Immer wenn ich zu einem meiner Seminare gehe, werde ich überrascht: Vor dem besetzten Hörsaal in der "Silberlaube" der Freien Universität tobt die Kreativität – von selbstgemalten witzigen Slogans auf einem schönen weißen Stoff bis zu Kuschelzelten oder ausdrucksstarken Kampfsportübungen erfinden die protestierenden Studierenden, oft mehr junge Frauen als junge Männer, ihre Botschaften und deren Übermittlung neu.
Auch die Form ihres Protestes ist neu: Sie haben keine Institute besetzt, um den Betrieb zu blockieren, sondern in neuer Streikökonomie genau einen der Hörsäle (und seinen großen „Vorplatz“) um selber an ihrem Protest zu arbeiten – sich immer wieder neue Initiativen im „Palaver“ einfallen zu lassen und sich dadurch ohne großen organisatorischen Überbau hier an der FU, in Berlin und auch deutschlandweit zu koordinieren.
Und sie haben damit beträchtliche Resonanz: Die Öffentlichkeit haben sie schon so weit für ihre Anliegen gewonnen, dass die unmittelbar Verantwortlichen, die Unileitungen und die Kultusminister bereits in ein erstaunliches Schwarze-Peter-Spiel eingetreten sind: Sie geben den Studenten recht, die eine unerträgliche Lage des angeblich „reformierten“ Hochschulstudiums kritisieren und laden nur die Schuld dafür bei den jeweils anderen ab.
Bald wird sich wohl auch die Einsicht Bahn brechen, dass es noch sehr viel einleuchtender wäre, wenn sie den viel zu geringen staatlichen Ausgaben für Bildung und Wissenschaft und dem grundsätzlichen Scheitern der privaten Bildungsfinanzierung die Schuld dafür gäben, dass im sogenannten Bologna-Prozess ein horrender Mist herausgekommen ist. Spätestens dann wird klar werden, dass der Protest der Studierenden nicht bloß ein fachpolitisches Problem betrifft, sondern gesellschaftspolitische Brisanz hat.
Gegen die Eliteförderung
Das lässt sich an einem zentralen Forderungspunkt dieser „Bildungsstreiks“ ablesen: Die deutschen Hochschulexperten hatten nämlich eine ganz famose Idee gehabt – sie wollten in einer komplexen Bewegung zugleich mit dem Bachelor die Studierendenzahlen auf ein international akzeptables Niveau auszuweiten (was immerhin eine breite Basis für weitere Bildungsmaßnahmen schaffen konnte) und sich doch mit einem hoch spezialisierten und knapp gehaltenen Masterstudium auf eine knapp gehaltene Eliteförderung konzentrieren.
Jetzt fordern die Studierenden den Masterzugang für alle und es wird auch schon über weniger exotische Masterstudiengänge diskutiert. Das trifft den Kern der Sache: Bildung für Alle als demokratisches Grundrecht oder exklusive Elitenförderung – das steht jetzt offen zur Debatte und die einseitig selektive Elitenförderung lässt sich nicht länger technokratisch verbrämt „durchschmuggeln“.
Ich erinnere mich an die 1960er Jahre in der alten Bundesrepublik – als die Diskussion über die „Bildungskatastrophe“ in eine gesellschaftspolitische Debatte umschlug, lud sich der Protest der Studierenden mit den Themen der außerparlamentarischen Opposition, der APO, auf: Gleiche Bildung, eine öffentliche Kultur, die endlich mit Obrigkeitsstaat und Faschismus gebrochen hatte, und eine internationale Weigerung, Kriege zu unterstützen, haben die unangefochten und unanfechtbar wirkende Herrschaft der etablierten Eliten weltweit erschüttert und der Bundesrepublik (und insbesondere Westberlin) einen noch lange nachwirkenden Demokratisierungsschub beschert.
