die Textsammlung "Terroristinnen – Bagdad ’77" keine eindeutige Antwort. Mit Beiträgen u. a. der Theaterregisseurin Katrin Hentschel, der Schriftstellerin Tanja Dückers und der Historikerin Dr. Gisela Diewald-Kerkmann.
Der Titel erinnert an Graffiti aus dem Pariser Mai, dennoch hält Mossmann Abstand zur Achtundsechziger-Memorial-Industrie und beschreibt aus einer radikal subjektiven Sicht seine historischen Momente zwischen 1961 und 1979. Mossmanns Rückblenden in die eigene Familiengeschichte beleuchten die Zeit des Nationalsozialismus; die Zeitgenossen, denen er begegnet, sind – abgesehen von Dutschke und Biermann – so unbekannt wie jener entlaufene Rotbrigadist Marco Pisetta, der bei ihm untertaucht, im verdunkelten Gästezimmer Madonnenbilder malt und von einer Rehabilitation als Freiheitskämpfer in Chile träumt. Ein sehr persönliches Buch und ganz nebenbei auch ein Beitrag zur Geschichte des Liedermachens.
Marina Achenbachs Reportagen erzählen vom Untergang der DDR, dem Zerfall Jugoslawiens, den neuen Kriegen seit 2001, von Streiks, Punks, Protesten gegen den G-8-Gipfel und vom Reisen. Sie fährt mit dem Zug durch Europa und trifft dabei auf Politiker, Künstler, Aussteiger und Menschen im Aufbruch. Dabei verschafft sie auf zärtliche und eindringliche Weise den Außenseitern und scheinbar Namenlosen Gehör, denen sie bei ihren Recherchen in der deutschen Provinz, auf dem Balkan, in Thailand oder der Türkei begegnet. Ihre Texte sind unmittelbar und liebevoll, spannender als jede Fiktion.
Berichte aus erster Hand: Frauen, Männer, Transsexuelle, Bordellbesitzer/innen, Concierges, Zuhälter und Freier erzählen von ihren Erfahrungen in und mit der Sexarbeit authentisch und nüchtern. Ob aktuelle Situationsbeschreibungen oder Rückblick. Hier sprechen die Akteure. Es sind die eigenen Reflektionen. Das Unspektakuläre entfaltet Reiz und Lebendigkeit. Ergänzt werden diese Innensichten um einen speziellen Außenblick: die Sicht der Polizisten, die beruflich mit dem Prostitutionsgeschäft zu tun haben. Die Palette der sexuellen Dienste ist vielfältig: Straßenstrich, Bordell, Steige, Modellwohnung, Bar, Separée, Hotline, SM, Stricherszene, mann-männliche und lesbische Prostitution, Transenstrich. Bei dieser Reise in eine Welt für sich werden die Frauen und Männer hinter den Stereotypen sichtbar.
Das Glossar zeigt Felder auf, für die Marx als Diagnostiker bedeutsam geblieben ist. Die AutorInnen erläutern auf überraschende Weise, wo in Wissenschaft, Kultur und Politik die Marx’schen Theorien noch immer greifen. Die Rede ist nicht davon, dass "die Marxisten von gestern" Recht haben. Dagegen den Theoretiker Marx ernst nehmen heißt, den Kapitalismus als ein dynamisches, ja als explosives Gefüge verstehen. Die Globalisierung auf den Marxschen Begriff gebracht: von A wie Arbeitslosigkeit bis Z wie Zeitmanagement.
Der Diplompsychologe David Becker folgt dem Begriff "Trauma" in seiner politischen, sozialen und kulturellen Vielfältigkeit und definiert Trauma neu – ein Standardwerk. Mit Beiträgen zu folgenden Themenfeldern: Trauma und Bindung; Traumatische Prozesse und Gesellschaft; Die Erfindung des Traumas; Trauma und kulturelle Differenz. Dabei werden Fragen diskutiert wie: Wie kann Trauma im Spannungsfeld zwischen psychischem Leid und sozialem Prozess angemessen definiert werden? Was hilft den Traumatisierten? Welche gesellschaftspolitischen Implikationen ergeben sich? David Becker berät seit vielen Jahren psychosoziale Projekte in Kriegs- und Krisengebieten, u.a. in Bosnien, im Gazastreifen und in Sierra Leone
Das Buch präsentiert ein Tableau religiöser und areligiöser Standpunkte, das zeigt, auf welche Weise theologische Motive heute in den Geisteswissenschaften verhandelt werden. Mit Beiträgen zu Themenfeldern wie: Rückkehr der Religion?; Ökonomie, Politik und Religion in der Säkularisierung; Rückwirkungen der Säkularisierung auf das Judentum; Religiöse Identitätskonstruktionen; Religionen in den Grenzen der Vernunft. Autoren: Michael Jäger, Wolfgang Eßbach, Rolf-Dieter Hepp, Christoph Deutschmann, Kuno Füssel, Oskar Negt, Mehmet Mihri Özdogan, Christina von Braun, Ton Veerkamp, Julius H. Schoeps, Eva Horn, Elisabeth von Samsonow, Gerburg Treusch-Dieter, Martin Burckhardt, Jochen Hörisch, Klaus Theweleit, Jan Rehmann, Wolfgang Ullmann und Frieder Otto Wolf
Eine Anthologie mit Texten von Marina Achenbach, Regina General, Mathias Wedel, Norbert Mappes-Niediek, Ulrike Baureithel, Friedrich Dieckmann, Stefan Heym, Wolfgang Ullmann, Christoph Hein, Günter Gaus, Michael Jäger, Daniela Dahn, Günter Piening, Helmut Höge, Sabine Vogel, Hans Thie, Karsten Laske, Burga Kalinowski und Detlev Lücke. "Ernstfall Einheit" ist ein Dokument der Zeitgeschichte, der politischen und journalistischen Vitalität - des Blicks auf Westost und Ostwest seit 1990.
Sabina Spielrein wurde 1885 als Tochter russisch-jüdischer Eltern in Rostow am Don geboren. Wegen "schwerer seelischer Störungen" wird sie, 19-jährig, von C. G. Jung in Zürich nach der Freudschen Methode therapiert. Eine leidenschaftliche Liebesbeziehung beginnt, der Skandal in der Frühgeschichte der Psychoanalyse. Nach der Promotion arbeitet sie als Psychoanalytikerin in der Schweiz und kehrt 1923 nach Rostow zurück. 1942 wird sie dort mit ihren beiden Töchtern von einem SS-Sonderkommando ermordet. "Nimm meine Seele" enthält z. T. unveröffentlichte Tagebücher Spielreins, ihre Krankengeschichte und psychoanalytische Aufsätze. Ehre, wem Ehre gebührt: ein Sabina-Spielrein-Lesebuch.
Eine Handvoll großer Alben sind mehr als nur eine Platte – ein Wendepunkt, Zeugnis des Lebensgefühls einer Generation, ein Stück Geschichte sogar. Bruce Springsteens drittes Werk „Born to Run“ aus dem Jahr 1975 ist all das. In den USA war „Born to Run“ für mehr Menschen der Soundtrack zum Erwachsenwerden als irgendeine andere Platte. Der Geschichtsprofessor Louis P. Masur widmet sich neben der musikalischen Bedeutung vor allem der Frage nach dem kulturellen Stellenwert des Albums. „Born to Run“ öffnet einen direkten Blick in die traumatischen Aspekte der siebziger Jahre, in die Zeit nach Watergate und Vietnam, und verkörpert gleichzeitig die Vision des amerikanischen Traums so exemplarisch wie kein anderes Album.
Schnee übt eine seltsame Faszination aus. Er steht für Schönheit und Reinheit, weckt Kindheitserinnerungen - aber er wird auch mit Einsamkeit und Tod assoziiert. Der Journalist Charlie English, seit seiner Kindheit ein besessener Fan der weißen Flocken, macht sich auf die Suche nach dem Schnee der Welt. Er will herausfinden, wie die Menschen in den unterschiedlichen Regionen mit Schnee leben, wozu sie ihn nutzen und welche Bedeutung er für sie hat. English reist an die entlegensten Orte: auf Baffin Island lernt er, einen Iglu zu bauen, er folgt den Spuren der Romantiker in den Alpen, besucht die gefährlichsten Lawinentäler und gerät auf der „haute route“ in der Schweiz an seine Grenzen.
Mit der für ihn typischen Mischung aus enzyklopädischem Wissen, einer unermesslichen Fülle von literarischen und kulturgeschichtlichen Zitaten und viel Humor beleuchtet Tom Hodgkinson alle Aspekte des freiheitlichen Lebens. In 29 Kapiteln nimmt er sich die Geißeln unserer modernen Gesellschaft vor und zeigt, wie man sich dieser Zwänge ohne große Anstrengung entledigt. Die Grundlage für seinen Entwurf eines glücklichen Lebens bieten die Anarchisten, Existentialisten und die mittelalterlichen Denker, deren Weisheiten Hodgkinson in klare Parolen fasst: Hör auf zu arbeiten! Ignoriere den Staat! Meide die Supermärkte! Befreie deinen Geist! Mach Musik! Feiere und trinke! Brate ein Schwein! Iss Kapaune und gute Schinken! Fang endlich an, zu leben!