Die Elemente für einen derartigen Protest als Beginn eines historischen Aufbruchs sind da: Eine sich zuspitzende globale Krisenkonstellation, eine deutsche Regierung, die vor allem das entschlossene "Weiter So!" verkörpert, und eine junge Generation, die aus ihrer eigenen Mitte heraus, ganz unabhängig von ein paar ziemlich isolierten linken Grüppchen, den radikalen Protest für sich und andere neu erfindet und ihre eigene Betroffenheit gesellschaftspolitisch neu artikulieren wird.
Immer, wenn ich zu einem meiner Seminaren gehe, keimt Hoffnung in mir auf.
Frieder Otto Wolf, geboren 1943, lehrt als Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin Philosophie
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Leider werde in der Rezeption der Proteste durch die politischen und ökonomischen Eliten dieses Landes immer noch die eher technischen Fragen in den Vordergrund gestellt. Da wird dann Verständnis dafür geäußert, dass die Seminare tatsächlich zu groß seien, zu wenig Dozent_innen da wären usw. Bei Begriffen wie 'Ökonomisierung' u.ä. hört es dann aber schnell auf und es wird der Ideologievorwurf ausgepackt und links-extrem sei das dann auch. Wenn die Bildungsbewegung es tatsächlich schaffen sollte (was ich hoffe) neben den wichtigen Forderungen technischer Art auch die gesellschaftspolitisch relevanten nach einer Demokratisierung des Bildungssystems und auch nach einem Grundrecht auf (freie und emanzipatorische!) Bildung zu kommunizieren, dann wird sie wirklich gesellschaftspolitisch relevant.
Eine solidarisch-kritische Analyse der Bildungsstreik-Bewegung findet sich hier: www.freitag.de/community/blogs/nosferatu/das-gewisse-unbehagen-am-bildungsstreik---eine-solidarische-kritik/?searchterm=unbehagen+am+bildungsstreik P.S. was ist eigentlich immer so schlimm an den linken Menschen und Gruppen, die sich am Bildungsstreik beteiligen? Mal heißt es, sie würden die Bewegung unterwandern und manipulieren, ein andernmal, sie wären isoliert und stünden am Rande. Woher diese Angst vor einem Einfluss links-orientierter Menschen und Gruppen? Links sein und denken ist doch nicht gleichbedeutend mit dogmatisch und ideologisch-erstarrt! Für Solidarität und Freie Bildung! |
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Es ist nicht "schlimm", wenn linke Menschen und Gruppen sich am Protest beteiligen (wobei der Begriff "links" ein unpräziser ist). Entschieden skeptischer bin ich allerdings, ob es sinnvoll ist Gesellschaftskritik und Bildungsprotest in einem zu vereinen.
Studierende eint ihre Forderung nach mehr Geld, Flexibilität und Entlastung im Studium. Dies kann man zunächst (trotz offensichtlich vorhandener Verbindungen) getrennt von gesellschaftlichen Fragen betrachten und fordern. Denn in Gesellschaftsfragen ist sich die Studierendenschaft deutlich weniger einig, als in Bildungsfragen. Nur wenn es gelingt sich endlich auf das zu fokussieren und das ins Zentrum zu rücken, was Studierende eint(!), wird es ein großer und gruppenübergreifender Protest. Verfranst man sich in trennenden gesellschaftlichen Debatten, wird man die Bewegung auf Dauer erhelblich schwächen. |
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'links' ist zunächst ein Begriff zur Verortung im politischen Raum und erstmal inhaltsleer. Erst wenn er durch politische Akteure mit Inhalt gefüllt wird (sei es durch eigene Zuschreibungen als 'links' oder von Zuordnungen inhaltlicher Art) wird er relevant und politisch wirksam.