Bereits 1981 schockierte dieses Buch die Welt. Zum ersten Mal komplett ins Deutsche übersetzt, lässt Gay Talese in „Du sollst begehren“ die sexuelle Revolution in den USA nochmals aufleben, zeigt den moralischen Umschwung der prüden Gesellschaft, hinein in ein modernes, freizügigeres Zeitalter. Das Buch enthüllt die Wahrheit über Gesetze und Zensierungen in den USA während der 70er Jahre. „Du sollst begehren“ ist auch heute noch ein unterhaltsames und aufschlussreiches Portrait dieser aufregenden Zeit in unserer von gegensätzlichen Moralvorstellungen geprägten Gesellschaft.
1971 veröffentlichte Gay Talese mit „Ehre deinen Vater“ die erste Schilderung aus dem Inneren der Mafia. Es ist die Geschichte der Familie Bonanno, die in den sechziger Jahren die Unterwelt New Yorks dominierte. Taleses Erzählung beginnt an einem regnerischen Tag im Jahr 1964, als das Familienoberhaupt Joseph Bonanno spurlos verschwindet. Talese gelang es als erstem Außenstehenden, ein Vertrauensverhältnis zu einem Mafiaboss aufzubauen. Er begleitete ihn sechs Jahre lang, sprach mit den Mitgliedern des Clans und reiste nach Sizilien, um die Wurzeln der Familie zu erkunden. Mit zeitloser Meisterschaft erzählt er eine wahre Geschichte, die spannender ist als jede Fiktion.
Als Auslandskorrespondent eines amerikanischen Radiosenders hat Eric Weiner den Großteil seines Lebens Ländern gewidmet, in denen Krieg, Krankheiten und Katastrophen den Alltag bestimmen. Mit diesem Buch wollte der Autor die andere Seite ins Visier nehmen. Ausgangspunkt: Das größte Glücksforschungsinstitut in Rotterdam, wo weltweite Daten zum Thema Glück analysiert werden. Von dort geht seine Reise nach Island, in die Schweiz, nach Bhutan, Thailand, Moldawien, Indien. Was Weiner von seiner Reise mitbringt, ist nicht das Rezept für lebenslanges Glück, aber die Erkenntnis, dass der Ort, wo man lebt, entscheidend dafür ist, wie glücklich man ist. Und eine ganz simple Weisheit: Dort, wo am wenigsten über das Glück gegrübelt wird, findet sich am meisten davon.
Er ist der große Wilde unter den Rockstars: James Osterberg alias Iggy Pop. Gefährlich, provokativ, schockierend auf der Bühne, wo er sich mit starrem Blick die Brust aufschlitzte und das Publikum mit obszönen Gesten zur Weißglut trieb. Hinter den Kulissen der charmante, guterzogene, sympathische Gentleman, der niemals ein böses Wort über seine Weggefährten verlor. Verehrt wird er als Godfather of Punk, der in den sechziger Jahren den Punkrock vorwegnahm und eine ganze Generation von Musikern beeinflusste. Die Geschichte des Iggy Pop handelt von extremen Höhen und Tiefen, von Größenwahn, Abstürzen, Comebacks und außergewöhnlicher Musik. Paul Trynka hat dafür jahrelang recherchiert und über 250 Interviews geführt.
Kindererziehung gilt als mühselig, kompliziert und teuer. Straffe Stundenpläne, Leistungstests, teure Freizeitaktivitäten und jede Menge Kommerz bringen schon früh eine ungesunde Dosis Stress und Arbeitsethos in das Leben unserer Kinder. Zugleich haben die angestrengten Eltern paradoxerweise das Gefühl, dass sie noch mehr leisten und ihren Kindern noch mehr ermöglichen müssten. Aber wo sind Kreativität, Spiel und Selbstvertrauen geblieben? In seinem Ratgeber der anderen Art zeigt Tom Hodgkinson neue Wege zu einer lustvollen Erziehung auf. Unabhängige Kinder und glückliche Eltern, darauf kommt es ihm an. Er fordert uns auf, den Kindern Verantwortung zu übertragen und den Dingen Ihren Lauf zu lassen, anstatt Freizeitspaß teuer einzukaufen.