Ohne die gesellschaftlichen Bedingungen in denen Bildung stattfindet mit in den Blick zu nehmen, bleiben die Bildungsproteste letztlich unpolitisch und werden letztlich auch nicht viel erreichen. Es wird vielleicht hier und dort Korrekturen geben, aber 'gesellschaftspolitische Brisanz' werden sie dadurch nicht erlangen. Bildung findet nicht in einem luftleeren Raum statt, sondern ist auch immer von den gesellschaftlichen (sozialen), politischen und ökonomischen Verhältnissen durchdrungen in die sie eingebettet ist. Wird das ausgeblendet, so bekämpft man letztlich Erscheinungen, kommt aber an dem Kern des Problems nicht heran. Darüber hinaus muss eine Debatte auch nicht zwingend trennend sein, zumal die unterschiedlichen Positionen auch ohne ausgetragene Diskussion vorhanden sind und letztlich eine stille Hypothek der Proteste darstellen. In dem Sinne: Wer von den Verhältnisen nicht reden will, sollte vom Bildungssystem schweigen. |
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Wer den Bildungsstreik an ein bestimmtes Gesellschaftskonzept bindet, wird all diejenigen ausschließen und verlieren, die dieses Konzept nicht teilen. Können wir Studierende uns das leisten?
Es ist wie beim Umweltschutz: wer den Umweltschutz an politische Gesellschaftskonzepte kettet, gefährdet die Umwelt mehr als er sie schützt. |
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"wir Studierende" - DIE soziale Gruppe der Studierenden gibt es gar nicht. Die Studierendenschaften sind durchzogen von sozialen Widersprüche (Diskriminierung insb. von Frauen, ethnische Unterschiede, soziale Herkunft, Korporierte und Nicht-Korporierte etc.). Von daher kann von einem 'wir' von vorneherein nicht die Rede sein, ist letztlich also fiktiv und konstruiert.
Bildungsstreik wie Umweltschutz.....hm, mal andersherum gefragt: ist es nicht so, dass gerade wenn eine politische und soziale Einbettung der Forderungen fehlt, eine tatsächliche Veränderung nicht stattfindet. Bezogen auf den Bildungsstreik z.B. dass es zwar kleinere Seminare geben könnte, mehr Lehrpersonal und mglw. sogar neue Gebäude. Aber die grundlegenden Probleme wie überzogenen Leistungsdruck, prekäre Arbeitsbedingungen der Lehrenden und Forschenden werden damit noch nicht angesprochen. Darüber hinaus sollte man schon so offen sein, sich mit anderen über ihre Vorstellungen austauschen zu können, ohne sich gleich ausgeschlossen zu fühlen. Eine Diskussion lebt auch und gerade von der Vielfalt der darin eingehenden Meinungen. |
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"Jetzt fordern die Studierenden den Masterzugang für alle und es wird auch schon über weniger exotische Masterstudiengänge diskutiert. Das trifft den Kern der Sache: Bildung für Alle als demokratisches Grundrecht oder exklusive Elitenförderung ..."
Gibt es da nicht auch noch etwas dazwischen? Und sollte man das "exlusiv" vor der "Elitenförderung" nicht besser streichen? Ist nämlich doppelt gemoppelt. Außerdem schwingt bei "exklusiv" mit, dass der Zugang zum Masterstudium von Geld oder Status abhinge. Was faktisch nicht der Fall ist. Jedenfalls nicht mehr als auch beim Bachelor-Studium. Gegen "Bildung für alle" lässt sich schwer etwas sagen. Es kommt aber auch darauf an, was für eine Bildung. So könnte man z.B. auch fordern: "Abi für alle" oder "Promotionsstudium für alle". Es dürfte unmittelbar einleuchtend sein, dass dies nur mit einem niedrigeren Niveau = weniger Bildung für alle geht. Die Aufteilung in Bachelor und Master verfolgt ja gerade den Zweck, dass nicht mehr jeder Student darauf vorbereitet wird, zu promovieren und eine akademische Karriere an der Uni zu starten. Die meisten dürften dazu auch kaum in der Lage sein. Wenn jeder den Master machen darf, bedeutet das zwangsläufig, dass der Bachelor alleine gar nichts mehr wert ist. Dann hätte man sich die Reform besser gleich komplett geschenkt. Die Ausgestaltung der neuen Studiengänge ist ein ganz anderes Thema. Die Länder, die schon lange ein BA/MA-System prakizieren, machen vor, wie es geht: klar strukturierte Studieninhalte, ohne inhaltliche Überfrachtung, genügend Dozenten, die für ihre Studenten auch zu sprechen sind etc. Vielleicht wäre es tatsächlich besser, sich auf solche Dinge zu konzentrieren, statt Forderungen zu stellen, die die eh schon viel zu halbherzig umgesetzte Reform endgültig bis zur Unkenntlichkeit verwässern. Aber vielleicht sind denjenigen, die jetzt den "Master für alle" fordern, ja gar nicht so untypisch für ihre Generation und handeln in erster Linie aus der Sorge heraus, selbst nicht intelligent und/oder fleißig genug zu sein, um zum Masterstudium zugelassen zu werden. Das lässt sich natürlich schön mit dem Hinweis auf "gesellschaftliche" Anliegen verbrämen. |
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schrieb am
21.11.2009 um 01:12
@derDonnerstag
--------------------------------------------- Die Aufteilung in Bachelor und Master verfolgt ja gerade den Zweck, dass nicht mehr jeder Student darauf vorbereitet wird, zu promovieren und eine akademische Karriere an der Uni zu starten. Die meisten dürften dazu auch kaum in der Lage sein. Wenn jeder den Master machen darf, bedeutet das zwangsläufig, dass der Bachelor alleine gar nichts mehr wert ist. Dann hätte man sich die Reform besser gleich komplett geschenkt. --------------------------------------------- Ja, die Reform hätte man sich besser mal "geschenkt". Zumindest in manchen Fächern. Nehmen wir z. B. Physik: Bisher bekam gelangte man da typischerweise nach 9 bis 12 Semestern zum Diplom. Die Diplomarbeit war dabei die erste wissenschaftliche Fingerübung des Studenten, die unter Anleitung durchgeführt wurde. Daneben die Diplomprüfungen, in welcher der Stoff der üblicherweise 7-8 Vorlesungssemester in der Gesamtschau abgefragt wurde. Von den Studenten, die in dieses Fach studieren, kann man getrost annehmen, dass locker 80-90% eher an der Physik als Wissenschaft und weniger an einer Berufsausbildung interessiert sind. Der dreijährige Bachelor geht nun sowohl an den Bedürfnissen der Studenten als auch denen potentieller Arbeitgeber völlig vorbei. 6 Semester reichen kaum dazu, das nötige Handwerkszeug der Physik zu vermitteln - dieses dann nach eigenen Interessen zu vertiefen und halbwegs selbständig in der wissenschaftlichen Praxis anzuwenden, das braucht eben noch 4 Semester mehr. Aber um diese Fähigkeiten zu erwerben, wird das Fach studiert. Und um Menschen mit diesen Fähigkeiten einzusetzen, werden Physiker von Unternehmen angestellt. Es gibt schlichtweg keinen Bedarf für BA Physiker (ähnlich wird es bei Chemikern, Mathematikern oder Biologen aussehen, nehme ich an). Und warum nicht jeder Physikstudent, der früher zum Diplom geführt wurde, heute befähigt sein sollte, den ungefähr vergleichbaren Masterabschluß zu machen, das ist dein Geheimnis. Im Unibetrieb wird es aber leider kaum möglich sein, gegenüber anderen Fakultäten, die 50% ihrer Bachelors den Master verweigern (müssen), eine 100%ige übernahme der eigenen BAs zu vertreten. Darunter leiden dann wiederum Studenten, Arbeitgeber und - last but not least - die universitäre Forschung. Denn dort stellen, zumindest in den Naturwissenschaften, bisher Diplomanden das Fußvolk. Da diese offiziell ein Jahr (in der Realität oftmals auch 18 Monate) Zeit haben, lassen sie sich vernünftig einsetzen. Ganz im Gegenteil zu Bachelorabsolventen, die innerhalb von 6 Monaten fertig sein sollen (und dabei teilweise noch Vorlesungen parallel haben!). Kurz und gut: Bologna = Scheiße! (zumindest in meinem Bereich) |