Wer brachte seine fünf Kinder im Waisenhaus unter? Wem war sein Pudel lieber als der Rest der Menschheit? Wer verführte seine Schwiegertochter? Und wer trat der NSDAP bei, obwohl er eine jüdische Freundin und einen jüdischen Mentor hatte? Irrelevante Fragen für die ernsthaft an Philosophie Interessierten? Keineswegs, denn das Verhalten der Philosophen ist selten ohne Einfluss auf ihre Theorien geblieben. Rousseau verprellte Familie, Förderer und Freunde am laufenden Band, Schopenhauer war geizig, cholerisch und ein solcher Soziopath, dass seine eigene Mutter ihn loswerden wollte. Diese überaus kurzweilige und originelle Einführung in die Philosophie bietet skurrile, komische und erschreckende Details aus dem Leben der berühmten Männer.
Sie klauen, schwänzen die Schule, nehmen alle möglichen Drogen, verbringen ihre Zeit mit Pornofilmen und verprügeln ihre Lehrer. Vier Jungen aus Hamburg-Dulsberg, die keine Kinder mehr sind, aber auch noch keine Erwachsenen, schlagen ihre Zeit tot und kämpfen gegen die Langeweile und Leere in ihrem Leben. Brutalität und Härte entstehen so von ganz allein, bis am Ende kaum etwas anderes mehr übrig bleibt. Einer wird Drogendealer und Kleinzuhälter, der seine Freundin erst im Freundeskreis zu Liebesdiensten herumreicht und dann auf die Straße schickt. Ein anderer schwängert seine Freundin, die durch die Abtreibung depressiv wird. Nur einer schafft es auf wundersame Weise, nicht zu scheitern, sondern sein Leben in die Hand zu nehmen. Der Autor weiß, wovon er schreibt, weil er dort aufgewachsen ist, wo sein Buch spielt.
„Die roten Riesen“ führt den Leser in die Wipfel der höchsten Bäume der Welt, der Redwood Trees an der Küste von Nordkalifornien. Sie zählen zu den ältesten Lebensformen der Erde, werden über 100 Meter hoch und mehr als 2000 Jahre alt. Einige mutige Aficionados wie der Botaniker Steve Sillett und der Millionärssohn und Supermarktangestellte Michael Taylor entwickelten schon in jungen Jahren eine anhaltende Faszination für diese Bäume. Richard Preston, in fester Überzeugung, dass es auf dieser Erde noch immer unentdeckte Wunder gibt, hat neben Taylor und Sillett mit weiteren Exzentrikern, Wissenschaftlern und Erfindern von neuartigen Klettermethoden gesprochen und schildert ihre unglaublichen Expeditionen.
Als der junge Danny Goldberg 1969 seine erste Plattenkritik für „Billboard“ schrieb, war ihm nicht klar, dass dies der Beginn einer steilen Karriere in der Musikbranche war. Er würde nicht nur aus Woodstock berichten, sondern auch PR für Led Zeppelin und KISS machen, Nirvana managen und die Labels Atlantic Records und Warner Bros. Records leiten. In „Unter Genies“ blickt Goldberg zurück auf seine Karriere. Er erzählt aus vier Jahrzehnten Musikgeschichte und berichtet von begnadeten Künstlern, unter ihnen Patti Smith, Bruce Springsteen, Jackson Browne, Courtney Love und Sonic Youth. Goldberg zeichnet das vielschichtige Bild einer chaotischen Branche, die zwischen Kunst und Kommerz liegt und in der Idealismus und Geldgier immer wieder aufeinander prallen.
Als Tim Renner sich 1986 bei der Plattenfirma Polydor bewarb, wollte er eine Enthüllungsstory über die Musikindustrie schreiben. Doch es kam anders, und er machte Karriere. Achtzehn Jahre lang verschmolz seine Biografie mit der Entwicklung der Musikbranche, er brachte Bands wie Element of Crime, Rammstein, Tocotronic und Philip Boa zum Erfolg. Doch er erlebte auch, wie der Druck des Marktes musikalische Entwicklungen bremste und wie die alten Strukturen der Branche sich durch Digitalisierung und Globalisierung rasant auflösten. Die schwerfälligen Riesenlabels verschlossen jedoch die Augen vor dieser Entwicklung, und schließlich stieg Renner aus. Nach seinem Abschied von Universal im Jahr 2004 schilderte er die Irrwege und Herausforderungen der Popmusik aus seiner Sicht.
Ausgabe 06/12
09.02.2012
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