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schrieb am
21.11.2009 um 03:33
@gweberbv
Kann gut sein, dass Sie Recht haben. Ich bin kein Naturwissenschaftler und kann mir daher kein Urteil darüber erlauben. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein Bachelor-Studium in bestimmten Fächern keinen Sinn macht. Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, für solche Fächer das gute alte Diplom beizubehalten. Was Geisteswissenschaften betrifft, bin ich schon der Meinung, dass es Sinn macht, ein Bachelor-Studium für die Masse und einen Master für die Besseren bzw. Ambitionierteren vorzusehen. Ich habe selbst noch auf Magister studiert (Geschichte im Hauptfach) und bei einem Auslandssemester in England das dortige Bachelor-System kennen gelernt. Und ich muss sagen, ich fand es bedeutend besser. Vielleicht weniger das System als dessen Ausgestaltung. Vier Veranstaltungen pro Trimester, die man aber auch regelmäßig besuchen musste und regelmäßig "Essays" abliefern musste und die - für die englischen Studenten - für die Endnote mitzählten. Jeweils eine Vorlesung mit ca. 20-30 Studenten plus ein begleitendes Seminar mit ca. 5-6 Studenten. Die Essays zu vorgegebenen Fragestellungen, unter denen man sich eine aussuchen konnte, mit vorgegebenen Literaturhinweisen. Allerdings Fragen, bei denen es sich durchaus lohnte, sein Gehirn anzustellen. Das war zwar bei den Hausarbeiten in Deutschland überwiegend auch der Fall, nur war der Schwerpunkt ein anderer: statt wissenschaftlich korrekter Fußnoten kam es mehr auf den Inhalt an. Und vor allem: Es gab Feedback, jedes Essay wurde mit dem Dozenten ausführlich durchgesprochen: was war gut, was könnte man verbessern. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die hierzulande aber die große Ausnahme war - und vermutlich auch noch ist. Mag sein, dass mein Blick etwas getrübt ist, da die egnlische Uni, an der ich zwei Trimester studiert habe (University College London) zu den renommiertesten des Landes gehörte. Und daher finanziell auch entsprechend gut ausgestattet war - in England wird dies ja vom Ranking abhängig gemacht. Keine Ahnung, ob es dort überall so vorbildlich zugeht. Ich glaube aber, zumindest sagen zu können, dass das System an sich unserem überlegen ist. Ich kann das gerne noch im Detail begründen, lasse das aber erstmal. Was die Frage betrifft, ob jeder, der zum Bachelor befähigt ist, auch zum Master befähigt ist: Klar, jeder, der früher zum Diplom oder Magister geführt wurde, könnte rein theoretisch heute auch den Master machen. Ich finde es trotzdem sinnvoll, zwischen einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss (Bachelor) und einem Master zu differenzieren. Es ist ziemlich müßig, das zu erklären. Wenn ein Abschluss durch zwei ersetzt wird, gibt es eben eine Hürde, die nicht jeder überwindet. Ob er sie überwindet, liegt an ihm oder ihr selbst. |
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schrieb am
21.11.2009 um 03:36
Eigentlich wollte ich vor allem etwas anderes ausdrücken. Die Titanic hat es so ausgedrückt: "'Wir wollen einfach kein Humankapital sein", sagte ein empörter Sprecher [der Studentenproteste], "sondern künftige Personalchefs und Kapitalisten."
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"Bald wird sich wohl auch die Einsicht Bahn brechen, dass es noch sehr viel einleuchtender wäre, wenn sie den viel zu geringen staatlichen Ausgaben für Bildung und Wissenschaft und dem grundsätzlichen Scheitern der privaten Bildungsfinanzierung die Schuld dafür gäben, dass im sogenannten Bologna-Prozess ein horrender Mist herausgekommen ist."
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